Nr. 33 vom 2. Dezember enthält: 1. Das aus 6 88 beſtehende Finanzgeſetz für 1857/59 vom 24. Nov. 1857. Es werden hier⸗ nach für die Jahre 1858 und 1859 an directen Steuern 11 Kreuzer und ½ Heller auf den Gulden Normalſteuerkapital ausgeſchlagen und nach den geſetzlichen Beſtimmungen erhoben.— Die Beiträge zur Verzinſung und Tilgung der zum Behufe des Staatsſtraßenbaues aufgenommenen Kapitalien, welche nach Maaßgabe der beſtehenden geſetzlichen Be— ſtimmungen im Wege der directen Beſteuerung aufzubringen ſind, werden dem Steuerausſchlage noch beſonders zugeſetzt.— Ebenſo ſollen für die Provinzen Starkenburg und Oberheſſen die ſeither zur Verzinſung und Tilgung der Provinzial ⸗Straßenbauſchulden auf dem Wege der directen Beſteuerung erhobenen Beiträge von 3 Hellern auf den Gulden Normalſteuerkapital forterhoben und zu die⸗ ſem Behufe dem Steuerausſchlage beſonders zugeſetzt werden.— Die durch das Geſetz vom 3. Oct. 1845, betr. die Verzinſung und all- mälige Tilgung der Provinzial-Straßenbauſchulden, verordnete Er höbung der Steuerausſchläge ſoll jedoch, wie ſeither, nicht zur Aus⸗ führung kommen, vielmehr der Nettobetrag eines Ausſchlags von 1 Heller auf den Gulden Normalſteuerkapital aus der Staatsſchulden⸗ Tilgungskaſſe entnommen und in die Provinzial⸗Straßenbaufonds der 3 Provinzen nach Verhältniß ihrer Steuerkapitalien abgegeben wer⸗ den.— Im Laufe des Jahres 1858 ſoll eine Reviſion der beſtehen⸗ den Gewerbſteuer-Geſetzgebung ſtattfinden und die ſich hierbei als zweck— mäßig darſtellenden Abänderungen ſollen ſchon im Laufe dieſer Finanz⸗ periode einſtweilen zur Anwendung gebracht und den Ständen auf dem nächſten Landtage zur verfaſſungsmäßigen Zuſtimmung vorge⸗ legt werden.— Die Trankſteuer und Zapfgebühr von Wein, ſowie die Trankſteuer von Bier und Obſtwein und die Maiſchbütten- und Branntwein-Material-Steuer, nebſt der Uebergangsabgabe vom Brannt- wein ſollen 1858 und 1859 nach den beſtehenden Geſetzen, insbeſondere auch dem Geſetze vom 24. Nov., die Beſteuerung des Weins, Brannt⸗ weins und Biers betr., erhoben werden.— Die übrigen innern in der vorigen Finanzperiode beſtandenen indirecten Auflagen ſollen auch in 1858 und 1859 wie ſeither nach den geſetzlichen Beſtimmungen forterhoben wer— den. Im Laufe dieſer Finanzperiode ſoll eine Reviſion der Beſtimmungen über den Gerichts-, ſowie den Adminiſtrativſtempel in dem Sinne, daß dadurch die Koſten der Juſtiz- und der Adminiſtrativbehörden mög⸗ lichſt gedeckt werden, vorgenommen werden und pollen die ſich hiebei als zweckmäßig ergebenden Aenderungen unverweilt in's Leben treten. Auch die Ein⸗, Aus- u. Durchgangszölle beſtehen nach den bisherigen Beſtimmungen fort.— Zur Deckung des in der vorigen Finanzpe⸗ riode entſtandenen Deficits und zur Herſtellung des Betriebscapitals der Hauptſtaatskaſſe ſoll ein höchſtens zu 4½ pCt. verzinsliches Dar⸗ leben bis zu 1,000,000 Gulden, je nach Bedarf, aufgenommen wer⸗
