Ausgabe 
9.5.1867
 
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am 2. April den Rheinzoll⸗Einnehmer Steuerrath Opfer- mann zu Meinz, unter Anerkennung seiner vieljährigen treuen Dienste, den Revisions-Controleur Scheich in Mainz, unter Anerkennung seiner vieljährigen treuen Dienste, den Rheinzollamts-Gehülfen v. Kreß in Mainz, am 5. April den Amtsdiener bei dem vorhini⸗ gen nassauischen Amte Reichelsheim Seel und am 9. Avril den Rheinzollamts-Controleur und Hafen⸗Com⸗ missär Günther zu Mainz in den Ruhestand zu ver⸗ sete. Gestorben sind: am 14. März der pensionirte Friedensgerichtsactuar Müller in Mainz; am 20. der Schullehrer Wetteroth zu Griesheim; am 21. der Schullehrer Keller zu Alsheim; am 27. der Schullehrer Uhrig zu Lampertheim.

Das Großh. Regierungsblatt Nr. 19 enthält:

I. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Großherzoglichen Hauses und des Aeußern, daß mit Rücksicht auf die Vereinbarung in Art. 12 des Friedens⸗ vertrags mit Preußen vom 3. September 1866 dle völlige Einstellung der Erhebung der Mainschiff⸗ fahrtsabgaben im Großherzogthum Hessen vom 1. Mai I. J. an eintritt. 5

II. Uebersicht der für das Jahr 1867 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Bedürfnisse in den israeli⸗ tischen Religionsgemeinden des Kreises Bingen. 5

III. Verzeichniß rechtskräftig gewordener, in Gemäß⸗ heit des Art. 30 des Strafgesetzbuchs im Regierungsblau bekannt zu machender Straferken ntnisse der Gerichte der Provinz Oberhessen.

IV. Dienstnachrichten. Am 30. März wurde dem Schullehrer Müller in Ober⸗Beerbach das Patent als Geometer der dritten Klasse für den Kreis Bensheim und am 12. April dem Friedrich Baach aus Londorf das Patent als Geometer der ersten Klasse für den Kreis Grünberg ertheilt. b

V. Dienstentlassung. Am 12. April den Postsecretär erster Klasse bei dem Postamte Gießen Friedrich Mau⸗ rer auf sein Nachsuchen.

VI. Gestorben. Am 2. April der evangelische Pfarrer Helfrich zu Kriegsheim; am 5. der evangelische Pfarrer Röhrig zu Hausen; am 12. der Ober⸗ Rechnungs⸗ Probater erster Klasse Zimmermann zu Darmstadt; am 13. der evangelische Pfarrer Schenck zu Nieder⸗Rosbach; am 14. April der Förster Geiß zu Nordheim.

s. Darmstadt. Um die Hebung unseres Gym⸗ nastums zu beschleunigen, sollen, wie man vernimmt, alle Schüler in den Klassen, in welchen sie sich gegen⸗ wärtig befinden, noch ein Jahr länger zurück⸗ gehalten werden. Auch wurde am Schlusse des letzten Semesters bei der Ausstellung der Zeug⸗ nisse strenger verfahren, als dies früher geschah.

s. Darmstadt. Die Räume unseres Museums haben sich wieder um zwei Säle vergrößert; der eine enthält die, neuerdings von Herrn Brunner ge⸗ schenkte Conchyliensammlung, während in dem anderen die schon früher vorhandenen ostrologischen Gegenstände übersichtlicher aufgestellt sind. Eine weitere Vergrößerung des Museums ist bereits in Aussicht genommen. Allen Kunstfreunden wird es von Interesse sein, zu erfahren, daß das im Besitz Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Karl von Hessen befindliche Gemälde, eine Hol⸗ beinische Madonna darstellend, nunmehr als Originalwerk des großen Meisters erkannt ist, während man es früher für eine bloße Copie von der Holbeinischen Madonna in der Dresdener Galerie hielt. Der Besuch dieses Kunstwerks im Palais der Prinzessin ist dem Publikum täglich gestattet.

