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ist pikant und enthält viel an kleinen Thatsachen, die bis dahin nur engern Kreisen zugänglich ge— wesen waren. Im Grunde bat keine Partei sich sonderlicher Schonung des Verfassers zu erfreuen,
auch seine eigene nicht, obwohl der Verfasser sie in keiner Zeile verleugnet.“
— Die Morgeublätter melden:„In der Salzsteuerfrage ist eine allseitige Verständigung mit den süddeutschen Regierungen zu Stande gekommen.“
— Das Herrenbaus hat das Gesetz über Vermehrung der Abgeordneten mit 64 gegen 28 Stimmen in der Fassung des Abgeordnetenhauses
angenommen. 5 Köln. Hier bat abermals ein Eisenbabn— Unglück stattgefunden, welches größere Ver-
wüstungen zur Folge gehabt hatte, als bei der⸗ gleichen Fällen je wahrgenommen wurde. Wir entnehmen einem Kölner Blatte folgende Mit— tbeilung: Die leeren Waggons und die mit Gütern beladenen waren bei der Katastrophe so in einander gefahren(ein Waggon stand auf der Locomotive), daß sie durch Menschenkcaft nicht von einander getrennt werden konnten. Man spannte in entgegengesetzter Richtung Locomotiven an die verschiedenen Waggons, dieselben aus— einanderzuzieben; aber Ketten mit fingerdicken Gliedern sprangen wie Glas von einander, ohne daß die Waggons auch nur von der Stelle kamen. Leider sind der Maschinist, der Rangirer und ein Güterbegleiter todt geblieben und der Heizer wird auch schon verschieden sein, kommt jedenfalls nicht mehr auf. Ueber die Ursache zu diesem Unglück ist, wiewohl wir an Ort und Stelle waren, nicht mehr zu ermitteln, als daß die Locomotive entgleiste. Die Rhein Eisenbahn hat in der letzten Zeit viel Pech! Baron v. Los, welcher bei dem vorigen Unglück beide Beine brach, fordert eine Entschädigung von 70,000 und ein Bürgermeister, welcher ein Bein brach, 30,000 Thlr. von dieser Bahn.
Hannover. Von den hannover'schen Offi⸗ zieren haben bis jetzt 556 ihre Entlassungsgesuche in der Adjutantur angezeigt. Jüngere Offiziere, welche nicht übertreten wollen, aber erst gerade vor Auflösung der hannover'schen Armee Lieutenant wurden, beabsichtigt man zur Erfüllung der all gemeinen Wehrpflicht anzuhalten und ohne Weiteres in die Armee einzustellen.
Frankfurt. Am 14. d. war Termin zur Musterung der einjährigen Freiwilligen. Es meldeten sich von den 261 Zugelassenen 80 zum Eintritt in das 34. Infanteric-Regiment. Von denselben wurden nur circa 50 zum Militär- dienste als tauglich befunden, die übrigen theils ganz entlassen, theils zurückgestellt.
— Die hier in Betreff der 6 Millionen Contribution circulirenden Gerüchte, daß nämlich bereits eine Entscheidung darüber getroffen sei, werden als verfrüht bezeichnet. Diese Angelegen⸗ beit befinde sich dem Vernehmen nach erst in dem Stadium der Vorlage und Erörterung.
Aus Thüringen. Zu den schwersten Opfern, welche das norddeutsche Bündniß von den Kleinstaaten fordert, gehört wohl unbestritten die Höhe des künftigen Mil! tärbudgets. Wenn wirklich zur Friedens arne 1 Procent der Be völkerung herangezogen und für jeden Soldaten 225 Thlr. bezahlt werden sollen, so würden sich die Leistungen der thüringischen Staaten, gemäß einer uns zu Gesicht gekommenen Zusammenstellung, wie folgt, berechnen. Es würden zu zahlen haben:
1) Weimar für 2802 Mann 630.450 Thlr. 2) Meiningen 1780„ 400.500
* 1* 3) Altenburg„ 1419„ 319 225. 4) Coburg Golha„ 1645„ 470,125. 5) Schwarzb. Rudolstadt„ 737 165,25„ 60„ Sondcrsbausen, 662„ 145.420„ 7) Reuß jüngere Linie„ 864„ 194.400 8) Reuß ältere Linie„ 438 98.550„
Im Ganzen würde dies über 10.000 Mann und über 2,300,000 Thaler betragen. Bringt man dagegen den seitherigen Militäretat in den genannten Staaten in Rechnung, so ergibt sich, daß derselbe in Zukunft um mehr als das Doppelte sich erböben muß.
