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der Kampf auf der ganzen Linie, auch in Algerien, zwischen Muselmaun und Christ ausbrechen.
ußland. Petersburg. Die russische Telegrapden Agentur meldet aus Corfu vom 5. Januar: Nachrichten aus Athen zufolge werden Kriegs vorbereitungen getroffen und die Armee an der Landesgränze concentrirt. Truppenaushebungen haben begonnen. Die Regierung beabsschtigt 35,000 Mann irreguläre und 15,000 Mann reguläre Truppen aufzustellen.
Aus Amerika. Die Nachricht, daß die Wahl des Generals Grant zum Präsidenten der Vereinigten Staaten eine gesicherte sei, hat in Deutschland überall freudigen Widerhall gefunden. Von dem geraden, ehrlichen Sinn und der staats— männischen Tüchtigkeit dieses berühmten Generals erwartet man für eine gesunde Entwickelung der nordamerikanischen Verhältnisse, bei denen so viele unserer deutschen Landsleute interessirt sind, alles Gute. Um so weniger schienen die deutschen Ur— sache zu haben, sich über die Wahl des Viceprä— sidenten Colfax zu freuen. Derselbe soll ein er— bitterter Feind der Deutschen, der Itländer und überhaupt aller aus. Europa Eingewanderten sein. Als solcher charakterisirt ihn auch seine Rede, die er 1855, als er eben von einer Versammlung des von ihm mitbegründeten, wegen seiner blutigen Verfolgung der Eingewanderten berüchtigten Know- Nothingordens zurückgekehrt war, in Indiana hielt. Fragliche Rede ist abgedruckt in dem deut— schen„Newporker Journal,“ und gibt uns ein in der Wolle gefärbtes Muster ächt amerikanischer Volksberedsamkeit. Ueber unsere deutschen Lands— leute läßt sie sich in folgenden wuthschnaubenden Sätzen aus:„Einige sagen, diese Ausländer seien intelligent; ja, intelligent. Wie im Namen des allmächtigen Gottes kann man so etwas sagen? Blickt auf den Deutschen, wie er seine Pfeife raucht, und wenn Ihr einen Strahl von Intelli— genz in jenem schmutzigen, blödsinnigen Gesichte sehen könnt' zeigt es mir!! Wir müssen die Landesgesetze ändern, um diese unwissenden, gesunkenen Bettler daran zu verhindern, daß sie hier Stimmen und Aemter halten Wie derum seht ihr einen schlappohrigen, großmäuligen, fischköpfigen Deutschen herankommen, direct von einer Hütte im Lande des Krautes, mit Bierschaum noch an seinem roßhaarenen Bart, und sein Athem stinkend von Knoblauch und Zwiebeln, genrg, um einen weißen Mann dreihundert Nards ab zu tödten, und ehe er sonst irgend etwas in der Welt sagen kann außer„Demokrat“, muß er stimmen, und seine Stimme zäblt so viel als Eure und meine. Das ist unerhört und abscheu— lich. Diese Ausländer, sie haben nicht mehr Recht zum Stimmen als die Thiere des Waldes und haben nicht den Verstand eines guten Neufund⸗ länder Hundes 1c.“
Newyork. In Washington will man die Mittheilung erhalten haben, die Mitglieder der berüchtigten Kuklux⸗Klan-Gesellschaft(die wildeste unter den demokratischen Parteien) habe sich ver⸗ schworen, den künftigen Präsidenten, General Grant, zu ermorden.
— Zu Ende des Jahres 1868 betrug die Staate. schuld der Vereinigten Staaten 2,652,500,000 Dollars, somit um 1,750,000 Doll. mehr ale Ende November. Im Laufe des Monats Dezember waren die Ausgaben um 1,300,000 Doll. größer als die Staatseinnahmen.
— Wahrhaft heillose Zustände herischen, wie die„Newporker Handelszeitung“ mittheilt, in Conway County in Arkansae, wo Alles drunter und brüber geht, blutige Kaͤmpfe tägliche Vor⸗ kommnisse sind und Niemand seines Lebens mehr sicher ist. Da die Berichte einigermaßen wider— sprechend lauten, hat der General Grant einen seiner Stabsoffiziere an Ort und Stelle gesandt, um sich von dem Stand der Sache zu unterrichten
und ihm Rapport darüber zu erstatten.
