desrath auf den 15. Februar einberufen.— Wie die„Kreuzzeitung“ meldet, ist die Einberufung des Zollparlaments auf Mitte Mai beabsichtigt.
— Im Hannöverschen sollen, wie die„H. L. 3.“ sich aus dem Bezirke Stade mittheilen läßt, die preußischen Landgendarmen neuerdings angewiesen sein, auf dem Lande die in ihren Be— zirken gelegenen Kirchen Sonntags in einem regel- mäßigen Turnus zu besuchen. Der ausgesprochene Zweck dieser Vorschrift ist die Controle, ob die Ablesung des von Sr. Maj. König Wilhelm be— fohlenen Kirchengebets regelmäßig und unverkürzt geschieht.
Düsseldorf. Vor einigen Tagen meldeten sich auf dem hiesigen Polizeiamte 3 Hannoveraner, welche aus der im Innern Frankreichs weilenden Welfenlegion desertirt waren. Denselben wurden die Mittel zur Weiterreise nach Hannover, um welche sie gebeten hatten, gewährt.
Frankfurt. Wie die„Frankf. Zig.“ mit⸗ theilt, hat die königl. Eisenbahndirektion in Kassel auf die Miethe, welche der Pächter des Gast— hauses zur„Westendhalle“ an die Stadt Frank— furt zu zahlen hat, Anspruch erhoben und wie es heißt, dieselbe sogar mit Beschlag belegen lassen. Da die Westendhalle unzweifelhaft Eigenthum der Stadt Frankfurt ist und sogar in dem Receßentwurf als solches anerkannt ist, so sind wir— schreibt die „Frankf. Ztg.“— begierig, zu erfahren, welche Stellung die Frankfurter Behörden zu diesem neuen Versuch nehmen werden, das Privateigen— thum der Stadt Frankfurt dem preuß. Staate einzuverleiben.
Bremen Man meldet der„Weser-Ztg“ aus Berlin: Griechenland habe die Erklärung der Conferenz vorläufig im Prinzipe angenommen, mache seinen formellen Beitritt jedoch davon ab— hängig, daß die Pforte die Initiative zur Wie— deranknüpsung der diplomatischen Beziehungen er— greife und die bereits ausgewiesenen griechischen Uytertbanen entschädige. An der Beseitigung der noch bestehenden Schwierigkeiten werde nicht mehr gezweifelt.
Bayern. München. Die„Correspondenz Hoffmann“ erklärt die Nachricht der„N. fr. Pr.“, daß die baherische Regierung jetzt darauf hin— arbeite, das nationale Band zwischen dem Süden und dem Norden Deulschlands mit Außtracht— lassung der Bestimmung des Prager Friedens herzustellen, wonach die Errichtung eines Süd— bundes die Voraussetzung des nationalen Bandes bildet, für vollständig unbegründet.
Baden. Karlsruhe. Das Staatsmini— sterium hat vergangenen Freitag durch den Staats— Anwalt gegen den Erzbisthumsverweser Kübel zu Freiburg und den Stadtpfarrer Burger zu Konstanz wegen Mißbrauchs des geistlichen Amts in Angelegenheit der Excommunication des Bürger⸗ meisters Stromapyer zu Konstanz beim Frei— burger Hofgericht eine Untersuchung einleiten lassen.
Frankreich. Paris. Das„Journal de Paris“ erzählt, daß der Minister des Innern am 25. Januar ein Rundschreiben an die Präfekten gerichtet habe, um sie aufzufordern, die Maires und ihre Untergebenen wissen zu lassen, daß ihnen das„Journal officiel“ kostenfrei zugesandt würde und sie es daher ohne Weigerung anzunehmen hätten. Es scheint hiernach, daß sich verschiedene Beamte geweigert haben, das ihnen gratis zu— gehende Blatt anzunehmen.
