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„Dieſer Handel gilt nicht!“ rief Glitſch;„ich ver⸗ klage Sie!“ l
„Thun Sie das!“ ſagte Hensgen kalt;„ich werde die Lacher auf meiner Seite haben!“
„Verwünſcht!“ ſchrie Glitſch.„Fünfhundert Thaler gäbe ich darum, wenn mir das nicht paſſirt wäre! Was wird Aaron Levi dazu ſagen, wenn er dies erfährt? Was werden die Herren vom Appellhofe ſagen?“ N
„Sein Sie ruhig, Freundchen! ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich reinen Mund darüber halten will!“
„Je nun, unter dieſer Bedingung denn will ich zah⸗ len, denn es bleibt mir ja im Grunde nichts Andres uͤbrig! — Dort iſt auch ein Brief für Sie gekommen 155 s
Während Glitſch die Thalerſcheine aus ſeinem Schreib— tiſche holte und auf den Tiſch hinzählte, erbrach Max den Brief; er hatte einen breiten ſchwarzen Rand und enthielt — die Nachricht von dem Tode der reichen Tante. Ein Schlagfluß hatte ſie raſch von hinnen gefuhrt, Max war ihr Univerſalerbe. i 1.
Hensgen ſtrich das Geld ein, beſcheinigte gebührend, drückte dann dem Huiſſier beide Hände und rief:„Herr Glitſch, ich nehme das Geld nur als Darlehen! Ich bin nun reich; meine Tante iſt gottlob.... nein, meine gute Tante iſt leider geſtorben, und hat mir ihr ganzes Ver⸗ mögen hinterlaſſen! Die Todesangſt, in welcher ich ſeit zehn Wochen in Ihrem Hauſe wohnte und lebte, und die ganze verzweifelte Wechſelgeſchichte haben mich auf einen andern Weg gebracht. Verhaften Sie mich jetzt, aber löſen Sie mich dann ſogleich aus, daß ich nach Köln rei⸗ ſen kann! Es ſoll Ihr Schade nicht ſein! Da leſen Sie!“
Die Sache ward raſch geordnet. Hensgen that ſeinem gefoppten Hausherrn den Gefallen, ſich wenigſtens pro forma in Arreſt bringen zu laſſen; dann aber ward
der Wechſel ſammt allen Zinſen und Koſten bezahlt, die freilich noch ein gutes Sümmchen fraßen, und Max ward wieder freigegeben. Am Abend ſaß er mit Herrn Glitſch bis in die ſpäte Nacht hinein bei einer tüchtigen Bowle Punſch, und am andern Morgen beim Abſchiede ſagte er: „Lieber Glitſch! wackeres Freundchen! ich will nun wirth⸗ ſchaftlicher und vernünftiger leben und Oekonomie treiben! Wenn ich meine Schulden bezahle, bleibt immer noch ſo— viel für mich übrig, daß Sie mir Ihre Ottilie zur Frau geben können, und die iſt ganz die Perſon dazu, um mich im Zaume zu halten! Wie?“
„Na, wir werden ja ſehen, ob Sie nicht wieder falſches Spiel treiben, Sie Schwerenöther!“ meinte Papa Glitſch mit einem feuchten Blicke und drückte ſeinen Miethsherrn an ſein fettes Herz.(Erheit.)
Hungersnoth in Paläſtina.
„Für die in Folge von Hungersnoth ſehr bedürftigen Juden in Paläſtina iſt bei dem Unterzeichneten eingegangen und wird hiermit dankbar beſcheinigt: Von Herrn Prof. Dr. Sell 1 fl. S. Lindheimer 10 fl. Lehrer Speckhardt 24 kr. S. Engel Wwe. 30 kr. Ungenannt 2 fl. 42 kr. Jacob May 2 fl. 42 kr. G. Schulhof 1 fl. Mayer Schwarz 1 fl. 45 kr. L. Hanau 1 fl. 45 kr. Apotheker Werner 1 fl. 45 kr. Ungenannt 18 kr. R. 24 kr. L. Buchsweiler 1 fl. Frau Obercontr. Schuchard in Södel 1 fl. 30 kr. Mayer Hirſch 1 fl. 45 kr. Ferner durch Hrn. Lehrer Feuchtwangen in Großkarben im Ganzen z fl. 2 kr.(und zwar von M. Strauß 30 kr., J. Strauß 30 kr., BD. Mai 18 kr., K. Kirſchner 12 kr., J. Junker 12 kr., J. Mai 18 kr., D. L. Mai 30 kr., S. Roß 12 kr., Ephr. Mai Wwe. 30 kr.,— 2 kr., M. Reiß 18 kr., Abr. Grünebaum II. 18 kr., L. Junker 12 kr., Ab. Grü⸗ nebaum 1. 12 kr., J. Kalb 12 kr., L. Ortenberger zu Kleinkarben 24 kr., A. Grünebaum zu Okarben 12 kr.), ſonach im Ganzen 33 fl. 32 kr., welchen Betrag ich heute zur ſofortigen Verwendung für Brod an den Beſtimmungsort eingeſendet habe. Zur Entgegennahme weiterer Gaben
bin ich bereit. Friedberg, den 13. Febr. 1856. Maper Hirſch.
