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4.3.1856
 
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Friedberger Intelligenzblatt.

Erſcheint wö⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ tag. Preis ſährl. fl. 1. 12 kr.; durch

Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,

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19.

Dienſtag, den A. März.

1856.

Steckbrief Großherzog

Maria Schaad aus Ruppertsburg.

Amtlicher Theil.

lichen Kreisamts Friedberg.

Heimliche Entfernung aus ihrer Heimath.

Bekanntmachungen von Behoͤrden und

Edicetalladung. 12101 Die Gläubiger der concursfälligen Phi⸗ lipp Fouriers Eheleute von Södel werden, unter dem Rechtsnachtheile des ſtillſchweigenden Ausſchluſſes von der Maſſe zur Begründung ihrer Anſprüche auf Freitag den 7. März, Vormittags 10 Uhr, hierher vorgeladen mit dem Bemerken, daß nicht einmal die Hypothekforderungen gedeckt ſind und ſonſtige Gläubiger gar nichts zu erwarten haben. Friedberg am 1. Februar 1856. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.

Edictal ladung. [2131 Anſprüche an die beſcheinigtermaßen ab⸗

getragene aber noch ungelöſchte Hypothek des ö

Heinrich Velte II. in Aſſenbeim über 150 fl und weitere 25 fl. 19 ½ kr. vom 3. Juli 1835 und 11. Dezember 1846 bei dem Aſſenheimer Kirchenkaſten entliehen, ſind in 6 Wochen ſogewiß hier anzumelden, als ſonſt jene Hypo⸗ thek für nicht mehr beſtehend erachtet, und in den Hypothekenbüchern gelöſcht werden wird. Friedberg den 31. Januar 1856. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.

Edietal ladung. [214] Ueber das Vermögen des Johann Hein⸗ rich Reuling zweiter in Aſſenheim iſt Concurs erkannt und Liquidationstermin auf Montag den 7. April, Morgens 9 Uhr, anberaumt worden, wo Anſprüche an die Maſſe,

bei Vermeidung des ohne beſonderes Präcluſio⸗

decret ſtillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von jener geltend zu machen ſind. In dem- ſelben Termin ſoll über Veräußerung der Maſſe, Beſtellung eines Güterpflegers, deſſen Cautlons⸗ leiſtung und Verpflichtung nach den Beſchlüſſen der Mehrheit der erſcheinenden Gläubiger ver⸗ fügt werden.

Friedberg am 31. Januar 1856.

Großberzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.

Wie ſe⸗Verſteige rung. [317] Donnerſtag den 6. März, Nachmittags um 3 Ubr, wird in bieſigem Rathhbauſe nach bezeichnete, in der Gemarkung Steinfurt lie gende, dem Auguſtiner Schul Fond dahler ge börende Wieſe meiſtbietend verſteigert, als: Flur Nr. Klftr.

2 87 201,2 Wieſe binter dem Mühlberg.

Friedberg, den 27. Febr. 1856.

Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.

Privat⸗Anzeigen.

Bekanntmachung.

[3181 Donnerſtag den 6. März, Morgens um 10 Uhr, werden in bieſigem Rathhauſe nach⸗ ſtehende ſog. ſtädtiſche Ruthen und Stadtmauer mit Grund und Boden einer meiſtbietenden Verſſeigerung ausgeſetzt, als: die ſtädtiſche Ruthe innerhalb der Stadtmauer, ſowie die Stadtmauer mit Grund und Boden von dem Hofraum des Johannes Füller bis ans neue Thor und von dem Blum'ſchen Hauſe bis an den Georg Philippi'ſchen Garten, ſowie die ſtädtiſche Ruthe an dem Garten der Frau Chri- ſtian Fritz Wittwe. Friedberg den 27. Februar 1856. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg Bender.

Aufforderung.

[336] Anſprüche an den Nachlaß der dahier verſtorbenen Margarethe Weigand von Rocken⸗ berg ſind binnen 14 Tagen dahier anzuzeigen, als ſonſt bei der Vermögenstheilung unter die zum Theil hier und auswärts wohnenden Erben keine Rückſicht genommen werden kann.

Friedberg am 28. Februar 1856.

Großherzogliches Landgericht Friedberg. Hofmann, Suppes,

Landrichter. Landgerichts-Aſſeſſor.

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Eine Geſchichte aus dem Berner Oberlande.

1

Im Schooße des Alpenſtocks des Berner Oberlandes, unweit dem Dorfe Grindelbach, ſteht Schlucht, die Enge genannt, und nur w dem Bette eines wüͤden Bergwaſſers, der f ſchine, ein einſames, nun verlaſſenes Bauernhäuschen. In dieſem lebte ſeit vielen, vielen Jahren eine jener ſeltenen Familien, welche in einigen Kantonen der Schweiz durch viele Geſchlechter hindurch den Ruhm kühner Gemſenjäger Der Ruf eines tüchtigen Gemsjägers verleiht in den Augen der Menge ein gewiſſes Helden thum, denn die Gemsjagd iſt keineswegs ein Erwerbszweig, wie die Wilddieberei bei uns, ſondern vielmehr eine edle Uebung der Geiſtesgegenwart, Kraft ein Handwerk, wobei man beſtändig dem Tod feſt in's Auge unwiderſtehlicher, in nerer Drang treibt den Gemsjäger in die Hochalpen hin auf, läßt ihn der Kälte, den Strapazen und Aengſten trotzen, die dort oben am Rande thurmhoher Abgründe in der Region ſtürzender Lawinen und au

behauptet hatten.

ſchauen muß. Ein verhängnißvoller,

Eisfeldern der Gletſcher ſeiner harren.

alle ſeine Anſtrengungen nur ein ärmlicher Gewinn; auch der glücklichſte und geſchickteſte Jager iſt kaum im Stande,

es iſt der Rauf

in einer ſchmalen enige Schritte von ſchwarzen Lüt

des Mangels.

Auszeichnung

und Körperſtärke,

den trügeriſchen Und dennoch lohnt

der Köder des Ruhmes, was ihn lockt und of gegen die Bitten ſeiner Familie, gegen die Mahnungen

Gemſen jäger. mehr als das nackte Leben zu erſchwingen, indem er mit ſeinem Stutzen die Wechſel der Gemſen aufſucht; aber ch der Gefahr, der Kitzel des Ehrgeizes,

t taub macht

So waren auch die Hauſer von der Enge, denen das oben geſchilderte Häuschen gehörte. Das Gebirg war von jeher ihre liebſte Heimath geweſen; ſie hatten die wilde Freiheit der Höhen und den ſeltſamen Ruhm, welcher in dieſem Kampf gegen Hinderniſſe und Gefahren liegt, allem Andern vorgezogen. waren dieſer Familie entſproſſen und hatten ihr eine Art und einen gewiſſen Adel verliehen. Die Geſchichte des letzten Stammbalters dieſer Familie, wel cher die Gemsjagd betrieb, ſoll den Gegenſtand unſerer vorliegenden Erzählung bilden und zugleich eine anſchau liche Schilderung der Gefahren der Gemsjagd überhaupt und des Lebens in jenen abgelegenen Alpenthälern geben.

Das Häuschen in der Enge hatte vor einigen Jahren noch ſeine Bewohner. Monats März, und ſeit dem 28. Oktober v. J. hatte die Sonne nicht mehr in's Thal geſchienen. drang kaum bis auf die Sohle der Schlucht herab, und die ihr gegenüber liegenden Berge, von der Iſelten-Alp

Mehrere Geſchlechter berühmter Jäger

Es war in den erſten Tagen des

Ein trübes Licht