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Donnerstag den 25. April.
M49.
Enthält die amtlichen Erlasse für den Kreis Friedberg.
Sriedberger Intelligenzblatt.
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Amtlicher Theil.
Aus dem Großherzoglichen Regierungsblatte sind zu publiziren:
Nr. 17 sub 1. Friedderg den 20. April 1867.
Zetreffend: Die Taubstummen⸗Statistik im Groß h. Hessen, insbesondere die Aufnahme taubstummer Kinder in
Bekanntmachung, die Zusammensetzung der Medizinalbezirk ger für das Jabr 1867 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfniss
e in den Provinzen Starkenburg und Oberhessen betreffend.— sub 4. Uebersicht e in den Gemeinden des Kreises Friedberg betreffend.
Großberzogliches Kreisamt Friedberg
Taubstummenanstalten des Großherzogthume.
An die evangelischen und k
Diejenigen von Ihnen, welche noch mit der Berichtserstattung in obigem
unfehlbar zu erledigen.
Trapp.
Friedberg den 18. Npril 1867.
atholischen Schulvorstände des Kreises. Betreffe im Rückstande sind, haben solche binnen 8 Tagen
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
Zetreffend: Die öffentlichen Schulprü fungen im Jahre 1867.
Die Großherzogliche Kreisschulcommission Friedberg
an die Orts vorstände.
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Friedberg am 18. April 1867.
Wir bringen die Vornahme der öffentlichen Schulprüfungen in Erinnerung und sehen demnächst der Vorlage der Protokolle
hierüber(S. 4 pos. 2 der Instruction für die Ortsschulvorstände vom 20. Juni 1832) entgegen.
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Hessen. Darmstadt. In einer am 17. 5. M. abgehaltenen Versammlung hiesiger Bürger wurde nachstehende Aufforderung beschlossen:
„Die hessischen Abgeordneten haben im norddeulschen Reichstage interpellirt, ob dem Eintritte unseres ganzen Broßherzogthums in den norddeutschen Bund noch Hinder⸗ disse entgegenstehen. Die Antwort des Grafen Bismarck urgibt, daß solche von Seite Preußens nicht werden er⸗ hoben werden, und hiermit ist der Umstand weggefallen, welcher seither unsern Eintritt in die Ferne zu rücken schien; der Grundsatz der Mainlinie ist aufgegeben. Nach der Erklärung unseres Bundescommissärs in Berlin ist dei unserer Regierung gleiche Geneigtheit zu unterstellen. Dürfen wir hiernach hoffen, daß Se. k. Hoheit der Greß⸗ gerzog— im Anschluß an seine Protlamation vom 17. Sept. v. J.— auch für die südlichen Provinzen des Tandes dem norddeutschen Bunde in Bälde beitreten werde; so halten es die Unterzeichneten dennoch für geboten, daß die öffentliche Meinung bezüglich dieses Schrittes noch vorher sich deutlich kund gibt. Dec Eintritt des ganzen Großherzogthums in den norddeulschen Bund ist im In⸗ teresse Deuischlands wünschenswerth, im Interesse unseres Landes unerläßlich. Die Erwägungen, die dafür sprechen, sind bereus zur Genüge erörtert. Jetzt aber scheint uns jener Eintritt zugleich die geeigneiste Antwort zu sein, welche Hessen seines Theils auf die neueste Herauoforde⸗ rung geben kann, welche unserer Nation aus Frankreich wird. Zwar hoffen wir noch auf den guten Geist des französischen Volkes, mit dem wir in Frieden zu leben aufrichtig wünschen. Gilt es aber, den bedrohten Frieden zu retten, so ge. schieht es am besten dadurch, daß jede Rechnung, die man auf unsere Zerrissenheit gründen könnte, aufs schleunigste als irrig erwiesen wird. Lehren wir Diejenigen, die so rechnen, vielmehr, daß ihre Pläne nur dazu dienen, die Wiedervereinigung der zersprengten Glieder Deutschlands zu beschleunigen; lehren wir sie dies, indem wir den norddeutschen Bund durch Anschluß dem Ziel der Erwei⸗ terung zum deutschen Reich um einen Schritt näher führen. Was uns von dem Norden trennen möchte, dessen darf jetzt nicht mehr gedacht werden, und wenn uns die engere, die bundesstaatliche Verbindung mit ihm möglich gemacht wird, dürfen wir uns nicht mit der weniger engen be⸗ gnügen: denn je inniger verbunden, desto mehr werden die Kräfte Deutschlands leiten. Wir fordern unsere Mit⸗ bürger, sofern sie gleicher Meinung sind, auf, sich unserer Erklärung durch Unterschrift anzuschließen. Darmstadt, 17. April 1867. Buchner II., Dr. Rieger, Dr. Becker, Dr. Hüffel, Fabrikant Wenck, Dr. v. Wedekind, Welcker, Adv. Weller, Adv. Siegfrieden, Adv. Otto Hofmann J.“
Diese Aufforderung hat mittlerweile eine große Anzahl Unterschriften von Männern aller Parteien gefunden und ist noch größere Betheiligung zu erwarten.
— Die„Hess. Landesztg.“ will vernommen haben, daß in der Kürze den hessischen Staats— angehörigen das Spielen an der Nauheimer Bank verboten werden wird.
