Friedberger Intelligenzblatt.
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Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg.
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Freitag, den 12. September.
1856.
Amtlicher Theil.
liche
Bekanntmachung.
Da die unter dem Rindvieh des Jakob Haas zu Niederwoͤllſtadt ausgebrochene Lungenſeuche ganz erloſchen iſt, ſo
wird nunmehr die am 6. Mai l. J. angeordnete Stall- und Ortsſperre aufgehoben, was
niß gebracht wird. Friedberg den 9. September 1856.
hiermit zur offentlichen Kennt—
Großherzogliches Kreisamt Friedberg In Verhinderung des Kreisraths:
Die, Biel au e lead ir; Kreisaſſeſſor.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Oeffentliche Aufforderung.
11420] Forderungen und Anſprüche jeder Art klagten,
jetzt auf dem Hofe Obe rgrubenbach, Be⸗ Gutsverkauf betr., ſoll auf Erſuchen
Dabei wird bemerkt, daß das Gut nabe bei
an das von dem verſtorbenen Obſt- und Feder- viehhändler Johannes Vogt in Oberrosbach hinterlaſſene Vermögen, über welches der förm— liche Concurs erkannt worden, ſind bei Ver- me dung des ſtillſchweigend erfolgenden Aus⸗ ſchluſſes von der Maſſe, im Termin
Dienſtag den 21. Oktober, Vormittags 10 Uhr, dabier anzumelden und zu begründen.
Zugleich ſoll in demſelben Termin die Güte verſucht, in deren Entſtehung aber ein Gläu⸗ bigerausſchuß gebildet, ein Maſſecurator ge⸗ wählt, und ſollen die Beſchlüſſe der Mehrheit der erſchienenen Gläubiger auch für die nicht erſchienenen als bindend angeſehen werden
Friedberg am 19. Auguſt 1856.
Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann, Suppes,
Landrichter. Landgerichts ⸗Aſſeſſor.
Bekanntmachung.
C1474] In Sachen der Johannes Mootz. Ebeleute, früher auf dem Hofe Obergruben⸗ bach, jetzt zu Niederohmen, Kläger gegen Konrad Schäfer III., früher in Rendel,
Großherzoglichen Landgerichts Vilbel das dem Beklagten im Eigenthum zugehörige zehnt⸗ freie und nur mit ctwa m6 fl. jährlicher Til⸗ gungsrente belaſtete, der Gemarkung Nieder- ohmen angehörende, übrigens faſt ganz ge⸗ ſcploſſene zu 16605 fl. taxirte Gut Hof Ober ⸗ grubenbach, auf welches bei der am 10. März d. J. abgehaltenen erſten Verſtei⸗ gerung bereits 9000 fl. geboten worden, Dienſtag den 30. d. Mts., Vorm. 11 Ubr,
durch Großherzogliches Ortsgericht Nieder⸗ ohmen auf dem dortigen Rathhauſe unter den alsdann eröffnet werdenden Bedin— gungen öffentlich verſteigert werden.
Zu dieſem Gute gebören 2 Wohnbäuſer, 2 unter einem Dach befindliche Scheuern, Stal⸗ lungen und ein Backhaus. Dasſelbe entbält 128 ½ heſſiſche Morgen, darunter 77 Morgen Hofraithegrund, 29 Morgen Wieſen, 84¼ Mor⸗ gen Ackerland, 14 Morgen Kiefernwald von 30 jährigem Beſtande und ſteyht dem Gute, in⸗ ſoweit es geſchloſſen, die alleinige Schaſweide⸗ berechtigung zu.
dem großen Dorfe Niederoh men, noch näher aber bei dem Hofgut Sorge(wo ein ſehr ſolventer Frankfurter mit Erfolg Landwirthſchaft betreibt) liegt nur 2 Stunden von der Kreis⸗ ſtadt Grünberg, in welcher bekanntlich in jeder Woche einer der bedeutendſten Frucht⸗ märkte des Landes abgebalten wird, und wohin eine ſehr bequeme Kunſiſtraße führt, auch nur wenige Stunden von der Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn entfernt iſt u. ſ. w.
Wir laden Kaufliebhaber unter dem Anfügen biermit ein, daß das Gut täglich eingeſeben und alles Nähere in Bezug auf ſolches, die Verſteigerungsbedingungen ꝛc. bei dem Orts⸗ gerichte Niederohmen erfahren werden können, daß jedoch nur ſolche Perſonen zum Mitbieten werden zugelaſſen werden, deren Zablungsfähig⸗ keit entweder offenkundig iſt, oder ſofort glaub⸗ haft nachgewieſen wird.
Grünberg den 1. September 1856. Großherzogliches Landgericht Grünberg Welcker.
Ueber Drainage und in unſerer Nähe vor⸗ genommene Drainirungen.
(Schluß.)
Die Dimenſionen der Röhren, welche man etwa zu wählen hat, richten ſich hauptſächlich nach der abzuleiten— den Waſſermaſſe; die gebräuchlichſten ſind: zu den Seiten⸗ drains 1½ bis 2, und zu den Hauptdrains 2½ bis 3
Zoll lichter Weite. Die von
Drainagenanlagen ſind folgende und haben ſich bewährt: der Gemarkung Wöl—
als außerordentlich erfolgreich 1) Im Herbſt 1854 wurde in
fersheim(S. Intellbl. Nr. 86 v. 1854) eine a lange Mulde drainirt. Sie durchſchnitt ca. 80 Grundſtücke in der Art, daß dieſe Grundſtücke ſämmtlich in zwei Parcellen bebaut werden mußten, weil man wegen der großen Feuch⸗ tigkeit der Mulde nicht durchweg pflüge dem mußte in dieſer Mulde das Gelän
ter gänzlich unbebaut liegen bleiben.
Röhrenſtrang von 5 Zoll lichter Weite wurde die Mulde der Art entwäſſert, daß die erwähnten Grundſtücke bei der bewirkt. Beackerung am früheſten bebaut und nu
dem Berichtenden bis jetzt ausgeführten
n konnte. de auf 3—4 Klaf⸗
n durchweg gepflügt
werden können.
Morgen
dieſelben prangte.
190 Klafter
31 In der
Auß er⸗ drainirt.
Nur durch einen
Der Werth dieſer Grundſtücke hat ſich nach der eigenen Ausſage des dortigen um 50 bis 60 fl. geſteigert. auch nun für das nächſte Jahr 4 bis 500 fl. für weitere Drainage vorgeſehen.
Y Auf dem Hofgute zu Dorheim wurden im Herbſt
1855 ein 15 Morgen großer Complex Ackerlandes, die ſo⸗ genannte Sauweide, drainirt, auf welcher früher noch auf manchen Stellen Schilf und dergleichen Sumpfgräſer ſtan⸗ den, die aber in dieſem Jahr mit den ſchoͤnſten Saatfeldern Außerdem wurde hier und zwar oberhalb des Hofes ein wirklicher Sumpf durch entwäſſert, daß derſelbe gegenwärtig in einen gewandelt worden iſt. Gemarkung Rockenberg wurde eben⸗ falls im vorigen Herbſt eine Mulde von 130 Klafter Länge Der Erfolg war derſelbe, wie in der Gemarkung Wölfersheim und befriedigte allgemein.
4) In der Gemarkung Kirchgöns wurde die Trocken⸗ legung des Friedhofs in vorigem Herbſte durch Drainirung
Bürgermeiſters per Dieſe Gemeinde hat
Drainage in der Weiſe Garten um-
5) In dieſem Frühjahr wurde ebenfalls die Trocken⸗


