tags soll um Mitte September geschehen. Da der Wahltermin auf den 31. d. M., einen Sam- stag, anberaumt wurde, so ist die Verfügung ge⸗ troffen worden, um etwaigen Gewissensbedenken der israelitischen Vevölkerung zu begegnen, daß an gedachtem Tage Stimmzettel noch bis eine Stunde nach Sonnenuntergang entgegengenommen werden.
— Wie die„Provinzial⸗Correspondenz“ mel⸗ det, hat der Bundesrath den vom Bundespräsidium vorgelegten Entwurf einer Geschäfts ordnung vorläufig angenommen und den Geh.-Rath Bucher zum Protocollführer ernannt. Die Zollvereins⸗ verträge und der Etat des Bundeshaushalts sind dem Bundesrathe bereits vorgelegt.
— Der„Staats-Anzeiger“ enthält einen 15 Erlaß vom 5. August, welcher gemäß dem Ge⸗ setze vom 9. März die Ausgabe einer Staats⸗ anleihe von 24 Millionen, nöthigenfalls zum vol⸗ len Betrage, für Eisenbahn⸗Ergänzungs⸗Bauten genehmigt; ferner Erlasse vom 14. August, betref- fend die Regelung der Verwaltung des Stempel⸗ wesens in den vormals darmstädtischen Gebiets theilen und in Frankfurt.
— Die Anwesenheit des Königs in Berlin wird nicht lange dauern und bezweckt nur die Feststellung der durch die königl. Verheißungen bedingten Administrutlons⸗Maßregeln in den neuen Provinzen. Der König begibt sich dann in das Seebad Norderney und später nach Baden-Baden.
Hanau. Wie sich doch die Zeiten und Menschen ändern. Die„Hanauer Zeitung“ be⸗ richtet:„Man hat es hier nicht unterlassen, das Geburtsfest des Kurfürsten zu feiern, indem sich gestern eine zahlreiche Gesellschaft in dem Hotel Karlsberg zu einem Festdiner einfand. Die Ein⸗ gänge zum Festsaal, sowie dieser selbst, waren glänzend decorirt und die Klänge der Tafelmusik lockten ein großes Publikum an. Auf den Kur⸗ fürsten wurde der erste Toast ausgebracht und in einer Festrede dessen ächt deutsche Gesinnung ge⸗ schildert. Unter anderen Toasten galt einer dem gesammten Deutschland. Auch in anvern öffent; lichen Localen erschallten bis spät Abends Hochs auf den alten Landesherrn und spät in der Nacht brachte vor dessen Schloß in der Altstadt ein Männer⸗Quartett ein Ständchen.“(I)
Uusingen. Auf die Eingabe des Gemeinde. raths um Belassung des Seminars zu Usingen ist eine Antwort des Oberpräsidenten v. Möller erfolgt, worin es heißt:„Ich eröffne dem Stadt⸗ rath, daß mir von der Absicht einer Verlegung des Schullehrer⸗Seminars von Usingen nach Ipstein nichts bekannt ist. Dem desfallsigen Gerüchte braucht keine Wichtigkeit beigelegt zu werden.“
Sachsen. Leipzig. Die Stadt Johann Georgenstadt im Erzgebirge ist beinahe gänz. lich in Asche gelegt. Nach den Berichten sind von 380 Häusern nur 60 erhalten geblieben. Die Stadt zählte 1865 3742 Einwohner, von denen nun der größte Theil buchstäblich obdachlos ist. Die Privathäuser waren meist von Holz und mit Schindeldächern versehen, daher nicht ver⸗ sichert. Der Brand griff so reißend um sich, daß mehrere Menschen nicht einmal ihr Leben retten konnten. Es sind über 210 Jahre, daß der Ort hart an der böhmischen Grenze von Johann Georg für die um des Glaubens willen verfolgten evangelischen böhmischen Bergleute angelegt wurde (1654).
Oesterreich. Wien. Wie die„Neue Freie Presse“ meldet, macht die französische Regierung namhafte Pferdeankäufe hier wie in Ungarn. 6000 Pferde sind bereits auf der Südbahn bis Susa expedirt worden, von wo der Weitertransport nach Frankreich erfolgt.— Baron Hübner hat Instructionen empfangen, wonach derselbe bei der römischen Curie nachdrücklich Concessionen in der Concordatsfrage fordern soll.
