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Friedberger Jntelligenzblatt.
Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis jährl.
fl. ke,; beendeb ze Amts-
Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,
Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum
die beiden
und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. a ge
ſammen 7 kr⸗
Mr. 32 Nu 6
Freitag, den 8. Auguſt.
1856.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Oeffentliche Aufforderung. 11262] Jobann Peter Möckels Eheleute in Hochweiſel haben ihr Immobiliarvermögen zur Vertheilung gebracht, vermögen jedoch zu einem großen Theile deſſelben das Eigenthum urkund— lich nicht nachzuzeigen Irgend welche Anſprüche an dieſe Immobilien deren nähere Bezeichnung aus den dabier zur Einſicht offen liegenden Flurbuchsauszügen erſehen werden kann, ſind binnen
2 Monaten ſogewiß dahier geltend zu machen, widrigenfalls die Theilung beſtätigt und der Eintrag in das Mutationsverzeichniß verfügt werden wird. Butzbach am 24. Juli 1856. Großherzogliches Landgericht Butzbach Ebel, Nut h,
Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor.
Holzverſtei gerung.
Mobiliar ⸗Verſteigerung. 1301) Montag den 11. Auguſt l. J., Mor- gens 9 Uhr anfangend, wird in der Vebauſung des Schreinermeiſters Paul Falck der Nachlaß der dahier verſtordenen Fräulein Schmalkalder, beſtehend in Gold, Silber, Weißzeug, Bettung, Frauenkleidern, Betiſtellen, Kommoden, Kleider— ſchränken, Sopha's, Porzellan, Zinn und dgl., meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 30. Juli 1856. In Auftrag der Erben: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg. Der Vorſteher Ben d e r.
Main„ Weſer⸗Eiſenbahn. [1320] Dienſtag den 12. Auguſt, des Vormit⸗
tags um 9 Uhr, ſollen auf dem Sectionsbüreau
die nachbezeichneten bei Erbauung von Holz⸗
ſtällen, einer Waſchküche ꝛc. im Bahnhofe dahier erforderlichen Arbeiten und Lieferungen durch öffentliche Verſteigerung in Accord gegeben
Holzverſteiger ung in der Oberförſterei Ortenberg. 11321] Nächſten Dienſtag den 12. Auguſt, von Vormittags 8 Uhr an, ſollen in den Diſtrikten Fauerbacherhecken und Finkelöcherheege nach— ſtehende Holzſortimente: Scheitholz S 9% Stockholz Reiſer
te cken Buchen 2 51 7833 Eichen— 50 17 2
Aspen 1 54 Eichenſtämme von 6 10% Durchm. u 10-25“ Länge(Wagnerholz), 30 Eichenſtangen von 4—5“ Durchm. und 820“ Länge desgl. Ferner Mittwoch den 13. Au guſt: in den Diſtrikten Scheuerwald und Verbrannte— kopf um dieſelbe Stunde anfangend: Scheitholz 8.95 Stockholz Reiſer ecken Buchen 411 815 217 334 22 Buchen- u. Hainbuchen⸗Stämme v. 10-30“
giftung ihrer Pfeile.
werden: 1) Maurerarbeit, 2) Steinbauerarbeit,
11311] Mittwoch den 13. Auguſt d. J., Vor⸗ mittags um 8 Uhr anfangend, werden im Ober—
mörler Gemeindewalde, Diſtrikt Gaulskopf, 3) Zimmerarbeit, verſteigert: 4) Dachdeckerarbeit, 3 Stecken geſchältes Eichen⸗Scheitholz, 5) Schreinerarbeit, 2„ Prügelholz, 6) Glaſerarbeit, 8 1 Birken⸗ Scheitholz, 7) Schloſſerarbeit, „ Prügelholz, 8) Spenglerarbeit, 23658 Wellen geſchältes Eichenholz, 9 Walbbinderarbeit, 26400„ Aspen⸗Nadelholz, 1009 K 3000„ Eichen-Birkenholz, 11„„ 60 24 Wagen Allerleiholz. Gegen Bürgſchaft wird Zahblungsfriſt bis
Martini d. J. geſtattet. Obermörlen am 2. Auguſt 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Obermörlen Sech weit er.
