Ausgabe 
6.2.1869
 
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Die Repräsentantenkammer von Wasphington hat einen Beschluß, der darauf hinging, Haiti und San Domingo zu annectiren, mit 110 Stimmen gegen 62 verworfen. f Washington. Mit 147 gegen 42 Stimmen nahm das Repräsentantenhaus ein Amendement zur Constitution an, welches bestimmt, daß ferner⸗ hin jedwede Beeinträchtigung der Wahlberechtigung

durch Racen- oder Farbenunterschiede aufhören müsse.

Nauheim. Oer Vorstand des am 25. Februar v. J. dahier gegründeten Kurvereins hat es für seine Pflicht gebalten, sowohl einen Mitgliedern als auch den Bewohnern unserer Stadt gegenüber eine Ucbersicht seiner Tyäligkein während des B.stehens des Vereins zu geben, theils um die Bestrebungen des Vereins und seine Zwecke zur allgemeinen Kenniniß zu bringen, thei's um dazu beizutragen, daß sich die Einwohnerschaft Nauheims den Wünschen und Absichten des eest ins Leben getreienen Vereins mehr und mehr anschließe. Der Verein, welcher sich die Aufgabe gestellt den unsere Stadt besuchenden Fremden den Aufenthalt so angenehm als möglich zu machen, den Fremdenverkehr soviel als thunlich zu steigern, sowie überhaupt unsern Kurort nach und nach auf die⸗ jenige Stufe zu erheben, die zu erreichen im allgemeinen Juteresse unserer Stadt liegt, besteht noch zu kurze Zeit um außerordentliche Erfolge von seiner Thätigkeit erwarten zu dürfen, wenn man erwägt, daß wie alles Neue, o auch dieser Verein von Anfang an ma mancherlei Schwicrig keiten zu kämpfen hat, welche durch ein längeres Bestehen gehoben werden. Dennoch aber beweist der Vorstand des Vereins durch seinen Jahresbericht eine sehr erfreul'che, dankenswerthe Thäugleit nach den verschiedensten Seiten hin, welche die wärmste Anerkennung verdtent. Sein erstes Wenk ist die kleine Anlage links am Ein gange von der Parksiraße nach dem Kurhause, ihr folgte die Au⸗ pflanzung von Gesträuch um die Kohl nschuppen und Kohlen Formplätze der Saline, Verschötterungen an dem alten Spielsazle und d ssen Umgebung wurden ausgeführt, die Beleuchtung der Allee nach dem Bayhnhofe mitielst Gas wurde angeregt, bid jetzt leider ohne den erwünschten

mäßige Anordnungen in Bezug auf den Verkehr in den Straßen der Stadt wurden durch Enigegenkommen der Behörde und der Hauseigenthümer ermöglicht und so be⸗ gründeten Wünschen des Badepublikums eutsprochen. Die Anschaffung einer weiteren Anzahl von Bänken und deren Aufstellung an geeignet scheinenden Plätzen zum Gebrauch für Kurgäste würde beschlossen und auch die Erweiterung der Spaziergänge an den Gradirbäuen und die Ver⸗ mehrung der dort befindlichen Sitzplätze bei der Vade direktion nachgesucht und von dieser bereuwilligst zugesagt. Auch wegen Beseitigung des Schießstandes neben dem Fußwege zwischen bier und Friedberg wurden Schritte getban, allein leider ohne Erfolg und es scheint keine Aussicht vorhanden zu sein, diesen bedeutenden Mißstand zu beseltigen, welcher übrigens mehr zum Schaden von Friedberg als von Nauheim bestehen dürfte, da die Fremden Gefahr drohende Wege meiden werden. Dem Wunsche dee Vorstandes, die auch während der vier Wintermonate gehalten werdenden Zeitungen den hier wohnenden Fremden während einiger Stunden des Tages in dem Lesecabinet des Kur hauses zugänglich zu halten, wurde von Seiten der Spiel⸗ bank-Administration dercitwilligst willsahrt. Die nach gesuchte Errichtung einer Bundes-Telegraphen- Station zu Nauheim steht bis zum Beginn der Saison 1869 in Aussicht. Diese kurzen Bemerkungen über die Wirk samfeit unseres Kurvereins genügen, um zu zeigen, wie derselbe eifrigst bemüht war, für das Emporblühen Nau⸗ heims ihälig zu sein und wie der Verein ein wirkliches Bedürsniß für unsere localen Verhältnisse ist. Zur mög⸗ lichst erfolgreichen Wirksamkeit bedarf aber der Kur verein der Unterstützung aller Einwohner Nauheims, denen eine eifrige Betheiligung in ihrem eigenen Interessen auch hier warc ans Herz gelegt sein möge. Der Verein zählt gegenwärtig 147 ordentliche Mitglieder und 2 Ehren miiglie der.