— Die in London erscheinende Zeitung „Hermann“ erinnert daran, daß der Leichnam Robert Blum's noch immer in ungeweihter Erde ruht und hält den jetzigen Zeitpunkt, da der Kaiser von Oesterreich die Leiche sejnes Bruders, des Kaisers Maximilian, erwarte, für geeignet, von
dem Kaiser die ehrenvolle Bestattung der sterb⸗ lichen Reste Robert Blum's zu erbitten.
Salzburg. Telegraphische Depeschen von hier melden nach Wien: Bisher haben nur ver- trauliche Conversationen zwischen den beiden Monarchen einerseits, sowie zwischen dem Kaiser Napoleon, dem Freiherrn v. Beust und dem Grafen Metternich andererseits stattgefunden, welche den orientalischen Verhältnissen galten. Andere hiesige Blätter berichten: Durch die hier gepflogenen Verhandlungen soll eine Verständigung über alle europäischen Fragen erzielt werden. Die Con⸗ ferenzen werden bis zur Abreise des französischen Kaisers fortgesetzt und Protokolle darüber auf genommen werden. Das Bedürfniß des Friedens wird beiderseitig anerkannt.— Kaiser Napoleon machte dem König Ludwig I. in Leopoldskron einen Besuch. Die Abreise des Kaisers erfolgt am Freitag. Die Friedensliebe der beiden Kaiser soll durch eine Einladung an die europäischen Mächte, den getroffenen Vereinbarungen beizutreten, documentirt werden. Die Vereinbarungen haben die Aufrechterhaltung des Prager Friedens zur Grundlage.
— Eine weitere Depesche aus Salzburg lautet: Den Hauptgegenstand der hier vollzogenen Abmachungen hat die Verhinderung des Aufgehens der deutschen Südstaaten in den norddeutschen Bund gebildet. Die Bildung eines süddeutschen Bundes unter österreichischer Führung wird als zuverlässig betrachtet. In Betreff der orientalischen Frage sind die Anschauungen beider Monarchen in Uebereinstimmung.
Frankreich. Paris. Es ist die Nach- richt verbreitet, die Regierung habe von ihrem Geschäftsträger in Mexiko eine Depesche erhalten, aus der hervorgehe, daß das ganze diplomatische Corps das Schicksal des französischen Gesandten Dano theile, d. h. in Mexiko von Porsirio Diaz bis zur Ankunft von Juarez zurückgehalten werde. Nur bezüglich des spanischen Gesandten sei eine Ausnahme gemacht worden. Der erste Secretär der spanischen Gesandtschaft ist bereits in Madrid angekommen, der Gesandte selbst wird erwartet.
Italien. Florenz. Die Nachrichten aus allen Theilen der Halbinsel lauten sehr betrübend, am betrübendsten jedoch immer aus Palermo. Der Telegraph meldet, daß am 14. dort 264 Cholerafälle mit 160 Todten und am 15. 231 Fälle mit 152 Todten vorkamen. Die Stadt ist wie verödet; Jedermann schließt sich ein, die meisten Geschäfte und viele Bureaus sind geschlossen, da ihre Inhaber geflüchtet sind. Das Städtchen Longobucco in den Schluchten des Silawaldes gelegen, bietet ein herzzerreißendes Bild. Die Hälfte der 5300 Einwohner ist gestorben; die andere Hälfte in die Berge entflohen, wo sie vor Hunger und Noth dennoch der Cholera erliegt. Eine andere traurige Erscheinung tritt in einer Stadt zu Tage, in welcher man eine solche gar nicht für möglich halten sollte, in Mailand. Hier weigern sich viele Aerzte, den Cholerakranken Hülfe zu leisten. Die„Lombardia“ weiß von nicht weniger als 15 Aerzten, die auf die flehent lichten Bitten von Angehörigen der Cholera⸗ kranken mit den herzlosesten Entschuldigungen ant⸗ worteten.
