Ausgabe 
19.9.1867
 
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zu zahlen verweigert, sah sich aber in Folge höhe⸗ rer Verfügung bierzu genöthigt und wurde deßhalb der Rechtsweg beschritten. Diese Angelegenheit kam nun am 16. d. M. in letzter Instanz bei groß- herzoglichem Cassationshofe dahier zur Verhand- lung. Als Staatsbehörde fungirte Cassationsrath Dr. Röder, die Stadt Mainz war durch Ad⸗ vocatanwalt Dr. Görz vertreten, das bischöfliche Ordinariat durch Dr. Borkel. Durch das Er- kenntniß groß herzoglichen Cassationshoses wurde Decan Schneider mit seiner Klage abgewiesen, eine Verpflichtung der Gemeindeverwal⸗ tung zu Mainz zur Auszahlung des Pfarrgehalts an die derzeitige Verwaltung nicht anerkannt und der Cassationsbeklagte nun in sämmtliche Kosten verurtheilt.

Dem seitherigen Commandanten des Lehr- bataillons, königlich preußischem Major v. Böhn, ist in der Abschiedsaudienz am 15. ds. von dem Großherzog das Commandeurkreuz des Philipps ordens verliehen worden.

* Friedberg, 18. Septbr. Heute Mittag trafen preußische Quartiermacher, von Homburg, resp. Mainz kommend, dahier ein, um den Durch- marsch des Füsilierbataillons vom 32. Infanterie⸗ Pegiment, welches Garnison in Erfurt bezieht, für morgen Donnerstag den 19. ds. anzumelden. Der Bataillonsstab und eine Compagnie werden in hiesiger Stadt und zwar von Nr. 106 bis 150 einquartiert, Nauheim, Dorheim und Schwal⸗ heim erhalten ebenfalls je eine Compagnie. Außer- dem sind jedoch, wie wir vernehmen, für nächste Zeit noch weitere preußische Truppenmärsche an⸗ gekündigt, da das bisher in Kassel garnisonirende 4. rheinische Infanterie Regiment Nr. 30 nach Mainz verlegt werden wird. Am 27. und 28. d. M. und am 4. October wird jedesmal 1 Bataillon dieses Regiments dahier eintreffen und die Ein⸗ quartierung in gleicher Vertheilung, wie oben be⸗ merkt, erfolgen, so daß jeder der genannten Orte an den bemerkten Tagen eine Compagnie Ein- quartierung zu erwarten hat.

Offenbach. Wie wir bereits mitgetheilt, findet die 4. Versammlung von Lehrern an mittelrheinischen Realschulen und ver⸗ wandten Anstalten am 26 d. Mts. dahier statt. Die Sitzungen geschehen im Saale des Stadt- hauses. Bis jetzt sind folgende Gegenstände zur Verhandlung angemeldet(Referenten sind die bei- gemerkten Herren): 1) Ueber den Zeichnenunterricht (Kumpa, Lehrer an der technischen Schule zu Darmstadf); 2) die Folgen des 30 jährigen Krieges nach volkswirthschaftlichen Gesichtspunkten (Oberlehrer Chun von Frankfurt a. M.); 3) Die Schädlichkeit des Hilfslehrersystems an höheren Schulen(Dr. Reitz von Waldmichelbach); 4) Soll der lateinische Unterricht an der Realschulen obligatorisch sein?(Kealschuldirector Greim zu Offenbach; 5) die Principien der neuesten Geometrie und deren Einführung in den elemen taren geometrischen Unterricht(Ritsert, Lehrer an der Realschule zu Offenbach; 6) das Wesen der Stenographie und deren Einführung an höheren Lehranstalten(Goes, Lehrer an der Vorbereitungs⸗ schule zu Offenbach.)

Preußen. Berlin. DieKreuzzeitung will vorläufig von einem Besuche des Kaisers Napoleon in Berlin nichts wissen und sagt darüber, es berechtigten weder frühere Besprechungen noch neuere Schritte zur Annahme, daß eine Reise des Kaisers Napoleon nach Berlin bevorstehe. Sie hebt dieß hervor, um die aus der Nicht⸗ bestätigung des Gerüchts möglicherweise ent⸗ springenden Mißdeutungen zu verhindern.

Der Staatsanzeiger veröffentlicht ver⸗ schiedene Ordensverleihungen an großherzoglich hessische Offiziere.

Eine dänische Note, welche die Bereit willigkeit ausspricht, auf vertrauliche Unterhand- lungen mit Preußen wegen Schleswigs einzugehen, soll in Berlin eingetroffen sein.

Die Majore Verdy und Gallus vom Generalstabe sind, um den Mannövern der eid- genössischen Truppen beizuwohnen, nach der Schweiz gereist.

In der Sitzung des Reichstags vom

17. d. wurde Simson mit 132 Stimmen von 287 zum Präsidenten auf die vier ersten Wochen gewählt, Graf Stolberg erhielt 53 Stimmen. Die Wiederwahl des Herzogs v. Ujest und v. Bennigsen zu Vicepräsidenten wird als ge⸗ sichert betrachtet.

