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der gestrigen Clubsitzung der Linken abgegeben bat. Nach derselben erklärt sich der Ministerrath geneigt, dem Minoritätsantrag des Budgetausschusses auf zwanzigprozentige Couponsbesteuerung zuzustimmen. Hingegen könne der Majoritätsantrag, auf eine fünsundzwanzigprozentige Zinsenreduktion lautend, unmöglich von der Regierung dem Kaiser zur Sanktion vorgelegt werden.
Frankreich. Paris. Die„Friedensliga“ schreibt im„Temps“ auf den 8. Juni d. J. ihre erste Generalversammlung nach Paris, Saal „Herz“ aus. Den Vorsitz soll Herr Joh. Dollfus aus Mühlhausen führen. Auf der Tagesordnung steht u. A. ein Vortrag des Herrn Michel Chevalier über die Oekonomie des Kriegs und des Friedens, dann Ansprachen des Großrabbiners Isidor und des Pastors der reformirten Gemeinde in Paris, Herrn Martin Paschoud.
— Wie man dem„Journal de Paris“ aus Konstantinopel meldet, hat der dortige französische Gesandte, Herr Bourrée, der Pforte die Ankunft des Prinzen Napoleon für Mitte Juni angekündigt. Es geht das Gerücht, der Prinz werde auf seiner Durchreise durch Bukarest dem Fürsten Carl in offiziöser aber dringender Weise rathen, eine Ver⸗ änderung in seinem Ministerium vorzunehmen.
— Die Verhandlungen des Fürsten Metternich mit Baron v. Moustier, welche die Angelegenheit der Couponbesteuerung betrafen, haben zu der Verständigung geführt, daß dieselbe die politischen Beziehungen der beiden Regierungen in keiner Weise berühren soll.
» Friedberg. Wiederum hat der Tod aus der Zahl unserer Stadtvorstände ein Opfer gefordert. Der erste Beigeordnete unserer Stadt, Herr Hofapotheker Wahl, schon während mehrerer Jahre leidend, weilte seit einigen Wochen in Wiesbaden, um in einer dortigen Heilanstalt Linderung seines Leidens zu suchen. Heute ist leider die betrübende Nachricht seines Todes, welcher in der Nacht vom 1. zum 2. d. erfolgte, dahier eingetroffen. Die Be⸗ erdigung wird dem Vernehmen nech am 4. d., Morgens 9 Uhr, in Wiesbaden stattfinden, an welcher sich eine Deputalion des Gemeinderaths und eine Anzahl seiner näheren Freunde betheiligen werden. Wir beklagen mit dem Tode unseres Mitbürgers Wahl den Verlust eines in Stadt und Umgegend in hoher Achtung stehenden Mannes, den das Vertrauen seiner Mitbürger wiederholt in den Ge⸗ meinderath berief und der in seinen gesunden Tagen sich eifrig betheiligte an allen Bestrebungen, welche dem Gemeinwohl gewidmet waren und nicht fehlte, wo es galt, dem Schönen und Guten zu dienen. Friede seiner Asche!
Nauheim. Nach langen schweren Leiden starb am 1. d. der Landtagsabgeordnete und Bürgermeister unserer Stadt, Herr Alexander Ries, ein umsichtiger, humaner Leiter unserer städtischen Angelegenheiten und deßhalb eine allgemein beliebte, geachtete und verehrte Persönlichktit, deren Andenken bei seinen Freunden wie bei der ganzen Einwohnerschaft Nauheims in Ehren bleiben wird.
Gießen. Polizeirath Nover dahler war wegen der hier entdeckten Fälscherbande einige Tage in Nassau, um dort persönliche Nachforschungen anzustellen und hat die Spur einer Bande aufgefunden, die sich mit Anfertigung preußischer Kassenanweisungen beschäftigt.