Frankfurt. Der landwirthschaftliche Monats Club war äußerst zahlreich besucht. Des Vormittags wurden unter den Mitgliedern erhebliche Geschäfte abgeschlossen, während man sich des Nachmittags zur Besprechung laud wiritschaftlicher Fragen versammelie. In der am Abend folgenden Versammlung von Brennereibesitzern aus der Provinz Hessen⸗Nassau, Frankjurt und Hessen Darmstadt wurde eine Commisstion zum Entwurf einer Eingabe an den Bundesraih und Reichstag in Betreff der Einführung

üssen,

besilimmte, daß mehrere Mitglieder der Commissioen nach Berlin gehen sollen, um auf dem Congreß der norodeuischen Laudwirthe die Interessen der hiesigen Versammlurg zu vertreten. Die Kosten sellen burch Heranziehung der lanb⸗ wirthschaftlichen Vereine in der Provinz Hessen-Nassau, Gloßberzogthum Hessen und der Süddeutschen Ackerbau⸗ gesellschaft gedeck werden Schließlich sollen die Delegirten in Berlin den Antrag stellen, daß der Congreß nicht immer in Berlin, sondern auch in dem südwestlichen Noro⸗ deuischland tagen möge.

Dar mstadt. DieHess. Volksbl. befinden sich in der Lage, auf das Bestimmieste versichern zu können, daß an dem ganzen Gerüchie, welches in diesen Tagen mit so auffälligec Bestimmtheit und Umständlichteit dabier die Runde machte: es sei nämlich in der kath. Kirche eine Dame erhängt gefunden worden ꝛc., kein wahres Wort sei. Alles ist erlogen und Dichtung und nichts Wahres und Muysteriöses bleibt sonach von dieser Fama übrig, als die Vosheit und Dummheit ihrer Erfindung. Die Polizei ist bemüht, den Verläumdern auf die Spur zu kommen.

Darmstadt. Die Freilassung des Krautbauers Keller aus Büuelvorn soll demnächst zu erwarten sein, da die erhobenen Verdachts gründe nicht genügen, ihn vor ein Strafgericht zu verweisen.

Aus Herrieden, 1. Febr., schreibt man der Fränk. Zig.: Wie bei den atmosphärischen Verbäl:nissen Europa's zu erwarten war, ist der warme Anipassit nicht rasch unter Stürmen und Wintergewittern mu Rezen⸗ sondern allmäblich bei ruhigem Luftmeer von Nordwest nach dem Cenirum und Süden vorgerückt Während die mildere Temperatur bei uns schon am N. d. M. eintrat, hat sie Rom erst am 29. erreicht. In Rußland dauert das kalte Wetter noch fort. Inbessen ist das Lufimeer in den letzten Tagen bedeutend unruhiger geworden. In Nordamerika wächst die Kälte, seit sie bei uns nachläßt.

Leipzig. Die Bedeutung von Deuischlands literarischet Produktion zeigt die Liste der auf dem Leipziger Bücher⸗ marki im Jahre 1868 eingetroffenen literarischen Erzeug⸗ nissen aller Art, welche die J. C. Hinrichs'sche Buchhandlung im Auftrage des Börsenvereins deulscher Buchhändler führt. Diese Liste weist die erhebliche Ziffer von 12,936 literarischen Erzeugnissen auf.

Berlin. Hiesige Blätter melden nachstehenden Kinder⸗ raub: Die 9 Jahre alte Tochter des Genremalers Sonnen⸗

der Fabrikatdeuer niedergesetzt und bezüglich ibrer Thätig⸗

Erfolg, was den Kurverein veranlaßte, vorläufig 4 Laternen a i g keit in geeigneter Weise instruirt. Ein weiterer Beschluß

auf eigene Kosten dort zu unterhalten. Mancherlei zweck⸗

Reichstagswahl.

