Oeilage zum Friedberger Intelligenzblatt Nr. 92.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Bekanntmachung.
11795] Freitag den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſollen in dem Büreau des hieſigen Militär⸗Lazareths folgende Arbeiten und Liefe— rungen auf die Dauer der Jahre 1857, 1858 und 1859 auf dem Soumiſſionswege an die Wenigſtfordernden veraccordirt werden:
1) Schneiderarbeit,
2) Schuhmacherarbeit,
3) Sattlerarbeit,
4) Spenglerarbeit,
5) Schreinerarbeit,
6) Glaſerarbeit,
7) Wagnerarbeit,
8) Schloſſerarbeit,
9) Schmiedearbeit,
10) Küferarbeit,
11) Weißbinderarbeit,
12) Schreibmaterialien-⸗Lieferung und
13) Buchbinderarbeit.
Die Bedingungen können von beute an jeden Vormittag auf dem genannten Büreau einge⸗ ſehen werden.
Friedberg den 15. November 1856.
In Auftrag der Lazarethinſpection: Hoffmann, Lieutenant.
Bekanntmachung, betreffend: die Wiederverpachtung des zum Groß⸗ herzoglichen Domanialwald Frauen- wald gehörigen Ackerfeldes, der Sau⸗
trieb genannt.
11798] Montag den 24. d. M., Mittags um 1 Uhr, wird an Ort und Stelle das obige bei Niedermörlen gelegene Ackerfeld, 4 Morgen 229,7[◻◻Klafter enthaltend, in den ſeitherigen Abtheilungen auf eine 6jährige Be— ſtandzeit öffentlich an die Meiſtbietenden ver ſteigert. Die Bedingungen werden vorber be⸗ kannt gemacht, Nachgebote nicht angenommen und die Genehmigung wird nur für den Fall vorbehalten, wenn der Taxationspreis nicht er⸗ reicht wird. Oberros bach den 15. November 1956. Großherzogliche Oberförſterei Oberrosbach Bingmann.
Oeffentliche Aufforderung. 11811] Auf den Namen des Johannes Petri von Hochweiſel find noch mehrere in Hochweiſeler Gemarkung gelegene
Grundſtücke eingetragen, deren Verzeichniß in der Landgerichts-Regiſtratur offen liegt, und deren Ueberweiſung dermalen: a) Anna Mar⸗ garethe, Chriſtoph Köblers Ehefrau, geb. Petri, in Wiſſelsheim, b) Katharina, Leonhard Luxen Wittwe, geb. Petri, in Florſtadt und c) Ka— tharina, Philipp Schindels Ehefrau, geb. Dä— mon, in Hochweiſel, als Kinder und Enkel ſeines verlebten Bruders Hermann Petri und angeblich allein noch lebende nächſte Inteſtat⸗ Erben beanſpruchen.
Johannes Petri, geb. den 18. März 1767, würde demnächſt das 90. Lebensjahr zurücklegen. Er oder wer ſonſt Anſprüche an dieſe Grund— ſtücke zu haben glaubt, wird daher aufgefordert, dieſe Anſprüche binnen einer Friſt von
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ſogewiß dahier geltend zu machen, als ſonſt, Johannes Petri für verſchollen erklärt und ſein Nachlaß den vorgenannten Verwandten ohne Caution überlaſſen, auch der ſeitherige Befitz als genügender Erwerbstitel angenommen und der Eintrag ins Mutations-Verzeichniß ver⸗ fügt werden wird.
Butzbach den 16. November 1856,
Großherzogliches Landgericht Butzbach
Ebel. Oeffentliche Aufforderung.
[1812] Konrad Fett zur Oes beabfichtigt nach— ſtehende Immobilien, ¼ Hofraithe, /, ½e, 2 48, /, 6%, 7% und ½õ zu verpfänden, die ſammt weiteren 35 Grundſtücken, worüber Flurbuchsextract zur Einficht dahier vorliegt, früher in Erbbeſtand des Fürſtlichen Hauſes Solms Lich geweſen, beſcheinigtermaßen allo—
difieirt worden, jedoch in den Flurbüchern noch
auf Johannes Kleins Namen eingetragen find.
Da in Ermangelung einer Eigenthumsurkunde zu der nunmehr beabfichtigten Verpfändung und vorgängigen Ueberſchreibung von Johannes Kleins Namen auf Konrad Fett, ferner Ein— willigung der Kinder erſter Ehe des letzteren erforderlich iſt, von denſelben aber abweſend ſind: die dem Namen nach unbekannten Erben der Bernhard Hildebrands Ehefrau Dorothea, geb. Fett, und Anna Maria, angeblich in Amerika verheirathet an N. N., ſo ergeht an dieſe und an etwa betheiligte Dritte die Auf— forderung: irgend welche Anſprüche an dieſe Immobilien binnen
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z wei Monaten ſo gewiß dahier geltend zu machen, als ſonſt die erforderliche Beſcheinigung ausgeſtellt, der Eintrag in das Mutationsverzeichniß verfügt und die Vertretung der Abweſenden einem zu beſtellenden Curator lediglich überlaſſen werden wird. Butzbach den 14. November 1856. ee Landgericht Butzbach. Muth, Landgerichtsaſſeſſor.