Aus Altenhain, Kr. Schotten, erhalten wir folgende Zuschrift: Am 26. Mai des Nachmittags halb 7 Uhr detraf uns und die nahe liegenden Ortschaften ein großes Unglück. Ein schweres Gewitter mit heftigem Blitz und Donner, welches von der Gegend Laubach kam, entlud sich über unsere Fluren. Die Winterernte wurde vom Hagel so demolirt, daß alles abgemäht und die Felder um⸗ gearbeitet werden müssen. Ganze Stücke Eis mit Kiesel von 1 bis 2 Zoll Durchmesser zerschmetterten auch die Fenster, so daß nur allein in Sellnrod 2000 Fensterscheiben zerschlagen wurden. Viele tragbare Obstbäume wurden entwurzelt und zu Boden geworfen, worunter sich Stämme von 19 Zoll Durchmesser befanden; auch die nahgelegenen Waldbäume sind nicht verschont geklieben und liegen kreuz und quer zerschmettert zu Boden. Dächer der Häuser wurden entblößt, sogar eine Scheune umgeworfen.— Einer düsteren Zukunft sieht nun der fleißige Landmann entgegen. Die schönsten Hoffnungen sind ihm genommen, et ist ihm und seinem Vieh die Nahrung entzogen und die Güterstücke, worunter sich auch Wiesen befinden, sind auf mehrere Jahre ruinirt. Dazu kommt noch ber fatale Umstand, daß sich nur Wenige in einer Versiherung befinden. Doch hoffen wir, daß man die traurige Lage derselben berücksichtigen und eine Unterstützung gewähren wird, da ja immer in ähnlichen Fällen milde Gaben reichlich geflossen sind.
Darmstadt. Reallehrer Lorey hat einen Aufruf er⸗ lassen, worin zu Beiträgen für einen Gedenkstein des um die Turnerei hochverdienten Ad. Spies gebeten wird.
Babenhausen. In der vorigen Woche sind vier Festungsgefangene— Militärsträflinge— mittelst eines aus Belltüchern verfertigten Seiles durch ein Latrinen⸗ fenster entwichen und noch nicht wieder eingefangen. Der eine der Deserteure, ein verwegner Bursche, war früher päpstlicher Soldat.
Landwirthschaftliches.
.. Zu einer vernünftigen Heuerwerbung ist es durch⸗ aus nöthig, Gras und Klee bei eintretender Blüthe zu mähen, da beides nachher leicht hart wird, indem die darin enthaltene Holzfaser sich auf Kosten anderer viel wichtigerer Nährstesfe vermehrt. Durch genaue und viel⸗ fach bewährte Versuche hat man gefunden:
In 100 Pfund(Trockensuostanz) sind enthalten:
Nährstoffe Fett⸗ und Fett
uberhaupt. Blutbildung. d. Pfd. Pfd. Gras, anfangs der Blüthe 63,6 120 3,3 Gras, Ende der Blüthe 56.4 8,1 2,3 Klee, anfangs der Blüthe 64,7 19,4 41 Klee, Ende der Blüthe 35,5 16,8 3,6
Hieraus ist ersichtlich, wie nach Eintritt der Blüthe in den Futtergewächsen der Gehalt an Nährstoffen ab⸗ nimmt, wie es also sehr thoͤricht ist, an der Regel fest zu halten, wornach nur zur Zeit des Johannitages die Wiesen zu mähen seien. Ganz besonders ist diese veralterte Bauernregel in diesem Jahre, in welchem die Pflanzen⸗ welt einen Z3wöchigen Vorsprung hat, unbedenklich zu verwerfen. Es dürfte gerathen sein, jetzt schon die Wiesen in dieser Beziehung ins Auge zu fassen und auf frühzei⸗ tiges Mähen Bedacht zu haben.
Als weiterer Rath dürfte nicht unnöthig erscheinen, die Futtergewächse, besonders Klee, nicht bei starker Son⸗ nenwärme zu mähen und dann zu Hause nicht hoch auf⸗ zuschichten, was bei der Fütterung dem Viehe leicht Krank⸗ heiten besonders Blähung, Auflaufen verursacht. Man bewahre das Grünfutter bis zum Verbrauch an einem luftigen, schattigen Ort, und breite es, um die gefährliche Erhitzung zu vermeiden,(nach Oeffnung etwaiger Ge—⸗ bunde) angemessen aus.
