Ausgabe 
31.7.1857
 
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Friedberger Intelligenzblatt.

Naa e Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, e.

tag. Preis jährl. oder deren Raum

eee Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg.

N.. 59. Freitag, den 31. Juli. 1857.

Amtlicher Theil.

Bekanntmachung, betreffend die Bearbeitung eines Gewerbe- und Handels-Adreßbuchs für das Großherzogthum Heſſen.

Das Bedürfniß eines Gewerbe- und Handels ⸗Adreßbuchs für das Großherzogthum hat ſich in neueſter Zeit ſehr fühlbar gemacht. Der Ausſchuß des Großherzoglichen Gewerb-Vereins hat daher beſchloſſen, das Material hierfür zu ſammeln, zu ordnen und dem hiernach gedruckten Adreßbuch, auch in weiteren Kreiſen, die möglichſte Ver breitung zu verſchaffen.

In das Gewerbe- und Handels-Adreßbuch ſollen alle Geſchäftsfirmen aufgenommen werden, deren Leiſtungen von allgemeiner induſtrieller Bedeutung ſind; alſo alle diejenigen Geſchaftsadreſſen, deren Erzeugniſſe durch den Handel zum Vertrieb gelangen, oder die als Hülfsgewerbe einzelner Fabrikationen erſcheinen. Zur Aufnahme nicht geeignete ſind die Adreſſen derjenigen Handwerker, welche ausſchließlich für den Localbedarf arbeiten.

Der Umterzeichnete erſucht hiernach die inländiſchen Fabrikanten, Handel- und Gewerbtreibende, der Centralſtelle des Großherzoglichen Gewerb-Vereins ihre genauen Geſchäftsfirmen, mit Angabe der von Ihnen fabricirten Induſtrie Erzeugniſſe, oder der Fabrikate, womit ſie Handel treiben, möglichſt bald mittheilen zu wollen.

Die Centralſtelle des Großherzoglichen Gewerb-Vereins wird ihrerſeits Alles thun, was zu einer moͤglichſt voll ſtändigen Sammlung der bemerkten Adreſſen führen kann; diejenigen Gewerbtreibenden aber, welche die gewünſchten Mittheilungen zu gehöriger Zeit zu machen verſäumen, werden es ſich dann ſelbſt zuzuſchreiben haben, wenn ſie ihre Adreſſe im Gewerbe- und Handels-Adreßbuch nicht aufgeführt finden.

Darmſtadt den 2. Juli 1857. Der essa N des Gewerb-Vereins.

ckhardt. Fink.

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.

Mo biliar⸗, 1 Schiff⸗ und baute Hofraithe nachverzeichnete Gegenſtände] Küchenſchränke, ein Goctaviges Clavier und

irr-N in ſeiner jetzigen Wohnung bei Frau Philipp ſonſtige Hausgerätbſchaften. Geſchirr Verſteigerung Sieck Wwe. öffentlich verſteigert, als: Gegen genügende Bürgſchaft können die zu Friedberg. zöwei Pferde mit ein- und zweiſpännigem Steigerer Zahlungsfriſt bis Martinitag d. J. Donnerſtag den 13. Auguſt d. J. Geſchirr, ein neuer zweiſpänniger und ein erhalten.

5 5. a einſpänniger Wagen, ein neuer Schnappkarn, Vormittags 9 Uhr anfangend, eine vollftändige Brennereieinrichtung älterer 11262] werden auf freiwilligen Antrag des, Methode, wovon der Keſſel 95 Maas Ge Herrn Liqueurfabrikanten Ehrmann dahier aus halt hat, verſchiedene Fäſſer zu Regen- und Veranlaſſung deſſen Ueberzugs in ſeine neuer Pfuhlfäſſern geeignet, Bütten, Bettſtellen,

Friedberg den 23. Juli 1857. In Auftrag Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Der Vorſteher B. mei n 1d e r.

ren laſſen unter dem Turbane, wie es denn in Syrien

Morgenland und Abendland. allgemein Sitte ſei, das Haar vom Kopfe raſiren zu laſ

Wie Hoſen, Haare und Hüte dort ganz anders ſen was ſich ſeltſam und komiſch mit anſieht dem angeſehen werden, als hier, mag Folgendes zeigen: Haar im Geſicht aber freies Wachsthum zu geſtatten. Als

f f a 7 iich eines Tages in der ſogenannten Halle mich mit ſüßem Die Araber verachten unſere Beinkleider ſo ſehr wie Nichts thun. hörte ich 8.

wir die ihrigen. Sie halten dieſelben für läſtig, unbe Hofe, ein A* 0 8 ie a ganz eigenthümliches Schaben und Raſpeln. Ich quem und hinderlich ihrer Enge wegen, für geſchmacklos ſah endlich über das Geländer und erblickte Jurjus, den

und vor allem für unanſtändig. Daß die Miſſionäre, die Mann für Alles, der ſeinen Kopf geduldig hinhielt wäh mit ſo großem Bekehrungseifer im Oriente erſcheinen, im rend ihm ein Anderer mit einem ſtumpfen Meſſer die Haare Ganzen ſehr Wenige für den Glauben gewinnen, den ſie herunter zu raſiren verſuchte. Der Barbier hatte den Schä predigen, liegt zum großen Theile an den engen Bein⸗ del ſich zwiſchen die Knie geklemmt und arbeitete ſo eifrig kleidern, die ſie tragen; denn die Leute im Morgenlande und anſtrengend mit dem Meſſer darauf herum, wie ein ſagen:wie kann der Dor, der ſich ſo unanſtändig klei- Mäher mit einer ſtumpfen Senſe auf einer dürren Wieſe det, wahre Moral predigen? voll Maulwurfshaufen. Jurjus ſchwitzte wie in einem

Auch gegen die Art, wie wir Abendländer das Haar Dampfbade und verzog dabei das Geſicht in der gräulich⸗ tragen, haben die Orientalen viel einzuwenden. Als ich, ſten Weiſe. Wie ſchnell würde ein amerikaniſcher India erzählt ein Reiſender, eines Tages ohne Hut mit meinem ner den armen Jurjus von allem Kopfhaar und zugleich ziemlich langen etwas lockigen Haar im Schatten eines von aller Beſorgniß, daß es wieder wachſen konne, gründ⸗ Baumes ſtand, trat ein Araber zu einem andern und ſagte: lich befreit haben, ohne ihm viel mehr Schmerz zu ma im Namen Gottes, wie muß es in dem Kopfe dieſes chen als er bei dieſer oberflächlichen Operation zu ibe Fremden ausſehen! Er hatte ſich das Haar glatt abſchee- ſtehen hatte! Die Moden ändern ſich indeß ſelbſt in dem