Frankfurt. Bis zum Nachmittag des 17. ds. waren zu der am 18. beginnenden 41. Na⸗ turforscher⸗Versammlung 280 auswärtige Theilnehmer, darunter einer aus Newyork, einge troffen.

Wiesbaden. In einer dahier stattgehabten Versammlung des Vorstandes und der Mitglieder des Kurvereins, sowie einer Anzahl Wiesbadener Aerzte und Naturforscher wurde beschlossen: Die in Frankfurt demnächst tagenden Naturforscher und Aerzte zu einem Besuche in Wiesbaden nebst Aus⸗ flug auf den Neroberg einzuladen. Die Taunus; bahn wird hin und zurück einen Extrazug zur Verfügung stellen. Der Tag konnte noch nicht bestimmt werden. Die Herren Geheime Hofrath Dr. Fresenius und Hofrath Dr. Pagenstecher wurden designirt, die Einladung Wiesbadens zu überbringen.

Aus Wiesbaden schreibt man demFrkf. J., es habe daselbst einen guten Eindruck ge⸗ macht, daß der Herzog die Versicherung gegeben, das Elisabethenstift werde sorterhalten, wenn das Gebäude auch auf den königlich preußischen Fistus überschrieben worden sei und von diesem demnächst zu anderen Zwecken verwendet werden sollte.

Bremen. Man will wissen, zwischen Preu⸗ ßen und den Vereinigten Staaten von Nordamerika solle ein Postvertrag abgeschlossen werden, durch welchen eine tägliche Briesbeförderung eingeführt würde, mit einer Porto-Herabsetzung für Briefe über deutsche Häfen um ¼, über England um die Hälfte.

Bayern. Die Nachrichten aus der Pfalz bezüglich der Rinderpest lauten günstig, indem wäbrend der letzten 8 Tage kein neuer Fall mehr vorgekommen sein soll. Die größte Gefahr für eine größere Ausdehnung der Seuche scheint vorüber zu sein, jedoch werden die Sperrmaßregeln in den insicirten Gemeinden bis zum Ablaufe der gesetzlichen Frist fortgesetzt.

Baden. Einer kürzlich erschienenen Ver ordnung überdie allgemeine wissenschaftliche Vor⸗ bildung der Geistlichen scheint sich die katholische Kirchenbehörde nicht fügen zu wollen. Man spricht nämlich davon, das erzbischöfliche Ordinariat in Freiburg, das schon bei Vorlage des Entwurfs gegen denselben protestirte, werde diesen Protest erneuern und Theologen und Geistlichen jede Be⸗ theiligung an einer solchen Staatsprüfung verbieten.

Oesterreich. Wien. Nach neueren über. einstimmenden Berichten ist der Ausgleich mit Ungarn auf folgender Basis zu Stande gekommen: Ungarn trägt zu den gemeinsamen Lasten 30, Cis⸗ leithanien 70 Procent bei; zu der Verzinsung der Staatsschuld gibt Ungarn 28, Cisleithanien 72 Procent.

Schweiz. Zürich Die Nachrichten über den Stand der Cholera lauten noch immer sehr be⸗ unruhigend. Am 14. d. fanden 43 Erkrankungen, am 15. d. 39 statt. An beiden Tagen genasen 11 Erkrankte und 14 starben. Der Bessand der Cbokerakranken ist 132 Personen. Auch in die Stadt Aarau ist die Krankheit eingeschleppt worden und sind bereits einige Cholerafälle daselbst vor⸗ gekommen.

Holland. Haag. Die Polizei hat ein Individuum, Namens Gardinier, verhaftet, bei welchem man etwa 500 falsche amerika nische Obligationen von je 1000 Dollars, die hier nachgemacht worden sind, fand. Es ist sehr wahrscheinlich, daß die Fälscher Beziehungen in Europa und auswärts haben. Mehrere falsche Obligationen sind bereits im Umlauf. Die Polizei stellt eifrige Nachforschungen an. 5

Frankreich. Paris. Ueber die Verbrin⸗ gung des zu lebenslänglicher Zwangsarbeit ver⸗ urtheilten Polen Berezowski, welcher bekannt⸗ lich das Attentat auf den Kaiser von Rußlaud

ausführte, berichten die Zeitungen, daß derselbe

am 11. Septbr. in Toulon angekommen sei und geben weiter folgende Beschreibung: Berezowski

legte den Weg mit einer Anzahl anderer Galeeren. 1 Kaum in Toulon angekommen, wurde er nach dem Ankleidezimmer geführt, um

sträflinge zurück.

die rothe Jacke des Galeerensträflings und die grüne Mütze des zu lebens länglicher Zwangsarbeit Verurtheilten anzulegen. Um 12 Uhr wurde Bere⸗

zowski mit seinen Gefährten in die Schmiede des

Bagno's geführt, um sich die Kette anschmieden zu lassen. Berezowski hatte rothe und angeschwol⸗

lene Füße und schien starke Schmerzen zu haben. Die Operation wurde an ihm zuerst vorgenommen.

