Ausgabe 
16.2.1867
 
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1866 ist jetzt bei Franz Kirchheim dahier er

schienen, allein deren erste Auflage bereits ver-

griffen. Die zweite Auflage soll innerhalb 14

Tage nachfolgen. Die Schrift

Band von 22 Druckbogen.

In dem GasthausZur Stadt Mainz fand eine aus circa 20 Personen bestehende Ver- sammlung von Weinwirthen, Weinproducenten u. s. w. statt, um wegen Aufhebung der Trank⸗ steuer und der Zapfgebühren zu berathen. Der Ab- geordnete des hiesigen Wahlbezirkes, Herr Kaibel,

erklärte, daß er in dieser Angelegenheit nach

1 Möglichkeit das Seine dazu beitragen werde, um

f die Wünsche der Versammlung ihrer Verwirk lichung entgegenzuführen. Preußen. Berlin. DerStaatsanzeiger publicirt eine Verordnung, nach welcher die all ö gemeine Wehrpflicht auf die bisherigen hessen

1 darmstädtischen und bayerischen Gebietstheile aus

gedehnt werden soll. DieZeidler'sche

Correspondenz berichtet, daß auf dem Schloß

1 Oranienstein in Nassau eine Cadettenanstalt

eröffnet werden wird.

ist ein starker

ö Nach demStaatsanzeiger ist Preußen 4 durch den Beschluß der Bundesconferenz vom 146 18. Januar ermächtigt, dem Reichstage den Ver⸗

fassungsentwurf vorzulegen und für dessen Ver⸗ tretung dem Reichstage gegenüber die nöthige Vorsorge zu treffen.

Bei den Wahlen zum norddeutschen Parlament wurden gewählt: im ersten Berliner Wahlbezirk Lasker, im zweiten Waldeck, im dritten M. Wiggers, im vierten Stadtrath Runge, im 1 fünften Dunker, im sechsten Schulze, und zwar mit entschiedener Majorität.

Eine soeben erlassene Cabinetsordre enthält 9 die Bestimmung, daß in den neuen Landestheilen allen jungen Leuten von Bildung Behufs der 115 Ableistung der einjährigen Militärpflicht bis zum 1 Jahre 1870 der sonst erforderliche Nachweis der 1 wissenschaftlichen Bildung erlassen werden soll. 1 Essen. Am Nachmittag des 8. d. stürzte 1 ein Theil des großen Eisenbahndammes in der 1 Nähe der Zeche Johann auf der Bergisch 1 Märkischen Eisenbahn zwischen hier und Steele, 0 wahrscheinlich in Folge des anhaltenden Regens, gerade in dem Augenblicke zusammen, als der letzte Wagen eines Güterzuges die Stelle passirt hatte. Die Personenbeförderung konnte deßhalb nur dadurch hergestellt werden, daß die Passagiere in einen auf der andern Seite des Dammbruches bereit stehenden Zug umstiegen, wodurch sich aller⸗ dings die Ankunft der Züge um ca./ Stunden 1 verspätete. Der Verkehr ist wieder hergestellt. 9 Frankfurt. In der Sitzung des Zucht- 11 polizeigerichts vom 12. d. wurde die Anklage 1740 der Staatsanwaltschaft gegen das Frkft. Journ., durch die Aufnahme des Referats über die Ver⸗ handlungen der hessischen zweiten Kammer vom 24. Januar 1867(Nr. 26, 2. Beil.), namentlich durch die Wiedergabe einiger Stellen aus der

0 K

Rede des Abg. v. Gagern, obrigkeitliche An-

ordnungen geschmäht zu haben, verhandelt. Das Gericht erkannte auf Freisprechung.

Bei der Wahl zum norddeutschen Par lamente zeigte sich eine rege Betheiligung der hiesigen Einwohnerschaft. Leider konnte eine große Masse Wahlberechtigter von ihrem Stimm- recht, da sie in den betreffenden Bezirkslisten nicht eingetragen waren, keinen Gebrauch machen. Die Zahl der abgegebenen Stimmen belief sich auf 5732; davon kamen auf Frhrn. M. K. v. Rothschild über 5300. In Bornheim stimmten 377 Wahlberechtigte ab. Dieselben gaben Herrn v. Rothschild 352 Stimmen. Die übrigen Stimmen fielen auf die Herren Dr. Passavant und Dr. Schlemmer. In Oberrad stimmten 256, davon erhielt v. Rothschild 226 Stimmen.

