Famstag den 9. October.* 118.
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hessischer Anzeiger
Kriedberger Zutelligenzblalt
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag. 4
Znthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
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Amtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren:
Nr. 46. sub. 1. Verordnung, die Beiträge des allgemeinen ev. Kirchenfonds zu den Provinzialschulfonds für die Provinzen Starkenburg und Obethessen betreffend.— ub. 2. Bekanntmachung, einige Abänderungen des Reglements zu dem Gesetze über das Posswesen des Norddeutschen Bundes betr.— sub. 4. Bekanntmachung, die
wen 7—— Stellvertretung bei der diesjährigen Truppenergänzung betr. re Burger Friedberg den 6. October 1869. Großherzogliches Kreisamt Frledberg ———— Trapp. 8 a 610; Nachverzeichnete Gesetze ꝛc. sind im Bundesgesetzblatt des Norddeutschen Bundes publizirt worden: eng Nr. 34. Nr. 342. Bekanntmachung, die Prüsung der Aerzte, Zahnärzte, Thierärzte und Apotheker vom 25. September 1869 betr. klug Zetreffend: Die Gründung der Anstalt für blödfinnige Kinder im Großherzogthum Hessen. Friedberg den 6. October 1869. 5 0 Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Aan Noch sehr wenige haben uns eine, unserem Ausschreiben vom 28. August d. J. entsprechende Vorlage gemacht, wir bringen daher Schah ie Sache hiermit in Erinnerung. Großherzogliches Kreisamt Friedberg g
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ur Regelung ihrer Verhältnisse, unter Vorlage ihrer Papiere, einzu finden haben.
Friedberg den 6. October 1869.
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Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß sich sämmiliche Einsteller dieses Jahres, welche tauglich befunden worden
Mittwoch den 13. Oetober d. J. auf dem Rathhause zu Darmstadt
Großherzogliches Kreisamt Frledberg TI a p p.
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Hessen. Darmstadt. Spanien hat einen nüßerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in der Person des Don Cipriano del Mazo ny Cherardi geschickt, welcher am 5. d. dem Proßherzoge seine Creditive überreichte.
— Die Idioten⸗Anstalt ist am 7. d. eröffnet worden. Dieselbe steht unter dem Proteckorate des Prinzen und der Prinzessin Ludwig, welche veide der Eröffnung beiwohnten.
— Eine von der großh. Centralstelle für die Landesstatistik zusammengestellte Uebersicht der im Jahre 1868/69 bei der hessischen Division einge zellten Ersatzmannschaften läßt erkennen, welche Anzahl von Leuten im Besitze von Schulbildung esp. ohne solche im Großherzogthum in Dienst gestellt wurde.„Nach dem im Norddeutschen Zund bestehenden und auch für die Großherzog— lich Hessische Diviston maßgebenden Grundsatz ind diejenigen Mannschaften, welche in deutscher der in ihrer Muttersprache lesen und schreiben ibnnen, als mit Schulbildung in das Heer metend zu betrachten. Aus der erwähnten Ueber⸗ icht ist nun zu entnehmen, daß von 2600 ein- gestellten Mannschaften nur 13 oder 0,50, Proz. ihne Schulbildung waren und zwar in Starken⸗
urg von 1039 nur 4 oder 0,38, in Oberhessen on 790 nur 7 oder 0,90 und in Rheinhessen non 726 nur 2 oder 0,28 Prozent. Vergleichs- weise ist diesen Ergebnissen eine Uebersicht über ie deßfallsigen Resultate in Preußen beigefügt, woraus hervorgeht, daß in dessen älteren Landes- heilen von 73,510 eingestellten Mannschaften 164 oder 4,30 Prozent nicht lesen und schreiben onnten. Viel bessere Verhältnisse zeigen die eueren Gebietstheile, hier hatien von 15,097 üngestellten Rekruten nur 131 oder 0,86 Prozent eine Schulbildung. Für den Gesammtstaat er⸗ geben sich bei 88,607 Mannschaften 3285 oder „72 Proz., welche sich einer Schulbildung nicht Was die einzelnen Provinzen etrifft, so zeigt sich nur in Sachsen mit 0,46 Prozent ein günstigerer Zustand als im Groß- erzogthum Hessen, alle übrigen Provinzen der ilteren Landestheile bleiben hinter unserem Lande
und zum Theil sehr weit zurück. Posen hatte] hege die Zuversicht, daß auch für die Folge die
14,73 Prozeat, Preußen 12,56, Schlesien 3,40 Prozent ꝛc. der Rekruten ohne Schulbildung. Betrachtet man die neuerworbenen Landestheile, so steht die Provinz Hessen mit 0,95 Prozent am Ungünstigsten, Hannover mit 0,93 Prozent folgt unmittelbar darauf, Lauenburg hatte 0,17, Schles⸗ wig⸗Holstein aber nur 0,15 Prozent der Rekruten ohne Schulbildung.