— Als im auswärtigen Amte die offizielle Nachricht von der Ankunft Walewski's in Athen eintraf, wurde daselbst wiederholt die An— sicht geäußert, man erwarte zwar, daß Griechen— land der Mächtedeklaration gegenüber Ausstellungen machen werde, um Zeit zu gewinnen, daß jedoch demungeachtet ein bewaffneter Conflikt nicht zu befürchten stehe, da Rußland Alles aufbiete, um das erregte Hellas zu beschwichtigen. Dagegen hält man eine Revolution in Griechenland für sehr wohl möglich, ohne indeß auch hiervon ernst— liche Folgen vorauszusehen.
— Die„France“ und der„Constitulionnel“ erwähnen der Ministerkrisis in Athen und sehen einer günstigen Entscheidung entgegen. Die „Patrie“ sagt, da in Athen Anarchie herrsche,
und die Regierung vergewaltigt werden könnte, so ergreife die Türkei militärische Maßregeln.
— Das„Pays“ veröffentlicht folgende Ein zelnheit aus einer in der Pariser Vorstadt Belle ville abgehaltenen öffentlichen Versammlung, wie sie das Vereinsgesetz autorisirt hat. Der Redner Herr Avray sagt: Vor einigen Tagen fiel mir ein im Jahre 1844 geschriebenes Buch in die Hand, und wenn die Versammlung es mir gestattet, will ich ihr etwas daraus citiren:„Die arbeitende Hlasse besitzt nichts....(davon werden Sie Alle wohl etwas wissen) man muß sie zur Eigen— thümerin machen...“ Eine Stimme: Wir sind auf dem Wege, es zu werden. Herr Avray (liest):„Man muß sie durch die Association und Diseiplin aufrichten“. Eine Stimme: Was die letztere betrifft, so mache ich mir nicht viel daraus. Zahlreiche Stimmen: Der Verfasser? Eine Stimme: Louis Bonaparte. Hr. Avray: Der Prinz Louis Bonaparte. Eine Stimme: Nun das ist ja schön! (Beifall.) Herr Avray: Was aus dem Verfasser geworden ist, weiß ich nicht, er ist vielleicht ge— storben. Eine Stimme: Nein, er lebt noch, aber man muß hoffen, daß das Andere bald kommen wird. Man sagt mir, er hätte seinen Namen verändert.(Gelächter, Bravos.)
— Im gqgesetzgebenden Körper interpellirte Benoist die Regierung über die Anwendung des Gesetzes über öffentliche Versammlungen und fragt, ob sie dessen Ausschreitungen verhüten werde. Baroche antwortet, daß sie alle legalen Mittel anwenden würde. Ollivier bedauert diese Er— klärung und glaubt, daß Ausschreitungen der Rede ganz ungefährlich seien. Nur Handlungen seien strafbar. Benoist zieht seine Interpellation zurück.
Spanien. Ueber die Ermordung des Gou— verneurs von Burgos werden noch folgende Einzel— heiten gemeldet: Nachdem die provisorische Regie— rung Spaniens vernommen, daß die beträchtlichen Schätze, welche in den Kirchen an kostbaren Gegenständen und Kunstwerken aufgespeichert lagen, täglich aus denselben verschwänden, decretirte die— selbe, daß die Civilbehörden ein Inventarium derselben aufnehmen und sie, wo es nöthig schien, in die Staats-Museen überführen lassen sollten. Der Gouverneur von Burgos, begleitet von seinem Sekretär und dem Polizei-Commissär, begab sich nach der Cathedrale, wo ihn mehrere Mitglieder des Capitels erwarteten, um zur Aufnahme des Inventariums zu schreiten.- Eine zahlreiche auf— gewiegelte Menge foreirte die Kirchthüre unter dem Rufe: Es lebe die Religion! Es lebe Carl VII.! Als der Gouverneur sich der Menge zeigte, stürzte man sich auf ihn, bedeckte ihn mit Wunden und riß ihn in Stücke. Die Mörder trennten vermittelst eines Beiles den Kopf vom Rumpf, schnitten ihm die Ohren ab und, nachdem sie ihn an einen rothen Strick befestigt, schleiften sie den Cadaver bis auf den Platz vor der Kirche, wo er ihnen, nackt und verstümmelt, durch die Anstrengungen der Bürgerwehr entrissen ward.
