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Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch
Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,
Friedberger Intelligenzblatt.
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ſammen 7 kr.
Nu 86.
Dienſtag, den 3. November.
1857.
Amtlicher Theil.
Aüff oer
derung.
Kaufmann Heinrich Hahn von hier, der als Unteragent für den Hauptagenten Heinrich Zitz in Mainz zur Be— förderung von Auswanderern nach Amerika und Auſtralien konzeſſionirt war, und als ſolcher eine Caution von 500 fl.
geſtellt hatte, hat dieſe Agentur niedergelegt.
Gemäß Art. 8. der Verordnung vom 25. Januar 1851 wird dieß zur öffentlichen Kenntniß gebracht und be— merkt, daß Anſprüche an dieſe Caution innerhalb 6 Monaten vom Tage der Bekanntmachung an gerechnet, bei uns mit einer Nachweiſung, daß bei Gericht Klage erhoben worden iſt, geltend zu machen ſind, als ſonſt die Rückgabe
der Caution erfolgen wird. Friedberg den 10. Oktober 1857.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg. ünl ler.
Auszug aus dem Großherzoglichen Negierungsblatte.
er. 31 vom 21. Okt. enthält:(Schluß.) VII. Dienft⸗ nachrichten. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnä— digſt geruht: am 26. Aug. dem Pfarrer Welcker zu Watzenborn die evang. Pfarrſtelle zu Allendorf a. d. Lahn und das damit verbundene Diaconat zu Großenlinden, dem Pfarrvicar Bindewald zu Heuchel— heim die evang. Pfarr- und Schulſtelle zu Buſenborn zu übertragen, den von dem Herrn Grafen Rudolph zu Stolberg-Wernigerode im Namen des minderjährigen Beſitzers der Standesherrſchaft Gedern, des Herrn Grafen Otto zu Stolberg- Wernigerode, auf die evang. Pfarrſtelle zu Volkartshain präſentirten Pfarrverweſer Götz zu Ober Seemen für dieſe Stelle zu beſtätigen, den von dem Herrn Fürſten zu Iſenburg⸗Birſtein auf die erledigte Lebrerſtelle an der Realſchule zu Offenbach präſentirten Lehramtscandidaten Kuhl aus Michelſtadt für dieſe Stelle zu beſtätigen, den Canzleidiener am Bezirksgerichte Mainz Rauſch zum Canzleidiener am Obergerichte daſelbſt und den Trompeter 1. Cl. im Garderegiment Chevauxlegers Sauer zum Canz— leidiener am Bezirksgerichte Mainz; 31. Aug. den Profeſſor Dr. Heſſe zu Gieſſen zum Rector der Landesuniverſität für die Zeit von Michae⸗ lis 1857 bis dahin 1858 zu ernennen; 2. Sept. dem Schulvicar Lantelme zu Worfelden die evang. Schulſtelle daſ. zu übertragen, 4. Sept. den Bahnmeiſter Querner zu Langen zum Materialverwal— ter und Bahnhofsaufſeher der Eiſenbahn-Station Darmſtadt, und den Kreisbauaufſeher Hechler zu Friedberg zum Bahnmeiſter bei der Eiſen—
bahn-Station Langen, den Notar Dapper zu Wörrſtadt zum Ergän— zungsrichter am Friedensgerichte Wörrſtadt, 8. den Gerichts-Acceſſiſten und Referendar am Bezirksger. Mainz Dr. Bruch zum Ergänzungs- richter am Friedensger. Oppenheim und den Kreisrath Melior zu zu Schotten zum Mitgliede und weltlichen Rathe des Ober-Conſi— ſtoriums zu ernennen; 22. den Gerichts-Acceſſ. Dr. jur. Schmidt aus Altenſtadt unter die Zahl der Advokaten und Procuratoren bei dem Hofgerichte der Provinz Starkenburg