Ausgabe 
21.4.1857
 
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Friedberger Jutelligenzblatt.

Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl.

Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,

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ec e Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg..

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Nu. 31.

Dienſtag, den 21. April.

Auszug aus dem Groſtherzoglichen Negierungsblatte.

Nr. 9 vom 28. März enthält: I. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Finanzen vom 13. März, wornach laut einer Ver öffentlichung des herz. anhalt. Staatsminiſteriums vom 27. Februar d. J. die laut Geſetzes vom 1. Aug. 1849 cmittirten 100,000 Stück herzoglich Anhalt-Deſſauiſchen Staatskaſſenſcheine u 5 Rthlr. einge zogen werden ſollen, binnen einer l2monatlichen, bis zum 1. Marz 1858 dauernden präcluſiviſchen Friſt. Nach dem Eintritt dieſes Ter mins verlieren alle nicht eingelöſten Staatskaſſenſcheine der bezeich neten Art ihre Gültigkeit und alle Anſprüche aus denſelben an die herz. Kaſſen ſind erloſchen. Nach Ablauf von drei Monaten, wäh

rend welcher alle herrſchaftl. Kaſſeverwaltungen fragliche Scheine ein- löſen, findet die Einlöſung allein bei der herz. Staatsſchulden-Ver⸗ waltungskaſſe zu Deſſau, und zwar nur am 1. und 3. Dienſtage je⸗

den Monats ſtatt. II. Bekanntmachung Großh. Oberpoſtinſpection vom 9. März, daß mit dem 15. d. M. zu Waldmichelbach eine Poſt expedition in Wirkſamkeit tritt. III. Umlage von 333 fl. in der israelitiſchen Religionsgemeinde zu Michelſtadt für 1857. IV. Um⸗ lagen zur Beſtreitung der Bedürfniſſe der isrgelitiſchen Religions gemeinden im Kreiſe Mainz für 1857 reſp. 1857/59. V. Desgl. im Kreiſe Vilbel für 1857. VI. Umlagen zur Beſtreitung der Communalbedürfniſſe in den Gemeinden des Kreiſes Neuſtadt für 1857. VII. Desgl. im Kreiſe Schotten. VIII. Desgl. im Kreiſe Offenbach. IX. Dienſtnachrichten: S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 2. Febr. dem Pfarrvicar Alefeld zu Niedermodau die ev. Pfarrſtelle zu Großwinternheim zu übertragen; 4. den Oberrechnungs-Probator Krömmelbein, unter Entbindung von ſeiner gegenwärtigen Dienſtſtelle, zum Secretär, Regiſtrator und Protokolliſten bei der Brandverſicherungs⸗Commiſſion, mit dem Amts- titelBrand⸗Verſicherungs⸗Secretär zu ernennen, den Schulvicaren Velte zu Dodenau, Ploch zu Heidelbach und Haun zu Harxheim die ſeither von ihnen proviſoriſch verſehenen Schulſtellen(beide erſtere evang., letztere kath.) an dieſen Orten zu übertragen, den von dem Herrn Fürſten zu Löwenſtein⸗Wertheim-Roſenberg und dem Herrn Grafen zu Erbach⸗ Schönberg auf die evang. Pfarrſtelle zu Rimhorn präſentirten Mitprediger und Schullehrer Geilfus zu Zwingenberg für dieſe Stelle zu beſtätigen; 21. den Regierungsacceſſiſten Knorr von Darmſtadt zum Miniſterial⸗Secretariatsacceſſiſten bei dem Mini⸗ ſterium des Innern, den Dr. med. Baur aus Dornberg zum Aſſi⸗ flenzarzt bei der akademiſch-chirurgiſchen Klinik zu Gießen zu ernen nen, Hofgerichtsrath Zimmermann zu Darmſtadt die Nebenſtelle

