Ausgabe 
15.9.1868
 
Einzelbild herunterladen

Die Beamten der bisherigen Anstalten sollen ihre Verwendung in dem neuen Centralbureau finden.

Bayern. München. Die Anstrengungen der bayerischen Regierung, den Handel von Eng- land in den Orient über Bayern zu führen, sollen darin einigen Erfolg gewonnen haben, daß sie nun auch don der preußischen Regierung, die darin ebenfalls ihren Vortheil sieht, secundirt werde.

Die von dem, wegen Beleidigung des Herzogs von Coburg verurtheilten, Redakteur des Volksboten, Zander, gegen das Urtheil des Schwur gerichtshofes eingelegte Nichtigkeitsbeschwerde wurde am 13. September von dem obersten Gerichtshofe verworfen.

Aus Ansbach wird gemeldet, daß dort der langjährige Redakteur derFränkischen Ztg., J. G. Meyer, im 68. Lebensjahre gestorben ist. Derselbe war der Erzieher Kaspar Hauser's zur Zeit, als dieser in Ansbach lebte.

Ludwigshafen. Nach derPfälzer Zig. werden nächstens preußische, württembergische und badische Generalstabs- Offiziere, welche 49 Pferde mit sich führen, Terrain ⸗Recognostirungen in der Pfalz, namentlich in deren westlichem Theil, vornehmen. Ihr Weg geht von Landau durch das Anweiler Thal(auch nach Spirkelbach und Hauenstein), dann über Pirmasens nach Saar- louis und zurück über Kaiserslautern durch das Neustadter Thal.

Oesterreich. Wien. Der Minister des Junern, Dr. Giskra, soll bereits in der Angelegen⸗ heit des Adlerwirths von Bregenz die Entscheidung getroffen haben, daß dem Abschlusse der von dem⸗ selben begehrten Civilehe kein Hinderniß entgegen⸗ gesetzt werden dürfe. Die Ehe des Adlerwirihs wird übrigens nunmehr die zweite Civilehe in Oesterreich sein, denn die erste ist bereits in Proß⸗ nitz(Mähren) vollzogen worden. Dort hat ein israelttisches Paar, welches der Rabbiner nicht trauen wollte, weil der Ehetandidat angeblich dem Stamme Levi angehörte und die Braut eine geschiedene Frau war, vor dem Bezirkshauptmann die Ehe geschlossen.

Der ungarische Lloyd veröffentlicht einen Brief des Generals Türr an polnische Politiker anläßlich der Haltung des galizischen Landtages in der staatsrechtlichen Frage. Türr be'lagt, daß viele einstige Instrumente des Absolutismus jetzt gegen die gegenwärtige Regierung agitiren, und warnt die Polen, ihnen zu folgen. Zum Schlusse ermahnt er alle österreichischen Völker, sich eng aneinander zu schließen.

Graz. Die hiesigeTagespost erzählt von der Entführung eines blutjungen Mädchens aus der Gegend von Pisa durch den 25jährigen Orts. geistlichen. Der zärtliche Liebhaber hat, so scheint es wenigstens, auch an die nöthigen Existenzmittel in der Fremde gedacht; der Madonna in der Kirche fehlen nämlich seit der Zeit des Verschwin dens des jungen Pärchens etliche Ringe, eine ꝓerlenschnur und andere werthvolle Votivgegenstände.

Schweiz. Bern. Dem am 22. bis 26. Sept. hier tagenden zweiten Friedens und Freiheits Congresse werden folgende Fragen zur Behand⸗ lung vorgelegt werden: 1. Welches sind, mit Rücksicht auf Frieden und Freiheit, die Vorzüge

der Abschaffung der stehenden Heere und der Ein⸗ führung von Nationalmilizen, oder sogar einer allgemeinen Entwaffnung? 2. In welchen Be · ziehunger steht die ökonomische oder sociale Frage zu derjenigen des Friedens durch die Freiheit? 3. Welches sind in Beziehung auf Frieden und Freiheit die Vorzüge einer Trennung der Kirche vom Staate.

