Samstag den 2. October. 115.
us Oberhessischer Anzeiger.
Friedberger Intelligenzblalt.
ö thält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg. Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
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zem b Amtlicher Theil.
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* a ch. Wir bringen zur öffentlichen Kenntniß, daß unter dem Rindvieh des Caspar Petersohn zu Soͤdel die Maul- und Klauenseuche
ss gebrochen und deßhalb Stallsperre angeordnet worden ist.. Friedberg den 1. October 1869. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. In Beurlaubung des Kreis raths:
Haas, Kreis⸗Assessor.
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Hessen. Darmstadt. Der hiesige Corre- wondent des„Fr. Journals“ hält seine, von an— erer Seite als unbegründet erklärte, Mittheilung, aß dit zweite Kammer im Laufe des nächsten Nonates ihre Berathungen wieder aufnehmen verde, aufrecht. In Folge der Aufhebung der hersonalsteuer, an deren Stelle demnächst außer her Einkommensteuer für minder bemittelte Pflichtige de Klassensteuer treten wird, ist für unser Com- nunalsteuerwesen eine Reform unvermeidlich ge norden. In den Ministerien des Innern und er Finanzen ist man zur Zeit mit Ausarbeitung
—— er deßfallsigen Vorlagen beschäftigt und soll sich
'r der Regitrung und den Kammern gestellte Lufgabe als eine ziemlich schwierige erweisen, da ine einfache Substituirung der neuen Steuer mrmen an die Stelle der in Wegfall kommenden
1 zunal in den ländlichen Gemeinden zu Ungleich⸗
hiten und zu eclatanten Ueberbelastungen führen äßte. Der Gegenstand wird daher demnächst mer eingehenden Behandlung durch die ständischen Zusschüsfe und alsdann durch das Plenum der fammern erforderlich machen. Diese Berathungen züssen, wenn die durch die Localbehörden vorzu⸗ ahmenden Vorarbeiten noch vor Beginn des amen Steuerjahres beendigt werden sollen, in den
at üchsten Wochen vorgenommen werden.
— Nach dem„Fr. J.“ wird Prinz Ludwig zu Hessen zu der Eröffnungsfeier des Suezcanals uch dem Orient reisen und hat auch einen mehr-
allt ägigen Aufenthalt in Konstantinopel in Aussicht
mommen. u Preußen. Berlin. Die„Prov. Corr.“ teldet: Der Kronprinz reist am 3. Oktober nach aden⸗Baden und dann nach Wien zum Besuche es kaiserlichen Hofes ab, woselbst er in Folge eserlicher Einladung in der Wiener Hofburg üisstleigen wird. Er wird, bevor er nach Aegypten icht, einen mehrtägigen Besuch in Konstantinopel Ainchen, und von da den Weg über Kleinasien „ hoch Palästina nehmen.— Graf Bismarck wird „r Landtagssession noch nicht nach Berlin zurück „ ren.— Die Cartellconvention zwischen Ruß end und Preußen erlischt am 2. October, da sie icht erneuert worden ist. — Der Abg. Harkort folgt, wie man der
ee,„Zresl. Zig.“ schreibt, insofern dem Beispiele
hören,“ fährt genanntes Blatt fort,„find auch andere Abgeordnete der Fortschrittspartei entschlossen, kein Mandat mehr anzunehmen, darunter auch jene, welche den schlesischen Wählern nahe stehen. Auch unter den rheinischen und westphälischen Abgeordneten der Fortschrittspartei tritt eine sicht- liche Ermüdung ein und die liberale Partei wird gut thun, ihre Organisation für die nächsten Wahlen bei Zeiten zu beginnen.“
Köln. Der Leser wird sich noch des Mordes erinnern, welcher vor einigen Monaten in Horch⸗ heim von dem Premier-Lieutenant Igel an einem Bahnbeamten begangen wurde. Man erfuhr da— mals zwar, daß der Verbrecher verhaftet worden, von dem weiteren Verlaufe der Sache kam indeß nichts mehr in das Publikum. Jetzt liest man in rheinischen Blättern, daß Igel von Koblenz, wo er gefangen gehalten worden, nach seinem frühern Garnisonsorte gebracht worden sei. Zu welchem Zwecke, verlautet nicht; eben so wenig erfährt man dis jetzt Etwas darüber, wie es mit dem Bruder des Verbrechers, dem Handlungscommis Igel, steht, welcher vor der Thür Wache hielt, hinter welcher das Verbrechen vollführt wurde.