— Der Finanzausschuß zweiter Kammer hat bei Berathung der Anforderung der Regierung
für die Geistlichen in seiner Mehrheit folgende Anträge von großer Bedeutung gestellt. 1) durch Aenderung der Verfassung der evan⸗ gelischen Kirche deren Selbständigkeit zu begründen, 2) die Steuerfreiheit der Kirchen- und Schul- güter aufzuheben, 3) die Hoheitsrechte des Staates und resp. Patronatsrechte des Landesherrn der Kirche gegenüber zu wahren und renitenten Geist⸗ lichen keine Besoldung aus Staatsmitteln zufließen zu lassen, 4) die Verordnung vom 30. Januar 1830, die Nothwendigkeit einer wirklichen akade- mischen Bildung für die katholische Geistlichkeit wieder zur Anwendung zu bringen und demzufolge in Erwägung zu ziehen, ob zu diesem Behufe die kath. theol. Facultät an der Landesuniversität wieder herzustellen sei, 5) die für die bekanntlich dermalen von Jesuiten verwaltete St. Christophs- pfarrei in Mainz geforderten 252 fl. so lange abzulehnen, als die nicht ordnungsmäßige Be; setzung, resp. Verwaltung, dieser Pfarrei fortdauere, 6) die zur Unterstützung der evangelischen Geist⸗ lichen geforderten 3000 fl. abzulehnen, jedoch eine gleiche Summe zur Aufbesserung zu gering votirter Pfarrstellen zu verwilligen. Eine Minorität des Ausschusses der zweiten Kammer und der Finanz- ausschuß der ersten Kammer ist diesen Anträgen nicht beigetreten.
— In dem an die Stände gelangten Budget werden von der Regierung für die Kreisämter 131,610 fl. angefordert. Der Finanzausschuß der zweiten Kammer beantragt in seiner Majorität: 1) die angeforderte Summe nach Abzug von 2000 fl. Repräsentationsgehalt und 300 fl. Natural- vergütung des Territorialcommissärs zu Mainz zu genehmigen, 2) die Staatsregierung zu er- suchen, das Kreisamt Wimpfen aufzuheben und in Erwägung zu ziehen, ob nicht noch weitere Kreisämter aufgehoben werden könnten; unter dieser Voraussetzung 5 Kreisassessoren mit je 800, 12 mit je 1000 und 5 mit je 1200 fl. zu hono⸗ riren. Die Befugnisse der Bezirksräthe wieder angemessen zu erweitern. Eine Minorität will in Oberhessen 2—3, in Rheinhessen 1 und in Starken⸗ burg 2 Kreisämter aufgehoben und an den Kosten für Schreibereien 4000 fl. gespart wissen. Bericht⸗ erstatter ist Abg. Hunsinger.
— Die Mehrheit des Finanzausschusses bean- tragt weiter, den bisherigen Staatsbeitrag zur geistlichen Wittwenkasse von 6000 fl. auf 3000 fl. herabzusetzen, da jene Kasse einen durchschnittlichen
Ueberschuß von 30,000 fl. jährlich und ihr Kapitalstack bereits eine Million überschritten hat. Die Minderheit will jeden Beitrag gestrichen sehen.
— Wie verlautet, ist Ende voriger Woche die Militär-Convention mit Preußen durch den Großherzog unterzeichnet worden.
S. Friedberg. In Betreff der in Nr. 47 dieses Blattes angekündigten Lehrer-Versammlung in Hildesheim ist es vielleicht von Interesse, zu wissen, daß noch nie derartige Conferenzen mit mehr Gewißheit eine zahlreiche Betheiligung er- warten durften, als gerade die bevorstehende. In Hildesheim befinden sich nämlich, wiewohl die Stadt nur 18,000 Köpfe zählt, folgende Anstal⸗ ten: zwei Gymnasien, ein protestantisches und ein katholisches, ein Priester⸗ und ein Schullehrer⸗ Seminarium, eine Realschule, zwei Handels- schulen, eine Ackerbauschule, ferner zwei Schulen für Handwerker, zwei für Techniker, eine für Mühlenärzte, drei höbere Mädchenschulen und zahlreiche Klassen der Volks⸗ und Elementar- schule, daneben noch eine Taubstummen-Anstalt, drei Irrenanstalten und drei Waisenhäuser. An allen diesen Bildungs-Anstalten stehen im Ganzen weit über 100 Lehrer und Lehrerinnen in Thätigkeit, so daß, wenn auch gar keine aus- wärtigen Theilnehmer sich einfinden sollten, die einheimischen schon genügen, um eine recht statt⸗ liche Versammlung zu bilden.
* Friedberg. Stabsarzt Dr. Nebel dahier, welcher in dem Treffen bei Aschaffenburg durch einen unglücklichen Sturz einen Armbruch erlitten hat und nicht vollständig wiederhergestellt werden konnte, hat vor einigen Tagen seine Pen- sionirung erhalten.
Mainz. Wie der„M. Anz.“ meldet, er- wartet man die Ankunft des Generalstabschefs Moltke in unserer Festung..
Aus Rheinhessen wird gemeldet, daß bei der evangelischen Geistlichkeit des Großherzogthums eine Adresse an den Großherzog zur Unter- schrift im Umlauf gesetzt sei, in welcher dieselbe eine entschiedene Verwahrung gegen die in der Sturmpetition des katholischen Clerus angestrebte Anerkennung der Jesuiten im Interesse der evan- gelischen Kirche ausspricht.
Preußen. Berlin. Die neulich mit. getheilte Kundgebung der Pariser Studenten hat eine indirecte Beantwortung in hiesigen, wenn