Madrid. Die„Epoca“ sagt: Die Idee die Ausübung der Staatsgewalt einem Direktorium anzuvertrauen, findet allgemeine Zustimmung. Wahrscheinlich wird dieß auch die definitive Re- gierungsform werden, denn selbst wenn die Cortes sich für die Monarchie entscheiden sollten, würde lauge Zeit vergehen, ehe man sich über die Wahl des künftigen Monarchen verständigen würde.
— Zu Gunsten der Glaubensfreiheit hat am 31. Januar abermals eine Volksmanifestation in vollkommener Ordnung stattgefunden. Prim und Ortiz wiesen wiederholt darauf hin, daß die Glaubensfreiheit bereits eine Thatsache sei; die Regierung wolle jedoch den Cortes die Lösung der Frage von der Trennung der Kirche vom Staate überlassen.
Italien. Florenz. Man schreibt aus Rom, der Papst sei gefährlich erkrankt. Die Re- gierung treffe Vorsichtsmaßregeln, um allen Even— tualitäten vorzubeugen.
Türkei. Konstantinopel. Seward hat den amerikanischen Gesandten bevollmächtigt, wäh— rend des diplomatischen Bruches zwischen Griechen land und der Türkei denselben offiziell seine guten
gen beider Regierungen anzubieten. 5
Amerika. Washington. Nach einem Telegramme vom 1. d. genehmigte der Congreß mit 110 gegen 62 Stimmen die Einbringung einer Resolution für Annexion aus Haiti und San Domingo.
Frankfurt. Wie bereits früher gemeldet, verschwanden vor einiger Zeit drei Sachsenhäuser Mädchen, von denen das eine nach wenigen Tagen als Leiche aus den Wellen des Mains gezogen wurde. Die Leichname der beiden andern sind nun auch vor dem eisernen Gitter des Winter— hasens unter dem Eise aufgefunden worden. Daß seiner Zeit die Mädchen gemeinsam den Tod gesucht und ge⸗ sunden, sieht nun außer allem Zweifel. Vor der That halten sich die Lebensmüden mit ihren Schürzen zusammen— gebunden, um durch gemeinsamen Sprung in das Wasser gleichzeitig ihr Leben zu endigen. Der freiwillige Tod der Mäochen ist pfychologisch um so merkwürdiger, als sie, in guten Verhältuissen lebend, jeder Zeit ein heiteres Gemüth bekundeten und auch in gutem Rufe standen.
Darmstadt. Dieser Tage wurde in hiesiger Stadl⸗ kirche ein blinder Mann getraut, ein Fall, welcher hier
in diesem Jahrhundert noch nicht vorgekommen sein soll.
Darmstadt. Hiesige Blätter sprechen von einem Selbsimorde, welcher vor Kurzem in der katholischen Kirche dahier vorgekommen sein soll, indem die Leiche einer jungen Dame aus den höchsten Ständen der Residenz an einem Engel erhängt dort gefunden worden sei. Man will diesen Seibsümerd mit der vor ewa einem Jahre erselgten Auf— findung einer Kindesleiche an derselben Stelle in Verbin⸗ dung bringen. Ob sich dieß bestätigt, darüber wird eine jedenfalls erfolgende Untersuchung Ausschluß zu geben haben.
