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Friedberger Intelligenzblatt.
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ena een Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. n ee
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Nu 77. Freitag,
den 2. Oktober.
1857.
Auszug aus dem Großherzoglichen Negierungsblatte.
er. 27 vom 28. Sept. enthält: I. Oeffentliche Anerken- nung Gr. Miniſteriums des Innern(vom 6. d.) folgender edlen That: Am 1. Aug. d. J. gegen Abend fiel der 3½jährige Sohn des K. K. öſterreichiſchen Kaſernenaufſehers Klietſch zu Mainz vom Rhein— ufer vor dem Rheinkehlenthurm in das Waſſer und wurde alsbald von der Strömung erfaßt und fortgeriſſen. Durch den Hülferuf der Sjäh— rigen Schweſter dieſes Kindes aufmerkſam gemacht, warf ſich Stephan Sieglitz von Mainz, als er das Kind in den Wellen treibend wahr— nahm, ohne Befinnen in voller Kleidung in den Strom, erreichte ſchwimmend das Kind und brachte es glücklich lebend ans Land.— S. K. H. der Großherzog haben dem Stephan Sieglitz, als Aner— kennung für dieſe menſchenfreundliche, mit Muth und Entſchloſſenheit ausgeführte That, bei welcher er ſich um ſo mehr in eigener Lebens— gefahr befand, als ihm durch die Kleidung das Schwimmen erſchwert war und er wegen der Tiefe des Waſſers an der fraglichen Stelle nur mit großer Mühe das Ufer wieder gewinnen konnte, das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inſchrift:„Für Rettung von Menſchenleben⸗ allergnädigſt zu verleihen geruht.— II. Bekanntmachung Gr. Mini⸗ ſteriums des Innern vom 12. d., daß die Einlage, welche bei dem Eintritt in vie Staats⸗ Verſicherungs⸗ Anſtalt für die Stellvertretung für das Muſterungs⸗ und Ziehungsjahr 1858 zu 10 iſt, 190 fl. beträgt, und daß die Einlagen vom 1. Oct. d. J. an zur Verſiche⸗ rungskaſſe dahier bezahlt werden können.— 111. Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpection vom 1. Sept., wornach,— da in Folge Ver— langens der k. däniſchen Poſtverwaltung die bisher im Verkehr mit
Dänemark zugelaſſene Verſendung von Briefen mit Baareinzahlung
künftig nicht mehr ſtattfinden kann,— die hierauf ſich bez iehenden Be⸗ ſtimmungen des Satzes 8 der Bekanntmachung vom 11. Oct. 1851 außer Wirkſamkeit treten.— IV. Vertheilung der Preismedaillen in dem philologiſchen Seminar zu Gießen am Schluſſe des Sommer— ſemeſters 1857: dem stud. phil. Bamberger aus Mainz der 1., st. ph. Oßwald ebendaher der 2. und st. ph. Hangen aus Worms der 3. Preis.— ee e definitive, des Joh. Uhink, Ackers⸗ mann in Bechtolsheim wohnhaft geweſen, durch Urtheil Gr. Bezirks— gerichts Mainz vom 4. Sept. d.— VI. Ermächtigung zur Annahme fremder Orden: dem Kammerherrn, Ceremonienmeiſter und Geh. Re— gierungsraths Frhrn. v. Nordeck zur Rabenau zu Darmſtadt für den ihm am 6. Juli 1857 von S. M. dem Kaiſer von Rußland verliehe— nen St. Annenorden 2. Cl., dem Oberbaudirector Arnold zu Darm— ſtadt für den St. Stanislausorden 2. Cl.— VII. Dienſtnachrichten.
