Ausgabe 
31.10.1856
 
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383 Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.

Immobilien-Verſteigerung. 1660] Dienſtag den 2. Dezember, Morgens um 11 Ubr, werden in hieſigem Rathhauſe nach ſtehende dem hieſigen Bürger Nicolaus Leon

tern auszuleihen bei Leidhecken.

70 0 Gulden [1713] ſind gegen Unterpfand in liegenden

E myp fehlung.

[1722] Einem geehrten Publikum empfehle ich L. Selz am. mich hiermit in der Feinwaſcherei, als: feine

hard gehörende Immobilien meiſtbietend ver

ſteigert, als:

Ord.⸗Nr. Flur. Nr. d. Grundſt.[] Klftr. 2

88 zu verkaufen bei 1 2 628 39/10

Hofraithe in Friedberg. der Stadt, 8 2 2 2 627 18% Grabgarten in der Stadt. Gibt abgelöſte Tilgungsrente 27 kr. Friedberg den 15. Oktober 1856. In Auftrag Großberzoglichen Landgerichts Friedberg. Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Der Vorſteher Bie N d

DL C. Diehl II.

verkaufen bei

8 Verwalter Wilhelm Junghenn in Griedel bei Butzbach.

Hofraithe-⸗Verſteigerung.

en e ene n 1714] Ein gutes Zug- und Ackerpferd ſteht

Zwei tüchtige Schneidergeſellen 715] werden geſucht von Schneidermeiſter

Vier engliſche Bulldoggen 1694] von ausgezeichneter Race ſind billig zu

weiße Wäſche, Blonden, Schleier, Bänder, At⸗ las, Caſimir, Shawls, alle bunten ſeidene und wollene Stoffe. Indem ich um geneigten Zu⸗ ſpruch bitte, ſichere ich prompte und reelle Be⸗ Ka p Ber g dienung zu. Philippine Muh l in der Kirchgaſſe.

Neue Couponsbogen [723] des Anlehens der Gemeinde Okarben de fl. 27,200, können gegen Rückgabe der Ta⸗ lons bei mir in Empfang genommen werden.

Friedberg im Oktober 1856. S. Lindheimer.

Zwei Webſtühle

N Montag 8 e um In der[1724] erſt wenig gebraucht hat zu verkaufen 1 hr, wird in bieſigem Ratbhauſe nach G 0 5 WIN* Butzbach Johs. Weickhardt. ſtehende, dem Iſage Kaufmann gehörende halbe* Karten-Fabrik 0 Hofraithe einer freiwilligen meiſtbictenden Ver von Ein Logis

ſteigerung ausgeſetzt, als:

Kanzs Meise O.⸗N. Fl. Nr. d. Grof. OIKl. Louis Weis

1 2 496 3/10,/ Hofraithe in der Judengaſſe. Gibt abgelöſte Tilgungs rente 5 kr. 3 hl.

2 2 496 3/0, ½ Hofraithe in

der Judengaſſe. Gibt abgelöſte Tilgungs⸗ rente 5 kr. 2 hl. Friedberg, den 25. Okt. 1856. In Auftrag:

[1582] werden von jetzt an ſehr gut und ſtark gearbeitete Spielkarten zu nachſtehenden Prei⸗ ſen abgegeben: Pique das Dutzend 36, 42, 48, 54 kr., 1 fl., 1 fl. 6 kr., ganz feine 1 fl. 12 kr.; Kinderkarten 36 kr.; hombre à Spiel 20 und 22 kr.; Whiſt à Spiel 26 und 28 kr.; Taroc

[1725] mit der Ausſicht auf die Straße, be⸗ ſtehend aus 2 Stuben, Keller, Speicher und Küche iſt zu vermiethen und kann ſogleich be⸗ zogen werden.

Wittwe Wind am Fauerbacher Thor.

In C. Bindernagel's Buchhandlung in Friedberg ſind ſtets zu haben;

in Friedberg

Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Der Vorſteher nde.

Main ⸗Weſer⸗ Bahn.