398 N Auszug aus dem Groſtherzoglichen Negierungsblatte.
den.— Sämmtliche Staatsausgaben ſollen auf die verſchiedenen Ver⸗
waltungszweige ſo verwendet werden, wie die Bedürfniſſe derſelben von den Ständen bewilligt worden ſind.— Die bei der Einnahme im Ganzen entſtehenden Ueberſchüſſe, ſowie die bei den einzelnen Ver⸗ waltungszweigen erfolgenden Erſparniſſe ſollen dazu dienen, unvor⸗ hergeſehene Bedürfniſſe zu befriedigen, und das Betriebscapital der Hauptſtaalskaſſe, welches einſchließlich des baaren Reſervefonds auf die Summe von 4,000,000 Gulden gebracht werden ſoll, ſo weit als möglich wieder herzuſtellen.— II. Geſetz vom 24. November, die Beſteuerung des Weins, Branntweins und Biers betreffend, aus 10 Artikeln beſtehend. Es wird hiernach die Trankſteuer von Wein künftig nach zwei verſchiedenen Sätzen erhoben. nämlich: a. von den trankſteuerpflichtigen Einlagen von Wein ſolcher Per⸗ ſonen, die weder den Kleinverkauf von Wein, noch Weinhandel betreiben, mit 2 fl., b. von den trankſteuerpflichtigen Einlagen von Wein ſolcher Perſonen, die den Kleinverkauf von Wein oder den Weinhandel betreiben, mit 30 kr. für die Ohm.— Die Steuerſätze für die Maiſchbütten⸗Steuer und Branntwein-Material⸗Steuer wer⸗ den um die Hälfte erhöht.(Folgen die näheren Beſtimmungen.)— Die zu 1 fl. 20 kr. von der Ohm beſtehende Trankſteuer von Bier wird auf 1 fl. 40 kr. von der Ohm erhöht ꝛc.— III. Bekannt⸗ machung Gr. Miniſteriums des Gr. Hauſes u. des Aeußern vom 21. No., den Abſchluß einer Uebereinkunft mit dem Großberzogthum Luxemburg wegen Beförderung gerichtlicher Ladungen und Inſinuationen betr.— IV. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Finanzen vom 14. Nov.. daß in Darmſtadt an Stelle des ſeitherigen Nebenzollamts 1. Klaſſe ein Hauptzollamt im Innern mit Niederlagerecht, in Verbindung mit der Ortseinnehmerei für die inneren indirecten Abgaben, errichtet worden iſt und mit dem 1. Januar k J. in Wirkſamkeit tritt.— V. S. K. H. der Großherzog haben am 6. November dem wirklichen Geheimerath und Präſidenten des Staatsrathes Hallwachs Exc. das Großkreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen zu ver⸗ leihen geruht.— VI. S. K. H. der Großherzog haben am 21. Nov. dem Miniſterialrath Dr. Creve die Erlaubniß zu ertheilen geruht, den ihm von S. M. dem Kaiſer von Rußland verliehenen St. Annen⸗ Orden 2. Kl. annehmen und tragen zu dürfen.— VII. Am 1. Oct. wurde der k. Pfarrer Treffert zu Lämmerſpiel, in Folge Reſignation auf ſeine Pfarrſtelle, in den Ruheſtand verſetzt.— VIII. Concurrenz für: Die Stelle des Kreisarztes des Medicinalbezirks Butzbach; die Stelle des Kreiswundarztes des Medieinalbezirks Alsfeld; die evang. Schulſtelle zu Weickartshain, mit jährlich 200 fl. 14 kr., nebſt 4 Stecken Holz zur Heizung des Schullocals; die 2. kath. Schulſtelle zu
Hambach, mit jährlich 25 1 fl., nebſt 6 Stecken Scheitholz, zur Heizung des Schullocals, im Anſchlage von 24 fl.!
Bekanntmachungen von Behoͤrden und
Holzer tei ain g.
Zuſammenkunft am Schießplatz, Anfang Vor⸗
Privat⸗Anzeigen.
