Ausgabe 
18.5.1867
 
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2 heim durchaus nicht einverstanden. Wir ver- langen unbeachtet unserer übrigen, vielleicht bloß localen Interessen von unserem Landtags- Abgeordneten in erster Linie, daß derselbe ein völlig unabhängiger Mann sei, und bringen wir darum als Wahl-Candidaten den Herrn Mühlen besitzer Bopp dahier in Vorschlag.

S. Gießen. Der ordentliche Professor Staatsrath Dr. Buchheim zu Dorpat hat, an Stelle des in den Ruhestand versetzten Geheimen Medieinalraths Professors Dr. Phöbus, einen Ruf als ordentlicher Professor in der medieinischen Facultät der hiesigen Universität erhalten und angenommen.

Preußen. Berlin. DieNordd. Allg. Ztg. sagt:Die Publication der Verfassung des norddeutschen Bundes werde erfolgen, nach vorgängiger Vereinbarung der Bundesregie rungen über den Zeitpunkt, sebald sämmtliche Landesvertretungen die Verfassung endgültig ge nehmigt haben werden. DieKreuzzeitung meldet: Der Kronprinz und seine Gemahlin werden bereits Ende der Woche abreisen, um die Ausstellung in Paris zu besuchen.

DieWeser⸗-Zeitung bestätigt in einem

Berliner Telegramm die früber gebrachte Mitthei lung, wonach auch Spanien, Portugal und Schwe den als Mitunterzeichner der Wiener Verträge von 1815 zum nachträglichen Beitritte zu den Be schlüssen der Londoner Conferenz aufgefordert werden sollen. Die Aufrechterhaltung derselben soll als eine Frage des europäischen Interesses anerkannt, die Verpflichtung dagegen, eine Ver letzung, derselben als casus belli zu betrachten, nicht stipulirt sein. Ein Wohlthäter, welcher nicht genannt sein will, hat der Stadt Berlin ein Capital von zehntausend Thalern zu einer Stiftung für hilfsbedürftige christliche und jüdische Familien übereignet, welche bis zu seinem Tode den Namen Stiftung eines Ungenannten für hilfsbedürftige christliche und jüdische Familien führen soll.

Die Arbeiten, welche in der Festung Lu- remburg in Ausführung begriffen waren und bisher mit Eifer betrieben wurden, sind eingestellt und die Arbeiter entlassen worden.

DieProvinzial Correspondenz sagt: Das gesicherte freundliche Einvernehmen zwischen Frankreich und Preußen gibt Bürgschaft für den beiderseitigen erusten Willen einer aufrichtigen Friedenspolitik, welche durch den Besuch der Welt Ausstellung Seitens des Königs noch erhöht wird. Die Conferenz⸗ Verhandlungen sind definitis beendet, der Austausch der Ratificationen wird vermuthlich noch vor Ablauf des Monats stattfinden.

Frankfurt. Gegen mehrere hiesige Bürger, welche ohne obrigkeitliche Erlaubniß ein hier ge legenes Haus weit über dessen Werth hinaus aus- spielen lassen wollten, hierzu auch über hundert

tausend Loose hatten anfertigen lassen, wovon ein

großer Theil bereits abgesetzt sein soll, wurde eine Untersuchung eingeleitet. Hierauf bezüglich wird aus Stuttgart gemeldet:Das hiesige Polizei Amt belegte vor einigen Tagen in einer hiesigen Druckerei eine große Anzahl von Lotterieloo sen, Prospecten und Verloosungs-Plänen mit Beschlag, welche auf die Ausspielung eines an der Promenade in Frankfurt liegenden Hauses mit Garten, Mobilien ꝛc. Bezug haben. Als Unternehmer gerirt sich ein G. Weir in London. Nach polizeilichen Erhebungen ist aber die ganze Unternehmung eitel Schwindel und ihre eigent lichen Urheber ein Frankfurter Schornsteinfeger, ein bankerotter Kaufmann und ein übelberüchtigtes drittes Subject.

Wiesbaden. Nachdem früher wiederholt Adressen von hier ausgingen, in welchen gebeten wurde, dem früheren Landesherrn, Herzog Adolf, das Familienvermögen ganz oder soweit thunlich gegen Bewilligung einer Rente zu entziehen, eir culirt nunmehr dahier auch eine Petition an den König, in welcher ausgesprochen wird, daß oben erwähnte Adressen nicht der Ausdruck der Gesin nungen und Wünsche aller Unterthanen des frü heren Herzogthums seien, daß vielmehr das un befangene Rechtsgefühl im Lande durch eine Maß regel der Art verletzt werde. Uebrigens soll mittlerweile von Berlin die sichere Nachricht ein getroffen sein, daß das Abkommen mit dem Her zog bereits festgestellt ist und zwar in einer für das ehemalige Regentenhaus günstigen Weise.