Frankfurt. Der demokratische Wahlverein stellte in seiner letzten Sitzung, auf Antrag Dr. Cnyrim's, den Redakteur der Zukunft, Guido Weiß, als Candidaten für das Abgeordneten⸗ haus auf.
Fulda. Ein Güterzug ist bei Flieden ent⸗ gleist. 3 Wagen sind zertrümmert, 2 stark be⸗ schädigt. Das Personal ist unverletzt.
Bayern München. Zwei vom verstor⸗ benen König Ludwig I. hinterlassene Schreiben, welche nach einer Bestimmung seines Testaments jetzt erst eröffnet werden durften, enthalten die Erklärung, daß vom König„alle diejenigen Gegen- stände und Beträge, welche ihm bei Lebzeiten auf unredliche Weise entfremdet und bis zur Oeffnung der vorliegenden beiden Schreiben noch nicht zurückerstattet oder zurückverlangt worden seien, den betreffenden Personen oder ihren Erben nach- gelassen und geschenkt sein sollten, damit sich Nie- mand mehr deswegen in seinem Gewissen etwa gedrückt fühle.“
— Aus München wird über einen gar selt- samen Anlaß zu einer Kammerauflösung, welche
für wahrscheinlich gehalten wird, berichtet. Die
lich“ und„elerical“— halten sich so sehr die Wage, daß bei der nun schon viermal vorgenom- menen Präsidentenwahl auf jeden der gegenüber stehenden Candidaten 71 Stimmen fielen. Da die Kammer nicht ohne Präsidenten sein kann, die Regierung ihn nicht ernennen darf und beide Parteien hartnäckig bleiben, so wird die Auflösung der Kammer erfolgen müssen, wenn nicht noch in letzter Stunde eine Einigung über den Präsidenten⸗ stuhl stattfindet.
Oesterreich. Ein Seitenstück zu der Affaire Igel am Rhein hat sich in Brünn ereignet. Wie die„N. fr. Pr.“ schreibt, gerieth ein dortiger Bürger, der Wollhändler Müller, wegen einer geringfügigen Ursache mit dem gewesenen Ulanen⸗ Offizier Grafen Hompesch in Streit. Den Anlaß zum Streit gab das kleine Kind des Müller, welches dem Grafen zwischen die Beine lief. Der Graf schlug das Kind mit der Reitgerte in das Gesicht. Nach heftigem Wortwechsel soll Müller dem Grafen eine Ohrfeige gegeben haben, worauf dieser einen Revolver aus der Tasche zog und auf Müller abschoß. Die Kugel drang nächst dem Auge in den Kopf ein. Müller wurde ohn⸗ mächtig, erbrach sich, kam aber später wieder zur Besinnung. Graf Hompesch flüchtete sich in das nahe Hotel Neuhauser, wurde aber später in einem Zimmer aufgefunden und zur Polizei gebracht. Die Wuth des Volkes ist nicht zu beschreiben; man riß dem Grafen die Kleider vom Leibe und Alles hieb mit Fäusten und Stöcken auf ihn ein. Graf Hompesch gab bei der Polizei an, daß er von Müller angegriffen und geschlagen worden sei. Der Revolver wurde in der Rocktasche des Grafen noch vorgefunden. Der Vorfall hatte die ganze Bevölkerung in Alarm gebracht. Graf Hompesch wurde noch in der Nacht dem Criminalgerichte übergeben. Wollhändler Müller scheint außer Lebensgefahr zu sein.
Wien. Von bier wird gemeldet, daß zum Empfang des preußischen Kronprinzen glänzende Vorbereitungen getroffen werden. Das gesammte diplomatische Corps und die politischen Notabilitäten werden dem hohen Gaste vorgestellt werden.
Linz. Bei der Restaurixung der sogenannten Colleg-Kaserne(ehemaliges Jesuitenkloster) wurde in einem Sarge die Leiche eines Jesuiten auf⸗ gefunden, welcher allem Anscheine nach durch die Folter seinen Tod gefunden haben muß, da die
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3 0 Waldecks, als er nach Schluß der Legislaturperiode — an Mandat den Bürgern zurückgibt.„Wie wir beiden Parteien in der Kammer—„fortschritt⸗