Gießen den 31.
veranſchlagt zu
Lieferung von 60 Bülten Waſſerkalk.
Pläne, Voranſch'äge und Vertragsbedingungen liegen auf genanntem Bäreau zur Einſicht offen. Juli 1856.
Der Großherzogliche Sections-Ingenitur der Section Gießen Eickemeyer.
979 fl. Durchmeſſer und 6—50“ Länge,
„„ 475, an Ort und Seelle verſteigert werden.
3„ 10I1, Am erſien Tage beginnt die Verſteigerung
im Diſtrikt Fauerbacherhecken, am zweiten im Diſtrikt S uerwald.
2 22 1— **
1 110 Gegen vörſchriftsmäßige Bürgſchaft Zahlungs- 1„ friſt bis zum Betrage von 25 fl. bis Ende 0 15 Dezember d. J.
7 15„ Ortenberg den 4. Auguſt 1856.
Großherzogliche Oberförſterei Ortenberg Haberkorn.
Bekanntmachung. [1322] Bei dem Transporte der Aſche und Mutterlauge aus den hieſigen Siedungsanftalten können einige ſtarke Arbeiter dauernde Beſchäf— tigung ſinden, und, bei gehöriger Qualification, demnaͤchſt auch in die Salinenknappſchaft auf—
„ Luftkalk.
Verſchiedenes.
Das Gift Strychnin. Bei dem allgemeinen Jutereſſe, welches mehrere in neueſter Zeit vorgekommene Vergiftungen durch Strychnin erregen, wir erinnern nur an den Palmer'ſchen Vergiftungsprozeß in England, wird vielen unſerer Leſer die folgende Mittheilung über dieſes Gift nicht unerwünſcht ſein. Die Pflanzen, welche dieſes ſo gefährliche Gift ſtill bereiten, wachſen in den dichten Urwäldern Oſtindiens und Südamerika's. Es ſind meiſt kleinere Bäume mit ſchlankem Stamme oder ſchlangelnde hohe Sträucher der Pflanzengattung Strychnos. Sie ſind den wilden Bewohnern jener Gegenden nach ihren men— ſchenfeindlichen Eigenſchaften gar wohl bekannt und dienen denſelben ſeit undenklichen Zeiten bereits zur Ver— Namentlich bereiten die Javaner aus der in den Urwäldern Java's, ſeiner jetzigen Heimath, üppig wachſenden Tieuteſtande(Strychnos Tieute) ihr furchtbares Tieutegift Upas Tieute), welches ſeine Wir— kungen eben dem Strychnin verdankt. Aus Strichnos guianensis, Strychnos toxicaria und einigen andern verwandten gewinnt auch der Indianer von Guyana ſein Wooragift(Woorara). Einen gleichen, oder doch ähn—
lichen Urſprung haben das„Curare“ der im Gebiete des
Orinoco und das„Ticunasgift“ der im Bereiche des Ama—
zonenſtromes lebenden Indianer. Immer iſt und bleibt der giftige Beſtandtheil aller dieſer mörderiſchen Subſfanz en das Strychnin. Gelangen doch ſogar aus dem fernen Oſtindien einige vielbegehrte und gebrauchte Droguen, welche von verſchiedenen Strychnosarten abſtammen, in den europäiſchen Handel!— Am bekannteſten darunter ſind wohl die„Krähenaugen⸗(Nuces vomicae), auch Brechnüſſe genannt, die runden, ſcheibenfoͤrmigen Samen aus der Frucht von Strychnos Nux vomica, welche üb— rigens außer dem Strychnin noch ein etwas weniger gif— tiges Alkaloid, das Bruein enthacken. Selten kommen die eckigen, harten, faſt hornartigen IJ Ignazbohnen(Nuces Sti. Ignatii)— die Samen aus der birnförmigen Frucht von Strychnos Ignatii, welche noch bedeutend reicher an Strychnin als jene ſind— in unſern Handel.— Früher wurden außerdem unter dem Namen„Schlangenholz« das ſtrychninhaltige giftige Wurzelholz von Strachnos colu— brina und unter dem Namen„falſche Angoſturarinde/ die ebenfalls giftige Rinde einer ähnlichen Pflanze in die Apotheken Europas geführt.