And die da treultt.

schein ging Mocgens 9 Uhr im Geleite einer Magd zur Louisenschule in der Oranienburger Straße. In der Artilleriestraße, also fast am Ziele und inmitten der Stadt, wurde das Kind plötzlich von einem Manne ergriffen und geweltsam in einen Wagen(Droschke?) gesetzt, in welchem ein Frauenzimmer befindlich war. Dann springt der Mann auf den Kuischenbeck und fährt auf und davon, ehe

N ens Athen t Kuischtiduiz 1 Denissen

8 5. 4 8 5 N LA 5 das erschrockene Dienstmädchen Hülfe gefunden bat. Diese um in 376 Die Nummer 14 des Oberhessischen Anzeigers bringt ein Inserat des Herrn Hofge- sast unglaublich klingende Geschichte ist durch eine Be⸗

tit Ryu ir den Fal wech, dai Nottdenin

richtsadvokaten Baist in Gießen, welches sich auch mit meiner Person befaßt.

Nachtem Herr Baist mit großer Bescheidenheit von sich gesagt, es sei nur seiner Juter vention gelungen, die in der Versammlung in Allenstadt gestoͤrte Ruhe wieder herzustellen (bei einer anderen Gelegenheit spricht Herr Baist sogar davon, er habe die Führer der Gegner

kanntmachung an den Anschlagssäulen bestätigt worden. Berlin. Zur Zastrow'schen Affaire meldet die Voss. Zeuung:Am 28. d. bat die Rathskammer den Beschtuß gefaßt, die Voruntersuchung gegen v. Zasiraw zu eröffnen. Durch die Recherchen, welche bisher angestellt

Jentcnegto n vor Thätlichlelten bewahrt) springt er offenbar in der löblichen Absicht, auch hier der Oeffent⸗ worden sind, ist überhaupt so viel Material für die An⸗ nach schein nchkeit nur Wahrheiten zu referiren, auf die Versammlung in Nauheim über und in dieser klage gewonnen worden, daß die Erhebung derselben außer Fenk ills det soll ich nach Herrn Baist gewordnen glaubwürdigen Mittheilungen Herr Baist selbst ruhte N 4* r t Nach riche au die sem Tage auf seinen in Altenstadt errungenen Lorbeeren aus und war in Nauheim, Sab dde abe: Shrußinben Einzelheiten 1802 I übiigen nicht erschtenen bezüglich des Herrn Hofgerichtsrath Buff verschiedene in dem bier fraglichen mit dem damals 10 Jahre alten Sohne eines Zimmer- Siellung d Juserate wörtlich allegirte Aeußerungen gethan haben. Ich erkläre es hiermit für eine Un⸗ manns G. in der Hasenbaide. Dem jungen Mann soll u der Ces wahrheit, das gesagt zu haben, was mir Herr Bau auf Mitebeilung Dritter bin in den v Zastrow vorgestellt werden, er erinnert sich seines

Peinigers noch sehr lebhaft. Der Knabe befand sich zwei Jahre in ärztlicher Behandlung. Die Sache war damals zur Kennimiß der Criminalpolizei gelangt, der Thater aber nicht enideckt worden.

Mund legt, ich dabe in der Versammlung in Nau beim lediglich bemerkt, daß Herr Hofgerichts⸗ rath Buff, wie seine Freunde selbst erklärten, seither dem politischen Leben ferne gestanden, während Herr Dr. Oppenheim seit 20 Jahren an den politischen Kämpfen unseres Vater⸗

n sich; folgt Hands, so

eines Abgeordaeten zu berücksichtigen sei, betonte, und zwar dies letztere lediglich deßhalb, die Aermsie nich mehrtägigen entsetz lichen Leiden der un⸗