Frankreich. Paris. Eine bündige und in ihren Motivirungen wohlgelungene Abfertigung der Chauvinisten gibt Gueroult in derOpinion nationale. Er vertritt darin auch die Ansicht, die nicht oft in der französischen Presse auftaucht, daß Preußen durchaus kein Interesse daran habe, einen Krieg gegen Frankreich zu provociren.

Ein Pariser Blatt, derRéveil, sagt in einem Artikel gegen v. Girardin:Der Mann, der Alles aufgeboten hat, um Frankreich in die Gräuel eines wahnwitzigen Krieges zu stürzen, verdient weder Gnade, noch Schonung. Er muß auf die Stirne gezeichnet werden, damit Jeder, der ihn entlarvt sieht, erfahre, daß, wenn die öffentliche Meinung manchmal an beklagenswerther Schwäche leidet, sie auch wieder in einem andern Augenblicke eine unerbittliche Strenge an den Tag legt.

DerFigaro erzählt, daß Hr. v. Sartiges in seiner Abschiedsaudienz dem Papste auf alle von diesem gestellte Fragen nur ausweichend geantwortet habe.Werden Ihre Truppen in dem Kirchenstaate bleiben? fragte der heil. Vater. Ich weiß Nichts vom Gegentheil, erwiederte der Diplomat.Es heißt aber doch, daß sie bald abziehen sollen.Ich bezweifle es. Zweifel, immer Zweifel, fiel Pius IX. ein, dei diesen Diplomaten. Wenn ich nur wenigstens mit Sanct Augustin sagen könnte: In dubiis libertas!

Dem Pariser Correspondenten derMorning Post zufolge bereitet die Ungeduld der badischen Regierung, in den norddeutschen Bund aufgenommen zu werden, dem Grafen Bismarck gegenwärtig viele Sorgen. Frankreich bewache seine Bewegungen und sei bereit, irgend welchen Verletzungen des Prager Friedens sofort entgegen zu treten.

Großbritannien. London. Ein Brüsseler Telegramm desHerald meldet: Der Kronprin ist ciner Operation unterworfen worden, von welcher ein guter Erfolg für die Besserung seines Zustandes erwartet wird.

Die Droschken auf den Straßen sind wieder zahlreicher. Auf mehreren Ständen waren solche während des Tages aufgestellt, und man glaubt allgemein, daß der Strike seinem Ende nahe sei, zumal, da die Great Western denjenigen Cabs, welche Passagiere nach dem Bahnhofe bringen, erlaubt hat, auf eineRückfahrt zu warten. Ein ähnlicher Compromiß wird auch von den übrigen Bahndirektionen erwartet.

Amerika. Von New⸗Nork ist folgendes Telegramm eingetroffen: In Peru und Ecuador sind die Städte Arica, Arequipa, Aslay, Iquique, Paso, Juan, Cavelica, Ibarra und viele andere durch ein vom 13. bis 18. August andauerndes Erdbeben völlig zerstört worden Der Verlust an Menschenleben wird in Peru auf 2000, in Ecua⸗ dor auf 20,000 geschätzt. Aus den Städten

Arica, Arequipa hat sich die Mehrzahl der Be wohner gerettet. Der Schaden, den das Erd⸗ beben verursachte, wird auf 300 Mill. Doll. ver⸗ anschlagt. An der Küste des Festlandes und bei den Chinchas-Inseln fanden gleichzeitig viele Schiffbrüche statt. Der britische Consul Billing hurst in Iquique ist mit seiner Familie bei dem Erdbeben umgekommen. Die Rinderpest im Westen und Süden ist im Zunehmen begriffen und sind bereits an verschiedenen Stellen(so in Chicago) auf Antrag der Sanitätsbehörden Qua- rantänemaßregeln erlassen worden.

