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Entfernung des fuͤr das Gedeihen der Kartoffeln nöͤthigen Krautes(vorausgeſetzt, daß dieſes Kraut nicht ſchon ſtarke Spuren der Krankheit an ſich trägt) dieſe unleugbare gün— ſtige Wirkung zuzuſchreiben iſt. Werden alle dieſe ange— gebenen Punkte genau und mit Umſicht angewendet, ſo wird man ſicher darin das beſte Schutzmittel gegen die Kartoffelkrankheit finden, und jedenfalls ein ſehr befrie— digendes, ſelbſt glänzendes Reſultat erzielen.
Nachdem wir geſehen, wie die Kartoffeln zu behan— deln ſind, um ein gutes und geſundes Produkt zu erzielen, ſo wollen wir nicht ermangeln, einige ſehr empfehlens— werthe Sorten unſern Leſern hier anzuführen. Die Wahl derſelben iſt uns ſehr erleichtert, indem bei Gelegenheit einer großen Blumen-, Obſt-, Gemüſe- und Kartoffel- ausſtellung, die im Herbſte des letztverfloſſenen Jahres zu Mainz ſtattgefunden hatte, von den mehr als hundert verſchiedenen Kartoffelſorten, welche alle bei dieſer Gelegen— heit als Preisconcurrenten ausgeſtellt waren, gerade nach- verzeichnete Sorten als ſehr vorzügliche und beſonders empfehlenswerthe von der Preiscommiſſion aufgeführt wurden.
1) Kleinrohrheimer weißgelbe mit tiefen Augen, reift ſpät und trägt ſehr große Kartoffeln;
2) Kleinrohrheimerweißgelbe längliche mit flach⸗ liegenden Augen, nicht ſo ergiebig wie die vorhergehende,
im Frühjahr aber eine vorzügliche Tafelkartoffel;
3) Kleinrohrheimer goldgelbe, reift ſpät, aber reich im Ertrage und von gutem Geſchmack;
4) Dieſelbe mit blauen Augen, reift Ende Auguſt, trägt reichlich gute und geſunde Früchte;
5) Zitronenkartoſfel aus Quatemala, reift früh und liefert vorzügliche Tafelfrüchte;
6) Rauſchälige Kleinrohrheimer Frühkartoffel, reift früh und iſt äußerſt ſelten der Krankheit unterworfen;
7) Schwarze Nierenkartoffel, reift früh, eine vorzügliche
6) Runde Ananas, gelb mit blauen Augen, reift früh und iſt ſehr wohlſchmeckend;
9) Sechswochenkartoffel von Kleinrohrheim, von dunkel— gelber Farbe, ſehr vorzüglich zu empfehlen.
(Anz.⸗Bl. f. Bensheim.)
Aſſiſen⸗Verhandlungen für Oberheſſen. I. Quartal 1855. Verurtheilungen.
Am 20. Januar: Johannes Schäfer IV. von Annerod, wegen Schriftfälſchung in eine Correctionshausſtrafe von 4 Monaten;— an demſelben Tage: Peter Eich von Heeghain, wegen Schrlftfälſchung in eine desgleichen von 4 Monaten;— an demſelben Tage: Heinrich Diehl von Steinbach, wegen Gewaltthätigkeit in eine Gefängnißſtrafe von 8 Tagen;— an demſelben Tage wurde Heinrich Ludwig Liſemer von Arnshain von der gegen ihn erhobenen Anklage der Schriftfälſchung frei⸗ geſprochen, wegen Unterſchlagung aber in eine Gefängnißſtrafe von 4 Wochen verurtheilt;— an demſelben Tage: Conrad Klöß von Münſter, wegen Schriftfälſchung in eine Correctionshausſtrafe von 3 Monaten.
Für die Familie des H. Butte
find bis heute bei dem Unterzeichneten eingegangen: Von Dec. B. in M. 30 kr., Kaufm. Kümmich 1 fl., A. L. 12 kr., Apoth. Werner 1 fl., Revf. H. 24 kr., Kaufm. Roßmann 12 kr., einem Ungenannten zu Nau— heim 1 fl. 45 kr., Friedr. Huber zu B. Quittung einer Schuldforderung von 1 fl. 35 kr., Rentmſtr. Filius desgl. 30 kr. Hierzu kommen 1) durch den Großh. Bürgermeiſter Muth geſammelt und in Nr. 7 des Int.⸗Bl. bereits angezeigt, 1 fl. 36 kr.; 2) erſte Sendung der Exped. des Friedb. Int.⸗Bl. 20 fl., zuſammen baar 26 fl. 39 kr., in Quit⸗
tungen 2 fl. 5 kr.— Allen gütigen Gebern die Verſicherung, daß ſie bereits manche Thräne des erſten herben Schmerzes der armen Familie
in eine Thräne des gerührteſten Dankes verwandelt haben. Beyenheim den 27. Januar 1855. F. Hoffmann, Pfarrer. Bei der Unterzeichneten gingen ferner ein: Von Frau O. S. in S. 1 fl., Frau A. S. 1 fl., Frau P. H. 1 fl., Ungenannt 1 55 C. L. 30 kr., C. H. 30 kr., Frau Krbſtr. S. 1 fl. 12 kr., B. in Nhm. 2 fl., H. K. in D. 18 kr., Ungenannt 12 kr., Bauaufſeher Gatzert 18 kr, vom Kaffeetiſch in den 3 Schwertern 1 e
C. Roöſe 12 kr., A. 18 kr., H. 18 kr., Drith. Bß. 1 fl., Ungenannt 15 kr.
Die Exped. des Frie db. Int.⸗Bl.
