Ausgabe 
2.12.1856
 
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. Duchdandlung

briefe

tubahnperband.

Friedberger Intelligenzblatt.

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Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen,

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* 95.

Dienſtag, den 2. Dezember.

1856.

Auszüge aus dem Groſtherzoglichen Negierungsblatt.

7 Nr. 38 vom 18. Nov. enthält: J. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums des Innern vom 31. Oct., welche, mit Bezug auf Art. 15 des Geſ. vom 6. Sept. d. J., das Verzeichniß der Gr. Staats⸗ bürger zur öffentlichen Kenntniß bringt, welche vermöge ihres Alters, ihrer Steuerverpflichtung und der ihnen verwilligten ſtändigen Beſol dungen und Penſionen zu Abgeordneten der Städte und Wahlbezirke für den bevorſtehenden 15. Landtag in die 2. Kammer wählbar ſind. Kein Staatsbürger ſoll durch eine etwa hierin vorkommende Unrich tigkeit in ſeinem Rechte gefährdet werden. II. Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpection vom 12. Nov., daß in Framersheim eine Perſonen⸗Annahmeſtelle für die Alzey-Odernheimer-Carriolpoſt er richtet worden iſt(Taxe zwiſchen Framersheim und Alzey 8, Odern- heim 6 kr.). III. Dienſtnachrichten: am 29. Oct. Landg.⸗Aſſ. Hellmann zu Darmſtadt zum Stadtger.-Aſſeſſor in Gießen; 30. Oct. Landger.-Aſſeſſor Schmitt zu Waldmichelbach als ſolcher nach Umſtadt, Landg.-Act. Herbſt zu Gießen als ſolcher nach Lich, Landg.-Act.

Schmucker zu Lich als ſolcher nach Butzbach, Landg.-Act. Nau zu Butzbach als ſolcher nach Gießen; 8. Nov. Landrichter Dr. Metzler zu Seligenſtadt zum Landrichter in Offenbach. IV. Dienſtentlaſ⸗ ſung: am 6. Nov. der Schaffner 1. Cl. Scheld bei der Main⸗Weſer⸗ Bahn auf Nachſuchen.

Nr. 39 vom 15. Nov. enthält: eine Bekanntmachung des Gr. Geh. Staatsraths v. Bechtold vom 14. d., welche unter Be- ziehung auf die commiſſariſche Bekanntmachung vom 4. d. weiter zur öffentlichen Kenntniß bringt, daß auf Grund vorgelegter Nach⸗ weiſe der Kammerherr Frhr. v. Schenck zu Schweinsberg zu Nieder- ofleiden in das Verzeichniß der für die Wahl von Abgeordneten der adeligen Grundbeſitzer ſtimmberechtigten und wählbaren Staatsbürger aufgenommen worden iſt, weßhalb der in erwähnter Bekanntmachung unter 8 genannte Hr. v. Lersner zu Niedererlenbach zu den 25 Stimmberechtigten und Wählbaren nicht gehört.

Von der Verfälſchung der Nahrungsmittel. (Fortſetzung.)

Cacao und Chocolade ſind im echten Zuſtande ſehr geſunde, nahrhafte und ſchmackhafte Stoffe, unter liegen aber ebenfalls wie alle Artikel, welche der Zube reitung bedürfen, vielfacher Verfälſchung. Mehl, Stärke, Zucker, Schöpſenfett, gewöhnlicher Talg, rothe Erde, Walkererde, ſogar rothes Bleioxyd, Mennig und Kreide müſſen zur Herſtellung des Cacao und der Chocolade dienen. Um die Gegenwart von thieriſchen Fetten zu entdecken, ſchabe man etwas Cacao oder Chocolade, breite es auf ein Blatt Papier und ſetze es an einem mäßig warmen Ort der Einwirkung der Luft aus; thieriſches Oel oder Fett wird ſchnell ranzig werden, während die echte Cacaobutter immer geruchlos und ſuͤß bleibt. Der gekochte reine Cacao wird das Fett ſtets in kleinen Kügel⸗ chen an der Oberfläche zeigen. Sind dieſe Kügelchen größer und flach, ſo kann man mit Sicherheit ein thie riſches Fett vorausſetzen, das ſich, wenn man es länger ſtehen laßt, durch einen ranzigen Geſchmack ferner verräth. Die Beimiſchung von Stärke entdeckt man dadurch, daß der gekochte Cacao dick und breiig wird. Mineraliſche Subſtanzen, die häufig zur Färbung beigemiſcht werden, ſind naturlich nur durch chemiſche Mittel zu entdecken, zu⸗ weilen auch durch Verbrennung, da die erdigen Theile in größerer Maſſe zurückbleiben als der echte verbrannte Cacao Aſche enthält.