Frankfurt. Den hiesigen Metz erburschen war es in letzter Zeit verboten worden, Abends, mit weißen Schürzen versehen, den großen Bleichgarten zu besuchen. Dieselben kehrten sich jedoch nicht daran und kam es deß⸗ halb kürzlich zu mehrfachen Collisionen mit der Schutz⸗ mannschaft, die zu verschiedenen Verhaftungen führten. In Folge hiervon entstand ein großer Menschenauflauf dor der Constablerwache, so daß schließlich das Militär einschritt, indem es die Menge zerstreute.

Darmstadt. Nach hiesigen Blättern sind fünfhundert Gulden Belohnung für den ausgesetzt, der über den jetzigen Aufenthalt oder das Schicksal des Herrn Adam Wiener, bisher in Auerbach a. d. B. lebend, dem hiesigen Kreis⸗ amt zuerst bestimmten und vollständig kberzeugenden Auf⸗ schluß geben wird. Herr Adam Wiener, im Alter von 54 Jahren, von mittlerer schmächtiger Statur, ward zu⸗ letzt, am 14. vorigen Monats, Nachmittags, in Dornheim und Leeheim gesehen.

Mainz. Eine Mutter wollte dieser Tage ihr älteres Kind aus dem Laden herauf ins Zimmer holen, in welchem sie ihr anderes jähriges Kind auf einige Augenblicke allein ließ. Kaum hatte sie indeß dem Kinde den Rücken gewandt, so erkletterte dasselbe einen Stuhl und wollte sich mit der auf dem Tische brennenden Oellampe zu schaffen machen, wobei es wahrscheinlich mit dem Aermel⸗ chen der Flamme zu nahe kam, so daß dasselbe Feuer fing und dadurch das Kind jämmerlich verbrannte.

Köln. In die Dombau⸗Kasse wurde vom 1. Januar bis Ende August die Summe von 81,601 Thlr. gezahlt. Der nördliche Thurm der beiden Westthürme hat nun die Hoͤhe seines Nachbars, der bis vor kurzer Zeit den Krahnen trug, erreicht und man ist mit den Vorarbeiten beschäftigt, um bald die Arbeiten auf beiden Thürmen gleichzeitig zu fördern.

Von der Mosel schreibt man, daß durch die an⸗ haltende Hitze die Aussicht auf eine große Trauben⸗ Quantität bedeutend gewichen, doch ist man der Hoffnung,

daß die Qualität den Schaden doppelt ersetzen wird. Ein

balbiger Regen kann jedoch Alles noch gut machen.

Essen. Kürzlich stürzte ein unter dem Hinterhause eines Metzgerhauses angelegter und noch im Bau begriffener Eiskeller in Folge Sinkens des Bodens mit einem Male zusammen und degrub den Sohn des Hauscigenthümers und vier Arbeiter unter seinen Trümmern.

Herrieden. Im Laufe der letzten Woche hat sich der Himmel über ganz Europa so aufgeheitert, daß er am 5. d. nur an vier nördlichen Stationen bedeckt war. Da⸗ bei haben die Passate nahezu eine Stellung eingenom men, wie sie für schöne Herbstwilterung verzeichnet ist, und sich auch die Luftdifferenzen verkleinert. Doch ist im Norden das Luftmeer ziemlich stark bewegt, namentlich in Norwegen und Finnland, was der Sicherbeit der Fortdauer des schönen Wetters etwas Eintrag thut.

% Der 7. deutsche Feuerwehrtag wurde vom 6.8. Sept. in Braunschweig abgehalten und waren ewa 800 Abgeordnete erschienen. In Bezug auf einen Antrag auf Gründung einer allgemeinen Unterstützungs⸗ kasse für im Beruf verunglückte Feuerwehrmänner oder deren Hinterbliebene beschloß man, in gleicher Weise wie in Württemberg vorzugehen, wo es nach mannigfachen Bemühungen gelungen ist, daß sämmtliche Feuerversicherungs⸗

Gesellschaften von allen abzuschließenden Versicherungen 1 Prozent der Prämie abgeben, welcher Betrag in den Beschlossen 1

Unierstützungsfonds für Feuerwehrleute fließt. wurde ferner die Errichtung von Thurmwachen.

