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Friedberger Intelligenzblatt.
Einrückungsge⸗
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16 Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, eden Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg.
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1857.
Dienſtag, den 7. Juli.
Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. Betreff: Die polizeiliche Aufſicht über die Bäcker in Grünberg. Die nachſtehend abgedruckte Bekanntmachung wollen Sie auf ortsübliche Weiſe zur Kenntniß der Angehörigen
Ihrer Gemeinden bringen. Friedberg, am 10. Juni 1857.
Bekanntmachung.
Da für den Kreis Grünberg in Bezug auf die Bäckerwaaren eine Polizeitaxe nicht beſteht und den geſetzlichen Beſtimmungen zu Folge das Einbringen ſolcher, auch ohne Beſtellung, von auswärtigen Orten zuläſſig iſt, ſo wird dies hiermit unter dem Anfügen veröffentlicht, daß das Feilhalten und der Verkauf von Brod und Weißbrod, nament— lich auch auf den Samſtag einer jeden Woche ſtattfindenden Frucht- und Victualienmärkten zu Grünberg unter Be— obachtung der über die Qualität und das Gewicht“) der Waare beſtehenden Vorſchriften geſchehen kann.
Grünberg, den 10. Juni 1857. Großherzogliches Kreisamt Grünberg.
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*) Siehe Polizeiſtrafgeſetz und Regulativ vom 20. Mai 1856, die polizeiliche Aufſicht über die Bäcker in der Kreisſtadt Grünberg betreffend; namentlich auch die§§. 4 u. 5 deſſelben:
§. 4. Auf den Grund des Art. 185 des Polizeiſtrafgeſetzes wird beſtimmt, daß nur zwei- und vierpfündige Laibe Brod zum Verkauf ausgegeben werden dürfen.(Zuwiderhandlungen werden nach Art. 185 des Polizeiſtrafgeſetzes mit dreißig Kreuzer bis zwei Gulden beſtraft.)
§. 5. Das zum Verkauf ausgegebene Brod muß ſtets mit dem wohlausgedrückten Namenszeichen des betreffenden Bäckers verſehen ſein. Zuwiderhandlungen werden nach Art. 187 des Polizeiſtrafgeſetzes mit dreißig Kreuzer bis zwei Gulden beſtraft.
Art. 312 des Polizeiſtrafgeſetzes: Wer verdorbene oder verfälſchte Lebensmittel zum Verkaufe bringt, wird mit Geldbuße von 30 kr. bis 30 fl. oder Gefängniß bis zu 14 Tagen beſtraft. Befinden ſich die zum Verkaufe gebrachten Lebensmittel in einem die Geſundheit ge— fährdenden Zuſtande und war dieſer Zuſtand dem Verkäufer bekannt, ſo iſt der vorhergehende Artikel in Anwendung zu bringen. In allen Fällen iſt auch die zum Verkaufe gebrachte Waare der bezeichneten Art wegzunehmen.
