Ausgabe 
21.3.1856
 
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Friedberger Intelligenzblatt.

der zu Erſcheint wö⸗ Einrückungsge

l l 0 chentlich zweimal, Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, bühren für die ge⸗

Dienſtag u. Frei⸗ ſpaltene Petitzeile tag. Preis jährl. oder deren Raum

15 bebe Amts- und Verkündigungsblatt für den Areis Friedberg. n

ee. ſammen 7 kr.

5 5 Nu 21. Freitag, den 21. März. 1856.

die fe Vom 1. April an kann wieder auf das Intelligenzblatt abonnirt werden. d de. Dasſelbe koſtet von jetzt an bis Ende d. J. 34 kr. Die Expedition.

. Amtlicher Theil. Bekanntmachung.

Der landwirthſchaftliche Bezirksverein des Kreiſes Friedberg hat beſchloſſen, für den Anbau von Runkelrüben) Prä⸗ mien auszuſetzen und zwar unter folgenden Bedingungen: 1) Nur ſolche Preisbewerber werden zugelaſſen, welche mindeſtens 400 UKlafter Runkelrüben angebaut haben. Das Gelände darf nicht friſcher Umbruch, ſondern muß bereits angebautes Gelände ſein. 5 ech 2) Die Flache ſelbſt, für welche ein Preis angeſprochen wird, muß mindeſtens 100 Klafter groß ſein. * Bei der Zuerkennung der Preiſe werden nicht allein die 100 Klafter Probeland, ſondern auch die weiteren, mit Runkelrüben bepflanzten 300 Klafter, in Rückſicht gezogen. eric 3) Die Ermittelung des Ertrags erfolgt unter Aufſicht einer Commiſſion von Vereinsmitgliedern. Die Crescenz einer c die nach deren Ermeſſen, von der sub. 2 bemerkten Fläche aus zu wählenden zuſammenhängenden Probefläche von mindeſtens 10 UKlafter wird gewogen und zwar die Wurzeln(nach ſorgfältiger Reinigung von dem anhängen den Boden) beſonders und die Blätter beſonders. Das Gewicht der Letzteren wird bei der Concurrenz um den Preis nicht berückſichtigt. Es wird hiernach berechnet, welches Geſammtgewicht der Wurzeln pr. 400 Klafter ſich der ergibt. Diejenigen Bewerber erhalten die Preiſe, welche hiernach das größte Gewicht an Wurzeln pr. Morgen gt erzeugt haben. die 4) Da die Bodengüte nicht überall gleich iſt, ſo iſt der Kreis in drei Klaſſen eingetheilt worden, und kommen in die erſte Klaſſe die Orte: Aſſenheim, Bauernheim Beienheim, Bönſtadt, Bruchenbrücken, Butzbach, Fauerbach II, Fried⸗ 18 berg, Gambach, Griedel, Ilbenſtadt, Kirchgöns, Melbach, Niederflorſtadt, Niederwöllſtadt, Niederweiſel, Oberwöll nden ſtadt, Oſtheim, Ockſtadt, Pohlgöns, Södel, Wickſtadt, Wölfersheim, Wohnbach, tlic: in die zweite Klaſſe die Orte: Münzenberg, Niedermörlen, Niederrosbach, Oberflorſtadt, Oberrosbach, Oppershofen, 5 Oſſenheim, Rockenberg, Staden, Steinfurt, Weckesheim, Wiſſelsheim, in die dritte Klaſſe die Orte: Bodenrod, Fauerbach I., Hauſen mit Oes, Hochweiſel, Langenhain, Maibach, Munſter, dmen. Obermörlen. puung Für jede dieſer Klaſſen werden zwei Prämien jede zu Fünf Gulden feſtgeſetzt. dar In erſter Klaſſe muß der Ertrag pr. Morgen 300 Centner; in zweiter 250 Centner und in der dritten Klaſſe 200 Centner ſein. 5) Die Anmeldungen der Bewerber um Preiſe muß bis zum 15. September d. J. an den unterzeichneten Director Seitrage erfolgen. Spätere Anmeldungen konnen nicht berückſichtigt werden. det Ber⸗ Indem dieſes zur öffentlichen Kenntniß gebracht wird, wird der Wunſch ausgeſprochen, daß recht viele Bewerber daun ſich anmelden möchten. * Friedberg, am 17. März 1856. Der erſte Director des landwirthſchaftlichen Bezirksvereins 15 Müller, Regierungsrath.

det) Wenn man den außerordentlich hohen Ertrag berückſichtigt, den eine mit Runkelrüben,(wozu auch die ſ. g. Zuckerrüben zu rechnen ſind) durch mit Kohlrüben oder mit Möhren beſtellte Ackerfläche bei zweckmäßiger und ſorgfältiger Cultur liefern kann, ſo muß man zu der Ueber zen zeugung gelangen, daß dem intelligenten und ſorgſamen Landwirth kein beſſeres Mittel dargeboten wird, ſeine Futtermittel zu vermehren, etrag und dadurch die Mittel auch zu reichlicher Winterfütterung zu erhalten als durch den ſorgfältigen Anbau der genannten Wurzelgewächſe. f Es iſt aber anerkannt, daß nur ein reichlich genährter Viehſtand das darauf verwendete Futter einigermaßen bezahlt, ſowie daß nur f durch gut genährtes Vieh ein kräftiger Dünger erzielt wird. Nach vorliegenden Notizen hat der landwirthſchaftliche Verein für das Königreich Sachſen aus dieſen Gründen Concurrenzpreiſe für den Anbau verſchiedener Wurzelgewächſe ausgeſetzt, in Folge welcher über f raſchende Reſultate über die Erträge mancher mit denſelben angebauten Ackerflächen bekannt geworden ſind. Der höchſte Ertrag, der zten auf einer mit Runkelrüben beſtellten Ackerfläche ſich ergeben hat, berechnet ſich danach auf den Großh. Heſſiſchen Normalmorgen auf 526 Centner. Mehrfach wurden auf dem Gr. Heſſ. Normalmorgen erzielt 360 bis 370 Centner. An Kohlraben war der höchſte lied Ertrag pro Gr. Heſſiſchen Normalmorgen 286 Centner. An Möhren 282 Centner. Auf einem der Güter des Herrn Grafen von n⸗ Laubach ergab ſich an Rieſenmöhren pr. Normalmorgen ein noch bedeutend höherer Ertrag. Redueirt man dieſe Erträge auf Heu⸗ er werth und nimmt man nach den Angaben bewährter Landwirthe an, daß einem Pfund guten Heues in Nahrungswerth gleich ſtehe dern 3,2 Pfund Runkelrüben, 4,3 Pfund Kohlraben, 2,8 Pfund Möhren, 15 ſo ergibt ſich, daß im erſt angeführten Fall der Morgen, der einen Ertrag von 526 Centner Runkelrüben lieferte, einen Futterwerth * glieferte, der 164 Centner Heu gleich ſteht. 2 7 Die 360 bis 370 Centner Runkelrüben per Gr. Normalmorgen liefernden Ackerflächen lieferten einen Futterwerth von 112-115 1 Centner, die mit Kohlraben beſtellte von 66-115 Centner, die mit Möhrrüben beſtellte von 100 115 Centner Futtererträge, die keine * Wieſe, auch die beſte nicht, und auch kein Kleefeld zu liefern vermag.