Salatkartoffel;
Um weitere Gaben wird gebeten.
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat-Anzeigen.
Hofraitheverſteigerung. Lto4] Donnerſtag den 1. Februar d. J., Vor⸗ mittags 10 Ubr, wird in hieſigem Rathhauſe auf freiwilligen Antrag des Bürgers und Metz⸗ germeiſters Wilhelm Krauch wegen Wohnungs- veränderung die demſelben dahier zuſtehende Hofraithe, als: Gemarkung Friedberg:
Pag. No. Flur No. Klftr.
30/178 11. 574 94,5 Hofraitbe in der Stadt, öffentlich meiſtbietend unter ſehr vortheilhaften Bedingungen verſteigert.
Hierbei wird bemerkt, daß die Hofraithe eine ſehr günſtige Lage ganz in der Nähe des Babhn⸗ hofs hat, welche ſich zu jedem Gewerbebetrieb eignet. Dieſelbe beſteht in einem ſehr ſchönen dreiſtöckigen, erſt vor einigen Jahren neu er⸗ bauten Wohnhauſe mit Hofraum, gutem Keller und Hintergebäuden.
Friedberg am 24. Januar 1854.
In Auftrag: Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher.
Immobiliar-Verſteigerung. L106 Donnerſtag den 1. Februar d. J., Vor⸗ mittags 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die Immobilien des Johannes Koch dahier, wie ſolche im Intelligenzblatt Nr. 76, 80 und 84 von 1854 ſpeciell verzeichnet ſind, in Folge eines eingelegten Nachgebots, nochmals im Einzelnen und im Ganzen öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Friedberg am 24. Januar 1855.
In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts Friedberg Großherzogliches Ortsgericht Friedberg: Bender, Ortsgerichtsvorſteher.
Bekanntmachung,
betreff: Holzverſteigerung im Domanialwald Burgwald der Oberförſterei Ober- ros bach [108] Donnerſtag den 1. Februar d. J. werden in den Schlägen Nr. VI u. XVI, ſodann auf dem neuen Weg des Burgwaldes an die Meiſt⸗ bietenden öffentlich verſteigert: ½ Stecken birken-eichen Stockholz, 2,825 Wellen buchen Reiſerholz, 10,101„ birken-eichen„ 15,813„ aspen⸗nadel„ 5 Läſte Dörner. Die Zuſammenkunft iſt Morgens 8 ¼ Uhr vor dem Forſthaus Winterſtein. Oberrosbach den 22. Januar 1855. Großherzogliche Oberförſterei Oberrosbach Bing mann.
200 Gulden
11221] Knappſchaftsgelder ſind gegen genügende Sicherheit zu 5 pCt. pro anno auszuleiben und das Nähere bei der unterzeichneten Stelle zu vernehmen.
Grube Weckesheim den 27. Januar 1855. Fürſtliche Bergverwaltung des Reviers Hungen
F. Storch
Aus zu leihen. [123] In der hieſigen Kirchenkaſſe liegen 250 Gul⸗ den zum Ausleihen bereit. Langenhain, den 22. Januar 1855. Für den Kirchenvorſtand: Der Pfarrer Erdmann.
Bekanntmachung.
[93] Die Erbſchaft des Schubmachermeiſters Conrad Langsdorf und deſſen Ehefrau Chriſtine, geborne Kratz, hierſelbſt iſt, weil über⸗ ſchuldet, heute von dem Vormund der Kinder der Genannten, Bernhard Langsdorf dahier, ausgeſchlagen und der Nachlaß unter Curatel des Schreinermeiſters Friedrich Salzmann von hier geſtellt worden.
Zur Anmeldung der Forderungen an die Maſſe wird Termin auf den 21. Februar d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr anher beſtimmt, worin zugleich unter dem Rechtsnachtheil, daß die Ausbleiben⸗ den den Beſchlüſſen der Mehrheit der Erſchie— nenen als beitretend angeſehen werden, die Güte zwiſchen den Gläubigern verſucht werden ſoll und letztere ſich eventuell über die definitive Beſtellung des genannten vorläufigen Maſſe— curators zu erklären haben.
Nauheim am 18. Januar 1855.
Kurfürſtliches Juſtizamt Reul. vdt. Schlarbaum.
Bekanntmachung. [68] Die Pfandſcheine Nr. 22784 und 22440 ſind angeblich verloren worden.
Anſprüche an dieſelben ſind innerhalb ſechs Wochen dei unterzeichneter Verwaltung zu be— gründen, gegenfalls die Pfänder ausgebändigt und ſpätere Anſprüche nicht berückſichtigt werden.
Friedberg den 13. Januar 1855.
Für die Pfandhausverwaltung: Faatz. Fr. Schweitzer.


