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großen Gutes vom Kaiser erhalten haben, doch ist dieses ein Werücht, welches der Bestätigung bedarf.
— Während die Meldung offiziöser Blätter, daß das Ministerium Giskra dem Reichs rath einen Gesetzentwurf über die Einführung der obliga⸗ torischen Civilehe vorlegen werde, widerrufen wird, bört man von der Einsetzung einer Religions · Commission, deren Hauptaufgabe die Berathung zweckmäßiger Mittel gegen die weitere Ausbreitung des Sectenwesens sei.
— Die aus dem Jahre 1848 bekannten da⸗ maligen Generale Klapka, Perczel und Vetter haben den Generalsrang zurückerhalten.
— Der freigemeindliche Redner Kerbler hat am letzten Sonntag in Wiener Neustadt zwei Vorträge gehalten. Der eine bezog sich auf die Nothwendigkeit einer religiösen Reform in Oester⸗ reich, der andere auf die socialistische Lehre von der Staatshülfe im Gegensatz zu der Selbsthülfe, zwischen welchen eine Vermittlung gesucht werden müsse.
Frankreich. Paris. Die„Patrie“ und andere Journale enthalten beruhigende Nachrichten aus Konstantinopel und Athen. Die Pforte hat den Griechenland gewährten Ausschub bis zum 17. d. ausgedehnt.
— Die Bestattung Berrper's in Angerrille fand am 7. Dezbr. genau nach den vorher sest⸗ gesetzten Programm statt. Ungefähr 2400 Per- sonen begaben sich in zwei Eisenbahnzügen dorthin. Unter denselben befanden sich fast alle Advocaten von Paris, alle politischen Notabilitäten der Hauptstadt, eine große Anzahl Schriftsteller, so wie eine aus drei englischen Advokaten bestehende Deputation aus London in Amtstracht. Um halb 1 Uhr begannen die Reden zu Ehren des Berstorbenen, deren neun gehalten wurden. Nie⸗ derströmender Regen bteinträchtigte in etwas die Feierlichkeit, die nach dem Willen des Verstorbenen unter freiem Himmel stattfand und bei der Alles, was Paris an politischen und gesellschaftlichen Größen zählt, vertreten war.
— Der„Univers“ Louis Veuillots gibt sol⸗ gende Mittheilung über die Strebungen der Car- listen in Spanien:„Man versichert, daß die Carlisten sich vorbereiten, ihren Feldzug zu be⸗ ginnen. Die Nachrichten, die uns aus den baskischen Provinzen, Aragonien und Catalonien zugehen, scheinen eine unmittelbar bevorstehende Schilderhebung anzukündigen. Die militärische Organisation dieser Provinzen ist beendet; Geid⸗ mittel, Waffen und Munition sind im Ueberfluß vorhanden. Ein geheimes Comite wurde in Madrid etablirt, damit es von dort aus die Ein- heit der Handlung wahren könne. Es soll dem⸗ nächst schon das Zeichen zum Aufstande geben.“
— Wie die„Presse“ von einem gutunter— richteten Correspondenten wissen will, hätte der Ex⸗Kurfürst von Hessen Absicht, eine energische Protestation an die Mächte zu richten gegen die Verletzung der zwischen ihm und der preußischen Krone abgeschlossenen Uebereinkunft von Stettin.
— Die drei Garantiemächte Griechenlands, Rußland, England und Frankreich, haben dem Athener Hofe dringende Vorstellungen in einem den Forderungen der Türkei günstigen Sinne gemacht.
Großbritannien. London. Ein Brief Garibaldi's dementirt die Zeitungsberichte, wonach er nach Amerika zurückzukehren beabsichtige.— Nach den„Daily News“ findet bei Eröffnung des Parlaments nur eine kurze Ansprache der Königin statl. Die eigentliche Thronrede wird erst bei der Februar-⸗Session gehalten.
— Die Königin hielt zwei Geheimeraths— Sitzungen ab; in der ersten, welcher die abtreten— den Minister anwohnten, übergaben dieselben ihre Amtssiegel; in der zweiten wurden Childers und Bright als Mitglieder des Geheimen Raths be— eidigt und die Amtssiegel dem neuen Ministerium übergeben.
— Der„Temps“ schreibt:„Durch Dekret vom 9. Juli d. J. hat die peruanische Regierung den Verkaufspreis des Guano um 12 Fr. 50 Cts. per Tonne für alle Märkte erhöht. Diese Maß⸗
regel von ausschließlich siskalischem Charakter ist höchst bedauerlich, weil sie den Preis eines an sich schon theuren Düngmittels, dessen Gebrauch jetzt sehr verbreitet ist, noch vertheuert.“
Spanien. Der„Discussion“ zusolge hätten die Republikaner bereits in Spanien 49 Provin⸗ zial⸗, 500 Districts⸗ und über 200 Local-Comites errichtet.— Die„Madrider Zeitung“ bringt das vom Ministerrath gezeichnete Decret, welches dite Wahlen für die Cortes auf den 15., 16., 17. und 18. Januar und den Zusammentritt der Cortes auf den 11. Februar festsetzt.