Spanien. In der spanischen Provinz Cata⸗ lonien ist eine Revolution ausgebrochen und auf verschiedenen Punkten zeigen sich bewaffnete Ban⸗ den, welche die Telegraphenleitungen zerstört und in mehreren Dörfern die öffentlichen Kassen weg⸗ genommen haben. Eine Depesche an den spa⸗ nischen Botschafter in Paris sagt:„Die Agitation, die sich in mehreren Gegenden Spaniens kund⸗ gegeben, beruhigt sich sichtlich in Catalonien. Mehrere Insurgenten sind auf dem Schlachtfelde geblieben. Andere wurden gefangen genommen. Alles läßt hoffen, daß dieser Lärm bald ganz als lächerlich angesehen werden wird. Der General- Capitän von Catalonien versichert, daß die kleinen im Lande aufgestandenen Banden sofort zerstreut worden seien.“
Großbritannien.
Sitzungen des englischen Parlaments sind geschlossen. Die bei dieser Veranlassung gehaltene Thronrede
London. Die]
schildert die Beziehungen Englands zum Auslande 1 als fortwährend freundlich, indem sie gleichzeitig die zu Anfang des Jahres bestandene Kriegsgefahr
erwähnt, welche, Dank dem Rathe Englands und anderer Neutralen, sowie der Mäßigung Frank⸗ reichs und Preußens, abgewendet worden ist. Die Königin spricht hierbei die Hoffnung aus, daß gegenwärtig kein Grund zu Friedensstörungen vor⸗ liege. Die Thronrede erwähnt sodann verschiedene durch das Parlament erledigte Gesetze, besonders die Reformbill.
Amerika. Die Berichte über die Ernte in Amerika lauten sehr günstig: Die Weizenernte ist in diesem Jahre eine so bedeutende, wie seit langer Zeit nicht mehr. Fast ohne Ausnahme zeigen die Berichte aus den einzelnen Staaten bedeutende Erträge. 250,000,000 Bushel Weizen sind als runde Summe bis jetzt schon für das Jahr in Anschlag genommen, wogegen das ver— gangene Jahr nur 180,000,000 Bushel aufzu⸗ weisen hatte. Auch in andern Fruchtsorten ist die Ernte weit stärker als in den vergangenen Jahren und berechnet man die Geldbeträge, die über die Einkünfte eines gewöhnlichen Jahres dem Lande zu Nutze kommen, auf 500,000,000 Dol⸗ lars. Die Baumwollernte wird von dem landwirthschaftlichen Departement in Washington auf 2,500,000 Ballen geschätzt.
* Friedberg. Wir erinnern unsere Leser daran, daß in wenigen Tagen die Frist zum Austausch der früher gültigen Thurn⸗ und Taxis'schen Briefmarken abläuft und daß dieser Austausch bei jeder Königlichen Poststelle er⸗ folgen kann.
Friedberg. Wie uns von wohlunterrichteter Seite mitgeiheut wird, haben wir nächsten Sonntag Mittag das für uns seltene militärische Schauspiel einer Parade mit Musik zu erwarten. Es wird nämlich die vortreffliche Musik unseres zweiten Regiments, welche für die Feier des Ludwigstages in Nauheim die Ausführung des Fest⸗ coneertes übernommen hat, schon Vormittags dahier ein⸗ treffen und bei der Parade erscheinen. Noch hören wir weiter, daß uns das Vergnügen bevorsteht. am Montag Nachmittag ein Concert dieses Musikcorps im Windecker'⸗ schen Felsenkeller dahier artangirt zu sehen. Wir machen auf dasselbe aufmerksam und können wohl mit Gewißheit den Musiksreunden Friedbergs und Umgegend einen sel⸗ tenen und hohen Genuß versprechen.