[17181] hat zu verkauf Heinrich Hanſtein IV.

en

650 fl. Verwaltungsgeld

à Spiel 48 kr. und 1 fl. Auch ſind dieſelben mit dem Großherz. 4 Geſtempelte 5 Heſſiſchen Stempel ſtets vorräthig. Frachtbriefe Schönes Weißkraut 70

fuͤr den

mitteldeutſchen Eiſenbahnverband. per Buch 256 kr.

117170 Dienſtag den 11. November l. J., 1719) liegen zum Ausleihen bereit bei Der neueſte follen die in den Gemarkungen Okarben und. Glaſermeiſter Weckerling. 5 Kloppenheim auf dem Bahyngebiet ſtehenden 8 7 h et pl Korbweiden an den Meiſtbietenden loosweiſe S0 0 Gulden 0 1 en An 9 auf der Station 17201 Vormundſchaftsgeld find zum Ausleihen der

Di uſammenku S it bei. Ewald IV. j 1 Großtarden, Nachmittags 2 Uhr. en G. G d.. Eiſenbahnen, Dampſfſchiffe,

Friedberg am 29. Oktober 1856. A. L W. M. m.

Ein Lehrling

Der Großherzogliche Bahn⸗Ingenieur des Bahnbezirks Friedberg

Hochgeſand. colaus Engel.

11721] wird geſucht von Metzgermeiſter Ni⸗

Weſtentaſchen⸗ Format. Preis 3 kr.

Verſchiedenes.

Lange Haare und Bärte galten ſchon von Alters her als beſondere ſociale oder politiſche Kennzeichen. Die nor⸗ diſchen Völker räumten nur dem höchſten Adel das Recht ein, lange Haare zu tragen; bei den Orientalen galt der Verluſt des Bartes als die größte Schmach. Das Raſiren war bei den Türken ſonſt eine der ärgſten Strafen. Dieſe Idee pflanzte ſich auch unter chriſtlichen Völkern fort. Balduin, Prinz von Edeſſa, verpfändete ſeinen Bart für eine große Summe. Sein Vater, Gabriel von Mitylena, bezahlte die Schuld, um von ſeinem Sohne die Schmach abzuwenden, die er durch den Verluſt ſeines Bartes er litten haben würde. Auch bei den Spaniern knüpfte ſich an den Verluſt des Bartes der Begriff der Entehrung und Edelleute verſtanden in Bezug auf ihre Bärte nicht den geringſten Spaß. Man erzählt: Als Cid Rai Dios ſtarb und auf dem Paradebette lag, ſchlich ſich ein Jude, der ihn ſehr gehaßt hatte, in das Zimmer und zupfte ihn an ſeinem Bart. Die Leiche fuhr bei dieſer Beſchimpfung entrüſtet in die Höhe, zog das neben ihr liegende Schwert und der Jude floh in höchſtem Entſetzen. Die Leiche legte ſich dann ruhig wieder hin und der Jude ward Chriſt.

In der erſten engliſchen Revolution ſchoren ſich die puritaniſchen Demokraten die Kopfhaare ganz kurz, weil die Anhänger des Königs und dieſer ſelbſt lange Locken trugen; dafür ließen ſie aber ihre Bärte wachſen und be⸗ trachteten ſie als ein Parteiabzeichen. Trotz der Einfach⸗ heit und dem Ernſt, den ſie in ihrer Kleidung zur Schau trugen, pflegten ſie ihre Bärte mit ſolcher Sorgfalt, daß Viele während der Nacht zum Schutz derſelben Gehänſe von Pappdeckel trugen. Das Kräuſeln des Bartes nahm manchem Demokraten der damaligen Zeit täglich einige Stunden weg und ein reicher Kaufmann engagirte einen Vorleſer eigens zu dem Zweck, ihm während dieſer langen Operation die Zeit zu vertreiben. Buttler, der Ver⸗ faſſer des komiſchen Heldengedichtes Hudibras, ſpottet nicht wenig über dieſe Bärte und ſagt, als er den ſeines Helden beſchreibt:

This hairy meteor did denounce

The fall of scepters and of crowyns.

(Dies haarige Meteor perkündete den Fall von Sceptern und Kronen.)

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