Madrid. Die Nachrichten aus Cadix mel⸗ den, daß durch Vermittlung der Consuln zwischen den beiden kämpfenden Parteien ein Waffenstill⸗ stand von 48 Stunden geschlossen worden sei, um die Todien beerdigen und die Frauen und Kinder flüchten zu können. Der Waffenstillstand geht am 10. d. zu Ende, worauf die Insurgenten lebhaft angegriffen werden sollen. Die Insur⸗ genten haben den Bagno geöffnet und 700 Ga⸗ leerensträflinge befreit, welche von Nungo, einem zu den Republikanern übergetretenen Progressisten, besehligt werden. Drei Fregatten ankern vor Cadix, um, falls die Insurgenten widerstehen, ein Bombardement zu eröffnen. Das Mittelmeer ⸗ geschwader ist nach Cadix beordert.
Italien. Am 8. ds. sand auf Sicilien ein hestiger Ausbruch des Aetna statt, welcher bis 5 Uhr Morgens dauerte. Der Berg spie Flammen von ungeheurer Höhe aus. Die aus- strömende Lava ergoß sich nach allen Richtungen und verwüstete das Land in den Umgebungen des Berges. Der Ausbruch des Berges war bis in Malta obgleich dasselbe 120 Meilen entfernt liegt, sichtbar.
Türkei.„La Turquie“ schreibt: Nächsten Mittwoch wird an Griechenland folgendes Ulti⸗ matum mit achttägiger Frist abgesandt werden: Zerstreuung der bestehenden Banden und Verhin⸗ derung der Bildung neuer Banden. Schließung der griechischen Häfen sür den Dampfer„Enosis“. Eutschädigung der Familien der in Syra ermor⸗ deten türkischen Offiziere. Gestattung der Ein- schiffung der emigrirten kretischen Familien. Die Ablehnung dieser Forderungen würde die sofortige Ausfuhrung strenger Maßregeln nach sich ziehen.
Konstantinopel. Das Ultimatum der Pforte ward am 9. Dez. nach Athen gesandt. Der Steamer, welcher es beförderte, erhielt zu⸗ gleich den Befehl, den türkischen Gesandten in Athen im Ablehnungsfalle zur Rückfahrt auf⸗ zunehmen. Die Pforte stimmte auf Verwendung von fünf Gesandten zu, die Frist für den Empfang der Antwort auf das Ultimatum bis zum 17. d zu verlängern.
Griechenland. Die Agentur Havas meldet aus Athen: Als die Gesandten von England, Frankreich und Rußland erfahren, was in Kon⸗ stantinopel vorgehe, thaten sie gemeinschaftliche Schritte beim Minister des Aeußern. Man hofft, daß die vorhandenen Schwierigkeiten sich in be— friedigender Weise zerstreuen werden.
Amerika Die Stille Weltmeer⸗Bahn geht mit raschen Schritlen ihrer Vollendung entgegen. Das Riesenunternehmen, ein Schienengeleise von
300 Meilen zu legen und eine Strecke fahrbar zu machen, die nicht viel geringer ist als die]?
Entfernung zwischen dem europäischen und dem amerikauischen Festland, ist seit dem Schluß des Bürgerkrieges aus den Uranfängen heraus so weit gefördert worden, daß vor Schluß des kommenden' Jahres von der einen Meeresküste bis zur andern der Verkehr vermittelt werden kann. Von den weiten Länderstrecken, die der Schienenstrang durch— schneidet, ist fast die Hälfte unangebautes wüstes Land.
— In seiner Botschaft an den Congreß empfiehlt der Präsident demselben die progressive Reduction des Heeres und der Flotte. Bezüglich der auswärtigen Angelegenheiten verheißt die Botschaft einen befriedigenden Ausgleich der Differenzen mit England und macht die Anzeige, daß ein nordamerikanisches Geschwader von Para— guah Schadenersatz sordern werde. Ferner spricht die Botschaft die Erwartung aus, daß der Reci—
procitätsvertrag mit den Sandwich-Inseln schließ⸗ lich deren freiwillige Einverleibung in die Union ur Folge haben werde. Die Beziehungen zu
rico, heißt es in der Botschaft weiter, gestalten sich jetzt vertrauensvoller.