[1948] Montag den 935 N l. J. wer⸗ e 9 Uhr. 8 3 Brennholz⸗Verkauf. den in nachgenannten Walddiſtrikten, und zwar ckſtadt den 6. Dezember 4 1 5 , e bee, Fee en, dee ee n gen. 1 Stecke 9 5 2 0 4 5 1 8 5 7 80 2 Birken] Prügel⸗ F koblen⸗Bergwerk bei Bauernheim öffentlich ver— 4%„ Aspen⸗ u. Erlen⸗ bolz; Fruchtverſtei gerung. ſteigert werden: 27 1„ Stockholz, 119491 Montag den 14. Dezember l. J., Nach⸗ 1) 60 Stecken altes Grubenholz, 4575 Stück Buchen⸗ ö mittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath- 2) 5 Haufen Zimmerſpähne, ſodann 2450 Eichen- u. Birken⸗Reiſerwellen;[bauſe von dem Fruchtvorrathe des vereinigten 3) 1 Standuhr mit meſſingenem Zifferblatte, 2350„ Aspen⸗ u. Exlen⸗ Armen⸗Fonds 50 bis 60 Malter Korn und 20 4) 1 Guttaperchaſeil, und Lit. B. am Viehtrieb: bis 30 Malter Gerſte, zweimalterweiſe, meiſt⸗ 5) verſchiedenes altes Eiſen. 8475 Stück Buchen- lſer- bietend verſteigert. eim den 1 ber 1857 425„ en diere dann 7 5 Friedberg den 5. Dezember 1857. Offenbeim depp ge Aembet 8 1 37„ Aspen⸗ 5 Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Weis, an den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert. Bender. Gr. Rentmeiſter.
Für die Verunglückten
ferner ſind eingegangen bei: Director Pr. Curtman: von Herrn Koſtwirth Ockel( fl.
Profeſſor Ph. Dieffenbach: von Herrn Dr. Glaſer 1 fl. 30 5 Herrn Dr. Schmid 1 fl. 30 kr.; Herrn Dr. Voigt 1 fl.; von den Realſchülern 7 fl.; zuſammen 1 fl.
Ingenieur Hochgeſand: von Müller Schudt auf der Görbel⸗ heimer Mühle ö fl.
Gerichtsaſſeſſor v. Lepel: durch Beigeordneten Nürnberger, aus Wiſſelsheim 6 fl. 30 kr.; durch Bürgermeiſter Walter, aus Weckes⸗ heim 6 fl. 28 kr.; durch Bürgermeiſter Keil, aus Melbach 8 fl. 138 kr. (die Verzeichniſſe der Geber können auf den betreffenden Bürger⸗ meiſtereien eingeſehen werdenz) zuſammen 21 fl. 36 kr.
Director Dr. Matthias: Frau Reuß 30 kr.
Regierungsrath Müller: von der Gemeinde Oberwöllſtadt, durch Bürgermeiſter Feuerbach 21 fl.; Pfarrer Erdmann in Langen⸗ hain 2 fl.; Joh. Frick, Kaminfeger 2 fl.; Gemeinde Ockſtadt, durch Bürgermeiſter Hröninger 70 fl. 27 kr.; Gemeinde Beienheim, durch Bürgermeiſter Muth 10 fl; Gemeinde Oberrosbach, durch Bürger⸗ meiſter Rahn geſ. 12 fl. 29½ kr.; Gemeinde Wohnbach, durch Pfarrer
in Mainz
Blumhof geſ. 6 fl. 23 kr.; Gemeinde Ilbenfadt, durch Bürgermeiſter Zwier geſ. 40 fl. 9 kr.; Gemeinde Gambach, durch Bürgermeiſter Repp geſ. 28 fl. 2 kr.; Gemeinde Pohlgöns, durch Grßherz. Bürger⸗ meiſter Göbel geſ. 22 fl. 8 kr.z;(die Liſten über die in den einzelnen Gemeinden geſammelten Gaben liegen auf den betreffenden Großher⸗ zoglichen Bügermeiſtereien zur Einſichf offen;) zuſammen 214 fl. 38 ½ kr.
J. Steinhäuſer: von R. l fl.; Ung. 24 kr.; Hauptmann von Göbel 5 fl.; zuſammen 6 fl. 24.
Director Pr. Sell: von Herrn Profeſſor Dr. Schwabe 4fl.; Fräulein Schwabe 1 fl. 30 kr.; zuſammen 5 fl. 30 kr.
Bei der Expedition: von F. K. Wittwe 12 kr.; von Pfr. Oecker in Hochweiſel 2 fl.; zuſammen 2 fl. 12 kr.
Im Ganzen ſind bis heute eingegangen 826 fl. 45½ kr.
Am 5. December haben wir einſtweileu 550 fl. nach Mainz geſendet. Indem wir dies bekannt machen, bitten wir dringend um weitere milde Gaben.
Friedberg den 6. December 1857. Das Comité. Berichtigung. Unter den bei dem Comitsmitgliede Hof⸗ gerichts⸗Advokat Seyd eingegangenen Gaben ſteht H. Waas II. irr⸗ thümlich mit 6 kr., was in 30 kr. zu berichtigen iſt.
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Großber, W̃
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