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Samstag den 4. September.
103.
berhessischer Anzeiger.
Intbält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Friedberger Intelligenzblatt
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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Für
Monat September kann Verlags- Expedition mit 10 kr., bei den Poststellen mit 16 kr. abonnirt werden.
auf den„Oberhessischen
Anzeiger“ bei der
Hessen. Darmstadt. Das Großherzogliche tegierungsblatt Nr. 41 enthält:
I. Gesetz, die Einführung der für den norddeutschen Zund erlassenen Maß- und Gewichtsordnung in den nich! um norddeutschen Bund gehörigen Theilen des Großher— ogthums betteffend. Nachdem durch das in dem Gesetz⸗ lau des norddeutschen Bundes(Nr. 28) verkündigte Hesetz vom 17. August 1868 eine neue Maß- und Gewichts⸗ urdnung für den norddeutschen Bund erlassen worden ist, vdelche mit dem 1. Januar 1872 in den zum Bunde sehötigen Theilen des Großherzogthums in Kraft tritt, Sitd das durch jenes Gesetz besiimmte Maß und Gewicht leichzeitig und übereinstimmend mit den für den nord⸗ zutschen Bund getroffenen Anordnungen auch in den zorigen Theilen des Großberzogthums eingeführt. Die Anwendung der neuen Maße und Gewichte ist bekanntlich eteus vom 1. Januar 1870 an gestattet, insofern die Zetheiligten hierüber einig sind.
II. Gesetz, die Einführung der Gesetze des Großherzog— hums über Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr n den in Folge des Friedensvertrags vom 3. Sept. 1866 euerworbenen Gebietstheilen betreffend.
III. Gesetz, das Brückengeld und die Ueberfahrtzebühren ei Mainz, Worms, Oppenheim, Gernsheim und Kostheim (treffend.
IV. Gesetz, die Eintragung der neuen Erwerber in die lteren aus zwei Theilen bestehenden Grundbücher betr.
V. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 2. Juli l. J. fiel der 15 jährige Maurerlehrling Jost JZergmann von Weiterstadt in bewußtlosem Zustande in zer Nähe des Damenbades in den Woog bei Darmstadt, zetieth vollständig unter Wasser und wäre unfehlbar er⸗ tunken, wenn nicht die ihm rasch nachgesprungene Schwimm⸗ ehrerin Elisabethe Gunder ihn erfaßt und mit großer Anstrengung an das Land gezogen hätte. Obgleich das Jasser an jener Stelle nicht tief ist, so war Elisabethe Zunder doch in Lebensgefahr, weil Bergmann sich krampf— aft an sie anklammerte und sie leicht mit unter Wasser ätte ziehen können. S. K. H. der Großherzog haben er Elisabethe Gunder für diese menschenfreundliche mit vebensgesahr ausgeführte That das allgemeine Ehrenzeichen nit der Inschrist:„Für Rettung von Menschenleben“ Allergnädigst zu verleihen geruht. In Gemäßheit Aller⸗ söchster Entschlteßung wird dieses zur öffentlichen Kennt⸗ uiß gebracht.
VI. Bekanntmachung Großh. Kreisamis Gießen, die Friegskosten, insbesondere diejenigen der Stadt Gießen etreffend.
VII. Bekanntmachung Großherzogl. Ministeriums der Finanzen, die Sicuervergütung bei der Ausfuhr von in⸗ ändischem Branntwein betreffend.
— Das„Frankf. Journ.“ bringt folgende Mittheilung: Nächsten Sonntag findet zu Oppen⸗ eim eine Volksversammlung statt, wobei Folgen-
es die Tagesordnung:„Vorlage und Berathung
miner Ansprache an die deulsche Nation behufs Wiedereinberufung des deutschen Parlaments.“ — Nach der„Hess. Ldszig.“ sind die Hof— gerlchtsadvokaten v. Wedekind, K. J. Hoff- mann und Dernburg wegen ihrer bekannten
Erklärung über das Urtheil hiesigen Bezirksstraf—
gerichts bezüglich des Metz⸗Fendi'schen Prozesses om Hofgericht als vorgesetzte Disciplinarbehörde in Untersuchung genommen.
