Ausgabe 
20.11.1855
 
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5 0 fr.

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Erſcheint wõ⸗ chentlich zweimal, Dienſtag u. Frei⸗ 14g. Preis jährl.

1. 12 kr.; durch die Poſt bezogen fl. 1. 30 kr.

Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, Amts- und verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg.

Friedberger Intelligenzblatt.

Einrückungsge⸗ bühren für die ge⸗ ſpaltene Petitzeile oder deren Raum 2 kr.; die beiden erſten Zeilen zu⸗

ſammen 7 kr.

Nu 91. Dienſtag, den

20. November. 1855.

Amtlicher Theil. Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.

Betreffend: Die Einſammlung der Waiſenhausbüchſengelder,

Indem ich nachſtehend das Verzeichniß der für 1855 eingelieferten Waiſenhausbüchſengelder veröffentliche, kann ich nicht umhin, Ihnen unter Bezug auf das Ausſchreiben Großherzoglicher Regierungs-Commiſſion vom 10. Januar 1851, Amtsblatt Nr. 2, wiederholt zu empfehlen, bei allen Veranlaſſungen, bei welchen der Waiſen gedacht werden ſoll, dahin

zu wirken, daß hiernach verfahren wird. Friedberg den 19. November 1855.

Müller.

5 8 Verzeichniß f der Waiſenhausbüchſengelder, welche aus den Gemeinden des Kreiſes Friedberg für 1855 eingeliefert worden ſind.

f. Hes. Ee Fr 1 Aſſenheim 1 15Friedberg 18 24%[Maibach 33 Oberflorſtadt 15 ½¼ Rockenberg l Bauernheim 43% Gambach 1 56 Melbach 13 ¼ Obermörlen 1 20 Södel 1912 Beienheim 41 Griedel 20 Münſter 12 Oberrosbach 4 51 Staaden 30 Bodenrod Hauſen mit Bes[Münzenberg 30 Oberwöͤllſtadt 2 38 ½ Steinfurt 2 14 Bönſtadt 1 40 ¼, Hochweiſel 15 Niederflorſtadt 1 53 Ockſtadt 33 Weckesheim Bruchenbrücken 3 5 Jlbenſtadt 5 5% Niedermörlen 124 Oppershofen 1 3 Wiſſelsheim 49 7 Butzbach 5 17% Kirchgöns 46 Niederrosbach 1 5 Oſſenheim 48 Wickfadt 1 36 Fauerbach I. 1 12 Langenhain u. Niederweiſel 2 40% Oſtheim 30 Wölfersheim 51 Fauerbach II. 30 Ziegenberg 112 Niederwöllſtadt 3 23 Pohlgöns 40 ½ Wohunbach 1 34

Ein empfehlenswerthes Buch iſt in der That der auch in dieſen Blättern ſchon mehrfach

angezeigte Weber's Volkskalender

deſſen kurzlich erſchienener neuer Jahrgang(1856) ſo raſchen Abſatz gefunden, daß jetzt ſchon die zweite Aus gabe die Preſſe verlaſſen hat, nachdem die bedeutende erſte Auflage nach wenigen Wochen vergriffen war. Wir haben, wie die früheren Jahrgänge, ſo auch dieſen neuen mit vielem Vergnügen geleſen und vollkommen befriedigt uns aufrichtig gefreut, diesmal unſere fur dieſen Kalender verausgabten 45 kr. nicht umſonſt ausgegeben zu haben, denn in Weber's Volkskalender beſitzen wir ein Buch, das wir immer wieder gerne zur Hand nehmen, ſo oft wir auch ſeinen Juhalt ſchon geleſen. Der Volks kalender iſt kein kunterbuntes Gemiſch alter und neuer Abgeſchmacktheiten, es iſt kein Sammelſurium abgeſtandener Anekdötchen und altersſchwacher Witze, wie man hier und da Hefte und Bände zu fabriziren ſich abhärmt, um die ſelben mit den ſchönſten Phraſen und vieler Anpreiſung auf den Büchermarkt zu bringen. Mit ſolch bedrucktem Papier iſt nun freilich der gutmüthige Käufer für ſein ſchönes Geld gründlich angeführt, ſelbſt wenn ſo ein Heft chen auf nur 3 Batzen oder gar 3 Kreuzer koſten ſollte. Der Gefahr, in ſolcher Weiſe getäuſcht zu werden, ſetzt ſich aber ſicher derjenige nicht aus, der ſich Weber's Volskalender zu kaufen gedenkt; in dieſem findet er Intereſſantes, Unterhaltendes und Belehrendes aus der Geſchichte, der Länder und Völkerkunde, er begegnet der Beſprechung politiſcher Tagesfragen, naturhiſtoriſche und

gemeinnützige Belehrungen ſind ihm geboten, und als An

hang bringt ihm der Hand- und Hülfskalender in ſeinem biographiſchen Lexikon der bei dem ruſſiſch-türkiſchen Kriege betheiligten Staas männer und Heerführer kurze Nachricht über die hervorragendſten Perſönlichkeiten des Kriegsſchau platzes, welche von Tag zu Tag mit erhöhtem Intereſſe genannt werden. Dies Alles bietet der Volkskalender, der mit vielen und ſchönen Abbildungen geziert iſt, zu dem Preiſe von 45 kr., und deßhalb dürfen wir denſelben wohl mit gutem Gewiſſen als eins unſerer beſten Volksbücher empfehlen, zumal auch ſeine Sprache eine gewählte und anziehende iſt.

Es ſollte uns freuen, wenn die Red. des Int.-Bl. mit uns der Meinung iſt, den Leſern des Blattes werde erwünſcht ſein, zum Beweiſe der Wahrheit deſſen, was wir über den Inhalt des Kalenders geſagt, hier einen Ar tikel aus demſelben abgedruckt zu finden, und zwar einen Aufſatz, der gewiß für alle Leſer von hohem Intereſſe iſt, wir meinen jenen über

Die Krim und ihre Bewohner.)

Das Meer, welches die Länder von einander zu trennen ſcheint, hat die Geſchicklichkeit der Menſchen zu benutzen gewußt, um daraus die Brücken zu bilden, auf denen die Völker ſich nähern. Jedes Gebiet gewinne an Wichtigkeit, je größer ſeine Seegrenzen ſind, und von allen europäiſchen Halbinſeln übertrifft in dieſer Beziehung die Krim ſogar Morea, da ihr Küſtenſaum, bei einer Bodenfläche von 360 Geviertmeilen, 140 Meilen lang iſt. Zwiſchen dem Schwarzen und dem Azowſchen Meere

*) Wir entſprechen gerne dem Wunſche des Herrn Einſenders und laſſen erwähnten Artikel hier folgen. D. Red.