Meiningen. Der Herzog von Meiningen
verordnet, daß die Parlamentsabgeordneten je 7 Gulden Tagegeld und Reise-Entschädigung so lange aus Staatsmitteln erhalten, bis diese Ent- schädigungen nicht etwa aus Bundesmitteln be- stritten werden.
Bayern. Das in Stuttgart erscheinende
„Handelsblatt“ bringt aus München die zuver- lässige Nachricht, daß in den letzten Tagen eine sehr freundliche und dringende Aufforderung an die dortige Regierung don Seiten Frankreichs ergangen ist, das französische Münz:, Maß- und Gewichts system zu adoptiren. Dem Blatte wird als bestimmt versichert, daß gleichzeisig in Stutt— gart, Darmstadt und Karlsruhe ganz ähnliche Schritte von der französischen Regicrung ge— schehen sind. Baden. Karlsruhe Die für die Pariser Ausstellung ernannten Commissäre von Bayern, Baden, Hessen und Württenberg hatten am 13. d. eine Conferenz in Bruchsal, um sich gegen- seitig über die getroffenen Maßregeln Mittheilung zu machen und sich über eine möglichst gemein- same und einige Anordnung der weiteren Arrange mente zu verständigen.
— Gebeimerath v. Mohl verwahrt sich gegen die Aanabme, daß er der Verfasser der Schrift „Tagebuchblätter von 1866“ sei und erklärt, daß er erst Kenntniß der Schrift und deren Inhalt erlangt habe, nachdem dieselbe in zweiter Auflage erschien:n war.
Frankreich. Ueber die Maßregelungen, denen deutsche Blätter in Paris unterworfen sind, bringt die„A. Allg. Ztg.“ folgende voll berechtigte Klage:„Seit Jahren werden die deutschen Blätter, namentlich die„Allgemeine Zeitung“, von der französischen Censurbehörde mit einer Unerbittlichkeit verfolgt, die ihres Gleichen nicht hat. Denn wer, außer den davon Betroffenen, würde es für glaublich halten, daß von den monatlichen 30 Nummern unseres Blattes in der Regel 23 bis 24 in den Bureaux des Minisleriums des Innern zurückbebalten werden, also höchstens sechs bis sieben in die Hände unserer Abonnenten gelangen! Wir haben diese durch die ruhige und maßvolle Haltung unseres Blattes gewiß nicht gerechtfertigte Unbill lange Zeit über uns und unsere französischen Abonnenten, denen wir für ihre bewundernswerth treue Aus- dauer zu aufrichtigem Danke verpflichtet sind, er⸗ gehen lassen, indem wir uns immer von Neuem der Hoffnung hingaben, es werde endlich in den jenseitigen Preßverhältnissen eine mildere Praxis eintreten und dem freien Zutritt der„Allgemeinen Zeitung“ kein Hinderniß mehr in den Weg ge legt werden. Die fortgesetzten Beschlagnahmen aber, die sich namentlich in der neueren Zeit in auffallender Weise vervielfältigt haben, legen uns um so mehr die Pflicht auf, diese Angelegenheit vor das Forum der Oeffentlichkeit zu bringen, als alle in unserem eigenen und im Interesse unserer französischen Abonnenten an zuständiger Stelle angebrachten Beschwerden ohne Erfolg geblieben sind“.