Die hessische Ludwigsbahn⸗Gesellschaft hat auf Ansuchen die Erlaubniß erhalten, Vorarbeiten sowohl für eine Bahnlinie von Darmstadt aus über Oberramstadt und Brensbach nach Michel stadt und Erbach, als auch für die Linie von Worms über Gernsheim nach Darmstadt vorzu⸗ nehmen. Demgemäß sind bereits die Anordnun⸗ gen getroffen worden, um diese Vorarbeiten ohne allen Verzug in Angriff zu nehmen. a

Kürzlich fand im Gartensaale des Darm städter Hofes eine sehr zahlreich besuchte Versamm⸗ lung im Interesse der Reorganisation der hiesigen technischen Schule statt. Beschlossen wurde, eine Eingabe an Seine Königliche Hoheit den Groß- herzog und die Stände zu richten, worin gebeten werden soll, die technische Schule zum Rang einer polgtechnischen mit dem Rechte, Maturitätsprüfun⸗ gen abzuhalten, zu erheben.

Gemäß der Militär⸗Convention hat der Höchstcommandirende der Großherzoglichen Diviston nach erfolgter Ernennung folgendes protocollarische Versprechen abzugeben und eigenhändig unter⸗ zeichnet dem Könige von Preußen einzusenden:

Ich ꝛc. verspreche hierdurch auf Ehre und Pflicht, daß, nachdem Seine Königliche Hoheit der Groß⸗

herzog von Hessen und bei Rhein mich zum Com⸗ mandirenden Allerhöchst Seiner Division ernannt haben, ich das mir anvertraute Commando nur in Uebereinstimmung mit den Befehlen Seiner Majestät des Königs von Preußen als Ober befehlshaber handhaben will.

6. Mai. II. Kammer. 16. Sitzung. Die Regierung verlangt für Anschaffung von 8000 Stück Zündnadelgewehre, welche Preußen zu 28 fl. per Stück liefert, nebst den dazu gehörigen Patronen einen Credit von 264,000 fl. Ferner sollen die vorhandenen 17,600 Gewehre ebenfalls in Zündnadelgewehre umgewandelt werden, was nochmals etwa 200,000 fl. betragen wird. Bindewald beantragt Ausbau der Straßen in der Gegend von Büdingen; Kraft und Hun singer die Erweiterung des Gesetzes vom 24. Dezember 1857, die Zusammenlegung der Grund⸗ stücke betreffend. Seitz den Bau einer Bahn von Worms nach Heppenheim und von da durch den Odenwald. Die Kammer tritt nunmehr in die Berathung des Hauptvoranschlags 18661868 ein. Abg. Vollhard beantragte, die Bud getberathung auszusetzen, das bewilligte Bud get bis Ende 1867 zu verlängern und einen neuen Voranschlag vorzulegen, welcher die Kosten der neuen Militäreinrichtung beim Eintritt in den Nordbund berücksichtigt. Nach längerer Debatte, in welcher sich die Abgg. K. J. Hoffmann, Dern burg, Bamberger, Keil, Soldan, Metz, Becker, George für den Volhard'schen Antrag und die Abgg. Wernher, Dumont, Hunsinger, Kraft, Hall wachs, Kempf, Heß, v. Gagern, Stockhausen und der Finanzminister gegen denselben aussprechen, wurde der Antrag des Abgeordneten Vollhard mit 35 gegen 10 Stimmen abgelehnt. Die Kammer schritt hierauf zur Berathung der Haupt- abtheilung I.Lasten und Abgänge. Für stän⸗ dige Grundzinsen werden 9259 fl. und für Stif⸗ tungen und Kirchenkosten 725 fl. bewilligt. Für Baukosten der Kirchen, Pfarr- und Schulhäuser werden 8580 fl. verlangt, davon jevoch einige Posten von dem Ausschuß beanstandet. Für Bei⸗ träge zu den directen Steuern werden 52,357 fl. und für Gemeindelasten 20,016 fl. verlangt und bewilligt.