Verloosungen.
Karlsruhe, 30. Mai. Bei der heute erfolgten Serienziehung wurden folgende 20 Serien der badischen 35 fl.⸗Loose à 50 Stück gezogen: Serien 40, 94, 132, 529, 1797, 2533, 3328, 3576, 3751, 4119, 4536, 4777, 5072, 6102, 6354, 6404, 6842, 6924, 7365, 7943.
H. Schulze⸗Delitzsch und das Genossen⸗ schaftswesen. (Fortsetzung und Schluß.)
Professor V. A. Huber zu Wernigerode ge⸗ bührt das Verdienst, durch seine„Reisebriefe“ (Hamburg 1855), seine in zwanglosen Heften er⸗ scheinende„Concordia“(Leipzig) und seine vielen übrigen geistvollen kleineren Schriften und zer- streuten Artikel und durch seine Belehrungen in den verschiedensten Vereinen und Versammlungen, das System der Genossenschaften wissenschaft⸗ lich begründet und beleuchtet zu haben, er ist gleichsam der geistige Schöpfer des deutschen Ge⸗ nossenschaftswesens und ihm ist es vorzugsweise zu danken,„daß die Genossenschaftsbewegung gegenwärtig in Deutschland mehr und mehr ver- standen und als das angesehen wird, was sie eigentlich ist,— als eine große, bedeu⸗ tungsvolle, wirthschaftlich sociale Er⸗ scheinung, die nichte mit der Politik gemein hat, vielmehr mit Bezug auf politische Parteien neutraler sich ge⸗ staltet, als irgend eine andere.“ Hubers Wirksamkeit erstreckt sich nicht allein auf die eigentliche wirthschaftliche Thätigkeit der Genossen⸗ schaften, sondern auch auf die sittliche Seite, auf Förderung der Bildung und Moralität, worauf er mit Recht einen sehr großen Nachdruck legst.
Hermann Schulze, Kreisrichter a. D. und jetziger preußischer Abgeordneter, wurde am 29. August 1808 zu Delitzsch, einem Landstädtchen der Provinz Sachsen, unweit Leipzig, geboren, wo sein Vater Bürgermeister, später Justizrath war. Schulzes Verdienst um das Genossenschafte⸗ wesen besteht darin, daß er die Genossenschaften thatsächlich einführte, er ist der Vater der deutschen Genossenschafts⸗Praxis. Zuerst als Assessor in Berlin angestellt, folgte er 1841 einem Rufe als Patrimonialrichter nach Delitzsch, nachdem er sich von der Regierung ausbedungen hatte, daß er in den Listen nach seinem Dienstalter fortgeführt werde und jeden Augenblick in den Staats dienst zurückkehren dürfe. In Delitzsch gewann Schulze durch sein freundliches, freies, offenes Wesen bald die Liebe und Achtung der Bürger und Bauern, die ihn 1848 in die Nationalversammlung nach Berlin wählten. Hier schloß er sich dem linken Centrum an, was meist aus jüngeren Juristen bestand und die Reform des Staates auf der Basis der bestehenden Verhältnisse wollte, dem
daher die Linke viel zu ungestüm erschien; als
aber ihr wohlmeinender Rath bei der Regierung keinen Anklang fand, wurden ste unwillkürlich der Linken immer mehr zugedrängt. Schulze zeichnete sich hier als Redner keineswegs aus, wurde aber als Vorsitzender der Commission für die Unter⸗ suchung des Nothstandes der Handwerker und Arbeiter, welche an 1600 Petitionen eingesandt
hatten, mit den Bedürfnissen der unteren und