Großbritannien. Ein englisckes Blatt der „Globe“ sagt über die orientalische Frage:„Es ist jetzt offenbar, daß das Wiedererwachen des orientalischen Kampfes in ernsterer Form als früher nur eine Frage der Zeit ist. Die meisten Mächte Europa's erörtern die Angelegenheit im Voraus, um sich über ein gemeinsames System der Behandlung zu verständigen. Das Project einer Tripelallianz zwischen Frankreich, Italien und Oesterreich ist nicht so unwahrscheinlich Oesterreich und Italien stehen jetzt ohne Zweifel in den freund- lichsten Beziehung zu einander so wie zum Cabinet der Tuilerien. Seit Fürst Metternich aus Wien auf seinen Pariser Posten zurückgekehrt ist, steht er in fortwähremdem Verkehr mit Herrn v. Moustier. Wahrscheinlich wird der erste offene Schritt der drei Mächte oder des französischen Kaisers in ihrem Namen in einem Vorschlage bestehen, die türkische Frage vor einen Congreß der Groß- mächte zu bringen, in welchem die Hforte mit vertreten sein soll. Aber der Zeitpunkt dafür ist
hat auf Antrag des landschaftlichen Directoriums
noch nicht gekommen.“ a
„„ Friedberg. In verschiedenen Blättern, nament- lich in der„Dieaskalia“ und der„Darmstädzer Zeitung? erscheinen seit längerer Zrit schon sehr ausprechende, von
hoher dichterischer Bezibung des Verfassers zeugende poet sche Beiträge unter der pseudouymen Bezeichnung „Arthur von Deich.“ Das Publikum gab sich über die Persönlichteit des Dichters mancherlei Muthmaßungen hin,
doch keine derselben bat bis jetzt Bestäuigung gefunden.
Es dürfte deßbalb auch für viele unserer Leser von Inte⸗ usse sein, endlich ewas Näheres über die Person des Der Name des Dichters ist
Dichters erfahren zu können. Ernst Eckste in; er isf ein Sohn des Hofgerichts-Advo⸗ katen Dr. Ecksein in Gießen, 21 Jahre all und liegt gegenwärti noch seinen Studien auf der Hochschule ob.— Schon früher haften wir Gelegenheit, im Kreise von Freunden die ersten poetischen Versuche dieses jungen, lalenwollen Mannes zu hören und freuen uns deßhalb don ganzem Herzen, denselben als den verehrten Dichter Arthur von Deich“ begrüßen zu können.—
Leipzig. Kürzlich sollte dahier die Hinrichtung eines Naubmörders Namens Kürschner stallfinden und schon lag derselbe unter dem Falleisen, das in der nächsten Sekunde Tod bringend hernieder falleu konnte, als miuelst eines Telegramms von dem in Berlin weilenden König die Begnadigung des. Mörders eintraf. Ueber die An— kunft dieses verhängnipvollen Telegramms wurde nun Folgendes berichtet: Die Schorfrichter kippten bas Breit vocnüber, so daß Kürschner auf dem Bauch lag, schoben es ewas vorwärts, und wollien eben das obere Hals⸗ eben niederlassen, als weiber von der Siraße ein lautes, vielstimmiges Rufen erschallte. Alles stutzte, und auch die Männer auf dem Schaffot hielten in ihrer schrealichen Arbeit inne; da sich jedoch der Ruf nicht wiederholte, wollten sie fortfahren, als man deutlicher„Halt! Halt doch!“ cusen börte. Wieder lauschte Alles und blickte in athemloser Spannung nach dem Eingang, auch Kürschner erhob sein stark geröthetes Gesicht und starrie offenen Mundes, die schrecklichste Angst in jeder Miene, dor thin. Als sich aber auch jetzt Niemand dort zeigte und nur un⸗ deutliches Toben zu vernehmen wax, trat der vollstreckende Gerichisbeamte Lucius hervor und sagte zum Scharfrich er: „Was ist denn? Thun Sie doch Ihre S puldigkeit!“ Aver in demselben Augenblick erscholl der durchdringende Nuf Halt! Halt!