Ausgabe 
8.5.1857
 
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rfreunde.

Erſcheint wo⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl.

Friedberger Intelligenzblatt.

Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,

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erat een Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. 0

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ſammen 7 kr.

Nu. 36.

Freitag, den 8. Mai.

1857.

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.

Schaafpferche-Verpachtung. 1755] Mittwoch den 13. Mai, Morgens um 11 Ubr, werden in hieſigem Rathhauſe 5 bis 10 Schaaſpferche, welche den 17. J. M. ihren Anfang nehmen, meiſtbietend verſteigert.

Friedberg den 6. Mai 1857.

Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg

eier

Aufforderung. 756] Der Vorſtand des Moxſtädter Mark- waldes beabſichtigt wegen Ankauf eines Waldes die Anleihe eines Kapitals von 17,000 fl. zu 4 pCt. Diejenigen Kapitaliſten, welche geſonnen find, dieſes Anlehen ganz oder theilweiſe zu übernebmen, wollen innerhalb 14 Tagen mit dem Unterzeichneten in Benehmen treten. Uebri gens wird bei gänzlicher Uebernahme die theil weiſe Rückzahlung bedungen.

Obermoxſtadt am 2. Mai 1857. Der Markmeiſter Mickel.

ben Arbei en. 1757! Montag den 11. Mai l. J., Vormit⸗ tags 8 Uhr, ſoll auf dem Ratbhauſe zu Flor ſtadt die Fertigung von ca. 2720 laufenden Klaftern Entwäſſerungsgräben, veranſchlagt zu 219 fl. 9 kr., in den Gemarkungen Ober- und Unterflorſtadt öffentlich an den Wenigſtnehmen⸗ den verſteigert werden.. Friedberg den 4. Mai 1857. Der Bezirks ⸗Bauaufſeher Schneider.

Ar erf ern h.g:

I. Bei Reparatur des Spritzenhauſes vorkommend:

1) Maurerarbeit, 2) Zimmerarbeit, 3) Pflä ſtererarbeit und 4) Lieferung von Kies laut Ueberſchlag zuſammen 10 fl.

II. Herſtellung eines Vicinalwegs beim Friedhof: 1) 20 U◻IKlftr. Planir- und Chaufſir⸗

arbeuen, lt. Ueberſchlag 26 fl. 40 kr. 2) Brechen, Fahren und Setzen von 2 Cubklaftr. Steinen 62

3) Lieferung von Pflöcken und Anſtrich eines Wegweiſers. Friedberg den 5. Mai 1857. Der Bezirks-Bauaufſeher Schneider.

Holzverſtei gerung in den Domanialwaldungen der Oberförſterei Oberrosbach, Forſts Friedberg.

1759] Donnerſtag den 14. d. M. ſollen in den

bei Oberrosbach gelegenen Domanialwaldungen,

Diſtrikt Mainzerbecke und Kellerberg,

öffentlich meiſtbietend verſteigert werden:

1) 4950 Wellen Eichen⸗ und Birken⸗Reisholz,

2) 7881 Nadel-⸗Reisholz,

3) 760 Stück Nutzgerten zu Bohnen⸗ und

Relfſtangen geeignet, und

4) 700 Gebund Ginſtern zu Backholz. Anfang und Zuſammenkunft: Morgens prä⸗

cis 8 Uhr an der Saatſchule in dem Weſter⸗

feld'ſchen Walde.

Oberrosbach am 2. Mai 1857.

Großherzogliche Oberförſterei Oberrosbach

Bing mann.

1761] Montag den 11. d.

Tuch, Bookskin, Zephyr, Drap Ceſar, Weſten⸗ ſtoffen, Leinwand, Shawls, Seidenzeugen, Som- mertüchern, Thybet, Napolitains und anderen Kleiderſtoffen, Barchent, Zwillich, Spitzen ꝛc. ꝛc. in ſeiner Wohnung öffentlich verſteigern laſſen. Es wird hierzu auf deſſen Anſuchen Termin auf Montag den 11. Mai, Vormittags 9 Uhr, anberaumt und find Steigliebhaber hierzu ein geladen. Friedberg den 29. April 1857. In Auftrag Großberzogliches Ortsgericht Friedberg: Der Vorſteher Pe

Bekanntmachung. [760] Die am heutigen im hieſigen Gemeinde- walde, Diſtrikt Langenberg, abgehaltene Holz verſteigerung hat die Genebmigung erhalten und iſt der erſte Fahrtag auf Montag den 11. Mai l. J. feſtgeſetzt worden.

