Ausgabe 
30.11.1867
 
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In der Kammer erklärt Minister Rouher in Er⸗ wiederung gegen Herrn Pages das Stillschweigen des Gelbbuchs über die deutschen Angelegenheiten folgendermaßen: Die Zusammenkunft in Salzburg, vorzugsweise privater Natur, hat zu einem ein⸗ fachen Rundschreiben Veranlassung gegeben, das derMoniteur veröffentlichen könnte; die An⸗ gelegenheit Schleswigs wurde nur zwischen Berlin und Kopenhagen verhandelt, und da sich zwischen Paris und Berlin keine Unterhandlungen darüber angeknüpft, so batte die Regierung keine Mit⸗ theilung über die deutschen Angelegenheiten zu machen.

Holland. Haag. Die Deputirtenkammer lehnte mit 38 gegen 36 Stimmen den Etat des Auswärtigen ab. Die Regierung erklärte hierauf, sie betrachte die Verwerfung des Etats, verbunden mit der vorangegangenen Diskussion, als Miß⸗ trauensvotum gegen das Gesammteabinet, welches demgemäß seine Demission gebe. Auf Antrag der Regierung beschloß die Kammer, die Berathung des Budgets auszusetzen.

Großbritannien. London. Im Hause der Gemeinen verlangt die Regierung einen Kredit von 2 Millionen Pfund für die abyssinische Ex⸗ pedition und gibt dabei einen historischen Ueber- blick über den Stand derselben. Nachdem alle Maßregeln ergriffen worden seien, um die Freiheit der abyssinischen Gefangenen zu erlangen und nachdem das Ultimatum vom König Theodoros verworfen worden, sei es unerläßlich geworden, die Ehre des Landes zu vertheidigen. Napier babe die Ordre empfangen, peremptorisch die Be⸗ freiung der Gefangenen zu verlangen und diese Forderung durch Waffengewalt zu unterstützen. Die Kosten der Expedition, wenn sie bis Ende April dauere, würden Millionen Pfund be tragen und 3,800,000 Pfund mehr, wenn die aus Judien zurückgezogenen Truppen ersetzt werden müßten. Doch seien im laufenden Finanzjahr nur 2 Millionen zu bedecken. Lowe tadelt scharf das übereilte Vorgehen der Regierung, die vor- gegangen sei, ohne das Parlament um Plan und Gang der Expedition zu fragen.

Aus New⸗Nork mit dem DampferHer⸗

mann eingetroffene Nachrichten bis zum 14. ds. sagen: Bei einer vom conservativen Vereine in Washington dem Präsidenten gebrachten Serenade versprach derselbe die Abschaffung bestehender Uebel⸗ stände, die Sicherung der verletzten Constitution und die Befreiung des Volks von der Soldaten gewalt. Der DampferGermania bringt Nach⸗ richten aus New Nork bis zum 16. Nov.: Ein starker Druck behufs großer Zollermäßigung auf Baumwolle und Wollefabrikate steht im Congresse bevor. Der jüngste Orkan auf Portorico zerstörte 10,000 und beschädigte 3000 Häuser. Die Zucker⸗ ernte ist total zerstört, der Verlust an Vieh un⸗ geheuer, der Schaden unberechenbar.

Italien. Das Insurrektions Comité in Rom hat am 17. November wieder einen Aufruf an die Römer erlassen, der in sehr starken Aus drücken abgefaßt ist. Es heißt in demselben: Der is kein Römer, der mit dem... Soldaten sympathisirt, welcher von Neuem den Boden unseres Vaterlandes beschmutzt und bei Mentana unsere Brüder decimirt hat; der ist kein Römer, welcher Fabrikgegenstände von dem Volke kauft, das die unsterblichen Ruhmeserinnerungen von 89 unter der schmachvollen Vertheidigung der Regierung des Syllabus begraben hat

Die ganze Diviston Dumont hat Ordre erhalten, nach Civita-Vecchia abzugehen, von wo sich die Linienregimenter 29 und 59 nach Frank⸗ reich einschiffen werden.

Türkei. Der Vertrag über die Grundzüge einer Eisenbahn Verbindung von Konstantinopel nach dem persischen Golf, welcher eine Ausgabe von 36 Millionen erfordert, wurde von der Pforte unterzeichnet.

