Ausgabe 
8.2.1856
 
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Allerdings! meinte Glitſch;aber das ſeltſamſte an der Geſchichte iſt, daß die Perſonalbeſchreibung meines ausgeflogenen Staarmatzen ganz erakt auf Sie paßt, ſo daß ich in dem Augenblicke, wo Sie in meine Geſchäfts⸗ ſtube traten, beinahe darauf gewettet hätte, Sie wären mein Brummkandidat!

Alle Teufel! eine ſonderbare Ehre!

Na, na, eine zufällige Aehnlichkeit! ſagte Glitſch gutmüthig;aber ich merkte ſogleich meinen Irrthum, denn begreiflicherweiſe würde das Herrchen, auf welches ich eine Anweiſung habe, nicht bei mir ein Logis geſucht haben, wenn er alle Urſache hat, mir aus dem Wege zu gehen! Aber ein verwünſchter Streich wäre es doch ge weſen, wenn ich Sie ſtatt ſeiner gepackt hätte, nicht wahr? Hahaha! 5 ö

Für mich wäre die Situation aber weniger luſtig geweſen! meinte Max mit einem halb verlegenen Lächeln. Und wer iſt denn dieſer Kandidat des Schuldthurms?

Warten Sie, will mal nachſehen! ſagte Glitſch und holte ſeine Brieftaſche heraus;er heißt Max Hens gen, war früher Dragonerofficier; dunkle Geſichtsfarbe, Haar dunkelbraun, Schnurrbart und Backenbart ditto ja gehorſamer Diener! den Bart wird er nun bereits ge opfert haben!

Sie ſind doch ein Teufelskerl, Herr Glitſch! meiner Treu', Sie ſind mit allen Schlichen und Pfiffen vertraut!

Glitſch nickte mit einem bedeutſamen Lächeln, und ſtach die Flaſche an.Ich ſag' Ihnen, lieber Hausherr! ich habe ſchon Manchen aufgefunden, der ſich ganz pfiffig verſteckt zu haben glaubte, und dieſer Hensgen ſoll mir auch nicht entkommen!

Laſſen Sie uns anſtoßen auf Ihr Glück mit ihm! ſagte Max, dem es ſehr unbehaͤglich um die Kravatte wurde. So, und nun bitte ich, erzählen Sie mir einmal ein paar intereſſante Geſchichten, wie Sie ſo den einen oder den andern Fuchs aus ſeinem Bau herausräucherten!

Herausräucherten! Meiner Seele, ein köſtlicher Aus druck! Na, Sie ſollen ein ganzes Schock zu hören bekom men! Und er erzählte, bis die vierte Flaſche leer war, und neckte den Miethsherrn fortwährend, er ſeie kein echt Trierſch Kind, er könne nicht trinken. Dem armen Hens gen aber war's nicht darum zu thun; er hielt ſich in dieſem Augenblick für den heiligen Laurentius auf dem Roſte, ſo ſehr brannte ihm in ſeiner Einbildung der Rohr ſtuhl unter dem Körpertheil, wo die Ehre ihren Sitz nicht hat. Er war ſeelenvergnügt, als der Hausbeſitzer endlich die Sitzung aufhob, nahm ſein Licht und eilte in die Stube hinauf, wo er in der erſten Bangigkeit raſch ſeinen Reiſe ſack wieder packen und durch die Lappen gehen wollte. Allein gerade als er mit dem Einpacken fertig war, pochte es an die Thüre und auf ſeinHerein erſchien das Dienſt mädchen, um ihm das Bette abzudecken und noch friſches Waſſer zu bringen. Verlornes Spiel! er mußte in der Löwengrube bleiben, es war nun einmal nicht anders!

Tage und Wochen verſtrichen. Max führte ein höchſt eingezogenes, ſtilles Leben, ging am frühen Morgen und in der Abenddämmerung ſpazieren, ließ ſich ſeine Koſt aus dem Speiſehaus auf die Stube bringen, las oder ſchrieb den ganzen Tag, zum erſten Male in ſeinem Leben mit dem Studium der Landwirthſchaft ſich befaſſend. Drei oder vier Mal erhielt er Briefe unter dem angenommenen Namen von ſeinem Verwalter, welche wirklich in Trier aufgegeben waren und etliche Male Geld enthielten. Mehr mals begleitete er auch ſeinen Freund und Hausherrn in eine Weinſtube, wo ein Kreis luſtiger alter Knaben herz⸗ lich über ſeine alten Schnurren und Anekdoten lachten und den Herrn Gall als einen Teufelskerl bewunderten.

