Ausgabe 
4.11.1869
 
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ich im Hindlick auf das geringe Ergebniß der diesjährigen zuttereente?? Redner constatirt, daß ein Ausfall sich lamentlich an Klee ergebe, weniger bei Wurzel- und knollengewächsen. Auch im nächsten Jahre sei ein Aus⸗ all zu fürchten, da die Futierkräuter, namentlich Klee, ihr schwach und fadenförmig sich zeigen. Es frage sich aher welche Einrichtung für das nächste Jahr sich empfehle ind welche Manipulation man diesen Winter schon zur zutterersparniß vorzunehmen habe. Allseilig stimmie man berein, daß es namentlich auf die richtige Zusammen zung der Fütterungsmittel ankomme. Empfohlen werden ütterung mit Stoppelrüben, die gut ausgesallen, Oel⸗ uchen, Kleie, Palmkuchen ꝛc. Zur Beseitigung des zu awartenden Futtermangels wurde eine starke Zwischen⸗ ultur empfohlen; Anpflanzung von Stoppelcüben, Grün⸗ ütterung mit Mais, ferner Anlage don Erbsen, Wicken ind Buchweizen, Futterroggen, Incarnatklee u. s. w.

Verloosungen.

Wien 2. Nov. In der heutigen Gewinn-Ziehung er 1860er Loose fielen folgende Gewinne auf Serie 5890 Nr. 5 300,000 fl., Serie 15556 Nr. 14 50,000 fl., Serie 7990 Nr. 11 25,000 fl., Serie 3033 Nr. 2 und Serie 12378 Nr. 5 je 10,000 fl.

. Schreib und Geschäftskalender für das Jahr 1870. Druck und Verlag von C. W. Leske in Darmstadt, ged. 36 kr.

Auch der uns vorliegende 59. Jahrgang dieses Notizen- malenders verdient die Anerkennung, welche dem Unter- zebmen seit seinem langen Bestehen immer zu Theil ge worden. In solidem Einbande mit Leinwandrücken bietet erselbe auf 20 Bogen guten Schreibpapiers: 1) Kalender und Notizenblätter für alle Tage des Jahres. 2) Kalender er Juden. 3) Cassatagebuch. 4) Interessenrechnung nach dem 24½ fl. Fuß zu, 4, und 5 Prozent uf 1 Jahr, 1 Monat, 1 Tag. 5) Resolvirungstabelle er preußischen Thaler in Gulden süddeuischer Währung. 6) Reduktion der süddeutschen Wahrung(52½ fl. Fuß) m österreichische Währung(45 fl. Fuß). 7) Resol⸗ irungstabelle des deuischen Geldes nach dem 24½ fl. in Franken und Centimen. 8) Verloosungskalender ar 1870. 9) Außer Cours gesetzte(werthlose) Kassen mweisungen. 10) Verzeichniß der zu Darmstadt an⸗ mmenden und abgehenden Boten und Fuhrleute. 11) Uebersicht der Eintheilung der Verwaltungsbezirke s Großherzogthums Hessen. 12) Benennung der urch die neue Maß- und Gewichtsordnung festgestellten zuen Maße und Gewichte. 13) Einige der wichligsten Ugemeinen stalistischen Verhältnisse des Großherzogthums tessen. 14) Verhältnißzahlen für die Umrechnung der großherzoglich Dessischen Maße und Gewichte in die durch de neue Maß- und Gewichtsordnung festgestellten neuen Naße und Gewichte und umgekehrt. 15) Genealogie r Regenten und hohen fürstlichen Häuser.

Das Format des Buchs ist klein Oktav, wodurch es nuch auf dem kleineren Schreibtisch nicht genirt, ja sogar ls Taschen⸗Nolizkalender wie dies häufig geschieht erwender werden kann.

Einfluß des Saatgutes auf den Erndte Ertrag. (Von Lehrer Epple in Ockstadt.)