S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 27. Juli die Lehramtscandidaten Becker zu Darmſtadt und Dr. Buchner zu Gießen zu Lehrern an den daſigen Realſchulen zu ernennen; 28. dem Lehrer an der 1. Stadtknabenſchule 1. Abtheil. zu Darmſtadt, Mit- prediger Ewald die 4. evangel. Pfarrſtelle zu Darmſtadt, und dem evang. Pfarrverweſer Engelbach zu Eckelshauſen die evang. Pfarr— ſtelle zu Boſenheim zu übertragen; den Aſſiſtenzarzt im Landeshos— pital Hofheim Dr. Ludwig aus Darmſtadt zum Director und Arzt des Landeshospitals Hofheim zu ernennen; 4. Aug. dem Ingenieur bei der Main⸗Neckar⸗Eiſenbahnverwaltung zu Frankfurt Lechner die erledigte Stelle eines Vorſtandes und Ingenieurs der Main-Neckar⸗ Eiſenbahnverwaltung Darmſtadt zu übertragen; 10. Aug. den Arbeiter in der Centralwerkſtätte der Main-Neckar⸗Eiſenbahn Baſel zu Darm— ſtadt zum Wagenwärter bei der Main⸗Neckar⸗Eiſenbahn zu ernennen; den Kreisaſſeſſor Freund zu Alsfeld zum Kreisaſſeſſor in Nidda, den Kreisaſſeſſor Freiherrn v. Schenk zu Schweinsberg in Nidda zum Kreisaſſeſſor bei dem Kreisamte Oppenheim zu ernennen, und den Kreidaſſeſſor in Oppenheim Wilkene an 0 Kreisamt Neuſtadt zu verſetzen; den von dem Frhrn. Ludwig v. Wieſenhütten auf die evang. Pfarrſtelle zu Nieder-Weiſel präſentirten Pfarrverweſer Kayſer zu Rodheim für dieſe Stelle zu beſtätigen; den Schullehrer Bernges zu Lehnheim, unter Zurücknahme ſeiner Ernennung zum Lehrer zu Rüchen⸗ bach und Fiebertshauſen, die 3. evang. Schullehrerſtelle zu Mörfelden, 22. Aug. dem Schulvicar Strühlinger zu Roßdorf die 1. evangel. Schulſtelle daſ. und dem Bezirksgerichtsrathe und ſeitherigen 1. Unter- ſuchungsrichter am Bezirksgerichte Mainz Dr. Schmitt, unter Belaſ— ſung in ſeiner Stelle als Bezirksgerichtsrath, die Functionen des 1. Unterſuchungsrichters für den Sprengel des genannten Bezirksgerichts weiterhin für 3 Jahre, vom 1. Oct. d. J. an, und dem Bezirksge— richtsrathe und ſeitherigen Unterſuchungsrichter am Bezirksgerichte Alzey Mohrmann, unter Belaſſung in ſeiner Stelle als Bezirksge— richtsrath, die Functionen des Uuterſuchungsrichters auf weitere 3 Jahre, vom 20. Sept. d. J. an, zu übertragen; 25. Aug. den 1. Director am Oberappellations- und Caſſationsgerichte, Geheimerath Dr. Hahn, zum 1. Präfidenten, den 2. Director am Oberappellations— und Caſſationsgericht Geheimerath Dr. v. Heſſe zum 2. Präſidenten dieſes Gerichtshofs, den 1. Director am Hofgerichte der Provinz Oberheſſen, Dr. Klipſtein zum Präſidenten dieſes Gerichtshofs und den Vicepräſidenten am Obergerichte der Provinz Rheinheſſen Dr. Knyn zum Präſidenten dieſes Gerichtshofs zu ernennen.— VIII. Charak-
Welches iſt der Unterſchied zwiſchen der frũ⸗
heren Landwirthſchaft und der wie man ſie
gegenwärtig zu betreiben ſucht(der neueren, rationellen Landwirthſchaft)?
Früher betrieb man die Landwirthſchaft gedankenlos und gewohnheitsmäßig, höchſtens erfahrungsmäßig, d. h. man pobirte, wie man am meiſten Ertrag ge— wann, ohne nach den Gründen zu forſchen. Jetzt betreibt man die Landwirthſchaft mittelſt naturwiſſenſchaftlicher Kenntniſſe. Durch die Chemie unterſucht jetzt der Land— wirth, aus welchen Stoffen die von ihm zu ziehenden Pflanzen- und Thierkörper beſtehen. Eine Pflanze und ein Thier können aber keine Stoffe ſelbſt ſchaffen, ſon— dern nehmen dieſe zu ſich, erſtere aus Erd und Waſſer (und Luft), letztere aus den Pflanzen. Nun unterſucht der Bauer des Fortſchritts ſeinen Boden und ſieht, welche Stoffe er enthalt und welche noch fehlen; die fehlenden ſetzt er durch Düngung hinzu. So auch mit dem Fut— ter, welches die Thiere bekommen.— Dieſes iſt das Geheimniß der neueren Landwirthſchaft, und die Quinteſſenz aus allen neueren landwirth—
ſchaftlichen Zeitſchriften.— So brauchen z. B alle Pflanzen zu ihrer Nahrung Stickſtoff. Dieſen führt ihnen der Landmann, wenn dieſer Stoff nicht bereits im Boden enthalten iſt, durch Stalldünger, Jauche, Guano u. ſ. w. zu; dieſe enthalten den Stickſtoff in Form von Ammoniak und Phosphorſäure. So bedürfen alle Pflan— zen zu ihrer Feſtigkeit und aufrechten Stellung Kieſel— beſtandtheile, daher miſcht der Landwirth unter den Thon— boden Sand(Kieſel), und wir füllen in unſere Blu— mentöpfe eine gewiſſe Quantität Sand- oder Kieſel— erde.— So bedürfen z. B. alle Thiere, um Knochen bilden zu können, etwas Kalk zu ihrer Nahrung; be— ſonders aber die Hühner, da ſie auch zur Bildung der Eierſchalen viel Kalk nöthig haben. Daher giebt die Hausfrau den Hühnern alten Kalk oder geriebene Eier— ſchalen(die auch ſehr Kalkhaltig ſind) unter das Futter, damit ſie gut legen und die Mauerwände nicht zerpicken. Wie mit dem thieriſchen Körper, ſo verhält es ſich auch mit dem menſchlichen. So iſt um ein recht anſchau— liches Beiſpiel zu wählen, ein kleiner Theil Eiſen nöthig, der das Blut z. B. röther faͤrbt und den Körper mehr belebt. Fehlt dieſer Beſtandtheil, ſo entſteht die Bleich—