Friedberg. Auf Anregung des Pro- testantenvereins in Darmstadt wird auch! in hiesiger Stadt nachstehende Adresse an S. K. H. den Großherzog in Circulation gesetzt werden, in welcher um Herstellung einer den evang. Grund- sätzen entsprechenden Verfassung der evangelischen Kirche in Hessen gebeten wird. Wir bringen dicse Adresse ihrem Wortlaute nach zum Abdruck, um die wünschenswerthe rasche Circulation derselben zu fördern, in der Hoffnung, daß sie recht zahl- reiche Unterschriften finden wird. Die Adresse lautet:
Aller durchlauchtigster G.eoßberzog! Allergnädigster Fürst und Herr!
Durch Eoitt vom 25. März 1848 haben Ew. K. H. den von der ganzen evangelischen Bevölkerung des Landes mit hoher Freude und Dankbarkeit begrüßten Enischluß kundgegeben, eine weitere zeitgemäße Entwickelung der inneren Verfassung der evangelischen Kirche des Groß— herzogthums in der Art anzubahnen, daß namentlich den Gliedern des nichtgeistlichen Standes die ihnen gebührende Mitwirkung nicht länger vorenthalten bleibe. Schon durch weitere Allexhöchste Verkundigung vom 16. August 1848 geruhien Ew. K. H. die Commission zur Ausarbeitung eines Verfassunge-Entwurfs zusammenzusetzen, welcher so⸗ soct veröffennicht und dann einer aus Gliedern des welt— lichen und geistlichen Standes durch frete Wahl zu bilden⸗ den Synode zur Berathung vorgelegt werden sollte. Die Commission, zusammengesetzt aus Männern, welche in gleichem Maße das Vertrauen Ew. K. H. und der evan⸗ gelischen Bevölkerung des Landes besassen und zum Töeil dermalen noch im Dienst des Staates oder der Kirche häng sind, hal auch mit großem Eifer und Fleiß ihre Thälngkeit für endliche Befriedigung eines damals schon dringend hervorgetretenen Bedürfnisses der evangelischen Kirche begonnen und in kurzer Zeil zu Ende geführt, so daß schon in demselden Jayre der Versassungs⸗Eulwurf in seinen wesentlichen Thelen vollendet, dem Ministerium Ew. K. H. vorgelegt werden konntie. Von oa an ist jedoch die Anbahnung und Ausführung des Verfassungs⸗ werks in's Stocken gerathen und namentlich in bis jetzt die zur Berathung desselben in Aussicht gestellte Synode noch nicht zusemmenberufen worden.— Die Verhältnesse der evangelischen Kirche, aus deren weiser Berücksich igung die durch das Allerhöchste Edikt vom 25. März 1848 aus- gesprochene Enischließung Ew. K. H. hervorgegangen war, haben sich inzwischen nicht in einer Weise verändert, dat das Bedürfniß nach einer durchgreifenden Umgestaltung der Versassung der evangelischen Kirche weggefallen oder weniger dringend nothwendig geworden ware, vielmehr treten die Nachtheile der gegenwärtigen Consistorial-Ber⸗ jassung und des mit den evangelischen Principien nich! verträglichen gänzlichen Ausschlusses des Laienstandes von unmittelbarer Mawirkung del den wichlgsten kirchlichen Angelegenheiten namentlich in neuester Zeit in so erschrecken⸗ der Weise hervor, daß die schwersten Gefahren für die ge⸗ deihliche Forteniwickelung der evangelischen Kirche und ihren so wichtigen Einfluß auf die Culiur⸗Entwickelung unseres Volkes nicht mehr zu verkennen sind. Wie das Inieresse an dem Gedeihen einer jeden Gemeinschaft schwinden muß, deren Mitglieder nur Verdindlichkeiten tragen, aber bei der Regelung der Ledensfragen der Ge⸗ meinschaft nicht milreden dürfen, so tritt vollständige Gleichgültigken gegen die Religion und Kirche auf Seiten des Launstandes läglich mehr an die Stelle der warmen Theilnahme und Muwirkung aller Glieder, welcht ja gerade das Wesen des Prolestantismus bildet und denselben allein in voller Lebenskraft und Wirksamkeit erhalten kann.— Mögen auch die kirchlichen Behörden ven noch so wohl⸗ meinenden Absichten deseelt sein, so vestehen doch keine aus den Gliedern der Kirche herausgedildeten Organe, durch welche sie von den Gefüdlen, Wünschen und Bedütf⸗ nissen der evangelischen Bevölkerung eine genügende un⸗ mittelbare Kenntniß bekommen. Wo fteter wechselseitiger Verkehr zwischen den Gliedern der Kirche und deren Organe Vertrauen und gezenseitig förderndes Einvernehmen er⸗ zeugen sollie, besteht Eniftemdung, Mißirauen und Kälte, welche den Organismus lähmen und die Frucht eines gefunden Ledens unmöglich machen müssen.
