Functionen als Generalstaatsprocurator am Cassa— tionshof für linksrheinische Angelegenheiten dem Oberstaatsanwaltssubstituten Dr. Franckübertragen worden, während Obergerichtsrath v. Jungenfeld aus Mainz die Staatsbehörde für Rechtssachen der Provinz Rheinhessen vertreten wird.
— Hofgerichtsassessor Knorr in Darmstadt ist zum Hofgerichtsrath, Stadtgerichts At de Langsdorf von Gießen zum Landrichter'in Wald⸗Michelbach ernannt worden.
* Friedberg. Wie wir von gutunterrichteter Seite erfahren, bestätigt sich das schon seit einiger Zeit courstrende Gerücht, daß der Begründer und seitherige Herausgeber des„Wetterauer Boten“ Hr. Moritz Kuhl zu Butzbach, sein Buchdruckerei— geschäft, sowie das Verlagsrecht des genannten Blattes an einen seiner Büreaugehülfen, Herrn Chr. Weickhardt, käuflich abgegeben hat.
— Auch das„Anzeigeblatt für den Kreis Grünberg“ kündigt seinen Lesern an, daß es mit dem Jahre 1868 in bedeutend vergrößertem Formate erscheinen werde und eine kurze Ueber⸗ sicht der wichtigsten Tagesbegebenheiten ꝛc. zu bringen gedenke.
Gießen. Der Adreßkalender der Universi— tät weist folgenden Personalbestand nach: 1) Theologische Faeultät: 5 Docenten, 44 Studi⸗ rende(worunter 2 Ausländer). 2) Juristische Facultät: 7 Docenten, 52 Studirende(worunter 1 Ausländer). 3) Medieinische Facultät: 12 Do- centen, 67 Studirende(worunter 5 Ausländer).
ußerdem sind noch 11 Studirende der Thier—
arzneikunde hier, während der Lehrstuhl dieser Wissenschaft noch nicht besetzt ist. 4) Philoso⸗ phische Facultät: 31 Docenten, 147 Studirende (worunter 26. Ausländer). Diese 147 Studi- rende auf die einzelnen Fächer vertheilt, zählt man Studirende der Architectur: 30; der Came— ralwissenschaft: 24; der Forstwissenschaft: 233 der Philosophie und Philologie: 45; der Phar- macie und Chemie: 13.
Preußen. Berlin. Nach einer amtlichen Zusammenstellung der Hütten⸗Produktion im Zoll⸗ verein während des Jahres 1865 zählte derselbe in dem genannten Jahre 1581 Hüttenwerke, welche 40,606,278 Ctr. Eisen, Gold, Silber, Blei Zink ꝛc. producirten. Der Geldwerth dieser Pr duktion belief sich auf 128,918,887 Thaler. Arbeiter waren in den Hütten 99,812 beschäftigt. Auf Preußen, mit Einschluß der neuen Provinzen, die damals indeß noch nicht zum preußischen Staat gehörten, kommen von jenen Gesammtzahlen 1234 Hüttenwerke, mit 86,322 Arbeitern und 35,665,337 Centner Produktion, die einen Werth von 112,632,877 Thlrn. repräsentirt. Das bedeu-
nisse im Werthe von 102,455,138 Thlrn. her⸗ gestellt. In Preußen war die Zahl der Eisen— werke 1054, auf welchen 74,923 Arbeiter 33,060,338 Ctr. Eisenfabrikate im Werthe von 89,586,973 Thlrn. herstellten. Auf Roheisen kamen hiervon 152 Werke mit 13,633 Arbeiter und 15,529,370 Centner im Geldwerthe von 20,130,245 Tylrn.; auf Rohstahleisen 7 Werke, 249 Arbeiter und 1,007,169 Ctr. im Geldwerth von 1,671,165 Thlrn.; auf Gußwaaren aus Erzen 37 Werke, 4145 Arbeiter und 801,993 Ctr. im Geldwerthe von 2,353,682 Thlr.; auf Gußwaaren auf Roheisen 278 Werke, 13,566
Arbeiter und 3,371,858 Ctr. im Werthe von
12,172,742 Thlrn.; auf Stabeisen und gewalztes Eisen 302 Werke, 23,651 Arbeiter und 8,175,813 Ctr. im Werthe von 23,047,038 Thlrn.; auf Eisenblech 34 Werke, 4764 Arbeiter und 1,547,721 Ctr. im Werthe von 7,245,884 Thlrn.; auf Stahl 161 Werke, 12,908 Arbeiter und 1,964,183 Ctr. im Werthe von 16,144,826 Thlrn.