eines 3. Mitglieds bei der Brandverſicherungscommiſſion zu über tragen; 24. den Oberförſter Preuſchen zu Grebenhain zum Oberför ſter in Ernſthofen und den Forſtcandidaten, dermaligen Revierförſter in Gräflich Solms-Rödelheimiſchen Dienſten, Hartmann zu Bein hards zum Oberförſter in Grebenhain, den Freiherrn Ludwig von Trotha zum Kammerherrn; 27. den Stadtgerichts-Aſſeſſor Friedrich Freiherrn v. Rotsmann zu Gießen zum Kammerjunker zu ernennen; 3. März dem Schulvicar Muhl zu Rimbach die 1. ev. Schulſtelle zu Watzenborn, und am 5. dem Notar Dr. Phildius zu Wörrſtadt die Notarſtelle für den Notariatsbezirk Pfeddersheim-Worms, mit dem Amtsſitze zu Pfeddersheim, zu übertragen. X. Charakterertheilun gen: am 13. Febr. dem Lehrer an der 1. ev. Stadtmädchenſchule zu Darmſtadt, Freiprediger Guntrum, dem Lehrer an der 2. Abth. der 1. höheren Mädchenſchule, Freiprediger Göhrs, dem ev. Pfarramts Candidaten, Freiprediger Höfer daſelbſt, dem Lehrer an der J. Abth. der 1. Stadtknabenſchule daſ., Freiprediger Ewald, dem Lehrer an der 1. Abth. der 1. höheren Mädchenſchule daſ., Freiprediger Wag ner, dem Lehrer an der 1. Abth. der 2. höheren Stadtmädchenſchule daſelbſt, Freiprediger Dingeldey, dem Lehrer an der 1. Stadtknaben ſchule zu Gießen, Freiprediger Lips, dem Lehrer an der 1. Stadt mädchenſchule zu Gießen, Freiprediger Balſer, dem Pfarramts-Can didaten und Lehrer an der 2. Abtheil. der 1. Stadtmädchenſchule zu Darmſtadt, Strack, und dem Pfarramts-Candidaten und Lehrer an der 2. Stadtmadchenſchule zu Gießen, Krug, alsMitprediger; am 6. März dem Medicinalrakh Ur. Gröſer zu Mainz alsGeh. Me⸗ dicinalrath. XI. Dienſtentbindungen: am 21. Febr. den Aſſiſtenz⸗ arzt bei der akadem.⸗chirurgiſchen Klinik zu Gießen, Dr. med. Seriba, auf Nachſuchen; desgl am 5. März den Notar Schröder zu Pfed dersheim. XII. Concurrenz für: die ev. 4. Pfarrſtelle zu Darm ſtadt mit 1100 fl., die ev. Pfarrſtelle zu Wörrſtadt mit 1484 fl., die evang. Schulſtelle zu Steinperf mit 217 fl. nebſt 4. Stecken Holz für Heizung des Schullokals. XIII. Geſtorben am: 26. Jan. evang. Schullehrer Kauß zu Rohrbach, 7. Febr. Geh. Regierungsrath Heim zu Darmſtadt, 12. Arreſthauswächter Schell zu Alzey, penſ. Ober- einnehmer Heckler zu Bensheim, 17. Gymnaſtaldirektor und Ober ſtudienrath Ur. Dilthey zu Darmſtadt, 20. Kreisarzt Dr. Weber zu Lauterbach, 5. März ev. Schullehrer Trautmann zu Weinolsheim, 6. Militärpenſionär und Dammwärter Lemſter zu Niederingelheim, 14. Landgerichts-Aktuar Dornſeiff zu Biedenkopf.

Verſchiedenes.

Mittel gegen den Brand im Waizen. In den Annales de P' Agriculture wird außer der Zweck mäßigkeit einer Gemengeſaat von verſchiedenen, jedoch zu einander paſſenden Waizenſorten, nachgewieſen, daß der Brand im Waizen ſich nicht allein durch brandige Saat fortpflanzt, ſondern daß dies auch durch Dünger geſchieht, in welchem ſich Stroh von brandigem Waizen befindet. Dabei wird das Waſchen ſolches Saat-Waizens in einer Auflöſung von 16 Pfund Glauberſalz in 90 Quart Waſ ſer empfohlen. Der Waizen wird hierin lebhaft umge rührt, wobei die brandigen Körner obenauf ſchwimmen und weggenommen werden. Nach dem Abtropfen wird der brauch bare Antheil mit Kalkſtaub beſtreut und damit ſo lange durchgearbeitet, bis ſich jedes Korn mit Kalk überzogen hat.

Ein neues Kummet. Der Riemer- und Sattler meiſter Dedering in Berlin hat ein Kummet erfunden, welches die neue und eigenthümliche Vorrichtung beſitzt, daß ſeine Höhe und Weite verändert und dadurch daſſelbe für jedes Pferd von jeder Größe paſſend gemacht werden kann.

Aſſiſen⸗ Verhandlungen für OSberheſſen. II. Quartal 1857. Hauptgeſchworne:

1) Ludwig Henkel, Müller von Kombach. 2) Heinrich Löbſack, Beigeordneter von Steinheim. 3) Georg Hold, Gaſtwirth von Laubach. 4) Friedrich Koch, Landwirth von Lindheim. 5) Johannes Pauli II., Landwirth von Heldenbergen. 6) Mathäus Wittich II., Landwirth von Rendel. 7) Ferdinand Stapp, Poſt⸗ halter von Biedenkopf. 8) Georg Karl Windecker, Colonialwaaren händler von Gießen. 9) Ur. Wilhelm Braubach, Profeſſor von Gießen. 10) Conrad Noß VII., Landwirth von Wolf. 11) Con⸗ rad Becker, Landwirth von Dannenrod. 12) Heinrich Klaus III., Landwirtb von Florſtadt. 13) Conrad Birx II., Oeconom von Ulrichſtein. 14) Jacob Köhler I., Spediteur von Gießen. 15) Anton Wege, Landwirth von Allendorf bei Gladenbach. 16) Da niel Bender, Poſthalter von Butzbach. 17) Theodor Lotz, Bier brauer von Gießen. 18) Meier Bock II., Kaufmann von Lich. 19) Heinrich Zulauf II., Oeconom von Eudorf. 20) Ephraim Engel, Ellenwaarenhändler von Echzell. 21) Georg Heinrich Breu ning II., Landwirth von Lauter. 22) Jacob Kleemann II., Land wirth von Rodheim, Kreis Vilbel. 23) Johannes Schmidt VI., Müller von Eichelſachſen. 24) Gottfried Rapp II., Müller von Homberg. 25) Heinrich Otterbein, Landwirth von Fraurombach.

26) Friedrich Kraft III., Landwirth von Dauernbeim. 27)

Friedrich Dietz, Müller von Inhaiden. 28) Johannes Runzheimer 1. Landwirth von Rüchenbach. 29) Louis Staudinger, Oeconom von Appenrod. 30) Johannes Schmidt, Landwirth von Ermenrod.