Bei einer solchen Lage der evangelischen Kirche, welcht auch bereits in andern deuischen Staaten von Segen de⸗ gleiteie Umgestallungen der Consistorial-⸗Verfassungen in Presbyterial⸗ und Synodal⸗Verfassungen hervorgerufen hat, richtet jedes mit redlicher Sorge um deren Wohl er⸗ füllie Mitglied derselben seine Augen vertrauensvoll zu dem Throne Ew. K. H., von wo der evangelischen Kirche unseres Landes in der Allerdöchsten Verheißung vom 25. März 1848 ein heiliges Pfand des ächt evangelischen Sinnes gegeben worden ist, welches von einem unvergeß⸗ lichen Ahn von Geschlecht zu Geschlecht im hessischen Fürstenhaus forterbt und in einer wahrhaft evangelischen Verfassung der Kirche nur ein noch festeres Band zwischen dem obersten Bischof der Kirche und deren Gliedern knüpfen wird. Wir richten an Ew. Königliche Hoheit die aller— unterthänigste Bitte:
Ew. K. H. wolle die auf Grund Allerhöchst Ihres Edicts vom 25. März 1848 begonnenen Vorbereitungen einer zeitgemäßen Verkassung der evangellschen Kirche unseces Landes nunmehr Allergnädigst fortsetzen und abschließen
lassen, und wegen Zusammenberufung einer aus freie Wahl hervorgegangenen und gleichmäßig aus weltlichen und geistlichen Ni'gliedern zusammengesetzten Synobe zum Zweck der Berathung und Feststellung der Ver⸗ sassulg die erforderlichen Maßnahmen Allergnädigst anordnen. In nefster Ehrerbietung verharren wir Ew. Königlichen Hoheit allerunterthänigste (Unterschriften.)
Frankfurt. Der Verloosungs- und Actien-Kalender für 1869. herausgegeben von der Redaction des„Actionär,“ ist in der Jäger'schen Buchhandlung dahier erschienen und kann duich die Buchhandlungen bezogen werden. Er ent⸗ hält eine detaillirte Uebersicht über die Termine und die Ergebnisse der Ziehungen, sowie eine sehr ausführliche Statistit der Moviliarwertbe.
Frankfurt. um verflossenen Donnerstag, Morgens um 5½ Uhr, wurde in der Näve Bornheims ein Eisen⸗ bahnbeamter von einem Kerl und einem Frauenzimmer angepackt. Durch die Hülfe eines Grenzwächters gelang es, wenigstens das Frauenzimmer zu verhaften. In ähnlicher Weise, wie dieser Eisenbahnbeamte, wurden fast an derselben Stelle und um dieselbe Zeit zwei Briesträger von einem Burschen mit blankem Messer attaquint, Letzterer leider jedoch nicht verhaftet, aber erheblich durch gebläut.