7. Mai. II. Kammer. 17. Sitzung. Eine Vorstellung der Einwohner Offenbachs ver- langt den alsbaldigen Bau der Offenbach ⸗Hanauer Bahn. Tagesordnung: Fortsetzung der Be⸗ rathung des Hauptvoranschlags. Für Lasten auf den Forst⸗ Domänen werden die angeforderten 151,791 fl. bewilligt. Für die Kameraldomänen desgleichen 56,665 fl., ebenso 6132 fl. für Brand- versicherungsbeiträge. Für besondere Beiträge zu öffentlichen Anstalten in Darmstadt sind jährlich 4156 fl. vorgesehen, darunter 7730 fl. für Neu⸗ pflasterung des Theaterplatzes, welch letzteren Posten der Ausschuß abzulehnen beantragt. Nach kurzer Verhandlung wird diesem Antrag gemäß entschie⸗ den. Die weiteren Anforderungen für Entschädi⸗ gungsrenten u. s. w. werden ohne Debatte be⸗ willigt. Für die geistliche Wittwenkasse, welche ungemein günstig steht und jährlich eine sehr be⸗ deutende Summe kapitalisirt, wird trotzdem ein Staatsbeitrag von 6000 fl. verlangt. Der Aus- schuß schlägt vor, nur 3000 fl. zu gewähren. Bei der Abstimmung bleibt der Ausschußantrag in der Majorität. Für Rheinzollrenten, welche bisher von dem Rheinzollamt zu Mainz unmittel- bar an die Berechtigten bezahlt wurden, nunmehr aber, in Folge der Aufhebung der Rheinschiff⸗ fahrtsabgaben, aus Großherzoglicher Hauptstaats⸗ kasse zu leisten sind, werden 6596 fl. verlangt. Nach längerer Verhandlung bewilligt zwar die Kammer den angeforderten Betrag, verwahrt sich aber dagegen, als ob dadurch die Rechte der Renteberechtigten an den hessischen Staat anerkannt werden. 5

Preußen. Berlin. Die Ernennung von Militärbevollmächtigten bei den süddeut⸗ schen Höfen steht demnächst bevor.

Dic Meldung süddeutscher Blätter, General

Steinmetz werde nach Karlsruhe gehen, um 46

die Leitung des badischen Militärwesens zu über⸗ nehmen, ist ganz unrichtig.

der ersten Einberufung der

5 Im Abgeordnetenhause brachte der Finanz. minister einen Gesetzentwurf ein, wodurch die Re.

gierung ermächtigt werden soll, den Rechenschafts⸗

bericht über die Verwaltung der 60 Millionen- Anleihe erst dem nächsten ordentlichen Landtage vorzulegen. Das Haus beschloß die Schlußberathung hierüber. Hierauf folgte die Berathung der Ver⸗

fassung des Norddeutschen Bundes. Referent Twesten, Jung und Eulenburg erklären sich für,

Waldeck und Jacoby gegen die Vorlage. towski erneuerte den Protest der Polen.

in einer wichtigen Mission nach London gereist, wahrscheinlich um gleichfalls dem preußischen Bot⸗ schafter Grafen Bernstorff auf der Conferenz zu assistiren.

Marburg. Das neue Universitätssemester bringt unerwarteter Weise einen erfreulichen Zu gang von Studenten, so daß die Zahl der bereits anwesenden etwa 300 beträgt.

Hanau. Am 1. ds. wurde die Eisenbahn⸗ strecke von Hanau nach Wächtersbach dem öffent lichen Verkehre übergeben. Bis zur Vollendung der ganzen Strecke Hanau⸗Bebra(resp. Fulda) vermittelt einstweilen eine Postverbindung zwischen Wächtersbach⸗Fulda den Verkehr.

