Ausgabe 
23.11.1855
 
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ſo oft mit dem Blute der Opfer, auch dem von Menſchen⸗ opfern, geröthet hat. Weiterhin auf einem Felſen weilte lange Nächte hindurch der von den Rachegöttinnen ver folgte Muttermörder Oreſtes, als er mit ſeinem Freunde Pylades ausgezogen war, die Schweſter zu ſuchen, um durch ſie entſühnt zu werden. Die Schonung, welche Iphigenia für den Bruder zu erflehen wußte, machte dem grauſamen Gebrauch des Mordes der Fremden überhaupt ein Ende. Das Land wurde dem Handel eröffnet und fuhrte die unternehmenden Griechen nach Taurten. Kauf⸗ leute aus Milet ließen ſich an der Oſtküſte bei Pantikapea, andere aus Heraklea, an der Weſtküſte nieder, wo ſie Eupatoria(das gute Vaterland) gründeten, während von Mitylene aus am Kuban ein bosporaniſches Reich ge⸗ gründet ward. Dieſe Fremdlinge vertrugen ſich mit den Eingebornen nicht und wurden 400 Jahre v. Chr. von ihnen vertrieben. Mithridates, König von Pontus, aber eroberte 112 Jahre v. Chr. die tauriſche Halbinſel. Die Römer, ſeine Sieger, erbten ſein ganzes Reich, bis die Alanen ſie von der Krim vertrieben. Gothen und Hunnen machten ſich ſpäter nacheinander dieſen Beſitz ſtreitig und führten Kriege mit den roͤmiſch-griechiſchen Kaiſern. Im Anfange des 7. Jahrhunderts ſiegten über alle dieſe käm pfenden Theile die Kazaren, doch vereinigte Kaiſer Theo philos 640 Jahr u. Chr. Taurien wieder mit ſeinem Reiche. Während der Völkerwanderung trieben ſich verſchiedene Stämme, ſo die Kumanen und Petſchenegern, auf dem Boden der Halbinſel umher, bis im 13. Jahrhundert die Tartaren eine bleibende Herrſchaft begründeten und ihr den Namen Krim(Feſtung) gaben, nachdem ſie die Häͤkb⸗ inſel durch einen Wall, quer über die Landenge von Pe rekop, wie eine dahinter liegende Stadt abgeſperrt hatten.

Das Meer aber vermochten ſie nicht zu verſchließen, und auf dieſem kamen die Venetianer und Geuueſen ſerbei, die damaligen Nebeubuhler um die Seeherrſchaft. Wie nirgend anderswo, konnten ſie ſich auch hier nicht neben⸗ einander vertragen und bekriegten ſich ſo lange, bis Ge nua den Platz behauptete. Seine Herrſchaft erſtreckte ſich zwar nur auf die Küſten; an dieſen aber gründeten die Genueſen viele Niederlagen, von denen Kaffa, Sudak und Balaklava die feſteſten Stützpunkte ihrer Macht bildeten. Dieſe Beſitzungen verloren ſie in der letzten Hälfte des 15. Jahrhunderts wieder an die Türken, die jedoch nur eine Schutzherrlichkeit über das Land ausübten und die Regierung ſelbſt an lehnspflichtige Tartarenkhane über⸗ ließen, welche ihre Reſidenz zu Baktſchiſarai aufgeſchlagen hatten. In dieſem Beſitz wurden ſie 1736 zum erſten Mal durch ein ruſſiſches Heer unter dem Marſchall Mün⸗ nich geſtört, der verwüſtend in die Krim einfiel. Später ſuchte Friedrich der Große während des Siebenjährigen Krieges den Khan Kerim Gherai zu einem Angriff gegen Rußland zu bewegen. Der Khan verſäumte jedoch den rechten Augenblick, und als er 1764 zu den Waffen griff, war Friedrich längſt mit Rußland verſöhnt und überließ den Khan ſeinem Schickſal. In den Krieg, der am 30. Oct. 1768 zwiſchen Katharina II. und Sultan Muſta⸗ pha III. entbrannte, wurden auch die Tartaren verflochten, und 1771 die Krim von den Ruſſen unter Dolgorucki abermals heimgeſucht. Saheb Gherai, ein Günſtling Ruß⸗ lands, wurde als Khan eingeſetzt, der, nachdem ſein Volk in verſchiedenen, von den Ruſſen beſiegten Aufſtänden niedergeworfen worden war, im Jahre 1783 ſeine Macht und ſein Land gänzlich an Rußland abtrat. (Fortſetzung folgt.)

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.

Verlorener Pfandſchein. [4680] Der Pfandſchein Nr. 23,591 iſt ab⸗ panden gekommen. Derjenige, welcher Rechtsan⸗ ſprüche an denſelhen machen zu können glaudt, wird aufgefordert dieſelben binnen 6 Wochen geltend zu machen, als ſonſt der ſelbe an den ſich ge⸗ meldet Habenden verabfolgt werden wird.