Aber fuͤr gewöhnlich blieb er Abends daheim, und leiſtete dem dicken Hausherrn Geſellſchaft bei einigen Flaſchen Wein, einer Cigarre und einem Kartenſpielchen, wodurch er ſich bei Madame ſehr inſinuirte, die nichts weniger als den Abendausgängen ihres Gemahls in die Weinſtube hold war und auf den Miethsmann, der Alles baar be zahlte, gewaltige Stücke hielt. Glitſch hegte nicht den entfernteſten Argwohn wegen ſeines Hausgenoſſen, und argwöhnte noch weniger, wenn ihn dieſer oft genug bald neckend, bald theilnehmend nach dem Schickſal des ent ſprungenen Hensgen fragte.O, pflegte er zu ſagen, der Kerl macht mir zu ſchaffen; allerdings! aber ſeine Stunde wird auch noch ſchlagen! Ich habe ſchon Andere zu packen gewußt. Und ſchon wieder ſchreiben ſie mir von Köln herauf, daß er hier ſitzen müſſe gerade als ob er nur mir zum Poſſen hier wäre! 1

Eines Abends, als ihn Max wieder fragte und zwar mit vieler Theilnahme, ſagte Glitſch:Ich wollte der Kerl wäre in Amerika! Schon wieder ſchreiben ſie mir von drunten, daß er hier ſein müſſe. Ein Bekannter will ihn neulich drüben im Thal Ehrenbreitſtein geſehen haben.

Aber ich weiß nun beſtimmt, daß er dort nicht wohnt, ſondern hier bei einer Wittwe, die eine hübſche Tochter hat. Er trägt eine ſchwarze Perücke und blaue Brille, und einen gewichſten Schnurrbart, und ehe eine Woche um iſt, hab' ich ihn. Morgen ſchreib' ich ihm einen ano nymen Brief und übermorgen beſtell' ich ihn in der Zeitung zu einem Rendezvous. Meine Ehre ſteht auf dem Spiele: ich muß ihn aufſpüren, koſte es was es wolle!

Ich verſtehe zwar nichts von derlei Dingen, mein lieber Glitſch! ſagte Herr Gall ſehr bedächtig,aber mir ſcheint immer, als ſtecke jener Herr noch irgendwo in Köln oder anderwärts da drunten verborgen und laſſe nur hie und da durch gute Freunde ausſtreuen, er ſeie in Coblenz geſehen worden, um die Juſtiz auf die falſche Fährte zu führen.

0 Glitſch ſtutzte.Es wäre wohl möglich, ſagte er; aber wie Dem auch ſei, wenn er wirklich hier iſt, ſo krieg' ich ihn in den nächſten Tagen. Aus! rief er und warf das und König und Dame auf den Tiſch.

(Fortſetzung folgt.)

Friedberger Kirchenbuchsauszug vom Monat Januar. Get va ußt en; Keine. Get au fte:

1. Dem hſ. B. u. Schneidermeiſter Johannes Schwalm ein S., Franz Heinrich, geb. 24. Dec. 1855.

6. Dem Feldwebel in der 2. Schützencompagnie des 4. Großh. Infanterieregiments Hermann Philipp Juſtus Lang ein S., Wilhelm Reinhard Eduard, geb. 18. Dec. 1855.

14. Dem he. B. u. Materialiſten Heinrich Hahn ein S., Joh. Ludwig Peter Hermann, geb. 16. Dec. 1855.

27. Dem hſ. B. u. Oekonomen Johannes Feiling ein S., Karl Friedrich, geb. 28. Dec. 1855.

27. Dem Oberfeldwebel im 4. Gr. Infanterieregiment Wilh. Friedrich Ackermann eine T., Babette Philippine, geb. 1. Januar.

29. Dem hſ. B. u. Buchhändler Carl Emil Scriba ein Sohn, Karl Friedrich, geb. 31. Dec. 1855.

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22. Johannes Lang, des hſ. B. u. Schuhmachermeiſters Joh. Hartm. Ludw. Lang II. ehel. S., alt 3 J. 5 M. 10 T., 1 20. Jan.

30. Peter Greim, B. zu Babenhauſen Kr. Dieburg u. Arbeiter an der Main⸗Weſer⸗Bahn, alt 39 J. 4 M., 1 28. Januar.

e e ee e ee ee Getauft:

24. Nov.(zu Mainz) Dem hſ. B. Phil. Friedrich Wilhelm Jung, Vorſteher eines evang. Mädcheninſtituts in Mainz, ein S., Hein⸗ rich Wilhelm, geb. 14. Nov. g

Beerdigt:

25. Dec.(zu Wolf) Eva Hoffmann, geb. Strauch, Wwe. des

hier verſt. Friedrich Hoffmann, alt 68 J., 1 23. Dec.

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