Die Fahrtage ſind vom 11. bis 20. Mai l. J. jeden Wochentag; vom 22. bis 29. Mai Montags, Mittwochs und Freitags, von 7 bis 11 Uhr Vormittags.

Obermörlen am 4. Mai 1857.

Großherzogliche Bürgermeiſterei Obermörlen

Schweitzer.

Bekanntmachung.

M., Mittags 12 Uhr, ſoll die Lieferung von circa 28 neuen Grenzſteinen, welche zwiſchen der Fauerbacher und Münſterer Grenze erforderlich find, auf dem Gemeindehaus zu Fauerbach I. wenigſt

758] Mittwoch den 13. Mai l. J., Nachmit. tags um 2 Uhr, werden nachſtehende Arbeiten auf dem Ratbhauſe zu Oberwöllſtadt öffentlich in Accord gegeben:

Geſammtvorrath an

Verſtei gerung. [707] Herr S. G. Katzenſtein dahier will ſeinen Waaren,

nehmend in Accord gegeben werden. Fauer bach I. den 6. Mai 1857. Großherzogliche Bürgermeiſterei Fauerbach I.

beſtehend in: Philipps.

Eine gefährliche telegraphiſche Depeſche.

Ein junger Künſtler, der als Sänger am Hoftheater zu Mannheim engagirt iſt, hatte ſich in Straßburg verliebt und verlobt. Nichts war natürlicher, als daß er ſeine junge Braut, mit Hülfe der jetzt vollendeten pfäl ziſchen Eiſenbahn, ſo oft beſuchte, als ſeine Beſchäftigung an der Oper nur immer erlaubte. Er hatte zu dieſem Zweck einſt wieder einige Tage Urlaub erhalten, jedoch mit dem Bemerken, daß er am nächſten Sonntag in Mannheim wieder eintreffen müſſe, weil an dieſem Tage dort Opernvorſtellung ſein ſollte. Im Fall aber die Oper abgeſagt würde, ſollte er ſchleunigſt Nachricht nach Straß burg erhalten. Man würde dannDon Carlos von Schiller geben, und er könnte in dieſem Falle noch drei Tage länger bei ſeiner Braut in Strasburg bleiben.

Der glückliche Bräutigam kommt in Straßburg an und verlebt dort einige ſchöne Tage. Aber die erſehnte Nachricht aus Mannheim, welche ſein Glück noch einige Tage verlängert hätte, trifft nicht ein. Pflichtgetreu macht

er ſich daher ſchon Sonnabend auf den Weg und reiſt

auf der Eiſenbahn betrübt von Straßburg ab, mit dem

Bemerken, daß er ſich noch einige Stunden in Weißen burg aufhalten müſſe, um dort Verwandte zu beſuchen.

Kaum hat er ſeine betrübte Braut verlaſſen, ſo trifft ein Brief aus Mannheim unter ſeiner Adreſſe bei ihr ein. Die Braut den Inhalt ahnend, öffnet den Brief und lieſt, leider zu ſpät, die frohe Botſchaft, daß die Oper in Mannheim abbeſtellt ſei,Don Carlos aufge⸗ führt werde und der Sänger-Bräutigam noch drei Tage Urlaub habe.

Die Verzweiflung, daß der Brief zu ſpät kam, um den Geliebten feſtzuhalten, dauert eben nicht lange. Das junge Mädchen erinnert ſich, daß ihr Bräutigam um dieſe Stunde noch in Weißenburg ſein müſſe. Ohne ihrer Mutter ein Wort zu ſagen, macht ſie ſich mit ihrer Schweſter auf den Weg zum Telegraphen-Bureau.

Sie gibt, mit einiger Befangenheit über ihren ge wagten Schritt, an den Bräutigam nach Weißenburg (dicht an der franzöſiſchen Grenze) eine höchſt lakoniſche Depeſche auf, um ſich nicht zu verrathen und das Geld möglichſt zu ſparen: Sie telegraphirt nur:

Don Carlos. Komm! und entfernt ſich eiligſt, nicht ohne Herzklopfen und Erröthen.