Bayern München. Ein hier anwesen⸗

der preußischer Stabsofficier hat vom topographi⸗ schen Büreau unseres Generalquartiermeisterstabs

süddeutsche Landkarten erworben, wie es scheint, in sehr großer Anzahl, denn der Kaufsbetrag be⸗ rechnet sich auf 20,000 Gulden. Der genannte Stabsofficier wird bis nach beendetem Druck der Karten hier verweilen.

Baden. Karlsruhe. Vom großherzog⸗ lichen Kriegsministerium werden mit Rücksicht auf die bevorstehende Reorganisation des Armeecorps Diejenigen, welche die nöthigen Eigenschaften be⸗ sitzen, aufgefordert, schon jetzt als einjährige Freiwillige einzutreten und dadurch ihrer ganzen Militärpflicht Genüge zu thun. Das Kriegsministerium erwartet eine wesentlich leichtere Durchführung der Organisation, wenn zur Zeit Wehrpflichtigen nach dem neuen Gesetz schon eine größere Anzahl ein⸗ jähriger Freiwilliger ausgebildet wäre.

England. London. Ein Telegramm vom 7. ds. meldet: Die Eröffnung der Con ferenz findet heute Nachmittag um 3 Uhr statt, die zweite Sitzung wahrscheinlich erst nächsten Samstag, Italien ist angeblich nicht vertreten.

* Nauheim. Freitag den 10. ds. hat Fräulein Sommer ihre Benefice-⸗Vorstellung. Der jungen, streb⸗ samen Künsilerin, die sich während der Zeit ihres Auf⸗ tretens hier die allgemeine Anerkennung und Beliebtheit erworben, kann ein recht zahlreicher Theaterbesuch an ihrem Benefice⸗Abend mit Zuversicht vorausgesagt werden, zu⸗ mal sie drei der beliebtesten Stücke zur Aufführung gewählt.

Medicinisches Curiosum. Ein Offizier der Pesi⸗Ofener Garnison, welcher seit einigen Tagen über Kopfschmerzen klagte, starb in der Nacht auf den 13. d. eines plötzlichen Todes. Bei der Obduction der Leiche siellte es sich heraus, daß derselbe an Vereiterung des Gehirns gestorben sei, verursacht durch eine Kugel, die noch mitten im Gehirn steckte. Der Offizier trug also die

Kugel volle 10 Monate in der Schädelhöhle mit sich herum,

ohne daß weder er, noch der behandelnde Arzt eine Ahnung davon hatte. Eine Woche nach der Schlacht von Königsgrätz wurde er als geheilt aus dem Spitale entlassen und that regelmäßig seinen Dienst bis an den Tag vor seinem Tode.

Telegraphischer Bericht.

Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec⸗Agent.

Das Hamburger PostdampfschiffSaxonia, Capt. Haack, von der Linie der Hamburg⸗Amerkkanischen Packet⸗ fahrt⸗Aktien⸗Gesellschaft trat am 4. Mai wiederum eine Reise via Southampton nach New⸗Dork an und hatte außer einer starken Brief⸗ und Packetpost 300 Tons Ladung, 69 Passagiere in der Cajüte und 813 im Zwischendeck an Bord.

Schiffsnachrichten. Mitgetheilt von Chr. Hecht in Friedberg, Spec. Agent. Angekommen in New Hork:

Am 13. April SegelschiffJ. Halfield von Ant⸗ werpen, am 13. April SegelschiffAtalanta von Bremen, am 15. April SegelschiffPrinz Albert von Hamburg, am 15. April SegelschiffEdward von Rotterdam, am 15. April DampferAllemania von Hamburg, 16. April SegelschiffMercury von Havre, am 16. April SegelschiffLaura von Bremen.

Wegen Frachten und Passagen beliebe man sich an obige Specialagentur zu wenden.

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Der preußische Militärbevollmächtigte zu Paris, Major v. Burg, ist heute Nachmittags

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