Friedberger Jutelligenzblatt.
Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch
Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,
Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum
bene ee Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. n
ammen 7 kr.
N. 87.
Freitag, den 6. November.
1857.
effent li ch
Amtlicher Theil.
Nachricht.
Freitag den 27. d. Mts., Vormittags 10 Uhr, tritt der Bezirksrath des Kreiſes Friedberg auf dem Rath— hauſe dahier zuſammen, was hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird.
Friedberg den 4. November 1857.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg
N
Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg. Chriſtoph Ruhl von Grebenhain; heimliche Entfernung aus ſeiner Heimath. Derſelbe iſt eines Diebſtahls zum Nachtheil des Fuhrmannes Heinrich Joſt von Schlechtenwegen verdächtig.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.
Pfänderverſteigerung. [1761] Montag den 23. November, Morgens 9 Uhr anfangend, und den folgenden Tag wer⸗ den in hieſigem Rathhauſe die bis zu dieſem Termin die Verfallzeit erreicht habenden und nicht ausgelöſten oder renovirten Pfänder, be— ſtehend in Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Weiß zeug, Herren- und Frauenkleidern, öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert.
Die Auslöſung und Renovation der Pfänder findet nur gn den beſtimmten Tagen, Montag, Mittwoch und Samſtag, ſtatt und wird noch ausdrücklich bemerkt, daß nur bis zum 16. No⸗ vember(l. J. die betreffende Auslöſung und Renovation geſchehen kann, da das Pfandlocal vom 17. November bis zum Schluß der Ver⸗ ſteigerung geſchloſſen bleibt.
Friedberg den 27. Oktober 1857.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg
Be n die.
Edietalla dung. [1763] Nachdem über den überſchuldeten Nach⸗ laß des am 10. April d. J. verſtorbenen Bür-
gers Bernhard Salzmann J. von hier nach mißlungenem Güteverſuch der förmliche Con- curs erkannt worden iſt, ſo werden nunmehr ſämmtliche Gläubiger der obigen Nachlaſſen⸗ ſchaftsmaſſe hierdurch vorgeladen, in dem auf Donnerſtag den 26. November d. J., Vormittags 8 Uhr, beſtimmten Hauptliquidations-Termine ihre Forderungen bei Meidung des Ausſchluſſes von der Concursmaſſe, entweder in Perſon oder durch gehörig legitimirte Bevollmächtigte unter Angabe ihrer Beweismittel bei dem unterzeich⸗ neten Gerichte anzumelden und zu begründen. Zugleich wird bemerkt, daß die Bekanntma⸗ chung des demnächſtigen Präcluſiv Beſcheides nur durch Anſchlag im Gerichtslocale bewirkt werden wird.
Nauheim am 23. Oktober 1857. Kurfürſtliches Juſtizamt Kröber.
vt. Schlarbaum.
Bekanntmachung. [1782] Das Kleinſchlagen von 5 Eubikklafter
Chauſſeeſteinen für die hieſige Bergwerks-Chauſ⸗ ſee ſoll Montag den 9. November, Nachmittags 3 Ubr, an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben wer den. Bauernheimer Bergwerk den 28. Ok⸗ tober 1857.
Gräfl. Solms Rödelheim'ſche Bergverwaltung e Spect se r ch.
Arbeits verſtei gerung.
[1788] Samſtag den 7. November, Nachmit⸗ tags um 2 Uhr, werden an Ort und Stelle in der Feld⸗Gemarkung nachſtehende Handarbeiten an den Wenigſtnehmenden verſteigert, als:
1) Anlegung eines Steinbruchs im großen Galgenfeld, an der ſog. Töpferkaute.
2) Herſtellung eines Grabens am Dachs⸗ pfadweg.
Der Anfang dieſer Verſteigerung iſt am Dachs⸗ pfadweg zunächſt der Brücke.
Friedberg den 3. November 1857.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.
Etwas vom Bier. g ber, mit dem Weintrinken ſieht's Anno 1856, da ich dieß
(Aus der Spinnſtube.) Das iſt ein Kapitel für mich! ruft der Gevatter, f. Warum nicht? Es iſt ein und nicht Leib und Seele verdirbt, wie der unſelige, heilloſe Branntwein, dieß Gift, deſſen Unſegen und Verderben die Leute gar nicht
denn ich halt' etwas drauf.
Getränke, das erquickt und nährt,
erkennen wollen, bis es zu ſpät iſt. Den Branntwein
wiſſen.
noch Einer. Gott ſei bei uns!
Mit dem Bier wird nicht ſo viel Schaden geſtiftet, wenn man's nicht in einem Uebermaaße trinkt, wie etwa
die Bayern welche aufweiſen können.
bäuche und Trinker geſehen, da mein Begreifen ſchnur— Dem arbeitenden Mann iſt es Wie grade auf das Bier? könnte Mancher fragen.
ſtracks ein Ende hatte. eine Stärkung und Erquickung.
hat vor mehr denn vierhundert Jahren Einer erfunden, der Raimund Lullus hieß und ein gelehrter Mann und ſelbſt ein Geiſtlicher war. zeih' ihm das Unheil, das er angerichtet hat, ohne es zu Der Mann wohnte auf der ſpaniſchen Inſel Ma— jorka und der Graf dieſer Inſel half ihm dabei und—
ſchreibe, ſchlimm aus. derliches mehr gewachſen, und den Rachenputzer machen ſie jetzt mit Zucker handirlich Apotheker macht's noch beſſer— er pfuſcht Wein aus Gott weiß was, aber nicht aus Trauben. fein Gebräu ſein! Und wär' ich Landesherr, dem legt' ich ſein Handwerk, und wär' ich krank, von dem nähm' ich Wer nun Saueremus gab, kein Waſſer Durſt zu löſchen, ſucht ein Glas Bier, und das Biertrin— ken iſt ſchon recht in Aufnahme gekommen und wird faſt überall ein gutes gebraut.
Da fragt wohl Dieſer und Jener: Woher ſtammt denn das Bier? Es iſt doch ein künſtlich Gebräu; hat's denn erfunden? Das weiß man freilich nicht genau, aber es iſt ein uraltes Getränke und iſt ſicherlich nicht viel hundert Jahre nachher erfunden worden, nachdem die Menſchen Ackerbau trieben und Gerſte erndteten.
Die allererſte Nachricht vom Bier gibt uns Aeſchy— los, der um das Jahr 500 vor Chriſti Geburt lebte und ein hochbegabter Dichter war.
keine Arznei!
Gott ver⸗
Da hab' ich Bier—
kommſt du aber Nun, Lie⸗
Seit Anno 1848 iſt nichts Son— und mundgerecht, ja ein
Mag auch ein
nach ſolchen Jahren, wo es
trinken will, um ſeinen
wer
Er berichtet, daß man in