Friedberg den 12. November 855. Für die Pfandhausverwaltung: F a a tz.

Brennholzlieferung. [1701] Donnerſtag den 29. d. M., Vormit⸗ tags üm 10 Uhr, ſoll die Lieferung von 170 Stecken Buchen⸗ und 3 Stecken Kiefern⸗Scheit. holz für die Garniſon und das Lazareth dabier unter den im Verwaltungsbureau zur Einſicht offen liegenden Bedingungen auf dem Soum⸗ miſſionsweg in Accord gegeben werden

Friedberg den 17. 17 1855. 71 N Nicola, Oberquartiermeiſter. Oi li e fe r in g, 11702] Montag den 26. d. M, Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung des Oels und der Talglichter für die hieſige Garniſon im 1. Halbjahr 1856 in dem Bureau des Verwal⸗ tungsraths auf dem Soummiſſionsweg in Ac⸗ cord gegeben werden. Friedberg den 17. November 1855. A*

Nicola, Oberquartiermeiſter.

Jagdverpachtung. [1716] Die Jagd in der Gemarkung Hauſen wird Donnerſtag den 29. d. M., Vormittags 10 Uhr, auf dem Bürgermeiſterei-Büreau auf 6 Jahre an den Meiſtbietenden verpachtet werden.

Hauſen den 20. November 1855.

Großherzogliche Bürgermeiſterei Hauſen

Spa ar.

Verpachtung des Mineralbrunnens zu Vilbel. 11717] Samſtag den 1. December d. J., Vormittags 10 Uhr, wird in dem Rath⸗ hauſe zu Vilbel der dem Großherzoglichen Fis⸗ kus gehörige Mineralbrunnen daſelbſt mit dem dabei befindlichen Wohnhauſe für den Pächter anderweit meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 20. November 1855. Großherzogliches Rentamt Friedberg Hau ſer⸗

Oeffentliche Aufforderung. 11718] Nachdem das Großherzogliche Hofge⸗ richt der Provinz Oberheſſen über den Nachlaß des Georg Mühl von Weckesheim, und das Vermögen von deſſen 2. Ehefrau Eliſabetha geb. Storch Concurs erkannt hat, werden ſämmtliche Gläubiger der beiden Eheleute auf

Mittwoch den 19. December,

Vormittags 8 Uhr, zur Anzeige und Begründung ihrer Forderun⸗ gen nebſt etwaigen Vorzugsxechten bei Vermei⸗ dung des Ausſchluſſes von der Maſſe, ſowie zur Beſchlußfaſſung über fernere Behandlung derſelben, unter dem Rechtsnachtheil hierher vorgeladen, daß die nur ſchriftlich, oder durch nicht gehörig legitimirte Vertreter liquidirenden Gläubiger als den Beſchlüſſen der Mehrheit der Erſchienenen beitretend angeſchen werden ſollen.

Friedberg den 7. November 1855.

Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann, v. Lepel, Landrichter. Landgerichtsaſſeſſor.

130 Gulden [1719] liegen in der Kirchenkaſſe zu Ilbenſtadt

zum Ausleihen bereit. Friedberg. Der Kirchenrechner Heidt.

Edietalla dung. 11720] Die Erben des Georg Walther v. zu Bauernheim wollen die nachſtehend, nach Flur und Nummer bezeichneten Grundſtücke: Gemarkung Bauernheim. 1 455, 1 182, 1 315, IV 364, V 606, V 262, III 93, welches letzte Stück übrigens noch auf den Namen des Georg Walther II., Vater des G. Walther V., eingetragen ſteht, und auf letzteren halb, und halb auf Heinrich Walther erblich übergegangen ſein ſoll. Gemarkung Beienheim. 1 224 347 555 574, II 249, III 121 299, IV 121 279 282, V 148 332 419, VI 290, VI 481, IV 278, unter ſich vertheilen, können aber Eigenthums⸗ urkunden nicht beibringen. Auf ihren Antrag werden alle, welche auf die bezeichneten Grund⸗ ftücke Anſprüche zu haben behaupten, zu deren Anzeige binnen z wei Monaten von heute an, unter dem Rechtsnachtheile auf⸗ gefordert, daß ſonſt die Theilungsurkunden be⸗ ſtätigt werden, und der Eintrag im Mutations⸗ verzeichniß, ſowie vorderſamſte Ueberſchreibung des Antheils an dem Stücke iI 93 auf G. Walther V. verfügt werden wird. Friedberg den 3. November 1855. Großherzogliches Landgericht Friedberg Hofmann.

(Butz bach.) Lieferungen an Brod, geläutertem Oel, Thran, Stearinlichtern, Gerſte

zu Schroth, Waizenkleie und Leinku⸗

chen, ſodann Stroh zum Füllen einzelner Betten. 11721] Mittwoch den 28. d. M., des Vormit⸗ tags um 10 Uhr, ſollen die oben genannten

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