Dieser Tage verließen die hiesigen militär pflichtigen jungen Leute ihre Vaterstadt, um zum dreijährigen Dienste bei den betreffenden Regi- mentern einzurücken. Am 11. d. trafen die Recruten für dae 82. Infanterie-Regiment, meist aus Kurhessen und Nassauern bestehend, hier ein

Wiesbaden. Ein großer Theil unserer Beamten ist nun auf den neuen Dinsteid in Pflicht genommen. Wie man hört, haben einzelne Mitglieder des obersten Gerichtshofes sich vorerst nach Rumpenheim begeben, um eine förmliche Entbindung von dem dem früheren Landesherrn geleisteten Diensteid zu erwirken.

Marburg. Am Sonntag den 10. d. fand hier die Musterung der im Dezember ausgehobenen Rekruten aus den Jahrgängen 1843 bis 1845 statt, wodurch viel Leben und Treiben in den Straßen der Stadt herrschte. Man wundert sich vielfach darüber, daß ein solches Geschäft in Friedenszeit gerade an einem Sonntag vor genommen worden ist.

Biedenkopf. Die feierliche Besitzergreifung der an Preußen abgetretenen Landestheile der Kreise Biedenkopf, Vöhl und Gießen fand am 4. d. M. statt, und zwar durch den k. Civil⸗ Administrator, Frhrn v. Patow von Frankfurt, und den k. Civil⸗Commissär Landrath v. Briesen. Der Publikation des Besitzergreifungs-Patentes durch den letzteren und einer entsprechenden Anrede des Herrn v. Patow an die versammelten Beamten, Geistlichkeit, Lehrer, sowie sonstige Festtheilnehmer aus Stadt und Ungegend folgte eine kurze kirchliche Feier in der Hospitalkirche, sodann ein Festessen. Am Morgen bereits waren die preuß. Landesfahnen auf den öffentlichen Gebäuden auf gezogen worden. Während der Proclamation Geläute der Glocken und Böllerschüsse.

Bayern. München. Der Kriegsminister legte der Abgeordnetenkammer einen Gesetzentwurf vor, die Heeresumgestaltung betreffend, und motivirte dabei die Annahme des bewährten preußischen Spystems mit allgemeiner Wehrpflicht.

Frankreich. Paris. Die bei Eröffnung des gesetzgebenden Körpers gehaltene Thronrede

erinnert an die großen Ereignisse, welche nach Voraussicht des Kaisers eintreffen mußten. Be⸗ zugnehmend auf einen Ausspruch Napoleons J. sagt er: Die in Italien und Deutschland statt gehabten Umwandlungen bereiten ein großes Programm vor für die Einigung der Staaten Europas in eine einzige Conföderation; das von den Nachbarvölkern gebotene Schauspiel der Ver⸗ einigung ihrer einzelnen Glieder kann jedoch ein Land, wie das unsrige, nicht beunruhigen. Be züglich des in Deutschland stattgehabten Krieges sagt die Thronrede: Frankreich habe demselben fremd bleiben wollen, indem es dabei aber seinen Einfluß aufrecht erhalten habe, durch welchen der Sieger zum Stillstand an den Thoren von Wien gezwungen worden sei. Frankreich habe das Schwert nicht gezogen, weil seine Ehre dabei nicht engagirt gewesen sei und weil es versprochen hatte, neutral zu bleiben. Frankreich ziehe auch seine Truppen aus Mexiko zurück, weil eine weitere Ausdehnung der dabei gebrachten Opfer das Interesse Frankreichs bei dieser Angelegenheit übersteigen würde; nur die wenig versöhnliche Haltung der nordamerikanischen Union in der mexikanischen Frage habe die längere Occupation Mexikos durch die französischen Truppen noth- wendig gemacht. Im Orient seien Unruhen ausgebrochen, aber die Großmächte haben sich darüber verständigt, eine Lösung herbeizuführen, welche die legitimen Wünsche der christlichen Be⸗ völkerungen befriedigen und gleichzeitig auch die Rechte des Sultans wahren und gefährlichen Verwickelungen vorbeugen werde. In Rom hat die französische Regierung die abgeschlossene Convention am 15. Dezember zum Vollzug ge⸗ bracht; aber wenn die Demagogie den Papst bedrohen sollte, so zweifle ich nicht, daß Europa ein Ereigniß nicht geschehen lassen wird, welches die katholische Welt in große Verwirrung bringen würde. Unsere Beziehungen zu den fremden Mächten sind gut; die zu England werden immer intimer; Preußen sucht Alles zu vermeiden, was unsere nationale Empfindlichkeit reizen könnte, und es ist mit uns über die hauptsächlichsten Fragen ganz einverstanden. Rußland ist durch die ver⸗ söhnlichen Intentionen bestimmt worden, seine Politik von der Frankreichs nicht zu trennen. Dasselbe gilt auch von Oesterreich, dessen Größe für das allgemeine Gleichgewicht Europa's un⸗ umgänglich nothwendig ist. Die Thronrede schließt mit der Besprechung der versprochenen Reformen und der Armeereorganisation, welche nothwendig geworden, weil der Einfluß einer Nation von der Zahl der Mannschaft abhängt, welche sie unter Waffen bringen kann.