— Oeffentlichen Ankündigungen zufolge wird ger nächstjährige Unterrichts ⸗Cursus der Winter AUckerbauschule des landw. Vereins für die Pro— inz Starkenburg zu Darmstadt mit dem 1. Nov. J. eröffnet werden. Bei den an der Schule Sirkenden tüchtigen Lehrkräften und den reichen Lehrhülfsmitteln, welche neuerdings wieder eine vesentliche Vervollständigung erfahren haben, ürsten wohl alle diejenigen, welche die Erlangung iner grünplicheren Berufsbildung anstreben, auf ie dargebotene Gelegenheit mit Recht ausmerksam u machen sein. Die seither regelmäßig abgehal— enen öffentlichen Jahresprüfungen, die sich stets
einer lebhaften Theilnahme Seitens des landw. Publikums zu erfreuen hatten, waren ein beredtes Zeugniß für die ersprießlichen Leistungen der jungen Anstalt, die sich durch ihre erfolgreiche Wirksamkeit selbst die beste Zukunft sichert. Wir vernehmen deßhalb gerne, daß für den nächsten Cursus,— den vierten seit dem Bestehen der Anstalt— eine recht zahlreiche Frequenz in Aus⸗ sicht steht und die sich mehrenden Anfragen eine noch umsänglichere Benutzung der Anstalt mit Bestimmtheit erwarten lassen.
— Gerichtsaccessist Dr. A. Breidert ist der großherzoglichen Gesandtschaft in Berlin als Attaché beigegeben worden.
— In der„Fr. Ztg.“ wird hervorgehoben, daß im Widerspruche mit§. 15 der durch das Regierungsblatt im vorigen Jahre verkündigten Militär⸗Ersatz⸗Instruktion, wonach das Ministerium des Krieges und Ministerium des Innern im Großherzogthum die Behörden sein sollen, unter deren gemeinschaftlicher Leitung die Ersatzangelegen- heiten stehen sollen, die kürzlich veröffentlichte Ver— ordnung über die Stellvertretung im Militärdienst uur von dem Kriegsministerium gezeichnet ist und weiter berichtet, daß das Ministerium des Innern in der That erst durch die Veröffenlichung hiervon Kenntniß erhalten habe. Sodann wird bemerkt, daß in der fraglichen Verordnung auch noch in— sofern eine Verletzung der gesetzlichen Bestimmung vorliege, als(abgesehen von dringenden Fällen) Gesetze und Verordnungen erst 14 Tage nach ihrer Veröffentlichung im Regierungsblatt Gültig— keit haben sollen, dessenungeachtet aber die Ver- ordnung mit dem Tage des Erlasses in Kraft treten soll.
* Friedberg. Des Großherzogs K. H. wohnte während der letzten Tage den Manövern in der Nähe Vilbels bei und kehrte jedesmal am Nachmittage per Extrazug hierher zurück. Auch zu dem heutigen Schluß-Manöver, bei welchem der König von Preußen ebenfalls erschienen war, begab sich S. K. H. in der Frühe. Wie ver— lautet fand nach Beendigung des heutigen Ma— növers gemeinschaftliches Frühstück der hohen Herrschaften und der Generalitäten in dem dazu hergerichteten, schön decorirten Wartesaale des Stationsgebäudes zu Vilbel statt, worauf der König von Preußen seine Rückreise nach Berlin antrat und der Großherzog gleichzeitig hierher zurückkehrte. Der Aufenthalt desselben in unseren Mauern wird sich dem Vernehmen nach noch bis zum 6. d. erstrecken, an welchem Tage die Rückkehr in die Residenz erfolgen soll.
