Betreffend: Ja Untersuchungssachen gegen Kaspar Bachmann von Nieder⸗Bessingen wegen Diebstahls.
an die Großherzogliche Polizeiverwaltung
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg Nauheim, den Großberzoglichen Polizei-Commissär in
Bürgermeistereien des Kreises.
Friedberg den 5. Januar 1869.
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Der Rubrikot wurde Mitte Oktober v. J. im Besitz einer Geldsumme von über 50 fl. betroffen, über deren rechtlichen Erwerb e
sich nicht auszuweisen vermochte.
Wir geben Ihnen daher hiermit auf in Ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen, daß, wer auf die gedachte Geldsumme Anspruch erheben und solchen beweisen konne, sich bei Großherzoglichem Landgerichte Lich, bei welchem die rubricirte Untersuchung dermalen anhängig
ist, zu melden habe
Trapp.
Hessen. Darmstadt. Gegen die Leitung der Renten- und Lebens ⸗Versicherungs⸗Anstalt zu Darmstadt sind in jüngster Zeit sehr schwere Be⸗ schuldigungen wegen vorgekommener Unterschlagun— gen und Ungehörigkeiten in der Verwaltung der selben erhoben worden, welche sich besonders gegen den derzeitigen Direktor derselben, Obersteuerrath Hügel dahier, richten. Dieser erläßt nun in der „Darmst. Ztg.“ eine längere Erklärung, worin er an den Gerechtigkeitssinn des Publikums ap- pellirt und dasselbe bittet, sein Urtheil zurückhalten zu wollen, bis das Material beiderseits abgeschlossen vorliege und Bericht erstattet sei. Er schließt seine Erklärung mit der Bemerkung, daß durch die bisherige Verwaltung die Rentenanstalt wissent— lich um keinen Kreuzer beeinträchtigt worden und der Stand der Geschäfte, wie der letzte Rechen⸗ schaftsbericht nachweise, ein vollkommen zufrieden⸗ stellender sei.— Man ist begreiflicherweise unter diesen Unständen sehr gespannt, wie sich die Direktion gegen die erhobenen Beschuldigungen rechtfertigen wird.
Preußen. Berlin. Die„Volkszeitung“ schreibt:„Soll das neue Jahr ein Jahr des wahren Friedens sein, dem man Vertrauen schenken darf, so müssen sich die Volksvertretungen der ge⸗ bildeten Staaten Europa's zu einem gemeinsamen Schritte auf der Bahn des Friedens verständigen, dessen Merkmal nicht die Rüstungen, sondern die Abrüstungen sein müssen. Sind die Friedens- Versicherungen der Cabinette mehr als barer Schein, so werden sie freudig dem Zuge der Völker folgen und gar leicht die Verständigung bewerkstelligen, welche ungefährdet zur Entlastung der Völker schreiten kann. Bannen wir nur selber unter uns den wahnwitzigen Patriotismus, der den Frieden durch die verstärkten Kriegsrüstungen garantiren will, so werden wir bald nicht mehr über den gleichen Wahn anderer Völker zu klagen haben, den wir mit dem Namen„Chauvinismus“ bezeichnen. Sind die Völker und ihre Bertre⸗ tungen sich nur ihrer wahren Aufgabe bewußt, so werden ihre Forderungen auch in den Cabinetten erfüllt werden müssen und das Jahr 1869 wird ein Jahr einer wahren Friedensepoche werden.“
— Die„Prov.-Corresp.“ theilt mit, daß die Conserenz am 9. d. ihren Anfang nehmen werde. Die preußische Regierung hat dem Grafen Solms eine besondeie Vollmacht für die Conferenzverhand⸗ lungen ertheilt.
— Der„Börsencourier“ meldet aus zuver⸗ lässiger Quelle: Die Pforte habe auf Andringen der Mächte eingewilligt, den fünften Punkt des Ultimatums, betreffend das Versprechen Griechen lands, dem Völkerrechte und den bestehenden Ver⸗ trägen gemäß zu handeln, fallen zu lassen.
Kassel. Eine Versammlung des deutschen Vollsvereins für Kurhessen ward bei Eröffnung sofort polizeilich aufgelöst, als der Vorsitzende er ⸗ klärte, die Versammlung gelte der Erinnerung der 1831er Verfassung.