Mainz. In dem Gymnasialgebäude dahier ist ein betrübender Fall vorgekommen. Man hatte schon seit einigen Tagen in der Wohnung des Pedellen H. Sommer einen durchdringenden Gasgeruch verspürt, ohne jedoch hierauf besonders zu achten. Am Morgen des 30. Jauuar nun fanden die armen Eltern ihren hoffnungsvollen 18jährigen Sohn, in Folge der starken Gasausstcömung, todt in seinem Zimmer. Zwei Schweslern des Unglücklichen kamen wohl nur deßhalb mit dem Leben davon, daß die eine Erhrechungen belam, in Folge deren sie bei den Eltern Schutz suchten.— Einem ähnichen Schicksal entging vor eiwa acht Tagen der größte Theil der Bewohner eines Hauses nur durch rasche ärztliche Intervention. In beiden Fällen waren Brüche in den gußeisernen Hauptleitungen und Entweichen des Gases durch die Erde die Ursachen.
Aus Amöneburg(Kurhbessen; wird gemeldet, daß daselbst an drei verschiedenen Stellen aus der Erde Rauch hervordringe. Das Thermometer soll bei der neulichen Kälte an diesen Plätzen 10 Grad Wärme gezeigt haben.
, London ist mit dem 24. Dezember v. J. um ein schönes Stück unterirdischer Eisenbahnen reicher geworden. Von der Bahnstrecke nämlich, die den westlichen Rayon der Hauptstadt mit dem Centrum(Westminster) und dem Oßtende(City) verbinden soll, sind wieder 2½ Meilen dem Verkehr eröffnet worden. Dadurch ist es schon mög⸗ lich, von den westlichen Vorsiädten(Brompton und Ken⸗ sington) per Dampf bis nach Westminster-Abtei und dem Parlamente zu gelangen. Binnen einem Jahre dürfte aber auch das letzte Kettenglied des sogenannten inneren unterirdischen Bahnringes, nämlich die Strecke von Wesi⸗ minster nach der Ciiy fertig sein, die innerhalb des neuen Quai's längs der Tyemse hinläust, und damit wird ein Werk vollendet sein, dem sich kein ähnliches alter und neuer Zeit an die Seite stellen kann.
Postalisches.
Offene Briefcouverts statt Streifband Nach einer Bekanntmachung des General⸗Postamis eignen sich Drucksachen, welche nicht unter Streif- ꝛc. Band, sondern in offene Briescouverls gesteckt, versendet werden, zur Besörderung gegen die ermäßigte Taxe sowohl im norddeutschen Verkehr als auch im Verkehr mit Bayern, Württemberg, Baden, Oesterreich und der Schweiz nicht; dieselben werden wie unfrankirte Briefe(unter Anrechnung des Werthes der verwendeten Freimarken) behandelt und mit dem vollen Briefporto belegt. 5
Postscheine. Bezüglich der Beweiskraft eines Post⸗ scheins hat das Appellationsgericht in Eisenach sich wie folgt ausgesprochen:„Wenn dem Postschein auch der Po
2 anslalt selber gegenüber vollständige Beweiskraft unn 0
so ist dies doch nicht im Verhältniß zum Adressaten der Fall; indem bekanntlich der Postschein von der betreffenden Postbehörde auf die nackte und einseitige, wenn auch auf dem Briefe schristlich bemerkte Angabe des Briefs⸗ beziehent⸗ lich Backet⸗Aufgebers ausgesiellt wird.“ Dieser unbedenklich richtige Grundsatz legt dar, daß der Absender den be⸗ stimmten Beweis führen muß, daß der abgesendeie Brief den darauf vermerkten Inhalt gehabt habe, wenn daraus eine Folgerung gegen den Adressaten und Empfänger her⸗ geleitet werden soll. e
Verloosungen.
Wien, 1. Febr. Serienziehung der fl. 500 Loose von 7860. Serien-Nummer 85 230 779 792 1033 1050 2405 2567 2823 29503 3018 3022 3119 3264 3616 4413 4529 4557 4902 5041 5955 6496 6537 7415 7705 7849 7887 8338 8600 8886 9013 9544 9792 10552 10692 11040 11323 1146111501 11544 11839 11960 11967 12075 12581 12697 12743 12862 13173 13203 13533 13608 15275 15923 16906 17285 17494 17962 18009 18558.
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Dienste als Vermittler der gemeinsamen Beziehun⸗
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