Ausgabe 
15.1.1856
 
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mir ward nur die Alternative gelaſſen, entweder ſogleich aus dem Vaterhauſe verbannt und in Folge davon ſpäter vermuthlich enterbt zu werden, oder Ellen Bramſton auf zugeben, an welcher ich trotz aller meiner Thorheiten doch mit inniger Liebe hing. Nach vielem bangen Nachdenken erſann ich mir einen Plan, welcher zwar für eine Weile die Ausübung einer guten Doſis Heuchelei und Verſtellung erforderte, aber endlich doch, wie ich mir ſchmeichelte, mein Intereſſe mit meiner Herzensneigung vereinigen, d. h. mir Ellen's Hand verſchaffen würde, ohne mich mit meinem Vater zu uͤberwerfen.

Und dieſer Heuchelei und Verſtellung verdanken Sie es ohne Zweifel, daß Sie in Ihrer gegenwärtigen unglück lichen Lage ſich befinden? fragte ich.

Sie haben es errathen. Ich fahre jedoch in meiner Erzählung fort. Mr. Hutton hatte, wie ich Ihnen ſagen muß, durchaus keine Luſt, mich zu ſeinem Compagnon anzunehmen, obſchon er aus einem oder dem andern Grunde nicht wagte, ſich offen dem Project zu widerſetzen; ſein Sohn John Hutton war ebenfalls entſchieden dagegen..

Sein Sohn John Hutton! Mr. Hutton senior kenne ich ſo ziemlich, aber was iſt ſein Sohn für ein Menſch?/

Nun, er lebt, wie ich früher, vielleicht etwas zu

flott, iſt aber nichtsdeſtoweniger ein ganz guter junger

Mann. Er ſegelte vorletzte Woche nach Riga, wo er Geſchäfte zu beſorgen hat.

Ehe Sie verhaftet wurden?

Am Morgen deſſelben Tages. Doch, wo war ich denn ſtehen geblieben? Ja ſo bei Mr. Hutton's Ab neigung gegen meine Theilhaberſchaft, wodurch ich eben auf meinen Operationsplan geführt ward. Ich bewog ihn, meinem Vater vorzuſtellen, daß ich wenigſtens zwei oder drei Monate auf dem Comptoir zubringen müßte, ehe die Sache unwiderruflich beſchloſſen würde, und zwar um ſeiner, Mr. Hutton's, willen, damit erſt in Gewißheit geſetzt würde, ob es möglich ſei, mich an Fleiß und ſyſte matiſche Thätigkeit zu gewöhnen, und ich unterſtützte heuchleriſch dieſes Verlangen Sie ſehen, daß ich ganz aufrichtig bin indem ich verſprach, mich dann den Wün ſchen meines Vaters zu unterwerfen, wenn die Entſcheidung auf dieſe Weiſe hinausgeſchoben würde. Die Hauptab ſicht, die ich durch dieſe anſcheinende Fügſamkeit zu er reichen gedachte, war, mir binnen wenigen Wochen wieder den Geldbeutel meines Vaters zu öffnen, der mir in der letzten Zeit hartnäckig verſchloſſen geblieben war. Ich hatte mehrere drängende Ehrenſchulden, wie man ſie nennt Schandſchulden wäre nach meiner Erfahrung der paſſendere Ausdruck die durchaus bezahlt werden mußten, und überdies hing das Gelingen meines Heirathsprojects ein zig und allein von der Möglichkeit ab, mir eine ziemlich bedeutende Summe Geldes zu verſchaffen.

Ihr Heirathsproject?

Ja; es ward endlich, nicht ohne heftiges Wider ſtreben von Seiten Ellen's, aber, wie ich Grund habe zu glauben, mit der heimlichen Billigung des Kapitän Bram ſton, verabredet, daß wir uns heimlich vermählen und ſo fort nach dem Continent begeben ſollten, um dort zu bleiben, bis der väterliche Sturm, der, wie ich wußte, mit furchtbarer Gewalt losbrechen würde, verbrauſt wäre. Wegen des Endreſultates hatte ich keine große Angſt. Ich war der einzige Sohn; von meinen Schweſtern konnte ich erwarten, daß ſie unermüdliche Vermittlerinnen zu mei nen Gunſten ſein würden, und wir lebten daher Alle der frohen Zuverſicht, daß eine allgemeine Verſöhnung, ſowie ſie in der Komödie gewöhnlich dem letzten Fallen des Vor