“ aus Hunderten von Kehlen nochmals, und durch die hiniere Thür des Hoses stürzte alsbald in größ⸗ ter Hast ein Telegraphen-Beamter, ein weißes Blatt Papier in der Hand haltend. Dr. Lucius nahm, entfaltete es und sprach dann— kein Athemzug ward hörbar— die Wor ie: „Ich theile dem Publicum und insbesondere den Mit⸗ guiedern des Gerichtshofes mit, daß ich soeben von Sr. Maj. dem Könige(dee sich, wie bemerkt, damals noch in Berlin vefand) folgende Depesche empfange:„Execuuon bis 1 Weiteres aufzuschieben. Näheres brieflich von Dresden. Sodann fügt das Blatt binzu: Wir können unsern Be⸗ richt nicht schließen, ohne die ausdrückliche Bestätigung hin⸗ zuzufügen, daß Seitens des Telegraphenamts kein Augen⸗ blick versäumt worden ist, um die Depesche auf das schleunigste nach dem Executionsort zu besördern. Dieselbe ist bereits um 7 Uhr 16 Minuten in Berlin aufgegeben, aber erst um 8 Uhr hier eingetroffen und gleich ohne Couvert expedirt worden. Der Beamte ist quer durch den Park und den nächsten Weg in Carridre gelaufen, so rasch ihn nur seine Füße tragen konnten; die dichten Massen am Eingange des Gerichtsgebändes verursachten aber cinen kurzen Aufenthalt, der, wenn er nur ein wenig länget gedauert hätte, verhängnißvoll gewesen sein würde. Der Verurtheille ist mittlerweile zu lebenslänglicher Zucht⸗ hauestrafe begnadigt worden.
e Aus Trauteuau, der Stadt, aus der im ver⸗ gangenen Jahre viel Tragisches zu berichten war, wird
einmal ein recht komisches Intermezzo gemeldet. Am
letzen Tage des vergangenen Jihres nämlich sollte das Gischäft des Rasirens und Haarschneidens der Ge⸗ jangenen in der Frohnfeste an den„Wenigsibietenden“ vergeben werden. Friseur A. verlangte 10 kr. für das Haarschneiden und 4 kr. für das Rasiren, worauf sein College im Orte sich sogleich ervot, die Arbein um die Hälfte dieses Preises zu übernehmen. Darauf geht J. noch tiefer und will sich mit 1 kr. fürs Rasiren und 2 k. üs Haarschneiden per Kopf begnügen. B. aber, der es um jeden Preis seinem Rivalen zuvor bun will, verlangt nun gar keinen Preis und meint:„Da mach' ich es halt ganz umsonst.“„Billiger können Sie es doch nicht thun,“ sagte der Gerichteadjunct lächelnd zum A. und schließt das Protokoll, das hierauf von Beiden unter⸗ zeichnet wurde. Im Wengehen soll den Zurückgesetzten seine Nachgiebigkein doch gercut und er seinem Collegen drohend zugerufen haben:„Ich hab mich nur übertölpelg lassen, das nächste Mal muß ich doch die Arbeit kriegen; ich zahl' halt drauf!“ Die Trauk nauer Gefangenen abel werden ganz ruhig und ganz unentgeldlich abrasirt.— Neid und Mißgunst haben auch anderwäris schon ähn⸗ liche Stückchen aufgeführt. Neid und Mißgunst sind aber auch ein häßliches Paar, dem man allezeil kräftig die Ein⸗ kehr wehren sollte, wenn es in unser Junercs einzuziehen sich auschicken will.
„ Petroleum. Von ärztlicher Seite wird gewarnt, den Docht an Petrolcum⸗Lampen niederzuschrauben, was ost wegen Oelersparniß geschehe, wenn das Zimmer auf einige Zeit verlassen werde oder bier und da auch für die Nacht. Die Fel ze davon sei, daß die Luft des Zimmers mit den Gasen des unverbrannten Oels, mii Rauch und mit Nußibeilchen angefüllt werde. Die so verunreinigte Luft wülke sebr schädlich und lönne, wenn häufig einge⸗ albmet, leich. Hals und Langen mündung. Sa wunde und Uebelkeit mit nachtheiligen Folgen verbeifübren.
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