aufzunehmen, den Schiffbauer Brönner zu Groß⸗Steinheim zum Brückenwärter u. Schiffbauer bei der Schiffbrücke zu Worms und den Brückenwärtergehuͤfen Conr. Hartmann II. zum Brückenwärter dabei; 1. Oct. den Kreisaſſeſſor Frhrn. v. Starck zu Mainz zum Kreisrath in Schotten und den Kreisaſſeſſor Frhrn. Röder von Diersburg zu Worms zum Kreisaſ⸗ ſeſſor in Mainz zu ernennen, dem Schullehrer Kolb zu Lang-Göns die evang. Schulſtelle zu Annerod zu übertragen, und den von dem Herrn Fürſten zu Iſenburg und Büdingen auf die evang. Schulſtelle zu Wolf präſ. Schulvicar Hoffmann für dieſe Stelle zu beſtätigen, den Gerichts⸗Acceſſ. u. Reſerendar am Bezirksg. Alzey Pauli zum Ergänzungsrichter am Friedensg. Alzey, den Canzlei-Gehülfen Gerbeaux zum Cabinets-Canzliſten, den evangeliſchen Pfarrer Engel zu Reinheim zum Decan des evangel. Decanats Reinheim, ſowie den evangel. Pfarrer Weiß zu Sandbach zum Decan des evangel. Deca— nats Neuſtadt zu ernennen; 2. den Oberſtkammerherrn, Ceremonien⸗
Phosphorgift,
zur Vertilgung der Feldmäuſe angewandt, iſt, wie die jahrelangen Erfahrungen bewährt haben, ein ſicheres Mittel von dem größten Nutzen. Ich habe während mei— ner früheren Adminiſtrationen auf größeren Gütern mit dem beſten Erfolge daſſelbe angewandt, und zwar beſtändig in einem Einhüͤllungsmittel(Gerſte- oder Hafermehl), welches ſich hauptſächlich wegen ſeines Zuckerſtoffes be— ſonders dazu eignet.
Wird der Phosphor der atmoſphäriſchen Luft aus— geſetzt, ſo iſt die Folge davon eine unausbleibliche Ent— zündung, daß aber Phosphorauflöſung durch den Eindruck der mit Feuchtigkeit geſchwängerten Luft ſeine Wirkung verliert, iſt irrthümlich. Ich ſtelle ſogar die Behauptung auf, welche ich erprobt, daß gerade in kalter Jahreszeit, wo die Felder geräumt ſind und wenig Nahrung für die Mäuſe vorhanden, die Anwendung deſſelben mit dem beſten Erfolg gekrönt wird und daß ſo lange mit Legung deſſel— ben fortgefahren werden muß, als ſich Verwüſtungen zeigen.
Mögen die betreffenden Gemeinden mit Vorſicht und Geduld fortfahren; aber auch eben ſo ſehr wäre es zu wünſchen, daß von Seiten der Eiſenbahn-Direction Etwas geſchähe um das Mäuſeheer aus den Rainen der Eiſen— bahnen zu vertilgen, welche im wahren Sinne des Wortes theilweiſe durchlöchert ſind und der Art zerſtört werden, daß im Frühjahr an das Auslaufen des Klees und des Graſes nicht gedacht werden kann, und ebenſo iſt es durchaus nöthig, daß die Mäuſe in ihren Winterlagern in den Eiſenbahnrainen ſofort vergiftet werden, indem die jetzigen Bewohner nicht allein ein ſicheres Winterlager haben, ſondern auch aus den angrenzenden Feldern und feuchten Wieſen bedeutenden Zuwachs erhalten. Die Eiſen— bahn⸗Direction wird daher ſowohl in ihrem eigenen In— tereſſe handeln, als auch eine Pflicht gegen ihre Nachbarn erfüllen.
Jeder Apotheker bereitet das Gift gut und nach Vorſchrift. Ich habe während meiner Verwaltungen Phosphorgift aus verſchiedenen Apotheken bezogen und dieſes Gift immer für ſehr gut befunden!!
Möge zur Vertilgung der Feldmäuſe Alles aufge— boten werden, damit nicht durch Nachläſſigkeit großer