n. Gießen. Es dürfte wohl im Interesse der Leser Ihres Blattes liegen, mit Bezug auf die Bekanntmachung des Verwaltungsraths der Oberhessischen Eisenbahngesellschaft vom 4. Sept. d. J., wonach auf den 18. October die zweite Einzahlung von 15 Proz. auf die Interimeertificate ausgeschrieben ist, darauf aufmerksam zu machen, daß Einzahlungen und Vollzahlungen sowohl bei den betreffenden Bankhäusern, als auch bei der Hauptkasse zu Gießen jetzt schon geleistet werden können, daß nach dem 19. October Vollzahlungen nicht mehr angenommen werden, für die Ein— zahlungen aber 6 Proz. pro anno Verzugszinsen und 5 Proz. Conventionalstrafe zu erlegen, und Interimscertificate, für welche die Einzahlungen vor Ablauf weiterer 2 Monate nicht geleistet sind, zu Gunsten der Gesellschaft verfallen.
Preußen. Berlin. Der Landtag wurde am 6. d. durch den König mit einer Thronrede eröffnet, welche hervorhebt, daß in Bezug auf das Defizit im Staatshaushalte die Regierung sich in die Nothwendigkeit versetzt sieht, Behufs vollstän— diger Deckung der etatsmäßigen Ausgaben einen Steuerzuschlag in Anspruch zu nehmen. Sodann wird eine Vorlage angekündigt, welche eine Ab- änderung der gesetzlichen Vorschriften über die Veranlagung der elassificirten Einkommensteuer be⸗ zweckt, ferner der Entwurf einer neuen Kreisord— nung, ein Gesetz über das Unterrichtswesen und noch andere minder wichtige Gegenstände. Schließ lich sagt die Thronrede: Die sorgsamen Bestrebungen meiner Regierung, den Frieden zu erhalten und zu befestigen, sowie die Beziehungen zu den aus- wärtigen Mächten vor jeder Trübung zu bewahren, sind mit Gottes Hülfe erfolgreich gewesen. Ich
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von mir in demselben Sinne geleitete auswärtige Politik zu demselben erfreulichen Ergebnisse führen werde: Förderung friedlicher und freundschaftlicher Beziehungen zu allen auswärtigen Staaten, Ent⸗ wicklung des Verkehrs, Wahrung des Ansehens und der Unabhängigkeit Deutschlands. Meine Herren! In jüngster Zeit war es mir vergönnt, in mehreren Provinzen meiner Monarchie Kund⸗ gebungen der Treue und des Vertrauens entgegen- zunehmen, welche mich hoch erfreut haben. In dem Geiste, aus dem dieselben hervorgegangen sind, darf ich eine neue Bürgschast für die stetig hoffnungsvolle Entwicklung des Vaterlandes finden. Diese Entwicklung in allen Richtungen nach hestem Wissen zu fördern, daxauf ist mein unablässiges Bestreben gerichtet. Das Gelingen hängt zum großen Theile von Ihrem bereitwilligen Zusammen⸗ wirken mit meiner Regierung ab und gern spreche ich die Zuversicht aus, daß es an diesem Zusam⸗ menwirken zum Segen des Landes auch in dieser Session nicht fehlen werde.
— Bei der Präsidentenwahl im Herrenhaus waren 105 Mikglieder anwesend. Graf Stolberg wurde beinahe einstimmig zum Präsidenten gewahlt; zum ersten Vicepräsidenten Fürst v. Putbus, zum zweiten Vicepräͤsidenten Graf Brühl.
— Im Abgeordnetenhause wurde Forckenbeck mit 204 von 214 Stimmen zum Präsidenten ge⸗ wählt. Derselbe hat die Wahl dankend angenom- men. Die Wahl zum ersten Vicepräsidenten fiel auf Rittergutsbesitzer v. Köller, während R. von Bennigsen zum zweiten erwählt wurde.
— Die„Prov.⸗Corr.“ schreibt: Der Besuch unseres Thronerben am kaiserlich öͤsterreichischen Hofe ist mit Recht überall als bedeutsames An- zeichen dafür aufgefaßt, welchen Werth beide Re— gierungen auf eine erneute Bethätigung freund- schaftlicher Beziehungen legen. In diesem Sinne ist der Besuch diesseits in Aussicht genommen und im gleichen Geiste vom Kaiser Franz Joseph ent- gegenkommend begrüßt.
— Der vierte Protestantentag wurde am 6. d. mit einer Predigt des Oberhospredigers Schwarz