Bayern. Würzburg. Verflossenen Sam stag fand in der akademischen Aula eine höchst zahlreich besuchte Versammlung der hiesigen Stu dentenschaft statt, in welcher die Friedensavresse der Straßburger Studenten verlesen, und mit Acclamation dem Ausschuß der Erlaß einer deren Inhalt entsprechenden Erwiderung übertragen wurde.

Oesterreich. Wien. Auch Seitens der französischen Regierung ist ein Dankschreiben für die von Oesterreich in der Luxemburger Frage geleisteten guten Dienste eingegangen. Die Reise des Kaiserpaares nach Paris steht für die erste Hälfte des Juni bevor.

Der Reichsrath wird am Dienstag oder Mittwoch nächster Woche durch eine kaiser liche Thronrede eröffnet werden.

Schweiz. Das arme Felsberg in Grau⸗ bündten soll keine Ruhe haben. Wieder lösten sich in einer der letzten Nächte mit ungeheuerem Getöse Felsen am Calanda ab und stürzten in die Tiefe. Wo seither hoch in blauer Luft noch ein Felsenkegel aus wildem Geröll emporschaute, da ist jetzt ein tiefer Abgrund weithin dem Auge sichtbar. Nach allen Berichten soll der Bergsturz jedoch keinerlei Schaden verursacht haben und sind Menschenleben nicht zu beklagen.

Frankreich. Paris. Eine über Brest eingetroffene Depesche aus New- Nork vom

4. Mai bestätigt die Niederlage der Imperialisten

zu Queretaro, den Tod Miramon's und die Flucht Maximilian's.

Der König und die Königin der Belgier sind auf dem Nordbahnhofe abgestiegen, wo der Kaiser selbst sie erwartete. Eine große Menge Neugieriger hatte sich vor dem Bahnhofe eingefunden und hatte die Genugthuung, in einem Galla Wagen die Königin und den Kaiser auf dem Vorder- und den König auf dem Rücksitze Platz nehmen zu sehen. Marschall Mae Ma hon ist kürzlich von Algier in Marseille angelangt.

15. Mai. DerMoniteur erklärt, die Resultate der Conferenz seien sowohl in Frank reich wie im Auslande günstig aufgenommen wor⸗ den, und fügt hinzu: Alles lasse jetzt hoffen, daß nichts den Fortgang der Ausstellung stören werde. In den Besuchen der Souveräne in Paris sieht derMoniteur ein Pfand der Besänftigung und einen den Interessen der allgemeinen Civilisation nützlichen Einfluß.

Italien. Florenz. Das JournalItalie bestätigt, daß der König nach Paris reisen wird.

Großbritannien. London. DerDaily⸗ Telegraph will die Hauptschuld an der nun glück⸗ lich überwundenen Gefahr auf Benedetti schieben. Er jagt:Es ist das Unglück Frankreichs, daß es im Auslande mit wenigen glänzenden Aus- nahmen von Männern bedient wird, die, so tüchtig sie in anderen Beziehungen sind, über die Länder, für die sie beglaubigt sind, in kläglicher Unwissen⸗ heit schweben. Benedetti war, wie es scheint, von der fixen Idee besessen, daß Frankreich nur zu drohen brauche, um Preußen zur Nachgiebigkeit zu bewegen, und zweimal brachte er dadurch Eu⸗ ropa an den Rand des Krieges. Nach den Unter handlungen von Nicolsburg verlangte Benedetti nicht weniger als Mainz, und ein anderthalb Millionen Deutsche umfassendes Stück des linken Rheinufers, und zwar drohte er für den Fall der Weigerung mit Krieg. Der preußische Premier antwortete rundweg verneinend, und der Krieg wäre unvermeidlich geworden, wenn Napoleon III. nicht klug gewesen wäre, trotz der Darstellungen des französischen Gesandten von der Forderung abzustehen. Wir glauben, daß Graf Bismarck dem französischen Plane, Luxemburg zu erwerben, ursprünglich nicht feind war. Unglücklicherweise aber verleiteten die übertreibenden Berichte Bene detti's die französische Regiecung dazu, unmittel- bar mit dem Haager Cabinet zu unterhandeln, anstatt zu warten, bis Holland sich mit Preußen auseinander gesetzt hätte.