Grundſtückverpachtung. 11813] Montag den 24. November l. J., Mor⸗ gens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe ein dem vereinigten Armenfond dahier gehören— des, in der Gemarkung Fauerbach II. liegendes Grundſtück auf den Zeitraum von drei Jahren nochmals meiſtbietend verpachtet.
Friedberg, den 17. November 1856.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg. Been d e x.
der,
0 7 gn 8 ar e g ge un g; [1814] Montag den 24. l. Mts., Nachmittags um 2 Uhr, werden an 1 und Sielle bei gün⸗ ſtigem Wetter die bei Regulirung des Grabens auf der ſogenannten Pfingſtweide erforderlichen Handarbeiten, ſowie Herſtellung einiger kleinen Gräben daſelbſt, an den Wenigſtnehmenden verſteigert. Die Zuſammenkunft findet an der ſogenannten Galgenbrücke ſtatt.
Friedberg, den 17. November 1856.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg. Bein die r.
11815] Ein Faſeloch ſe, 2½ Jahre alt und der hiefigen Gemeinde ge— hörig, ſoll Mittwoch den 26. d. Mis., Nach⸗ mittags um 1 Uhr, im Rathhauſe dahier ver⸗ ſteigert werden. Reichelsheim den 18. Novbr. 1856. Schmid, Bürgermeiſter.
Verlooſung der Schwalheimers Kirchen⸗ obligationen pro 1856.
[1816] Ende d. Js. werden folgende verlooste
Nummern: 11, 23, 27, 74, 79 und 124 aus der
Kirchenkaſſe zu Schwalheim zurückbezahlt. Wei⸗
tere Zinſen können nicht beanſprucht werden.
Dorheim, am 17. November 1856.
Bode, Pfarreiverweſer.
Am 18. d. M. feierten zu Rendel,
Kreis Vilbel, Theilen rauchender
Schwefelſäure, Verdünnen der Maſſe
Schultheis Kitz und ſeine Ehefrau Anna Maria, eine geborene Kitz, beide im 78. Lebensjahre, im Kreiſe ihrer Kinder und Enkel die goldene Hochzeit. Möge der Himmel dem alten Ehepaare noch recht frohe Tage ſchenken!—
Verſchiedenes,.
Bereitung der Alizarintinte. Auf folgende Weiſe erhielt man bei angeſtellten Verſuchen eine Tinte, welche ſich von der käuflichen Alizarintinte in nichts unterſcheidet: 100 Gewichtstheile gepulverte 7850 wurden mit 1200 Theilen rohem Holzeſſig ein paar Tage lang in gelinder Wärme digerirt, filterirt und der Filterinhalt ſo lange mit rohem Holzeſſig„nachgewaſchen, bis das Filtrat wieder 1200 Theile betrug. In dieſem klaren braunen Auszuge löſte man 12 Theile Eiſenvitriol und 50 Theile arabiſchen Gummi auf, ließ wieder einige Tage unter fleißigem Umrühren ſtehen und ſetzte ſchließlich noch ſo viel Indigolöſung hinzu, daß das Ganze 1500 Theile wog. Die dazu verwendete In⸗ digolöſung war durch Auflöſen von einem Theil in vier
mit Waſſer, Fällen der Fluͤſſigkeit mit kohlenſaurem Kali, Sammeln des blauen Niederſchlags auf einem Filter und Waſchen desſelben mit Waſſer bereitet worden. Bekannt— lich fängt dieſer blaue Niederſchlag an, ſich in Waſſer zu löſen, wenn das anhängende ſchwefelſaure Kali ziemlich entfernt iſt, und eben dieſe Löſung des blauen Niederſchlags — des ſ. g. Indigocarmins— in Waſſer war es, welche zur Bereitung der Alizarintinte verwendet wurde. Beim Zumiſchen der Indigolöſung nimmt die violettblaue Gall⸗ äpfeltinte ſogleich den der Alizarintinte eigenen dunkelgrü⸗ nen Ton an.
Dr. Kolenati in Brünn theilt mit, daß im Punkwa— thale(Mähren) ein Eibenbaum ſtehe, der nach der vor⸗ genommenen Berechnung mehr als 2000 Jahresringe zählt. Die Krone und der obere Stammtheil des Baumes ſind abgebrochen, der hohle Strunk iſt aber noch drei Klafter hoch und beblättert. Derſelbe hat einen Umfang von bei— läufig 8 Fuß. Die Rinde des grauröthlichen Stammes iſt faſt gänzlich abgeſchält, erneuert ſich aber noch an wenigen Stellen.