— Die seit Jahren verlangte Vorlage über die Einrichtung und Unterhaltung der Volks— schulen und die Pensionsberechtigung der Volks⸗ schullehrer ist nun da. Die beiden hierher gehörenden Gesetzentwürfe bilden ein weitläufiges Material. In der Hauptsache lassen sich dieselben dahin bezeichnen, daß die Volksschullebrer in den Städten unter 10 000 Einwohnern ein Minimaleinkommen, außer freier Wohnung, von 200 bis 250 Thlr. erhalten sollen, welches Einkommen in Städten über 10 000 Einwohnern nach Bedürfniß bis auf den doppelten Betrag erhöht werden kann. Für die Lehrer auf dem Lande enthält der Gesetz⸗ entwurf keine fixirte Bestimmung über das ihnen zu gewährende Diensteinkommen, und das Nähere darüber soll den Provinziallandtagen überlassen bleiben. Nach 15 Dienstjahren soll vie Pension 50 Thlr., nach 30 Dienstjahren 100 Thlr., und nach 40 Dienstjahren 120 Thaler jährlich betragen. Es ist unzweifelhaft, daß diese Sätze dem Ab- geordnetenbause nicht genügen werden.
— Der„Fr. Ztg.“ wird von Berlin geschrieben: „Man erzählt sich, die Regierung besitze sichere Nachrichten, nach denen die französischen Rüstungen, von denen auffallender Weise in den letzten Monaten nichts verlautet hat, so weit in der Stille fort- geführt seien, daß sie als nahezu vollendet be⸗ trachtet werden könnten. Auch in Oesterreich seien in den letzten Monaten die Kriegsvorbereitungen ernstlich gefördert worden und hoffe man dort, gegen Ende Februar oder Anfangs März voll- ständig keiegsbereit und schlagfertig zu sein. Napoleon III. und Beust hielten den gegen- wärtigen Zeitpunkt für ganz günstig.“
tendste unter den Hütten⸗Produkten ist das Eisen.
Der„Staatsanzeiger“ erklärt amtlich,
im Ganzen wie im Einzelnen in Bezug auf jedes genannte Blatt und jeden Theil der angegebenen Summe unwahr ist.
Bayern. München. Die Wahlen für das Zollparlament werden in Bayern nächstens ausgeschrieben. Der Zusammentritt des Parlaments findet wahrscheinlich nicht vor März statt.— Die„Süddeutsche Presse“ meldet, daß Württem— berg die Beschlüsse der Militär-Conferenz ratisi⸗ cirt habe.
Württemberg. Stuttgart. Abgeord⸗ netenhaus. In der Sitzung vom 23. wurde der Ge⸗ setzentwurf über die künftige Landesvertretung ein⸗ gebracht. Das Zweikammersystem ist beibehalten. Das Abgeordnetenhaus besteht aus 94 Mitgliedern, 64 direct gewählten, 24 hochbesteuerten und 6 Vertretern der Kirche. Die erste Kammer bildet sich aus den Standesherren, den Vertretern der Universität, der beiden Kirchen, der größeren Städte, der acht Kreise, und den vom König er⸗ nannten 10 Mitgliedern, zusammen fünfzig. Außer⸗ dem wurde der Gesetzentwurf über die neue Ver⸗ waltungsorganisation zur Vorlage gebracht.
Baden. Karlsruhe. Noch vor der Ver⸗ tagung über Weihnachten sind die Mitglieder beider Kammern privatim zusammengetreten, um über die bevorstehenden Wahlen zum Zollparlament sich zu besprechen. Es wurde beschlossen, eine über die Wichtigkeit dieser Wahlen und des Zoll⸗ parlaments sich verbreitende Ansprache an das badische Volk zu erlassen, welche von den ein- zelnen Mitgliedern der Kammern unterzeichnet werden soll. a
— Die Kammer hat den vielgeplagten Wolks⸗ schullehrern ein angenehmes Weihnachtsgeschenk bereitet, indem es die Besoldungen derselben in einer den Forderungen der Zeit entsprechenden Weise erhöhte. Ein Hauptlehrer erster Klasse (in Orten bis zu 500 Seelen) bezieht künftig neben der freien Wohnung einen festen Gehalt von jährlich 400 fl., ein solcher zweiter Klasse (in Orten bis zu 1500 Einwohnern) 425 fl., in der dritten Klasse(bis 3000 Einwohner) 475 fl., in der vierten Klasse(in Orten über 3000 Einwohner) 525 fl. Außerdem beziehen die Lehrer nach je fünf Jahren, die sie auf der⸗ selben Schulstelle verbringen, eine Personalzulage von 20 fl., so daß die Gehalte der Lehrer erster Klasse allmälig über 500 fl., die der zweiten über 600 fl., die der dritten über 700 fl. und
steigen.