Mainz. Die Sitzungen des volkswirthschaft— lichen Congresses haben am 1. d. begonnen. Er- öffnet wurden dieselben von dem Präsidenten der ständigen Deputation, Prince-Smith. Karl Braun wurde hierauf zum Präsidenten, Advokat Anwalt Görz von hier zum Vicepräsidenten er— nannt. Die Tagesordnung bildeten die Aktien- Gesellschaften, Referent war Dr. Alex. Mayer aus Breslau. Die Versammlung beschloß: Das Erforderniß staatlicher Coneession für Bildung einer Actiengesellschaft ist zu verwerfen, weil der Staat weder die Bedürfnißfrage noch die Ver— trauensfrage in ausreichender Weise zu prüfen
vermag. Es ist die Zurückführung der Bildung
von Actiengesellschaften auf das wissenschaftlich zu— lässige Maß der wachsenden wirthschaftlichen Ein- sicht anzuvertrauen. Auf keinen Fall ist die staat⸗ liche Concession cumulativ mit dem System der Normativbedingungen in Anwendung zu bringen, da beide prineipiell einander ausschließen.
Preußen. Berlin. Der diesjährige, nach Berlin ausgeschriebene vierte Protestantentag, welchem das Brandenburger Consistorinm für seinen Eröffnungsgottesdienst die Kirche verweigert hat, wird am 5. und 6. Oktober stattfinden. Am ersten Tage wird die namentlich für Preußen brennende Schulfrage auf die Tagesordnung kommen und durch ein Referat Dr. Holtzmann's, Professors der Theologie in Heidelberg, eingeleitet werden. Am zweiten Tage wird Dr. Schenkel als Mitglied des engeren Ausschusses den Bericht über die Wirksamkeit des Protestantenvereins in Verbindung mit einer Rundschau auf die kirchlichen Verhältnisse Deutschlands überhaupt erstatten.
— Die„Prov. Corresp.“ meldet: Der König kehrt von Homburg am 3. Sept. zurück, geht am 5. nach Stettin, woselbst Aufenthalt und Abhaltung der Manöver bis zum 8. Statt findet; alsdann wohnt der König vom 9. bis 11. den Truppen⸗ übungen in Stargard bei, und am 11., Nach; mittags, erfolgt die Abreise nach Königsberg, woselbst er Aufenthalt vom 12. bis 15. nimmt. Von dort geht der König nach Elbing, woselbst der Aufenthalt bis zum 17. dauert. Alsdann findet ein Besuch bei Graf Dohna ⸗Schlobitten Statt und am 18. ist Rückreise nach Berlin.
— Von der Telegraphen-Verwaltung des norddeuischen Bundes ist eine Statistik des tele graphischen Verkehrs im Gebiete des norddeutschen Bundes zusammengestellt worden. Hiernach waren 962 Stationen und 31 Filial⸗ Stationen vor— handen. Von diesen verarbeiteten 2 Stationen im Laufe des Jahres über 1 Million Depeschen, nämlich Berlin 2,864,879 und Frankfurt a. M. 1,108,028 Depeschen; zwei zwischen 1 und ½ Million Depeschen, nämlich Köln und Hamburg; 21 zwischen ½ Million und 100,000 Depeschen, von denen die meisten Depeschen zählten Breslau, Leipzig, Stettin, Hannover ꝛc.; 15 zwischen 100 50,000, 11 zwischen 50 und 40,000, 21 zwischen 40 und 30,000, 24 zwischen 30 und 20.000 Depeschen ꝛc. Die größte Mehrzahl der Stationen, nämlich 656, hatte eine Beförderung von 4000— 79 Depeschen abwärts. In Betreff der Einnahmen von beförderten Depeschen stehen unter den Stationen oben an Berlin mit 349,917 Thlr., Hamburg 240,598, Frankfurt a. M. 160,891 und Bremen mit 100,465 Thlr. Eine Einnahme von 100— 50,000 Thlrn. hatten nur Stettin, Leipzig und Breslau, von 50 bis 20,000 Thlr. Königsberg, Köln, Dresden und Danzig u. s. w. Die große Mebrzahl der Stationen(662) hatte eine Einnahme von 500 bis 7 Thlr. Der Verkehr der kelegraphischen Depeschen hat sich gegen das Vorjahr bedeutend gesteigert. Es wurden in 1867 aufgegeben 3,097,987, im letzten Jahre 4,304,600 Depeschen. Die Einnahme aus den Depeschen war von 1,562 117 auf 1,702,528 Thlr. in die Höbe gegangen. Im Jahre 1867 betrug die Brutto- Einnahme durchschnittlich pro Depesche 15¼ Sgr.,