Marburg. Die Bestürzung, welche die be⸗ sprochene Verlegung der hiesigen Universität nach Frankfurt dahier hervorgerufen, hat an zustehender Stelle in Berlin Theilnahme gefunden, und sollen die Marburger in kurzer Zeit völlig darüber be⸗ ruhigt werden, daß das bestehende Verhältniß unberührt erhalten bleiben, ja sogar fur die Hebung und Förderung der Universität in gewünsch⸗ ter Weisc eingeschritten werden soll.
Wiesbaden. Nach der„Mittelrh. Ztg.“ werden die über die Verwaltung des Curfonds schwebenden Verhandlungen in den nächsten Tagen ihren endgültigen Abschluß finden. Die betreffen ⸗ den Gelder, welche noch an hiesiger Landesbank
deponirt sind, werden darnach in hiesiger Stadt verbleiben und hier ihre Verwaltung finden.
Hamburg. Der wegen seines Cholera— Schiffes Leibnitz vielgenannte Auswanderunge— agent Sloman gibt, wie berichtet wird, sein Geschäft auf und wird dieser auffällige Beschluß in Verbindung gebracht mit der Verhaftung eines andern Rheders, Namens Heydorn, und des Ca— pitäns von dem Hepdorn gehörigen Auswanderer— schiff„Zanzibar“, das einen Criminalprozeß wegen schlechten Proviantes hervorgerufen hat.
Oesterreich. Wien. Die neue gemein— same Handelsflagge für Oesterreich-Ungarn, welche vom 1. Januar 1870 an in Gebrauch kommen wird, bildet ein längliches Rechteck und wird aus drei gleich breiten horizontalen Streifen bestehen, der mittlere weiß, der obere roth, der untere roth und grün getheilt, im Mittelstreifen mit zwei gelb eingefaßsien Wappenschildern; der zur Flaggen- stange gekehrte Schild roth mit einem weißen Querbalken und von einer offenen Bügelkrone überragt; der auswärtige Schild, unter der ungarischen Stephanskrone, rechts vier weiße Balken im rothen Feld, ein aus einem gekrönten grünen Dreiberge hervorgehendes weißes Pa— triarchenkreuz zeigend.
— Den Ungarn hat der„Magyar Ujsag“, das Organ der äußersten Linken, als Neujahrs- gabe aus der Ferne einen Brief Ludwig Kossath's gebracht. Der ehemalige Dictator bemerkt, daß er nicht zurückkehren werde,„weil er das Ungarn, das seine staatliche Existenz aufgeopfert hat, nicht sehen will, und weil jeder Schlag seines Herzens vor dem Gedanken schaudert, ein ungarisch öster— reichischer Staatsbürger zu werden.“ Im Uebrigen hofft Kossuth auf eine„Windsbraut“(wohl die orientalische Krise), die ihn an den heimathlichen Strand zurückführen soll.
Frankreich. Paris. Man telegraphirt aus Madrid: Die amtliche Zeitung meldet, daß in Malaga die vollkommenste Ruhe herrsche. Die Stadt hat ihre gewöhnliche Physiognomie ange. nommen. Die Militärcommissionen sind in voller Thätigkeit. Man hat einen Theil der Gefangenen, deren Zahl bedeutend ist, eingeschifft, um sie leichter zu bewachen und um jedem Conflikt vorzubeugen.
Schweden. Eine bemerkenswerthe Volks- versammlung zu Nevika hat die Einreichung einer Petition an den König beschlossen und beantragt: 1) vollkommene Religionsfreiheit und gleiches Stimmrecht zu allen öffentlichen Wahlen; 2) Ein- ziehung der ganzen eingetheilten Armee und Ein- führung der allgemeinen Wehrpflicht; 3) Verkauf des sämmtlichen der Krone gehörigen Bauernguts und Verwendung des auf diese Weise erzielten Geldee zur Tilgung der Staatsschuld; 4) gleich- mäßige Besteuerung aller Ländereien; 5) Ein- schränkung der Verwaltungsämter; 6) Verbesserung des Volksschuluntersichts, namentlich Errichtung einer Volksschule in jedem Kirchspiele.
Spanien. Madrid. In einem auf Ver⸗ anlassung der jüngsten Agitationen erlassenen Cir- culär Sagasta's sagt derselbe, die Regitrung werde mit fester Hand die Ordnung aufrecht er⸗ halten, bis die Cortes zusammengetreten seien, deren Entscheidung ehrfurchtsvoll erwartet werde. — Zu Sevilla und Kery haben republikanische Kundgebungen stattgefunden, die Bevölkerung blieb ruhig, die Ordnung wurde nicht gestört.
