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nplan 1. Juli an) Danyſſchiſe,
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ebahnberband.
Friedberger Jutelligenzblatt.
Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch die Poſt bezogen
fl. 1. 30 kr.
Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. nne
Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum
ſammen 7 kr.
Nu. 37.
Dienſtag, den 22. Juli.
1856.
Amtlicher Theil.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg
an die
Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Betreffend: Die alljährliche Aufnahme des Ern teertrags in ſämmtlichen Gemeinden und Gemarkungen des Großherzogthums. 8 Unter Bezugnahme auf unſer Ausſchreiben in Nr. 8 des Amtsblatts von 1853 überſenden wir Ihnen beifolgend die Formularien zu der rubricirten Ueberſicht und ſehen der Vorlage fuͤr das Jahr 1856 bis zum 1. Oct. l. J. unfehlbar
entgegen. Friedberg, am 12. Juli 1856.
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Auszug ans dem Groſtherzoglichen Negierungsblatt.
ſer. 18 vom 17. Juni enthält: 1. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums des Gr. Hauſes und des Aeußern vom 26. Mal, daß am 23. dem Hrn. Jacob Rigaud in Frankfuct a. M., von S. M. dem Könige der Niederlande am 2. d. zum k. uniederländiſchen General— conſul für das Großherzogthum ernannt, in allerhöchſtem Auftrage S. K. H. des Großherzogs das Exequatur ertheilt worden iſt.— 11. Bekanntmachung Großh. Oberpoſtinſpection, daß in Ulrichſtein eine Poſtexpedition errichtet und in Wirkſamkeit geſetzt worden iſt. — III. Umlagen zur Beſtreitung der Communalbedurfniſſe in den Gemeinden des Kreiſes Bensheim für 1856.— IV. Desgl. in den Gemeinden Eſſenheim und Mainz, Kr. Mainz.— V. Desgl. in den isragelitiſchen Religionsgemeinden im Kreiſe Dieburg. VI. Desgl. im Kr. Friedberg.— VII. Ordensverleihungen: am 12. Febr. dem evang. Schullehrer Matthes zu Offenbach das ſilberne Kreuz, 21. Febr. dem Conſul zu Stettin Koch das Ritterkreuz des Verdienſt⸗ ordens Philipps des Großmüthigen, 17. März dem Bauaufſeher Grebe zu Wallau das allg. Ehrenzeichen mit der Inſchrift:„Für 50jährige treue Dienſte“,— 31. März dem geh. Rath., Viſitations⸗ commiſſär der Stadt- und Landgerichte Dr. v. Grolmann das Com⸗ thurkreuz 1. Cl., 17. April dem Kreisarzt und Medicinalrath Dr. Wolf in Erbach das Ritterkreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen, 23. Mai dem kath. Pfarrer Henrich zu Laubenheim das Ritterkreuz 2. Cl. des Ludewigsordens— VIII. Namens ver⸗ änderung: am 23. Mai wurde der Chriſtine Eleonore Berning aus Philippseich geſtattet, künftig den Familiennamen„Reuß zu füh⸗ ren.— IX. Dienſt nachrichten. S. K. H. der Großherzog haben allergnädigſt geruht: am 8. Febr. dem Garniſonsfreiprediger Fiſcher zu Darmſtadt die evang. Pfarrſtelle zu Seeheim zu übertragen; 1. März den bisherigen Conſul zu Philadelphia, Hagedorn, zum Conſul für die öſtlichen Staaten der Nordamerikauiſchen Union näm— lich: Maine, New-Hampſhire, Vermont, Maſſachuſſets, Connecticut Rhode⸗Island, New⸗Aork, New⸗Nerſey, Pennſplvania, Delaware, Maryland, Virginia, Kentuky, Nord⸗Karolina, Süd⸗Karolina, Tenneſ— ſee, Georgia, Florida, Alabama und Miſſiſippi zu ernennen; 10. März den Ferdinand Keller zu Ulrichſtein als Poſtexpeditor daſelbſt zu beſtätigen; 14. Mai dem Schullehrer Chantre zu Schlechtenwegen die evang. Schulſtelle zu Oberwiddersheim; 21. Mai dem praktiſchen