Güter ⸗Versteigerung.

2196 Mittwoch den 16. September v. J., Vormittage 10 Uhr, sollen in hiefigem Rathbause auf freiwilligen Antrag der Jebannes Supp schen Erben dahier die denselben zustechenden Güterftücke nochmals öffeat⸗ uch meifibletend versseigert und bei annehmbaren Oe⸗ boten die Genehmigung alsbald ertheilt werden und wird bemerkt, daß unter keinen Umständen eine weitere Ver⸗ steigerung dieser Grundstücke mehr statisindet.

Gleichzeitig werden in bemselben Termin die auf den Grundstücken befindlichen Herbsigewächse, Kartoffeln, i Kraut und Rüben ebenfalls meiflbietend ver⸗

elgert. ztiedberg den 9. September 1868. Großhberzegliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar.

Fertige Hobel

2078 und Schraubzwingen in schöner und grober Auswahl billigt de? Ph. Dan. Kümmich.

Hofraithe- und Güter⸗Versteigerung. 2198 Donnetstag den 17. September d. J., Vormit⸗ tags 11 Ubr, sollen auf freiwilligen Antrag des hiesigen Bürgers Jobannes Pauli im RNathhause dahier dessen nach deschriebenen Immobilien,

Gemarkung Friedberg. Flur. Nr. Elftr. 1. 224. 15,8. Hofraithe in der Stadt,

1. 91 60. Grabgarten an der Fauerbacherstraße, 5. 131. 95. desgleichen am Mainzerthor öffentlich meistbietend versteigert werden. Friedberg den 10. September 1868. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg Fouc ar.

Agenten⸗Gesuch.

2193 Zum Absatz eines leicht und überall verkäuflichen Artikels, wozu weder Raum noch kaufmännische Kennt nisse nöthig find, werden Agenten gegen eine angemessene Provision gesucht. Reflectauten belieben ihre Adresse unter den Buchstaben B. IB. No. 20. an die Exped.

d. Bl. franco einzufenden.

Hofraithe- und Güter⸗Versteigerung.

2192 Prellag den 18. Stytemder d. J6., Vormittage 9 Utr, sollen in hiesigem Rathhause die Pofraithe und

Güterflücke der Frau Adam Kehr Wittwe dahter unter sehr vortheilbasten Bedingungen nochmals öffentlich

meifibiesend versteigert und bei annehmbaren Geboten

die Genehmigung ertheilt werden. Friedberg am 10. September 1868. Großberzogliches Ortsgericht Friedberg F ouc at.

Grummetgras⸗Versteigerung. 2220 Nächsten Mitewoch den 16. d. M., Vormittags um 10 Uhr, wird das Grummetgras von eirea 30

Morgen gemeinheitlichen Wiesen auf hiesigem Ratpbause ö ö

verßeigert. Nieder⸗Wöllstadt den 12. September 1868. Großherzogliche e Nieder⸗Wöllstadt t 1

Herreukragen, 0

in Friedberg.

66 13, un werden zus und 24 abe Schtiftll

in den vor missionslaßt bel unterzel Matse

6

1 Oeffe 212 Nach Melbach m Nannes zun tursprozesset Elnsich den zu nehmen f Gläudiger Jorderungt werdungen zudengen

Fried

210 Joi Aderschuld' von Idfiei

2

in welcher beschlossen der Nasse der Glan zumelden. Fried

l

Aid d

dals, de

Sctuer,

nebs Gar Haumfie und Wie drei

in dem 0 lauft wer Ziege

1

A, Donna Turshaut

nd nur beigetung Koe