Offenbach. Vor einigen Tagen schon traf dahier ein hoher Reisender ein, um seinen Sommeraufenthalt in hiesiger Stadt zu nehmen, an dessen Anweseuheit man sich seit Jahren gewöhnt hat. Es ist dies ein Storch, der als treuer Stammgast auch diesmal wieder sein Ab⸗ steigguartier imGasthaus zum Lämmchen genommen hat und von Jung und Alt freudig begrüßt wurde.

Der Telegraph durch das Atlantische Meer. Von Dr. Curiman.

Als man zuerst Telegraphen errichtete, deren Signale bei hellem Tageslicht oder klarer Nacht zu erkennen waren, da glaubte man den Gipfel menschlicher Erfindung erstiegen zu haben. Doch bald wurde dieser Triumph des Scharfsinnes weit überboten durch die Erfindung des wunder⸗ vollen elektro- magnetischen Telegraphen, welcher mit seinen von Stangen getragenen Kupferdrähten die halbe Erdkugel umspannt. Allein der Kupferdraht verliert seine Leitungsfähigkeit im Wasser, und so schienen große Flüsse, oder gar das Meer der Mittheilung durch diese Mittel Gränzen auf dem Trocknen zu setzen. Doch der menschliche Erfindungs⸗ geist ist unerschöpflich. Indem Guttapercha zu Hülfe kam, lernte man die Metalldrähte gegen den Einfluß des Wassers isoliren. Und so unter⸗ nahm man zuerst in kleineren Entfernungen die telegraphischen Leitungen auf den Meeresgrunde hin an gegenüberliegende Küsten zu führen. Aber das Hauptwerk sollte erst noch ausgeführt werden, die Verbindung der Neuen Welt mit der Alten, quer durch den Atlantischen Ocean, 450 Meilen weit. Wer zuerst diesen großartigen Gedanken faßte, darüber wird noch gestritten; jedenfalls aber hat eine Gesellschaft amerikanischer Kaufleute unter dem Vorsitze eines Ingenieurs im Jahre 1854 zuerst Berathung über die Ausführung gepflogen. Von diesen Männern wurde hierauf ein telegraphisches Kabel von dem amerikanischen Festlande nach der Jusel Neufundland, als dem nächsten Punkte nach Europa zu, gelegt, 1856. Unterdessen bildete sich in England eine mit jener amerikanischen

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zusammenwirkende Atlantische Telegraphen⸗Gesellschaft, welche ein Kapital von mehreren Millionen Gulden zusammenbrachte. Diese ließ zunächst den Meeresboden zwischen den Inseln Irland und Neufundland genau untersuchen(1857). Allein daß diese Ausforschung nicht genau genug gewesen war, bewies der Erfolg. Bei einer plötzlich eintretenden Tiefe von 10000 Fuß zerriß das Tau, obwohl es stark(singersdick) und sehr sorgfältig gearbeitet war. Doch ohne den Muth zu verlieren, nahm man im folgenden Jahre(1858) das Unternehmen nochmals auf. Alles schien

zu glücken, es wurden sogar Gluͤckwunsch⸗Telegramme gewechselt. Dennoch zeigten sich bald Störungen, von Tag zu Tage beträchtlichere. Endlich

mußte man sich in die traurige Gewißheit ergeben, daß der elektrische Strom, ungewiß wie, versiegt sei. Nun begann man neue Vorschläge zu machen, allein sie alle waren nicht überzengend genug, um wieder so ungeheure Geldsummen darauf zu verwenden. Dagegen kam eine selbst von dem englischen Ministerium unterstützte Untersuchungs ⸗Commisston zu dem Resultate, daß die Ursachen des bisherigen Mißlingens durch Geschick und Vorsicht beseitigt werden könnten. So bildete sich eine neue Actien⸗ gesellschaft mit einem Kapital von 4 Millionen Gulden. Es wurde das größte Schiff der Erde(der Great Eastern) für den Transport des neuen Kabels(480000 Centner) in Dienst genommen. Das Kabel selbst wurde auf die möglichst vollkommne Weise, und etwas dicker(1 Zoll im Durch⸗ messer) hergestellt, und Alles, was menschliche Kunst vorzukehren vermag, wirklich vorgekehrt. So ging das Riesenschiff am 23. Juli 1865 von Valencia in Irland in See, und gab durch den Telegraphen täglich

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