1 landes regen Antheil genommen, daß letzterem eine ausgezeichnete parlamentarische Bered⸗ e 8 de r N 5 5 5* 7 7 7 cuße 0 L 8 Gärung v samfeit zur Seite stehe, Herr Hofgerichtsrath Buff dagegen noch den Beweis seiner parla⸗ Niederung vorgekommenen böchst krautigen Fall, welcher Numdnin mentarischen Redebefähigung zu geben habe. Dies waren die Gegensätze, von welchen aus alle Pierdebesißer zur äußersten Vorsscht mahnen sollte. Tünla ich damals die Candidaturen der beiden Herren beleuchtete, und ist es mir hierbei nicht in Ein votziges Pferd vor dem Wagen, suhr eine Dame abel, den Sinn gekommen, Herru Hofgerichtsraih Buff als eine politische Nulle zu bezeichnen, wie d a h e en Mag e an 5 5 1 i 0 Ahrte ei* don der 9 N tn. W ich auch ausdrücklich nur die geschulte parlamentarische Redefertigkeit, welche bei der Wahl'das eine Auge ber Dame uns inftelete dieselde, so daß

neren weil ein Vorredner bei Empfehlung der Candidatrur des Herrn Hofgerichtsrath Buff bemerkt heilbaren Vergiftung erlag. algctehe hatte, es sei bei einer parlamentarischen Versammlung gar nicht erforderlich, daß jeder Mit- London. nur Jwaßt über das Auffinden von 6 1 glied derselben öffentlich sprechen könne. Es ist mu um so unbegreiflicher, wie man mir 3 e We a 1 Win die hier in Rede sichenden Worte imputiren mogte, als ich in Nauheim in Berichtigung einer lich beglaubigte Beschreibung von 17 größeren Diamanten. 1 auch de damals ausgesprochenen irrigen Auffassung des von mir Gesagten, sofort in bestimm Einer von 21⅝ Karat wurde vom Gouverneur für 500 L. als daß tester Weise wiederholte, was ich geäußert, und daß ich mich gegen ein angekauft, ein anderer von 8/16 Karat Gewicht erzielte 0 dicht e jedes andere Verstanduiß meiner Worte entschieden verwahrte. erk v. 1 Teal Was ich bis jetzt in der Wahlangelegenheit gethau, es geschah, ich kann es mit gutem Zur Wablbewegung in Ungarn bringt Tolar dt Gewissen sagen, weil mich meine innerste Ueberzeugung dazu drängte, und ich es für 95Figaro; 9 Wabibullelin:Im 3 1 1 unmäunlich halten würde, in dem öffentlichen Leben die einmal gewonnene Ansicht zu ver⸗ n n 1 0. Nalu leugnen. Wer mich keant, der weiß es, daß ich die Lüge, die Verleumdung verabscheue, daß wurde der Hirnschädel eingeschlagen. Der Candidat der dich fei ich nie anders als mit offnen ehrlichen Waffen kämpfe. Wenn nun nichtsdestoweniger Herr äußersten Linken lebt noch aber man zweifelt nicht nur 36 seitgescß Baist sein Juserat mit den Wortenwer lügt und verleumdet schließt, so ist dies eine der an seiner Wabl, sondern auch an seinem Aufkommen. die 30 Maßlosigkeiten, an welche man bei diesem Herrn, so oft er die Tribüne betritt, so oft er die Verloos ungen. Aden wüste Feder zur Hand nimmt, nur zu sehr gewohnt ist, und weise ich die se Jusolenz im Namen der Wiesbaden, 2. Febr. Bei der heute sortgesetzten are id Wahrheit, im Namen der Schicklichkeit hiermit auf das Eutschtedeuste zurück. Ziehung der nassausscen 25 fl. Lo ose sielen 2000 fl. auf 1 Cute Ist es eine Lüge, wenn ich sagte, Herr Hofgerichtsrath Buff habe keine politische Ver N de ee ee 9 88 auf die Nrn. f gangenheit hinter sich 1 5 eine e.. Herr Helge ale. 9140 und 67222, 2auf Nr. 43432. Krick rath Buff habe bis jetzt keine Proben parlamentarischer Redefertigkeit abgegeben 7 4. 0 1 7 11 5 glaube das Prize aller deren, welchen die hier fraglichen Verhältnisse bekaunt Einschlag- N Malschinengarn, 1 en sind, mit Ruhe abwarten zu können. 78 sowie alle Sorten Strickdaumwolle billigst det e Friedberg den 5. Februar 1869. Ed. Trapp IV., Hofgerichtsadvokat.] Friedberg. Geschw. Schloß.