DerLandw. Zeitschrift entnehmen wir fol gende Mittheilung: In Ermangelung einer Ge treide-Sortirmaschine verschaffte ich mir mittelst Auslesens ein Weizen⸗Saatgut. Von einem gleich- mäßig zu Weizen vorbereiteten Feldstück maß ich 800[] Jab, theilte es in zwei gleiche Theile, und bestellte im vorigen Herbste die eine Hälfte (Nr. 1) mit auserlesenem, die andere Hälfte (Nr. 2) mit demselben Quantum gewöhnlichen

standen sich segleich zwei Landwirthe zu ihrer Anschaffung. Möchten diese Zeilen dazu beitragen, daß sich auch in anderen Gemeinden Liebhaber fänden. Die Herren Bürgermeister und wohl begüterten Landwirthe sollten hierin vorangehen. Ist die Ausgabe, die sich auf 5070 fl. je nach der Größe und Qualität für eine solche Maschine erstteckt, für Einen zu viel, nun so mögen Mehrere gemeinschaftlich sich eine solche erwerben. Auch wäre es statthaft, wenn die An- schaffung auf Kosten der Gemeindekasse geschehe. Im ersten Jahre schon macht sich die Maschine bezahlt. So sprach sich unlängst bei mir ein

Saat⸗Weizen. Vor Winter schon gewahrte ich, daß auf Nr. 1 der Weizen buschiger und kräftiger war, als der auf Nr. 2. Gegen Erndte sprang der Unterschied erst recht in die Augen. Auf Nr. 1 waren die Halme fast ganz gleich an Größe und Dicke, eben so die Aehren. Dagegen traf ich auf Nr. 2 viele kleine Halme und Aehren an. Ich ließ die Ergebnisse beider Stücke ge⸗ sondert schneiden, binden, dreschen und fegen. Zur Ueberraschung meiner Arbeitsleute und einiger neugierig zuschauenden Landwirthe, die vorher einen merklichen Mehrertrag bezweifelten, ergab sich, daß die aus Nr. 1 erzielten Körner dicker, gleichmäßiger, aber nicht sonderlich mehr waren, als die aus Nr. 2 erzielten. Als es aber ans Wiegen kam und sich fand, daß das Gewicht des Weizens von Nr. 1 das des Nr. 2 um Pfund übertraf, und daß somit da es das Ergebniß von 400[U= ½¼00 Normalmorgen der ganze Morgen Auslese 150 Pfd.(S/ Malter à 12 fl.) also 9 fl. mehr, einträgt, als der Morgen gewöhnlichen Saatgutes, da fanden sie's der Kosten und der Mühe werth, sich mittelst einer Getreide Sortirmaschine ihr Saatgut zu bereiten. Das auf Nr. 1 erzielte kräftige, gleich lange Stroh wog Pfd. mehr, als das auf Nr. 2 geerndtete. Dies ergab 250 Pfund und berechnet sich, da 1000 Pfd. 10 fl. kosten, auf 2 fl. 30 kr. Mit obigem Mehrerlös zusammen gestellt, beläuft sich der Mehrertrag per Morgen auf 11 fl. 30 kr. Wie nun, wo 5, 10 und 20 Morgen mit Auslese bestellt werden? Wer wird nach solchen Resultaten noch zögern, zur Sortir-⸗Maschine zu greifen? In Ockstadt ver

Lundwirth, der bezüglich rationeller Bewirthschaftung zu den Zögernden gehört, sehr günstig über seine Häcksel⸗Schneide-Maschine aus, auf welcher zwei Mann in einer Stunde mehr zu Wege brächten, als sechs zur selben Zeit auf der gewöhnlichen Häckselbank, und daß sie die Ankaufssumme von 40 fl. schon im ersten Jahr gedeckt hätte. Also auf! Umschau gehalten! Proben vorgenommen! Zum Bessern gegriffen!Zeit ist Geld! Denn jetzt,

Wo so drückend die Steuer, Wo der Dienstbot' so theuer, Da müssen Maschinen Den Landmann bedienen.