Rechenſchaftsbericht 0 über die landwirthſchaftliche Schule zu Echzell,
III. Le iſtungen.
1) Experimentelle Ackerbauchemie. Die Elemente und deren 5 1 Verbindungen, welche im Pflanzenleben und im Boden eine Rolle Wintercurſus 1856/57. ſpielen, wie Sauerſtoff, Waſſerſtoff, Stickſtoff, Kohlenſtoff, Schwefel, S 8 8885 Chlor, Phosphor, Silicium oder Kieſel, Kalium, Natrium, Calcium, I. Schülerzahl: 23. Magneſium, Aluminium, Eiſen und Mangan. Ihre Darſtellung, ihr 1) Karl Rübſamen aus Rockenberg; 2) Guſtav Kammer und Vorkommen, Eigenſchaften, Verbindungen. Die wichtigſten chemiſchen 3) Georg Hahn aus Bellersheim; 4) Heinrich Jacob Hahn aus Prozeſſe, Verbrennung, Faäulniß, Verweſung, Gährung, Oxyde,
Melbach; 5) Wilhelm Thaler vom Weihershof bei Fulda; 6) Georg Baſen, Säuren, Salze u. ſ. w. Möbs von Gettenau; 7) Eduard Foucar aus Friedberg; 8) Karl 2) Bodenkunde. Einleitung. Begriff von Boden, Entſtehung Koch von Hof Haſelheck bei Friedberg; 9) Richhard Wagner aus der feſten Erdrinde, Schicht- und Maſſengeſteine, Beſtandtheile der— Rudlos bei Lauterbach; 10) Johannes Klein von Wohnbach; 11) ſelben, die durch deren Verwitterung eniſtandenen Bodenarten, ſonſtige Wilhelm Weiffert; 12) Heinrich Stoll; 13) Chriſtoph Stür und 14) Urſachen der Verſchiedenheit der Böden.— Der culturfähige Boden. Heinrich Amend aus Melbach; 15) Georg Weith; 16) Georg Wirth; Obergrund, Untergrund, Mächtigkeit, Wichtigkeit des Untergrundes 17) Cbriſtian Kämmer und 18) Johannes Wirth aus Dauernheim; auf den Werth der Ackerkrume, Unterſuchung des Untergrundes, Un⸗ 19) Philipp Reitz; 20) Victor Schwarz; 21) Georg Steffan; 22) tergrundsbohrer, Tiefe der Ackerkrume, ſchlechter Untergrund, tief⸗ Louis Weber aus Echzell; 23) Karl Hahn aus Bellersheim. Die gründiger, flachgründiger, warmer, kalter, durchlaſſender und undurch⸗ erſten 9 Zöglinge waren Penſtonäre und die übrigen 14 beſuchten laſſender Untergrund, Schrindſtellen.— Beſtandtheile des Bodens. die Schule bloß Montags, Mittwochs und Samstags. Die Pen⸗ Mineraliſcher: Sand, Thonerde, Kalk(Mergel, Gyps), Bittererde, ſionäre erhielten Wohnung, Frühſtück und Vesper im Hauſe des Eiſenoryde Manganoxpd Kali, Natron, Kalkſalpeter, Phosphorſaurer Vorſtehers. Kalk ꝛc. Organiſche: Verweſte Pflanzen- und Thierüberreſte, Torf, Moor, Humus.— Eintheilung des Bodens nach den vier weſentlich— ſten Grundbeſtandtheilen deſſelben in Sand-, Thon-, Kalk-, und Hu⸗ Der Unterricht begann am 6. November und endete mit einem musboden, Unterabtheilungen, Eigenſchaften dieſer Bodenarten, Un⸗ öffentlichen Examen am 3. April d. J. Als Lehrgegenſtände wurden terſuchung des Bodens auf ſeine phyfikaliſchen Eigenſchaften, Feſtig⸗ aufgeführt: 1) Experimentelle Ackerbauchemie vorgetragen von Dr. keit, waſſerhaltende und durchlaſſende Kraft, Capillarität, Zuſammen⸗ Henkelmann; 2) Bodenkunde von demſelben; 3) Allgemeiner und hang, Wärme ꝛc. Chemiſche Unterſuchung.— Geſtalt und Lage des ſpecieller Pflanzenbau von Wieſenbautechniker Simon; 4) Wieſenbau[Bodens. Ebene und geneigte Lage, die Lage nach den verſchiedenen von demſelben; 5) Betriebslehre von demſelben; 6) Arithmetik von[Himmelsgegenden.— Eintheilung und Claſſification des Bodens in Dr. Henkelmann; 7) Geometrie mit Uebungen auf dem Felde, Nivel⸗ rein landwirthſchaftlicher Hinſicht, Waizen⸗, Korn-, Gerſte- und Hafer⸗ liren von Wieſenbautechniker Simon; 8) Landwirthſchaftliche Thier⸗ boden ꝛc.— Verbeſſerung des Bodens durch Bearbeitung und Dün⸗ kunde von Dr. Henkelmann; 9) Stylübungen und einfache landwirth- gung deſſelben.— Bodenbearbeitung. Pflugarbeit. Der Pflug, Theile ſchaftliche Buchführung von demſelben. des Pfluges, Eintheilung der Pflüge, unvollkommene Pflüge oder
II. Lehrgegenſtände.