Bekanntmachungen von Behörden und Privat⸗Anzeigen.
Fruchtverſteigerung. 11921 Montag den 18. l. M., Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 30 bis 60 Malter Korn und 20 bis 30 Malter Gerſte von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armenfonds, zweimalterweis, meiſtbietend ver⸗ ſteigert.
Friedberg den 9. Februar 1856.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg
Bender.
S tir o hi effe rung. 11941 Freitag den 22. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 650 Gebund Kornſtroh, oder auch ſtatt deſſen 1300 Gebund Gerſtenſtroh, unter den im Verwaltungsbureau zur Einſicht offen liegenden Bedingungen auf dem Summiſſionsweg in Accord gegeben wer⸗ den. Friedberg, den 11. Februar 1856. In Auftrag des Verwaltungsraths 2. Bat. 4. Inf.⸗Reg. N Er lg, Oberquartiermeiſter. Bekanntmachung. Betreffend: Holzverſteigerung in dem Großher⸗ zoglichen Domanialwald Kellerberg der Oberförſterei Oberrosbach. [196] Donnerſtag den 21. d. M. werden in dem oben genannten, bei Oberrosbach ge⸗ legenen Walddiſtrikte, an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: 24% Stecken Scheit⸗, 8/ Stecken Prügel⸗, 37 Stecken Stockholz, 817 Wellen Reiſerholz und 7 Läſte Schlag⸗ abraumholz, ſämmtlich Eichen, ſodann 38 Eichen⸗Klöße zu Bau⸗ und Werkholz, in der Stärke bis 19 Zoll Durchmeſſer u. 40 Fuß Länge.
Der Anfang erfolgt präcis 8 Ubr und wird reſt das Brennholz, dann das Stammholz aus⸗ geboten.
Oberrosbach, den 9. Februar 1856.
Großherzogliche Oberförſterei Oberrosbach Bingmann.
Güter Verſteigerung. 186] Dienſtag den 4. März 1. J., Morgens 10 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe nachſte⸗ hende, der Heinrich Mühling's Wwe. dahier gehörende Güterſtücke meiftbietend verſteigert, als:
Gemarkung Friedberg: O.⸗Nr. Flur. Nr. Klftr.
1 4 91 165 Ackerland im Großwartfeld,
gibt 23 kr. Tilgungsrente,
2 10 33 240 desgl. im Lachenfeld, das
Eygen,
3 10 209 208 Lachenfeld, gibt 18 kr. Til⸗
gungsrente,
4 13 276 330 Großgalgenfeld am Dachs⸗
pfad, gibt 42 kr. Tilgungs⸗
rente, 5 14 80 177 Großgalgenfeld, gibt 18 kr. Tilgungsrente, 6 14 150 219 hinter der Töpferkaut, gibt 23 kr. Tilgungsrente. Friedberg, den 15. Januar 1856. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Der Vorſteher e n
Hofraithe⸗Verſteigerung. 1147] Dienſtag den 18. März d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die äh des hieſigen Bürgers Wilhelm Krauch, nämlich:
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Gemarkung Friedberg: Pag. Nr. Flur. Nr.[J Klftr.
30/178ab 2 547 24% Hofraithe in der Stadt mit Grund und Boden gibt 54 kr. Tilgungs⸗
rente, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg am 30. Januar 1856. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Der Vorſteher ein zd enlr. Edictalla dung. 210] Die Gläubiger der concursfälligen Phi⸗ lipp Fouriers Eheleute von Södel werden, unter dem Rechtsnachtheile des ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe zur Begründung ihrer Anſprüche auf Freitag den 7. März, Vormittags 10 Uhr, hierher vorgeladen mit dem Bemerken, daß nicht einmal die Hppothekforderungen gedeckt ſind und ſonſtige Gläubiger gar nichts zu erwarten haben. Friedberg am 1. Februar 1856. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.
Oeffentliche Aufforderung. 1211] Forderungen aller Art an den von den Erben nur unter der Rechtswohlthat des Ge⸗ ſetzes und Inventars angetretenen Nachlaß des Lehrers Alles zu Fauerbach II. find binnen 14 Tagen dahier anzuzeigen, widrigenfalls ſie bei Vertheilung des Vermögens nicht berückſichtigt werden.
Friedberg am 28. Januar 1856. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.
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und dit den Accord Fu tüt an anerkannte
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