Schließlich sei noch angefügt, daß man sich doch ja nicht nur allein durch's Auge bei Beur theilungen von Felderzeugnissen leiten lasse; nein wiegen muß man; das Auge täuscht gar leicht. 'S ist nicht Alles Gold, was glänzt! gilt auch bier. Wie oft fand man, daß üppig aussebende, blattreiche Felderzeugnisse gehaltloser waren, als geringer aussehende. Dann brachte man ja, daß Proben auf einem und demselben Felostück und in gleichgroßen Abtheilungen vorzunehmen find. In Ockstadt benutzt man seit einigen Jahren die in Frankfurt erstandenen Hasenhaare als Dung mittel. Die damit gemachten Proben sind aber nicht vollständig, nicht maßgebend, da man ganze Aecker damit düngt, keine Gegenprobe anstellt und das Ergebniß nicht wiegt, also auch die Einnahme nicht mit der Ausgabe genau verglichen werden kaun und nur nach dem oft trügenden Augenschein geurtheilt wird.

Edictalla dung.

7749 Nach erkanntem formellen Concurse über das zermögen des hiesigen Bürgers und Schlossers Carl denker wird Liquidatlonstermin auf Mittwoch am 8. December l. J., Vormittags 9 Uhr, mberaumt, in welchem von allen Denjenigen, welche dorderungen und sonstige Ansprüche an denselben zu lden haben, solche mit etwaigen Vorzugsrechten bei Meidung ffillschweigend eintretenden Ausschlusses von er Masse, dahier anzumelden und zu begründen find. an dem nämlichen Termine soll ein Arrangement ver⸗ ücht, auch üder die weitere Behandlung der Sache heschluß gefaßt und sollen die durch gehörig Bevoll⸗ nächtigte nicht vertretenen Gläubiger insoweit als den teschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger eitretend angesehen werden. Friedberg am 24. September 1869. Großberzogliches Landgericht Friedberg Reitz, Steinberger, Landrichter. Landgerichts⸗Assessor.

Obligations-Verloolung.

029 Vet der stattgehabten Verloosung der für das Kahr 1869 zur Rückzahlung bestimmten Partialobligatlonen er Gemeinde Büdesheim find folgende Nummern darch das Loos gezogen worden und zwar:

Aus dem Anlehen von 1835 Nr. 32 und 45 jede ter 200 fl.

Aus dem Anlehen von 1840 Nr. 25, 62, 63 u. 77 sde über 100 fl.

Gegen Rückgabe der quittirten Obligationen und der ich nicht fälligen Zinscoupons wollen die Befltzer der nannten Obligationen obige Beträge am 31. Dezember 3. bet der hiesigen Gemeindekasse in Empfang nehmen, von diesem Tage an deten Verzinsung aufhört. Zu- bteich wird der Besitzer der Obligation Nr. 8 von dem

lehen 1840 über 100 fl. wiederholt aufgefordert, den

rag gegen Rückgabe der quittirten Obligation und

gcoupons bei der hiesigen Gemelindekasse in Empfang

nehmen, da dieselbe schon 1867 ausgeloost und seit m 1. Jandar 1868 nicht mehr verzinst wird. Hüdesheim den 29. October 1869. Großherzoglsche Bürgermeisterei Büdes heim Die tz.

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3033 Soeden erschten

Die siebenfache Blutthat von Pantin,

oder

die Ermordung der Familie Kinch

in der Nacht des 19. September 1869 auf der Ebene von Pantin bei Paris.

Nach den neuesten Resultaten der Criminal Untersuchung und den Original-Berichten eines namhaften franzoͤsischen Juristen(Mitglied des Pariser Barreau's) dargestellt von Carl Maillard. Die Schrift enthält folgende Abbildungen: 1) Die Auffindung der sechs Leichen. 2) Die Mordstätte mit den vom Volke errichteten Kreuzen. 3) Die Ausstellung der Leichen in der Morgue. 4) Ote Portraits der Frau Kinck und zweler ihrer Kinder.

5) Das Portrait des muthmaßlichen Mörders, Johann Baptift Traupmann Preis: 6 kr. zortäthig bei Bindernagel& Schimpff in riedberg.

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Jad Nauheim. L. L ðᷣ b