15 trat vor, kalt und ohne eine Miene zu ver⸗ ziehen. den linken Fuß einen großen Ring, an welchen die Kette angeschmiedet wird. Berezowski legte sich auf den Bauch nieder und erhob den linken Fuß, um ihn auf einen Amboß zu legen. Einige Hammerschläge wurden gehört, und die Kette war auf Lebenszeit angeschmiedet. Der neue Galeeren⸗ sträfling erhob sich dann, und eine der Wachen befahl ihm, in einem Winkel zu warten, bis man seine Kameraden angeschmiedet. Berezowski begab sich an den angedeuteten Platz, indem er mit der linken Hand seine Kette trug. Während des An⸗ schmiedens der übrigen Personen blieb Berezowski vollständig kalt. Er sprach mit keinem von ihnen, während diese über die, welche auf den Amboß gebracht wurden, schlechte Witze rissen. Feste und hartnäckige Energie drückt sich in dem Gesichte des neuen Galeerensträflings aus.

Wie dieLiberté meldet, veröffentlichen die Blätter Mexico's Documente, denen zufolge die Zahl der Personen, welche kraft des Decretes Maximilian's vom 5. October 1865 erschossen worden sind, 9244 beträgt. Ungeachtet der un⸗ geheuren Anzahl meint man, daß diese Angabe noch unter der Wahrheit geblieben ist.

Spanien Zur Beleuchtung der spanischen Zustände theilt der Pariser Correspondent der Times folgende Thatsachen mit, die er aus guter Quelle, nämlich von einem Freunde der spanischen Regierung hat. Narvaez läßt dieamnestirten Insurgenten zu Tausenden aufgreifen und nach den Philippinen oder nach dem pesthauchenden Fernando Po verschiffen. Aus Catalonien sind schon 700 oder 800, darunter Alcalden und Mit⸗ glieder der Moderado- Partei, transportirt. Für einige derselben haben sich ihre Freunde verwandt, damit sie nach den Canarien-Inseln oder einem anderen, weniger ungesunden Klima geschickt werden. Es war vergebens, denn die Regierung will sie auf ewig los werden und nicht lange füttern.

1 Frankfurt. Ein in Hamburg gekaufter Löwe if in diesen Tagen im 0 Die Freunde und Besucher dieses Gartens werden unsere Mittheilung mit Freuden vernehmen, da Jung und Alt gerade einen Löwen dort ungerne vermißten. Durch die Ausfüllung dieser sehr wesentlichen und auffälligen Lücke wild sich der Vorstand den Dank sehr vieler Besucher des Gartens erworben haben.

Darmstadt. Auf Einladung der hiefigen freiwilligen Turner Feuerwehr hatten sich am verflossenen Sonniage über 350 auswärtige Feuerwehrmänner hier eingefunden, um über den zu gründenden Feuerwehrverband Vorlage zu machen und eine Generalprobe den Anwesenden vor⸗ zuführen. Bei der von den Commandanten und Vertre⸗ lern der einzelnen Corps vorgenommenen Berathung wurde die Gründung eines mittelrheinischen Feuerwehrverbanbes, der sich jedoch nur auf unsere benachbartan Städte zu be⸗ schränken häue, beschlossen und zur definitiven Feststellung der Statuten, nachdem diese den einzelnen Feuerwehren zur Berathung vorgelegen, eine möglichst baldige Zusam⸗ menkunft der Commandanten und Vorsteher in Aussicht genommen. Die stattgehabte Uebung siel zur allscitigen Befriedigung aus, und war in sehr kurzer Zeit das ganze Pädagog⸗Gebäude derart bestiegen, daß innerhalb 11 Mi⸗ nuten, von dem Augenblick des Einrückens in den Hof⸗ caum, von allen Schläuchen Wasser gegeben werden konnte. Mit größter Ruhe und Vorsicht wurde gearbeitet doch sollte die heitere Stimmung durch einen unglücklichen Zu⸗ fall getrübt werden, indem ein Wormser Feuerwehrmann das Unglück hatte, eus ziemlicher Höhe herunter zu fallen und einen Bruch des Oberschenkels zu erleiden. Eine ges sellige Unterhaltung in der Turnhalle folgte hierauf und vereinte die heitere Gesellschaft bis zum späten Abend.

Darmstadt. Auf dem Schießplatze des ersten Jöger⸗ bataillons in Eberstadt ereignete sich am Freitag der Un⸗ glücks fall, daß, während ein Officier ein Gewehr, das versagt hatte, untersuchte, dasselbe sich entlud und die Kugel einem Soldaten durch die Brust fuhr. Derselbe wurde in das hiesige Lazareth verbracht, wo er bereits gestorben ist.

Einer der Schmiedgesellen legte ihm an

Zoologischen Garten angekommen.

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