S. NT

hangs vorherzugehen pflegt, in nicht allzuferner Zeit ſtattfinden würde. Geld aber war unumgänglich noth⸗ wendig Geld zur Bezahlung der Trauungskoſten, zur Flucht nach Frankreich und um dort vielleicht längere Zeit leben zu konnen. Um mir dieſes Geld zu verſchaffen, ſah ich kein anderes Mittel, als meinen Vater auf gute Laune zu bringen, indem ich that, als ob ich mich in ſeine Wünſche fügte. Ich will hier zugleich beiläufig bemerken, daß ich, wenn ich der ſchändlichen That, deren ich ange⸗ klagt bin, fähig geweſen wäre, von der erſten Stunde an, wo ich in Mr. Hutton's Comptoir eintrat, eine Menge Gelegenheiten gehabt hätte, ihn zu beſtehlen. Sehr häufig ließ er mich allein in ſeinem Privatzimmer, während die Schlüſſel an ſeiner eiſernen Kiſte ſtaken, in der ſich zu⸗ weilen bedeutende Summen befanden, nicht bloß in Bank noten, ſondern auch in Gold, deſſen Spur nicht ſo leicht aufzufinden iſt. 43 fDas iſt ein ſonderbarer Mangel an Vorſicht bei einem ſo pünktlichen und mißtrauiſchen Manne, wie Mr. Hutton, bemerkte ich, wie mit mir ſelbſt ſprechend. Durchaus nicht, verſetzte Mr. Edmund Webſter mit Wärme, während eine hohe Röthe über ſein bleiches Antlitz, flog.Es beweiſt bloß, daß bei allen meinen Fehlern und Thorheiten es doch Jedem, der mich kannte, unmöglich war, mich eines derartigen Verbrechens fähig zu glauben.

Ich bitte um Entſchuldigung, Mr. Webſter; ich wollte Sie durchaus nicht beleteig en Meine Bemerkung war bloß der faſt unwillkürliche Ausdruck eines Gedan kens, der mir plötzlich einkam.

Ich habe wenig mehr vorauszuſchicken, erzählte

Mr. Webſter weiter.Ganz unſerer Hoffnung und Er wartung zuwider ward mein Vater mit ſeinem Beutel nicht um ein Haar freigebiger als zuvor, und ich fand bald, daß er die Abſicht hatte, die Schraube ſcharf auf geſetzt zu halten, bis die Verwirklichung der verhaßten Geſchäftscompagnie zwiſchen mir und Ellen Bramſton eine unüberſteigliche Schranke errichtete. Mit Mr. Hutton ſprach ich ſehr häufig über dieſe Angelegenheiten ſo rück haltlos, wie ich jetzt mit Ihnen ſpreche, und ich muß ſagen, daß er, obſchon er fortwährend ängſtlich bemüht war, jeden Schein von Oppoſition gegen meinen Vater zu vermeiden, doch ſtets die wärmſte Theilnahme für meine Plane und Abſichten zu erkennen gab, ſo daß ich endlich wagte, ihn um ein Darlehen von ungefahr fünf hundert Pfund zu bitten, welche Summe die geringſte war, die mich in den Stand ſetzen konnte, die ungeſtuͤm ſten meiner Gläubiger zu befriedigen und mein Heiraths preject zur Ausführung zu bringen. Dieſe Gefälligkeit ſchlug er mir jedoch rund ab unter dem Vorwande, daß dieß, wenn er es thäte, früher oder ſpäter zur Kenntniß meines Vaters kommen würde. Und fuhr denn Mr. Hutton nach dieſer Weigerung immer noch fort, Ihnen Gelegenheit zu geben, ſich ſelbſt zu helfen, wenn Sie ſich ſonſt dazu hätten entſchließen wollen?

Allerdings that er dies; aber warum dieſe Frage? entgegnete der junge Mann etwas heftig, während ſein bleiches Geſicht wieder von der Räthe des Zornes über goſſen ward.

Nichts, Sir, nichts; erzählen Sie weiter, ich bin ganz Ohr.

(Fortſetzung fo gt.)

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