Friedberger Jutelligenzblatt.
Erſcheint wo⸗
ſcheint 5 2 2 75 f 2 Einrückungsge⸗ Sn e Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, fenen Peel fl 14 55 1 oder deren Raum
ec Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. n e
kr. ſammen 7 kr.
Nu 31. Dienſtag, den 29. April. 1856.
Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
an die evangeliſchen und katholiſchen Kirchenvorſtände des Kreiſes. Betreffend: Die Aufſtellung der Kirchenvoranſchläge für 1857.
FUr Unter Bezugnahme auf den Art. 15 der Verordnung vom 6. Juni 1832, die Verwaltung des Kirchenvermögens ge. betreffend, weiſen wir Sie an, die Kirchenvoranſchläge für 1857 bis zum 15. k. M. an die Großherzoglichen Dekanate Netgen ler unn abzuliefern und wie geſchehen dahier anzuzeigen. Daus Wir empfehlen Ihnen hierbei unſere, ſowie die Entſchließungen der oberen kirchlichen Behörden zu den vorderen a Voranſchlägen zu beachten und die Inſtruktion für die Aufſtellung der Kirchenvoranſchläge zu befolgen, namentlich aber — auch die Berathungsprotokolle genau nach dem Voranſchlag abzuſchließen. ulden Friedberg, am 24. April 1856. M Al err,
70 Dasſel be + an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes. inwand Betreffend: Die Voranſchläge der Gemeinden des Kreiſes Friedberg für 1856..
0 Mit dem nächſten Boten gehen Ihnen die Originalvoranſchläge für 1856 unter Couvert zu. Sie werden alsbald
12 Ihre Exemplare mit den überſandten gleich ſtellen, erſteren den Gemeinde-Einnehmern einhändigen und dafür ſorgen,
— daß die vorgeſehenen Arbeiten alsbald zur Ausführung gebracht werden. Damit übrigens die Aufſtellung der Voran— ſchläge für 1857 nicht verzögert wird, werden Sie ſchon jetzt die erforderlichen Vorarbeiten beſorgen, namentlich die Auf— ſtellung der Ueberſchläge bewirken laſſen.
Bei den nächſten Voranſchlägen ſind die gegebenen Inſtruktionen, ſowie unſere und die Bemerkungen Großherzog—
lichen Miniſteriums zu den vorderen Voranſchlägen genau zu beachten und iſt darauf zu ſehen, daß zu Ausſtellungen keine Veranlaſſung gegeben wird.
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Dieffenbach. Friedberg, am 26. April 1856. Müller. lun 95 Der Gemſen jäger. rathe auf was? Auf einem kleinen Buſche von Cyclamen, Vebfiuble(Fortſetzung.) der ſeine Blätter in einer Felſenſpalte ausbreitete, und 1 Während Uli zum Ausruhen einen jener Wander- den ich gern mit dem Meſſer und Stichel nachgebildet hätte.“ e ee blöcke ſuchte, wie ſie die Gletſcher auf ihren feſten Wogen„Aber warum haſt Du denn alsdann wieder zur dig und dahertragen, maß ihn Hans mit höhniſchem Blicke und[Buͤchſe gegriffen?“ fragte ihn Hans barſch. fohlen rief:„Nun, Du kühner Jäger! biſt Du ſchon mit Deiner Ulrich ſchien verlegen.„Ich mußte wohl, und zwar Alle. Kraft zu Ende?, aus einem Grund, den ich Dir ſpäter mittheilen werde!“ ung„Nein noch nicht,“ verſetzte Ulrich,„obſchon Du kein verſetzte er.„Laß uns jetzt gehen!“ b 7 andres Ziel zu haben ſcheinſt, als zu wiſſen, wie weit„Nein, bleibe noch!, rief Hans und bedeutete ihm m, daß it meine Kräfte reichen!“ mit gebieteriſcher Geberde, ſtehen zu bleiben.„Ich brauche 1„Haſt Du Dich nicht wiederum in's Hochgebirge] gar nicht zu warten, um zu durchſchauen und zu er— Jaca wagen und Gemſen auf der Fährte jagen wollen?“ rathen, was Du mir nicht ſagen willſt. Ich weiß ſchon anhelegt„Das will ich auch jetzt noch!“ erwiderte Ulrich. Alles. Du biſt nur wieder Jäger geworden, weil es das 5„Nicht wahr, das iſt kein Spaß, hier oben in den einzige Mittel iſt, Vreneli zu gewinnen, und weil Du ſie —— Gletſchern herumzuſteigen?“ rief Hans ſpöttiſch;„oder liebſt!“ N f 5 f Arbeiter biſt Du es ſatt geworden, länger in Meiringen ſitzen zu„Das iſt die ganze Wahrheit,“ erwiderte Ulrich ohne Scatibermeifte bleiben und Eiben- oder Ahorn- und Zirbelnuß-Holz zu Zögern;„haſt Du mich darum in der Schlucht der Wen— died! ſchnitzeln? Willſt wohl wieder Jaͤger werden?“ gernalp erwartet und hier heraufgeführt, um mich deßwe— 8„Ich 27 rief Ulrich mit unwillkürlicher Wärme;„glaube gen zu befragen?“ 0 Anzeigen das ja nicht, Vetter! es fällt mir gar nicht ein, mein Ge— Hans ſtützte beide Hände auf den Lauf ſeines „ J Ayr werbe aufzugeben. Wenn ich daheim an meinem Werk— Stutzens und ſah ihm forſchend in die Augen.„Du ge— gau tiſche ſitze, Meſſer und Hohleiſen in der Hand, und an ſtehſt es alſo ein,“ fragte er ihn mit zuſammengekniffenen 2 nkirche meinem Holze ſchnitze, ſo iſt mir, als athme ich weit leich-] Lippen; und doch weißt Du, daß auch ich mir Vreneli 2 4 ter. Wie Dir hier oben unter den Gletſchern und Hör- zu meinem Weib erwählt habe? Sprich, weißt Du das nern zu Muthe iſt, ſo iſt es mir zu Hauſe bei meiner nicht?“ a 8 Burgkirche Arbeit; mein Auge ſieht dann klarer, mein Blut kreiſt„O ja, ich weiß es,“ erwiderte der junge Bild— 8 raſcher. Sieh' noch ſo eben als wir die letzten Abhänge ſchnitzer, der dieſe Gegenerklärung ſeines Vetters erwartet 3 3 heraufſtiegen und Du mir die Fährte der Gemſen zeigteſt, hatte; aber Vreneli iſt noch frei, unſer Wille gilt nichts; da hatte ich mein Auge auf etwas ganz Andrem, und ſie allein hat zu wählen!“