Rußland. DasPetersburger Journal sagt: Die römische Regierung dürfe nicht hoffen, daß Europa sich begnügen würde, nur fromme Wünsche zu formuliren und daß die Evidenz der Thatsachen so weit verkannt würde, um sich zur Herstellung der alten Gränzen des Kirchenstaats oder zur Aufrechthaltung eines anormalen Zustandes bereit zu erklären. 8

Ein Krakauer Privat- Telegramm der Morgenpost meldet: Eine Verfügung des Statt halters von Polen verbietet sämmtlichen russisch⸗ polnischen Unterthanen bis zum einunddreißigsten Lebensjahre, Reisen nach dem Auslande zu unter- nehmen.

Griechenland. Auf Kandia haben die Feindseligkeiten wieder begonnen. Der Transport von kretensischen Familien durch ausländische Schiffe dauert fort. Die Eisenbahnlinien zwischen Athen und dem Pyräus unternahmen Engländer.

Amerika. New⸗Nork. Der Contrakt⸗ abschluß mit einer Hamburg-Amerikanischen Packet⸗ schifffahrtsgesellschaft wurde von der Unions regierung kürzlich vollzogen. Die Dampfschiffe derselben nehmen jeden Dienstag die amerikanische Post nach Europa Der Contrakt tritt mit Neu- jahr in Kraft.

* Friedberg. Von Augenzeugen wird uns mit⸗ getheilt, daß in dem in der Nähe des Hessendrücker Hammers gelegenen Buderus'schen Braunkohlenwerke durch Entzün⸗ dung der in der Grube lagernden kleinen Kohlen ein Brand ausgebrochen ist und schon etwa 10 Tage andauert. Man ist bemüht durch Einlassen des Wetterflusses in die Grube den Brand zu löschen.

Darmstadt. Im Anschluß an die in Preußen be⸗ stehenden Vorschriften sind von nun an bei Militärdienst⸗ sachen Ort, Monat, Vor⸗ und Zunamen bei der Unter⸗ schrift mit lateinischen Buchstaben, Charge und Titel dagegen in deutscher Schrift zu schreiben. Bisher durfte die lateinische Schrift gar nicht zur Anwendung kommen.

Aus Rheinhessen. Die Turnzeitung berichtet, daß die beiden Söhne des Realschuldirektors Sander in Bingen zu Batavia einen Turnverein gegründet haben, der un⸗ längst ein Schauturnen abhielt, das allgemein befriedigte. Unterstützt durch die dortigen deutschen Kaufleute baute der Verein eine zweckmäßige Turnhalle, in der Abends von 9 bis 10 Uhr nach deutscher Weise geturnt wird.

Mainz. Bei Finthen wurde kürzlich Abends um 8 Uhr ein Mann von hier von einem unbekannten Strolche angefallen, welcher mit den Worten:Geld oder Blut! seine Baarschaft verlangte. Allein unser Mainzer, der damit nicht zufrieden war, schlug so erbärmlich auf den Gauner, daß derselbe die Flucht ergriff und der Mainzer seinen Weg ungestört fortsetzte.

Braubach. Vor einigen Tagen ereignete sich dahier ein trauriger Vorfall. Zwei Einwohner von Idstein saßen des Abends in der heitersteu Laune in dem Wirthshause des Herrn Schuppach, jedoch beide in einem etwas an getrunkenen Zustande. Es kam bald darauf zu einem Wortwechsel zwischen Beiden. Der Eine, gerade von der Jagd zurückgekehrt, nahm sein Gewehr und wollte seinen Gegner damit schlagen. Dasselbe entlud sich und traf einen jungen Mann von 25 Jahren, welcher sorglos in einer anderen Ecke des Zimmers saß und Karten spielte. Derselbe ist bereits am anderen Morgen seinen Wunden erlegen. Er hinterläßt eine trauernde Wittwe und zwei kleine Kinder.

2% Eigenthümliche Urwahl zu N. im Kreise

Rache. Bei der letzten Culm(Preußen) gab ein

Urwähler seine Stimme dem Gutsbesitzer W. auf G. Befragt, weßhalb er gerade diesen Herrn wähle, antwortete er:Ich habe vor mehreren Jahren bei dem Kerl gedient und mal von ihm Schläge bekommen, nun laß ich ihn dafür in der Kammer sitzen.