mittleren Schichten des Volkes bekannt und sah jetzt schon ein, daß nur auf dem Wege der ver— ständigen praktischen Association für die Hebung der arbeitenden Klassen etwas zu erreichen sei. Von der Nationalversammlung wieder nach Delitzsch zurückgekehrt, gründete Schulze hier einen Vorschußverein, wie deren schon in Berlin be⸗ standen, und fügte demselben noch einen Rohstoff⸗ verein der Schuhmacher bei, welche beiden Vereine sehr bald gediehen und wuchsen. Zu Anfang des Jahres 1849 ging Schulze wieder als Abgeord⸗ neter zur zweiten Kammer nach Berlin, wurde aber nach Auflösung der Kammer als Steuer- verweigerer vor Gericht gestellt, nach seiner eigenen glänzenden Vertheidigung aber freigesprochen. Darauf bewarb er sich um eine Stelle im Staats- dienst, erhielt dieselbe auch, der Justizminister schickte ihn aber als Kreisrichter nach dem preuß. Sibirien, nach Wreschen an der polnischen Grenze. Als ihm aber nach 1½ jähriger Wirksamkeit der gesetzlich zustehende Urlaub zu einer Reise während der Gerichtsferien trotz seiner persönlichen Vor⸗ stellung bei dem Minister verweigert wurde, Schulze aber dennoch abreiste und in Folge dessen ein Rescript erhielt, daß ihm von jetzt ab kein Urlaub mehr gestattet sei und daß ihm der Monatsbetrag seines Gehaltes als Strafe abge⸗ zogen werden solle, nahm Schulze seine Entlassung, begab sich wieder nach Delitzsch und widmete sich von jetzt an ganz dem Wohle der arbeitenden Klassen. Seine gegründeten Vereine sind Roh stoff⸗, Consum- und Vorschußvereine, welche sich von Delitzsch aus, der Wiege des deutschen Genossenschaftswesens, immer weiter ver⸗ breiteten und durch die große Vorsicht, mit welcher bei der Gewährung des Credits und bei der Auf- nahme von Mitgliedern verfahren wurde, außer⸗ ordentliche Erfolge aufzuweisen haben.
Um die verschiedenen Vereine mit einander in Verbindung zu setzen, berief Schulze im Jahr 1859 die Vertreter der Vorschußvereine zu einem ersten Vereinstage nach Dresden, woraus der Verband der deutschen Genossen⸗ schaften hervorging. Schulze wurde zum Anwalt desselben ernannt, der nun als stetiger besoldeter Beamter die gemeinsamen Interessen zu wahren und zu vertreten hat. Dem Anwalt stehen die Vereins ⸗Deputirten zur Seite, welche sich alljährlich auf dem allgemeinen Vereinstage versammeln und über die wich tigsten Fragen endgültig entscheiden. Die Ver⸗ mittlung zwischen den einzelnen Vereinen un d diesen Centralstellen wird durch Unterverbände oder engere Landes- und Provinzialver⸗ bände bewirkt, welche die Sonderinteressen der einzelnen Distrikte wahrnehmen und in steter Ver⸗ bindung mit der Anwaltschaft stehen. Ein Theil der Brutto ⸗Einnahme dient zur Erhaltung det
Geschäftsführung, während eine von Schulze herausgegebene monatliche Zeitschrist:„Die
Innung der Zukunft“(Leipzig bei E. Keil) als das Organ der Genossenschaften, sie rasch von allem, was ihnen nützlich ist, in Kenntniß setzt.
Seine reichen Erfahrungen auf dem Gebiete des Genossenschaftswesens legte Schulze in folgen⸗ den Werken nieder:„Mittheilungen über gewerb⸗ liche und Arbeiterassociationen“(Leipzig 1850); „Associationsbuch für deutsche Handwerker und Arbeiter“(Leipzig 1853);„Die arbeitenden Klassen und das Associationswesen in Deutsch⸗ land“(Leipzig 1858);„Vorschuß⸗ und Credit⸗ Vereine als Volksbanken“(Leipzig 1859); „Jahresbericht über die, auf Selbsthülfe der Be⸗ theiligten gegründeten deutschen Erwerbs- und Wirthschaftsgenossenschaften des kleinen Gewerbe⸗ standes“(Leipzig).
Um Schulze es möglich zu machen, seine ganze Thätigkeit dem Genossenschaftswesen widmen zu
melden. Erledigung Verwaltur lung eines shußßes U. blalbenben Glaͤrbiger ascltnene
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