Darmstadt. Der rühmlichst bekannte Kölner Männer⸗Gesangverein, dessen Director, Herr Weber, unlängst von unserem Großherzog mit dem Ludwigsorden decorirt wurde, wird als Ausdruck des Dankes für diese seinem Director ertheilte Ehre am 29. Juni hier in unserer Stadt ein großes Concert geben. Der Ertrag dieses Con⸗ certes wird der Grundstock bilden zu einem Kapital, wo⸗ mit, wenn es hinreichend angewachsen ist, dem hier 1814 verstorbenen berühmten Musikdichter Adbs Vogler ein passendes Denkmal gesetzt werden soll.

die große, nicht stark behaarte Suffolkrace, shire 1. ꝛc.

Alle diese großen Racen brauchen zu ihrer körperlichen Entwicklung länger Zeit und die Mastung tritt später ein, als bei den kleinen Racen,

erlangen aber auch dann ein schwereres Gewicht,

Fleisch, derben Speck und sehr viel Schmalz 70 80 Pfund und sind daher auf den großen Gütern Norddeutschlands sehr verbreitet. Farbe ist durchschnittlich weiß, die gefleckten sind weniger beliebt.

Was die kleineren Racen anlangt, so entwickeln sich dieselben weit schneller als die großen Racen, haben eine größere Mastfähigkeit, zartes Fleisch, aber einen weichen, nicht haltbaren Speck und liefern wenig Schmalz, sind daher keine Thiere für die Haushaltung, sondern eignen sich ihres zarten, aber nicht haltbaren Fleisches wegen hauptsächlich zum Verkauf in volkreiche Städte. Sie sind nicht so fruchtbar als die großen Racen und so weichlich, daß sie sich nur zur Haltung im Stalle und Ihres feinen Fleisches wegen heißen sie vorzugsweise Fleischschweine, während die großen Racen die für große Haushaltungen beliebten Speckschweine bilden.

Man theilt die kleinen englischen Racen in weiße und schwarze Die weißen Racen sind die beliebtesten, die schwarzen dagegen

nicht auch zum Austrieb eignen.

Racen. sollen fruchtbarer und nicht so weichlich sein.

Zu der weißen kleinen Race gehören: N f sor-Race,(Zucht des verstorbenen Prinz-Gemahls,) die kleine Nork

die Race von Lanca⸗ Als eine selbstst

liefern ein feines, festes und durch Kreuzung des

Ihre Englands und sind aus

Aus diesem Allen Racen sich für uns zur

Letzteres entwickelt frißt im Verhältniß viel englischer Eber uns einzuführen.

Die kleine Wind

Berk mit dem neapolitanischen Schweine entstanden. N sind haltbarer, als bei den kleineren Racen, die Berkshire Schweine ver- einigen überhaupt die guten Eigenschasten der großen und kleinen Racen

shire- und die kleine Suffolk-Race; zur schwarzen kleinen Race: das Essex⸗ Schwein, das schwarze Suffolk. Schwein c. ꝛc. 1

ändige Race gilt in England die schwarze

Berkshire-Race, mittelschwer, abgehärtet, fruchtbar, sehr mastfähig

alten schweren Marschschweines in der Grafschaft Speck und Fleisch

diesem Grunde dort unter den Pächtern am mei⸗

sten verbreitet, dürften auch für unsere deutschen Verhältnisse, namentlich für unsere kleineren Landwirthe, der größten Beachtung verdienen.

geht nun hervor: daß die englischen Schweine Reinzucht nicht eignen, dagegen ganz vor⸗

züglich sind, zur Kreuzung mit unserem Landschweine.

sich viel zu langsam, wird zu spät zur Mast reif,

ohne rasch und in großer Menge Fleisch und Fett anzusetzen, was Alles verbessert werden kann, durch eine zweckmäßig fortgeführte Kreuzung mit englischen Racen, bauptsächlich durch Kreuzung mit unserem Landschwein und aus diesem Grunde hat unser landwirthschaftlicher Verein es gut befunden, diese Thiere auch bei

Bereits haben in Deutschland Zuchten dieser Art schon bedeutenden Ruf, wie z. B. die Düsselthaler Race in der Rheingegend, die Schlanstedter in Norddeutschland.