G. Ober⸗Rosbach. Die dahier am 18. August abge⸗ haltene Fahnenweihe des Turn⸗ und Gesang⸗Vereins ver⸗ lief, vom herrlichsten Wetter begünstigt, in ungetrübtester Stimmung und war von einer großen Anzahl von Gästen aus der Nähe und Ferne besucht. Die um die Mitlags⸗ funde theilweise schon eingetroffenen Vereine wurden an allen Thoren durch die Musik und das Fest⸗Comité auf's Herzlichste empfangen und zu ihrer Erfrischung in die ver⸗ schiedenen Wirihschaftslocalitäten geführt. An dem kaum übersehbaren Festzug waren 25 Vereine mit wenigstens 18 Fahnen belheisigr; die Zahl der Turner und Sänger betrug ungefähr 850— 900, die der Fest⸗ Jungfrauen etwa 60. Unter den auf dem Festplatz gehaltenen Reden, welche im Allgemeinen sichtlich einen guten Eindruck auf die Zuhörer machten, heben wir die von unserer Fest⸗Rednerin, Fräulein El Launhardt, gesprochenen Worte besonders hervor, denn dieselbe kam ihrer Aufgabe mit einer großen Unbe⸗ fangenheit und Sicherheit nach; überhaupt haben unsere Fest⸗Jungfrauen durch ihr bescheidenes Benehmen die Ach⸗ tung urserer Festgäste sich zu erwerben gewußt. Unter den Gesang⸗Vereinen zeichneten sich besonders Ockstadt, Rod⸗ heim und Köppern durch ihre vorzüglichen Leistungen aus; der gemischte Chor⸗Gesang wurde gleichfalls mit gro⸗ ßer Präcision vorgetragen. Auch der Montag gestaltete sich noch zu einem Festtage, indem man Nachmittags 3 Uh durch die Hauptstraßen nach dem Festplatz zog, wose in der heilersten Sümmung geturnt und getanzt wurde. Wir fühlen uns schließlich veranlaßt, unserer Gemeinde⸗ Behörde für ihre Theilnahme an dem Feste, sowie für ihre Bereitwilligkeit zum Gelingen des Festes das Möglichste beizutragen, unsern wärmsten Dank auszusprechen.
Darmstadt. Die Großherzogliche Staatsschulden⸗ Tilgungskasse⸗Oirection hat unter dem 19. d. M. folgende Bekanntmachung erlassen: Die Fabrikation von fal⸗ schen Großherzoglich Hessischen Orundrenten⸗ scheinen d 5 fl. zu Philadelphia in Nord⸗Ame⸗ rita. Wir bringen hiermit zur öffentlichen Kenntmiß, daß, nach uns gewordenen Mittheilungen des Großherzoglich Hessischen Consuls zu New⸗ Vork, in Pheladelpig eine Fabrikationsstätte für falsche Großherzoglich Hessiche Sea rentenscheine à fl. 5. entdeckt worden ist, sowie, daß ie Platten und die bereits zur Ausgabe fertigen, noch vors handenen falschen Scheine mit Beschlag belegt worden sind. Da jedoch eine Anzahl solcher falschen Scheine in Nord⸗ Amerika in Verkehr gesetzt worden ist, und schon verschie⸗
dene Anfragen wegen der Aechtheit dieser Scheine bei Banquierhäusern zu Frankfurt a. M. Statt gefunden haben, so sehen wir uns veranlaßt, das Publikum biermit u warnen, aus Amerika importirie Großherzoglich Hessische Grundrentenscheine à 5 fl. in Zahlung anzunehmen, un
fordern hiermit auf, vor der Acceptation von aus Amerika. nach dem Continent gesendeten Grundrentenscheinen a 5 fl.
ole Lon, Guundere 3 In der zisiger Fracht ol an lin bog Suat 5 inlet dhe Luz und in den ichen führ, 0 ee ember 1848“ scd slcchen Scheinen; schr denen Adollen. 0) Schemen dent v ben üchlen. ö) nen weniger de B. Auf det! seite fehlt aut Untergrund in der Rückseite nu 2) In Allgem schen Scheine Eindruck, allein in Relief⸗Man Einzelnen eine Statt finòel, nung bei ben Handarbeit nach Vächnunz in den In, Wü de re N. Scheinen i di bei den unächt rechts und li Linien zur oberen Rande zonfale, se den ächten S amten, hier, geschrieben, 4 Sein ausgel aufgerudt wo ler auch nich. u ber gungen 2 alser“ auf d sic auf den dc darauf aum die ächten S0 namenzlich in den cen Mainz. Lnge