Oesterreich. Wien. Präsident Giskra ladet das Unterhaus ein im Sinne der neuen Verfassung die Wahl eines Präsidenten vorzu⸗ nehmen. Unter Vorsitz des Alterspräsidenten wird
die der vierten Klasse sogar über 1000 fl. hinauf⸗
Im gesammten Umfang des Zollvereins wurden daß die von dem französischen Deputirten Ker⸗ 1376 Eisenwerken von veguen im gesetzgebenden Körper vorgelesene Be- 87,097 Arbeitern 37,849,055 Cir. Eisenerzeug⸗hauptung des belgischen Journals„Finance“
im Jahre 1865 auf
darauf Giskra fast einstimmig wieder zum Präsi⸗ denten gewählt. Auf der Tadesordnung des Hauses steht die Bewilligung zur Forterhebung der Steuern
f O Der Fenierbund.
Das Fenierunwesen, wie es gegenwärtig durch scheußliche Verbrechen die Bevölkerung Englands ängstigt, ist eine so merkwürdige und dabei von der Tagespresse so wenig aufgeklärte Erscheinung, daß ein paar Worte darüber den Lesern dieses Blattes erwünscht sein dürften. Schon seit Wochen solgt Bericht auf Bericht von Mord ver suchen und Mord⸗ thaten, von plötzlichen Angriffen auf die Polizei zur Befreiung der gefangenen Fenier⸗Männer, von großartigen Meetings und Prozessionen zu Ehren der der Mordwuth(1) der Regierung zum Opfer gefallenen Märtprer(1), von Drohbriefen,„fenischem“ Feuer und grͤßlichen Explo⸗ sionen, von dem allgemeinen Entsetzen, das die unheimliche Mörderbande hervorruft, und von der Rathlosigkeit der Polizei dem im Finstern schlei⸗ chenden Feinde gegenüber, der, überall und nirgends, vor keiner Unthat, auch der schwärzesten nicht, zurückbebt. Was für ein Feind ist das, und was hat seine Wuth so gereizt und seine Rachgier so gestachelt, daß er friedlichen Bewohnern, ja der gonzen Gesellschaft Krieg bis auf's Messer, Tod und Verderben geschworen zu haben scheint? Daß wir es mit einer irischen Verschwörung zu thun haben, ist so ziemlich Alles, was gewöhnlich aus den Tagesberichten hervorgeht. Ist diese Verschwörung eine politische, religibse oder sociale, oder ist sie vielleicht das Alles zusammen 7 Um einigermaßen darüber klar zu werden, ist es nöthig, daß wir einen Blick auf die englisch⸗irische Geschichte werfen, und da treten uns alsbald zwei Gegensätze entgegen, die im Laufe der Jahrhunderte zwischen England und Irland eint tiefe Kluft gegraben haben, der Gegensatz der Race und der Religion. Als im 5. Jahrhundert die Angelsachsen nach Britannien hinübergingen, wurden sie zwar alsbald die Herren von England,
nicht so gelang es ihnen aber, die keltische Bevölkerung von Irland zu verdrängen, die unabhängig von dem Germanenthum sich unter der Herrschaft eigner Häuptlinge erhielt. Erst im 12. Jahrhundert begannen ernstliche Versuche, Irland zu erobern. Blutige Kriege der Häuptlinge unter einander und gegen die Eroberer zerfleischten das Land und pflanzten tiefen Nationalhaß zwischen Eroberern und Eroberten, den Germanen und den Kelten. Zu diesem nationalen, durch Gewaltthätigkeiten und Be⸗ drückungen von Seiten der Engländer stets genährten und gesteigerten Haß gesellte sich später zur Zeit der Reformation, die bei den Iren wenig Eingang fand, der Gegensatz der Religion, und so ist es gekommen, daß Irland für England das geworden ist, was Polen für Rußland— ein gewaltsam unterworfenes Land, dessen Bewohner von glühendem Haß gegen ihre Unterdrücker erfüllt, keine Gelegenheit zur blutigen Erhebung gegen dieselben haben ungenützt vorüber geben lassen. Das beweist die Geschichte Englands auf manchem Blatt und findet seine Bestätigung ir der von der franz. Republik in den 90 er Jahren des vor. Jahrhunde
unterstützten Empörung Irlands, die mit überlegener Waffengewg geworfen, zur völligen Vereinigung Irlands mit England in und Gesetzgebung führte. Der erste bedeutungsvolle Se 7 nung geschah 1829 durch die Emancipationsacte, die den Irländern d
Zutritt zum engl. Parlament gewährte. Hier trat der„große Agitator“ O'Coneel mit Nachdruck für die Rechte Irlands in die Schranken, und wäre auf englischer Seite weniger Hochmuth und Anmaßung, auf irischer mehr Mäßigung und Bildung gewesen, ein dauerndes Band der Versöh⸗ nung hätte geknüpft werden können, anstatt daß die ausgehungerte, ver⸗ zweifelnde Masse auf's neue auf den Weg der Empörung und— zur
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