Asien. Aus Japan wird gemeldet, daß in der offiziellen Zeitung von Kioto das Profelt einer Constitution nach Art der europäischen auf⸗ getaucht ist und bei der Bevölkerung die lebhaf⸗ teste Unterstützung findet. Briefen aus China zufolge hat die dortige Regierung die Reclama⸗ tionen des französischen Consulats bezüglich der vom chinesischen Pöbel mißhandelten Misstonäre gar nicht erst abgewartet, sondern aus eigenem Antrieb die Schuldigen vor ihr Tribunal gestellt und verurtheilt.— Aus Indien lauten die Nach⸗ richten weniger befriedigend. In Oude befürchtet man wieder eine Hungersnoth wie vor zwei Jahren. Die Regierung trifft energische Maß⸗ regeln, um vorzubeugen. f
Gießen. Der hiesige Anzeiger meldet von 8. Dec.: Sicherem Vernehmen nach hat sich am Samstag Miitag ein Liebe pärchen von hier, beide gebürtig aus Büdingen, dem die Eltern des Mädchens die Zuftim nung zu der beab⸗ sichtigten Verheirathung versagt hatten, unter auffallenden Umsländen und mit Jurücklassung ihrer Habe, entfernt; es ist zuletzt spät am Abend desselben Tages an dem Lahuufer gehend gesehen wocden, und es steht zu befürchten, daß Beide sich gewaltsam das Leben genommen haben.
Vom Taunus. An dem Feldbergshause hat der heftige Nordosisturm, welcher in der Nacht vom 6. auf den 7. d. M. gewüthet, bedeutende Verheerungen angerichtet, indem er die in drei schweren Deckplatten der Zinne besestigte Welterfabne sammt jenen Platten herab und unglücklicher⸗ weise auf das Dach gestürzt hat. Letzteres wurde dadurch selbstverständlich eingeschlagen, und der Vorfall ist um so bedauerlicher, da die rauhe Jahreszeit dermalen nur eine nothdürftige Reparatur zuläßt. 5
Paris. Nach der„Natrie“ wäre eine Steigerung der Milchpreise zu erwarten, da die Großhändler be⸗ schlossen hätten, den Detailisten für 200 Litres nunmehr 38 statt 35 Frs. abzunehmen. Demnach wäre Milch nicht im Ueberfluß vorhanden, die„Milch der frommen Denkungsart“ soll in Paris län zst schon äußerst rar sein.
, Die internationale Militär⸗Commission, welche in Petersburg die Abschaffung von Spreuggeschossen im Kriege decretirt hat, führt unter ihren Gränden auch deujenigen auf, daß„der Gebrauch solcher Mintel gegen das Gesetz der Menschenliebe verstößt.“ Menschenliebe! Können die⸗ jenigen sich auf Menschenlieb: berufen, welche um der Interessen einzelner Fürsten oder Ebrgeizigen willen Tausende von Menschenleben opfern? Welch' eine Parodie!
Schiffs nachrichten.
Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.⸗Agent.
Das Hamburger Postdampsschiff Wesiphalia Capt. Trautmann trat am 9. Dec. wiederum eine Reise vis Southamplon nach NewYork an, und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packect⸗Post 1100 Tons Ladung, 41 Passagiere in der Kajüte und 122 im Zwischendeck an Bord.
Das Hamburger Posidampffchiff Holsauua Capt. Ehlers, welches am 25. Nov. von Hamburg via Southamion ab⸗ ging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen glücklichen Reise von 9 Tagen 9 Stunden wohlbehalten in New-Pork an⸗ gekommen.
Vorschuß- und Creditverein zu Friedberg. Geschästsbericht pro November 1868.
Einnahme. Ausgabe. fl. 7224. 7 kr. Discontirte Wechsel fl. 5216. 3 kr. eee Conto-Corrent fl. 5252.— „ 1600.—„ Depositen„ 935,
4098. 26„ Darlehen und Spareinlagen„3654. 26„ 688. 55„ Wechsel-Incasso„ 1016. 33„ Mitgliederzahl: 453.
Verlossung.
Brüssel, 1. Dec.(100 ⸗Fr.⸗Loose von 1856.) Vei der heute stattgefundenen Ziehung fielen auf solgende Nummern die nachstehenden Gewinne: auf Nr. 14679 25,000 Fr.; auf Nr. 9557 10.000 Fr.; auf Nr. 3619 5385 5995 13487 18766 23374 44110 44279 59579 und 67727 je 900 Fr.; auf Ne. 2221 8709 13229 16798 18001 29935 43522 47147 47500 und 52447 je 500 Fr.; auf Nr. 9826 38551 und 49000 je 300 Fr.; auf Nr. 3448 6286 8131 13607 16163 25849 29152 31473 32761 41463 42185 42765 51160 56249 und 62891 j 200 Fr. Die Zahlung erfolgt am 31. März k. J.
„Das ist die rechte Volkskost
3034 urkräftig und gesund voll kernigen Humors und ächter deutscher Gemüthlichkeit! Wie viel Nützliches und Lehrreiches, wie viel geistig und sittlich Anregendes und Förderndes steckt in dieser anspruchlosen Volksschrift; der Lahrer Hinkende Bote.“
(Beobachter an der Saale.)
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