Frankfurt. Wie aller Orten befinden sich auch die Bierbrauer unscrer Stadt in einer fatalen Lage. Der semmerliche Winter genattet denselben nur sog. Zapfbier zu brauen, an das Einsieden des Lagerbiers ist gar nicht zu denken. Die größeren Brauereibesitz r haben sich daher veranlaßt geseben, sich um Eis nach der Schweiz zu wenden.
Theater in Friedberg. (Ein gesan dt.)
Montag den 11. b. findet, wie wir aus sicherer Quelle entnehmen— die letzte Vorstellung, und zwar zum Vor⸗ theile des Herrn und der Frau Richter, start. Wir dürfen nicht unterlassen unser theatertiebendes Publikum auf diese Vorstellung besonders aufmerksam zu machen, als Herr Richter einer unserer beliebtesten Darsteller in dieser Saison war und auch Frau Richter sich als Musik⸗ lünstlerin besonders ausgezeichnet. Zu ihrem Benesize wählten dieselben die überall so gern gesehene, auf die Lachmuskeln der Zuschauer so gewaltig wirkende, Zwerg⸗ fell erschülternde Posse: Lumpact-Vagabundus.— Wir wünschen dem bescheidenen, anspruchslosen Künstlerpaare von Herzen ein recht volles Haus und sind überzeugt, baß diese, in diesjähriger Saison letzte Vorstellung unser Publikum in noch nie gesehener Menge in's Theater führen und somit ein der Kasse günstiges Resultat er⸗ zielt wird.
Berlin. Der„Bazar, die bekannte Berliner Illustrirte Damen Zeuung, hat in diesem Winter seinen XV. Jahrgang beschlossen. Derselbe liegt als umfang⸗ und inbaltncicher Band vor uns und zeigt die Vorzüge, welche den„Bazar“ zum ersten Modeblatt der Welt erhoben, deutlicher denn je. Die Trefflichkeit der vielen Tausende von Abbildungen aus sämmtlichen Gebieten der weiblichen Toilette und Handarbeit, die Faßlichkeit der Veschreibungen, die Rücksicht auf das wabrbaft Nütz⸗ liche, sowie die ebensoviel Geschmack als Tüchrigkeit offen⸗ darende Vermeidung alles Excentrischen machen einen um so wohlihuenderen Eindruck, wenn man sich der Französischen Modezeitungen erinnert, welche vor dem Eischeinen des„Bazar“ auf diesem Gebiete den Ton an⸗ gaben, jetzt freilich durch das deutsche, in seiner Art ein⸗ zige Unternehmen völlig überflügelt und geschlagen sind. Auch der belletristische Theil des„Bazar“ dietet eine Fülle des Schönen und Nützlichen, zählt die füchtigsten Kräfte und klangvollsten Namen zu seinen Mitarbeitern. Kurz, der ungeheuere Erfolg des„Bazar“ ist ein wohl⸗ verdienter, und sein Einfluß auf die Frauenwelt ebenso unbestreitbar, als wünschenswerth.
Theater in Friedberg
im Saale zu den drei Schwertern.
Sonntag den 10. Januar. Vorletzte Vorstellung. Auf Verlangen:
Der Goldonkel,
oder:
Einer aus Californien. posse mit Gesang und Tanz in 3 Aklen und 7 Stldern von Pohl und Kalisch. Mufik von Conrad.
Montag den 11. Januar. Zum Benesiz für Herrn und Frau Richter.
Abonnement suspendu.
Der böst Geist Fumpaci-Vagabundus, oder: Das liederliche Kleeblatt. posse mit Gesang in 3 Adihellungen und 1 Vorsplel von Nestrop. Musik von Kreuzer. Kern, Tdeater- Director.
r Bestellungen auf den„Oberhessischen Anzeiger“ für 1869 beliebe
man baldigst zu machen, damit in der
Zufendung des Blattes keine Unterbrechung eintritt und vollzählige Ezemplare geliefert werden können. Nach Aufhebung unseres Vertrags mit der Post kann der Anzeiger nach auswärts auch durch Privatboten bezogen werden.
Die Expedition.