Nähmaschinen. Nach offiziellen Zusammen⸗ stellungen wurden in den Vereinigten Staaten von Nord⸗ Amerika während des letzten(am 10. Juni zum Abschluß gebrachten) Jahres au Zweifadenmaschinen(Steppstich) nicht weniger als 151,135 Stück, an Einfadenmaschinen (Kettenslich) 18,970 Stück sabrizirt. Unter den Fabri⸗ kanten der ersten Gattung neymen Singer mit 43,053, Wheeler und Wilson mit 38,055, Grover und Baker mit 32,999, unter denen ber letzteren Wileox und Gibbs mit 14,152 Stück weitaus die erste Stelle ein.

% Ein Mol? München, 24. Nov.: Gestern wurde die Leiche einer seit einem Jahre hier lebenden Gräfin aus Wien in ihrer Wohnung, in der Amalienstraße, unte Umständen auf⸗ gefunden, die ein Verbrechen leider außer Zweifel stellen. Die von ihrem Manne getrennt lebende Gräfin hatte am 21. d., Avends, eine vor Kurzem aus Wien hier ein⸗ getroffene Dame aus höherem Stande und deren Begleiter zum Thee geladen. Diese Beiden entfernten sich nach kurzem Verweilen, begaben sich in ihren Gasthof und verließen dann sofort unsere Stadt. Die Eigenthümerin der Wohnung, in welcher die Gräfin logirte, erschlen es auffallend, daß dieselbe fast zwei Tage nicht zu sehen war, und daß deren Zimmer verschlossen blieb. Auf erfolgte Anzeige ließ die Polizei sosort das Zimmer öffnen, auf dessen Boden die Gräfin entseelt lag. Allem Anschein nach liegt hier ein schweres Verbrechen, eine Vergiftung, vor, doch muß das erst durch die Obduction der Leiche und durch die Untersuchung festgestellt werden. Verdacht liegt natürlich auf den beiden erwähnten Personen, die denn auch bereits verfolgt werden. Liegt hier ein Mord vor, so ist es jedenfalls kein Raubmord; denn irgend eine Entwendung von Gegenständen hat nicht stattgefunden, selbst die Correspondenz der Gräfin war unberührt.

Telegraphischer Bericht. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec.-Ageut.

Das Hamburger PostdampfschiffSaxonia, Capitän Haack, welches am 9. November von Hamburg vis Southampton abging, ist nach einer ausgezeichnet schnellen glücklichen Reise von 10 Tagen 10 Stunden wohlbehalten in New⸗York angekommen.

Das Bremer PostdampsschiffHermann, Capitän Wenke, welches am 14. November New-⸗York verließ, ist nach einer schnellen glücklichen Reise von 11 Tagen wohl⸗ behalten in Cowes angelangt, und hat, nachdem es daselbst die für England und Frankreich bestimmten Passagiere und Posten gelandet, unverzüglich die Reise nach Bremen fortgesetzt. Dasselbe bringt 66 Passagiere und volle Ladung.

Das Bremer PostdampfschiffNewyork, Capitän Dreyer, trat am 23. November wiederum eine Reise via Southampton nach New⸗York an und hatte außer einer starken Brief- und Packetpost 245 Passagiere und 500 Tons Ladung an Bord.

Fiauür Johanngeorgenstadt

ging ferner bei uns ein von: J A. 24 kr. L. W. F. 30 kr. M. M. 1 fl. Hoͤt. 1 fl. Aus dem Pfarrhause zu M. 1 fl. Frl. Groß 1 fl. A. R. 1 fl. S. L. 36 kr. Schlosser Fr. Rumpf 36 kr. Ungenannt 30 kr. L. C. T. 1 fl. 10 kr. Zusammen 8 fl. 46 kr. In Summa bis jetzt eingegangen 42 fl. 49 kr.

Au Kleidungsstücken wurden uns weiter zugestellt von: Ungenannt 3 wollene Kaputzen, 3 wollene Kinderkäppchen, 3 gehäkelte Hütchen, 1 Kinderjäckchen, 1 Paar Kamaschen, 1 Halstuch, 1 Paar Stauchen, 1 Pack wollenes Garn. Aus dem Pfarr⸗ hause zu M. 1 Kissen, 1 Paar Strümpfe, 1 Kaputze, 2 Hemden, 1 Herrenmütze, 1 Beitluch. K. Renner 5 Frauenhemden, 1 Frauenjacke, 1 Weste, 1 wollene Unter⸗ hose. Spengler Frick 2 Knabenröckchen, 1 Paar Hosen. Weitere Gaben werden mit Dank angenommen. Die Expedition des Anzeiger für Oberhessen.

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