Arzte Ur. Horn zu Wollſtein die Kreisarztſtelle zu Homberg und dem prakt. Arzte Dr. Sabarlh zu Oppenheim die Kreisarztſtelle in Ulrichſtein zu übertragen; 23. Mai den Maſchinenarbeiter Bender, zu Offenbach, zum Werkführer, unter Uebertragung des Dienſtes des erſten Arbeiters und des Aufſehers in der Eiſenbahn-Werkſtätte zu Offenbach, und den Arbeiter in der Central-Werkſtätte zu Darm⸗ ſtadt der Main⸗Neckarbahn, Erhard, zum Wagenwärter bei der Eiſenbahn von Offenbach nach Frankfurt, 26. Mai den bisher auf der Station Offenbach proviſoriſch als Güterexpeditionsgehülfen ver⸗ wendeten Heinrich Löffler zum Güterexpeditionsgehülfen auf dieſer Station; 28. Mai den Oberappellations- und Caſſationsgerichtsrath Dr. Müller zum Mitgliede der Prüfungs⸗Commiſſion für das Juſtiz⸗ und Regierungfach zu ernennen; 30. Mai dem Schulvicar Becht zu Freilau⸗ bersheim die 2. ev. Schullehrerſtelle daſ. zu übertragen. Am 27. Mai erhielten Patente als Geometer III. Kl. für den Kreis Bensheim Julius Ey les zu Gernsheim, Alsfeld Ludwig Friedrich zu Baben- bauſen, Darmſtadt Jacob Hally zu Großzimmern, Friedberg Georg Hüttenberger zu Friedberg, Alzep Friedrich Faſing zu Sprend⸗ lingen, Mainz Johann Baptiſt Nuß, zu Oberolm.— X. In Folge Reſignation wurden in den Ruheſtand verſetzt: am 1. Sept. 1855 der kath. Pfarrer Lindt zu Gaulsheim; 1. Dec. der kath. Pfarrer Krautheimer zu Gonſenheim; 10. April 1856 der kath. Pfarrer Maas zu Dromersheim.— XI. Concurrenz für: die kath. Schul⸗ lehrerſtelle zu Erbesbüdesheim, mit 323 fl. 28 kr., worunter der Wohnungsanſchlag und die Vergütung für Heizung des Schulloeals; die evang. Schullehrerſtelle zu Raibach, mit 246 fl. 42 kr., nebſt 4 Stecken Holz für Heizung des Schullocals.— XII. Geſtorben ſind: am 9. Jan. der Hofbibliothek-Director, Geheimerath Dr. Feder zu Darmſtadt; 17. März penſ. Hofgerichts-Präſident v. Preuſchen zu Darmſtadt; 31. penſ. Schullehrer Rauſch zu Elsbeim; 3. April penſ. Brunneninſpector Loos zu Beſſungen; 9. penf. Schullehrer Sommerlad zu Kirchgöns; 10. penſ. Schullehrer Wörner zu Münſter; 10. Schullehrer Drehwald zu Eudorf; 19. penſ. Land⸗ ſtallmeiſter Hoffmann zu Darmſtadt; 19. Mai penſ. Steuerperäquator Heumann in Großgerau; 19. penſ. evang. Schullehrer Koch zu Holzhauſen.
Ein Begräbniß auf einem Auswandererſchiffe.
„Es iſt ein unbeſchreiblich unangenehmes Gefühl eine Leiche an Bord zu wiſſen,“ ſagt Gerſtäcker in ſeinem neuen Buche„Nach Amerika!“(Leipzig, bei Coſtenoble.)„So wurde denn auch die Leiche einer Frau ſofort aus dem engen unteren Raume hinauf auf das Deck geſchafft und dort mit ihrer Matratze auf ein Paar über die Waſſer— fäſſer gedeckte Bretter gelegt. Ein mit anweſender Chirurg öffnete ihr an jedem Arme eine Ader, um ſich von dem wirklich erfolgten Ableben zu überzeugen. Als jede Un⸗ gewißheit beſeitigt war, wurde der Segelmacher beordert, die Verſchiedene, wie es auf Schiffen gebräuchlich iſt, in
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ein Stück Segeltuch einzunähen; nur das Geſicht ſollte bis zum letzten Augeublicke der Beſtattung frei und offen bleiben. Der arme Mann, der ſeine Frau ſo unerwartet auf der großen Reiſe verloren hatte, kuͤßte noch einmal die bleichen Lippen und ſtand weinend neben der Todten. Der Steuermann winkte nach einiger Zeit dem Segel— macher, den Körper vollſtändig einzunähen, er ſelber be⸗ feſtigte einen ſchon bereit gehaltenen Sack mit Steinkohlen zu den Füßen der Leiche und die Zwiſchendeckspaſſagiere wurden aufgefordert zu erſcheinen und der Todten die letzte Ehre zu erzeigen. Von allen Seiten kamen ſie ſtill herbei und umſtanden mit entblößten Häuptern den Platz,