— Castelar macht fortwährend eifrige Rund reisen, und seine in der That hinreißende Bered— samkeit gewinnt ihm alle Herzen; er repräsentirt in der republikanischen Propaganda eigen der
wesentlichsten Factoren. Prem bearbeitet im Stillen die Armee, um ihrer im geeigneten Augenblicke
sicher zu sein. Wenn man zu allen dem die immer steigende Thätigkeit der bourbonischen Doppel- Reaction in Erwägung zieht, so kommt man zu dem Resultate, daß die Zukunft Spaniens so schwarz und trostlos vor unsern Blicken liegt, wie irgend möglich.
— In Fexes wurde eine(ommunistische Ver- schwörung entdeckt. In Navarra sind carlistische Agitationen im Gange. Die ministerielle Zeitung „Iberia“ spricht sich gegen die Throncandidatur Montpensier's aus.
— Man schreibt der„Corresp. Havas“ aus
Madrid vom 2. Jan.:„Der General Cialdini ist noch hier. Obgleich man nichts Positives über die Mission weiß, die ihm übertragen sein soll, so ist doch kaum mehr daran zu zweifeln, daß er
seine hat und daß sie mit dem zukünftigen Can⸗
didaten für den spanischen Thron im Zusammen⸗ hang steht.“
— In einem an die Gouverneure der Pro⸗ vinzen adressirten Circular schreiht Herr Sagasta den Umtrieben der Reaction die Aufstände von
Puerto St. Maria, Cadix und Malaga zu. Das
Circular spricht auch von Verschwörungen, die zu Pampeluna, Burgos und Bartelona entdeckt wor⸗ den wären und in denen die Betheiligung der Chefs der Familie Bourbon klar zu Tage träte. Herr Sagasta leugnet die Absicht der Regierung, einen Staatsstreich auszuführen oder die Bürger ⸗ miliz zu entwaffnen. 5 Portugal. Das„Jornal do Commereio vom 31. Dec. schreibt:„Wir erfahren, daß die Niederlage von Zambesia uns 12 Kanonen, 70,000 Flintenkugelpatronen, 200 Fässer Pulver und die Fahne des ersten Infanterieregiments ge⸗ kostet hat; 15 Offiziere blieben todt auf dem Platze, darunter Herr Valdez. Man zweifelt an Tode des Major Portugal und glaubt, daß er vom König Bonga gefangen zurückgehalten wird. Italien. König Victor Emanuel sprach sich kurzlich dem Magistrat seiner ehemaligen Hauptstadt Turin gegenüber dahin aus, daß die Prüfungen für Italien noch nicht zu Ende wären, daß es noch schwierige Zeiten durchzumachen hätte, aus denselben aber stark und überdies ganz voll⸗ ständig hervorgehen würde. In den Jahren 1858 und 1866 hielt der König ähnliche Reden, denen man damals keine große Bedeutung beilegte. Er sagte gleichwohl die Wahrheit. Ist das auch diesmal der Fall? 5 Griechenland. Daß die Volksstimmung in Griechenland ganz andere Ziele verfolgte, als sie von der Conferenz der Mächte werden vor⸗ gezeichaet oder gutgeheißen werden, zeigte auf's neue eine Proklamation, die von dem hellenischen Centralcomite dieser Tage erlassen worden ist. Es wird darin der heilige Krieg gepredigt gegen die Ungläubigen und der demnächstige Untergang der Türkenherrschaft verkündet.„Unser heiliges Banner wird von neuem auf der entweihten Sephienkuppel strahlen. Nachkommen der Sieger don Marathon und Thermopylae, verzaget d'rum nicht!“— Dem gegenüber steht ein Manifest der jungtürkischen Partei. Es ignorirt das Zusam⸗ mertreten der Conferenz nicht, nimmt vielmehr dieselbe zum Ausgangspunkt seiner Berachtungen. indem es meint, daß, falls eine Schlichtung des Streites nicht durch sie herbeigeführt werden könnte, nur zwei Fälle denkbar wären: ein allgemeiner Kreuzjug gegen die Türken, oder vollständige Neutralität aller christlichen Mächte, um bei dem türkisch-griechischen Kampf ruhige Zuschauer zu se a. Für den ersten Fall hätten die Jungtünken schon durch Ankauf von 25,000 Gewehren sich zu rüsten begonnen; auch würde dann, drohen sie,
Wickstadt und die Großherzoglichen
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