Ausgabe 
19.9.1856
 
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Friedberger Jutelligenzblatt.

Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl. fl. 1. 12 kr.; durch

Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,

Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum

ech Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg.

ſammen 7 kr.

Ni 71.

Freitag, den 19. September.

1856.

Aumtlicher Theil.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes Betreffend: Die Unterhaltung der Kreis- und Ortstafeln, ſowie der Wegweiſer.

In Folge unſerer Verfügung vom 25. Juli d. J., Amtsblatt Nr. macht, weßhalb hiermit die im Rückſtande befindlichen, an die Erſt

Meidung der Abholung, erinnert werden.

Friedberg, den 16. September 1856.

9, haben nur wenige die geforderte Vorlage ge attung der geforderten Berichte binnen 8 Tagen, bei

Großherzogliches Kreisamt Friedberg.

In Verhinderung des Kreisraths:

de

Beau cla ir, Kreisaſſeſſor.

Steckbrief Großherzoglichen Kreisamts Friedberg.

Louis Heilmann aus Garbenteich, Kreis Gießen. Heimliche Entfernung aus ſeiner Heimath. Alter: 11

Jahre.

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.

Edictalladung. 11504] In Folge Benachrichtigung Großherzog⸗ lichen Kreisamts Friedberg ſollen:

1) In der Gemarkung Münzenberg die durch Allodification der Erbleihgüter des Müllers Ludwig Glockengieſer, Conrad Enders I. und Conſorten entſtandenen Grund renten, im Geſammtbetrage von 734 fl 8 kr., dem Herrn Fürſten Ferdinand zu Solms⸗ Braunfels und von 142 fl. 31½ kr. dem Hrn. Grafen Otto zu Solms⸗Laubach zuſtehend, ſo⸗ wie

2) in der Gemarkung Griedel die durch Allodiſication der Erbleihgüter des Müllers Balthaſer Schäfer, des Johann Heinr. Marx und der Ww. und Kinder des Fried- rich Wetz I. entſtandenen Grundrenten, im Geſammtbetrage von 687 fl. 48 ½ kr., dem Herrn Fürſten Ferdinand zu Solms⸗Braunfels und von 220 fl. ½ kr. dem Herrn Fürſten Ludwig zu Solms Lich zuſtehend nach den Beſtimmungen des Geſetzes vom 27. Juni 1836 abgelöſt werden.

Alle bei dieſer Grundrentenablöſung allenfalls

Betheiligten werden daher aufgefordert, ihre etwaigen Rechtsanſprüche umſogewiſſer innerhalb z wei Monaten bei dem unterzeichneten Gerichte geltend zu machen, widrigenfalls die Auszahlung der Ab- löſungskapitalien an die oben genannten Be

rechtigten geſtattet werden wird.

Butzbach, den 6. Sept. 1856. Großherzogliches Landgericht Butzbach Ebel.

Der Guano und die Guanoſelaven.

Ueber die Guanoinſeln und die chineſiſchen Sclaven auf denſelben erhielt der Verfaſſer dieſer Zeilen von einem deutſchen Seemann, der ſie im vorigen Jahre beſuchte, eine ausführliche Mittheilung. Im Februar lagen bei den Chincha⸗Eilanden nicht weniger als 160 Schiffe verſchie dener Gattung von 300 bis 2200 Tonnen Trächtigkeit. Ihre Ladezeit betrug durchſchnittlich vierzig Tage. Rechnet man 800 Tonnen Ladefähigkeit als Durchſchnittslaſt, ſo werden in etwa ſechs Wochen 32,000 Tonnen Guano, jede zu 2000 Pfund von den Inſeln fortgeſchafft. Eine Unterſuchung Sachverſtändiger aus den Vereinigten Staaten hat ein Gutachten abgegeben, demzufolge bei einer Aus beutung wie bisher, die ganze Maſſe nach Verlauf von etwa acht Jahren erſchöpft ſein werde. Es ſind der Guano inſeln drei, die in der Richtung von Norden nach Süden neben einander liegen, und durch ſchmale Meerescanäle von einander getrennt ſind. Fortwährend herrſcht Südoſt⸗ wind, und es hat auf dieſen Eilanden niemals geregnet. Die nördliche Inſel hat den größten Umfang, bildet ein Rund von etwa einer ſtarken Viertelſtunde Wegs im Durch

meſſer und 100 Fuß Höhe. Der Guano liegt in der Mitte am dickſten. Alles muß mit der Hacke losgehauen werden; er entwickelt Staub, wenn man ihn zerklopft, wird aber wieder hart, wenn man ihn ſo liegen läßt. In der Maſſe findet man Federn, Eier, Steine, und weiter nach der Oberfläche hin Reſte von Fleiſch und Knochen. Seelöwen der größten Art und Seevögel in ungeheurer Menge müſſen viele Jahr tauſende hindurch Bewohner dieſer Eilande geweſen ſein. Der Ammoniakgeruch iſt ſo ſtark, daß ein Menſch es in einem mit Guano geladenen Schiffsraume nicht länger als fünf bis- zehn Minuten hinter einander aushalten kann. Wollen Sie nun wiſſen, wie alle dieſe Schiffe geladen, und wie täglich tauſend Tonnen abgegraben werden? Ich ſehe hier ungefähr 100 peruaniſche Sträflinge und etwa 300 Chineſen. Die erſteren ſind gewiß am rechten Orte; die letzteren aber waren Paſſagiere, die mit einem engliſchen Capitän Contract für die Ueberfahrt nach Californien ge macht hatten, und dort ihr Paſſagegeld, 80 Dollars, ab arbeiten wollten. Aber der Engländer brachte ſie ohne weiteres hierher, wo ſie lebenslänglich Sclaven ſind. Man gibt ihnen 4 Dollars monatlich für Lebensmittel und einen Vierteldollar Taglohn. Aber nach zehn Jahren wird kein