Eſſig beſteht zuweilen aus nichts als aus Schwe⸗ felſaure und Waſſer, dem etwas gebrannter Zucker zum Färben beigemiſcht iſt. Aber auch der verdünnte Eſſig enthält groͤßere Mengen von Schwefelſäure und ätzende Pflanzenſäure beigemiſcht, um den Geſchmack minder ſcharf zu machen. Solcher Eſſig brennt, wenn man ihn an die Lippen ſtreicht, hat auch im Gaumen einen feuri⸗ gen Nachgeſchmack, keinen wärmenden wie reiner Eſſig. Wenn man eine Auflöſung von Pottaſche in ſolchen Eſſig tröpfelt und blaues Lackmuspapier darin eintaucht und

dies nicht mehr roth wird, kann man ſicher auf Verfäl ſchung ſchließen.

Der Kaffee iſt im reinen unverfälſchten Zuſtande ein belebendes, kräftigendes Getränk, wird aber oft unter der Hand der Gewinnſucht eine Quelle mannigfaltiger Krankheitserſcheinungen. Manche der geringen Sorten, in denen häufig der Abgang von beſſern und theurern Sorten befindlich iſt, haben wenig mehr als den Namen mit dem edeln Getränke gemein; noch mehr iſt dies aber der Fall bei dem gemahlenen Kaffee, den man häufig aus reiner Bequemlichkeitsliebe kauft. Cichorien, Möhren, ge röſtetes Korn und andere Artikel finden darin, ſtatt echten Kaffees, ihre ſichere Stelle, und zwar nicht blos in dem Kaffee, den arme Leute lothweiſe vom Kaufmann holen, ſondern vielleicht noch mehr in dem, welcher in verſchloſ ſenen Büchſen verkauft wird. Am beſten ſichert man ſich auch hier, wenn man Kaffee in ſeiner urſprünglichen Ge- ſtalt kauft und die Mühe ſeiner Zubereitung ſelbſt über nimmt.

Die gewöhnlichſte Verfälſchung der Milch iſt ihre Verdünnung durch Waſſer, die am häufigſten durch die Verkäufer geſchieht; doch wendet man gar oft ſelbſt in den Kuühſtällen dieſes Mittel an, um die Quantität zu vermehren. Die Plumpe bleibt die beſte Kuh im Milch geſchäft. Die Milch wird freilich dadurch dünn und er⸗ hält eine bläuliche Farbe; doch auch dafür gibt es wirk ſame Gegenmittel. Man miſcht ſie mit Mehl, Gummi arabicum, Traganth oder Gelbwurz und erhält dadurch dem Anſcheine nach eine ſubſtantielle, ſchäumende, alſo viel Rahm verſprechende Milch, was auch durch Pott aſche oder Kalk erreicht werden kann. Die letztern Ver faͤlſchungen laſſen ſich durch einige Tropfen Scheidewaſſer erkennen, welches, wenn Pottaſche oder Kalk in der Milch enthalten ſind, ein Brauſen erregt. Das Vorhandenſein von Stärkemehl erkennt man, wenn man die Milch durch ein feines Tuch durchſeiht, denn es wird vom Mehle etwas im Tuche zurückbleiben. Gummi arabicum läßt

ſich leicht in der Milch entdecken, wenn man ſie mit etwas