286
Geometer III. Kl. P. Gatzert zu Friedberg für den Kr. Friedberg, Nic. Hembes zu Oberolm für den Kr. Offenbach, Jacob Straß⸗ burger zu Oberingelheim für den Kr. Bingen und Peter Wolf zu Bretzenheim für den Kr. Mainz.— VIII. Concur renz für: die Kreisarztſtelle des Medieinalbezirks Lauterbach;— die kath. Schul⸗ ſtelle zu Kempten mit 258 fl. 33 kr. nebſt einer Vergütung von 20 fl. für Heizung des Schullocals;— die evangel. Schulſtelle zu Roden⸗ bach mit 211 fl. 52 kr. und einer Vergütung von 25 fl. für Heizung des Schullocals.
Der gelehrte Poſtmeiſter.
In der Zeit, als die Preußen das letzte Mal mobil machten, ſaßen zwei Reiteroffiziere in der Tietz'ſchen Re— ſtauration unter den Linden zu Berlin und ſprachen über Zukunft und Gegenwart,— nein, über Vergangenes; denn von Zukunft und Gegenwart ließ ſich damals an⸗ ſtändiger Weiſe nicht gut ſprechen, da trat ein Herr in Civil, der eben erſt mit der Eiſenbahn angekommen war, zu ihnen heran und ward von Beiden als ein alter Be— kannter begrüßt.
„Wie ſiehts in Ihrer Gegend aus, Oſten 2“ rief man ihm zu.„Wie geht's mit der Mobilmachung? Zeigt ſich viel Eifer und Patriotismus?“
„Nun ja... wenn Sie wollen... warum nicht .. ſo leidlich!“ erwiederte dieſer mit etwas verdächtigem Lächeln.„Da iſt z. B. mein Nachbar, der Domainenrath Kornmilbe in W., ein reicher, feiſter Domainenpächter, der ſucht ſeine beiden wirklich koſtbaren Reitpferde unter der Hand zu verkaufen und giebt ſie gewiß dem erſten beſten für ein Lumpengeld hin, blos um ſie nicht bei der Mobilmachung für einen Preis von 60 bis 80 Thlr. dem Vaterlande ſtellen zu müſſen. Freilich! der Mann hat viele Tauſende geſammelt auf ſeiner fetten Pachtung!“
„Abſcheulich!“ rief man.
„Aber das wäre ja ein Handel für Sie, Stolzenbergl“ rief ſein Gefährte dieſem zu.„Sie ſind jetzt, wie mich dünkt, grade ſchlecht beritten.“
„Was?“ erwiderte dieſer mit ſcheinbarem Entſetzen, „ich bin nie beſſer beritten geweſen, als gerade jetzt. Aber Sie, Prinz, könnten ſie gebrauchen.“
„Wo denken ſie hin, Stolzenberg!“ rief der Prinz abwehrend,„meine Rappen nehmen es noch mit allen Pferden in der Reſidenz auf.“
Und nun ſprang man ſogleich auf einen andern Ge— genſtand über und unterhielt ſich eine Weile von dem großen Diebſtahl bei dem Hoflieferanten, dem die Nacht vorher an hunderttauſend Thaler an Werthpapieren mittelſt Ein⸗ bruch entwendet waren.
Früher als ſonſt leerte man die Flaſchen und trennte ſich.
Als der Lieutenant v. Stolzenberg nach Hauſe kam, rief er dem auf ihn wartenden Burſchen, ohne vorher guten Abend geſagt zu haben, zu:„Bröſecke, lauf ſogleich nach der Poſt und löſe zwei Billets zu der Schnellpoſt, die um 4 Uhr Morgens nach F. abgeht und dann komm' ſofort zurück und packe meine Nachtſachen. Wir fahren nach W., nimm Halfter und Decken mit; wir kaufen Pferde.“
Als der Prinz Biron zu Hauſe kam, rief er dem Jäger, der ſeiner im Vorzimmer wartete zu:„Beſtelle
zwei Pferde Extrapoſt; ich fahre gegen Morgen nach W. Wir nehmen die Jagddroſchke mit dem Verdeck.
Punkt 4 Uhr des andern Morgens raſſelte der Schnell— poſtwagen, der auf der Tour nach F. unweit W. vorbei⸗ ging, die Königsſtraße hinab. Nur zwei Paſſagiere ſaßen darin, der Lieutenant v. Solzenberg und ſein Burſche.
Punkt ½5 Uhr fuhr die verdeckte Droſchke des Prinzen zum Thor hinaus; der Jäger ſaß auf dem Bocke neben dem Poſtillon. 5
Eine kleine Viertelſtunde von der zweiten Station hatte die leichte Droſchke den ſchweren Schnellpoſtwagen eingeholt. Der Prinz erwachte aus einem leichten Schlum⸗ mer in dem Augenblicke, als ſeine Droſchke an dem Schnell— poſtwagen vorüberfuhr. Er ſtreckte den Kopf vor und ſah im Vorbeifahren einen Herrn im Offiziermantel im Cabriolet ſitzen. Der Morgen war zwar trüb und dunkel; aber es ſtand Mondſchein im Kalender.
„Wagner!“ rief er dem Jäger zu,„ſahſt du nicht einen Herrn mit einem Officiermantel im Cabriolet ſitzen?“
„Zu Befehl, Durchlaucht!“ erwiderte der Jäger, 15 wird der Lieutenant von Stolzenberg von den Uhlanen ein.
„Was der Teufel ſagſt du da?, rief der Prinz er⸗ regt;„woher weißt Du das?“
„Ich traf ſeinen Burſchen auf der Poſt,“ erwiderte der Jäger,„als ich Extrapoſtpferde beſtellte.“
„Sagte der Burſche, daß ſein Herr verreiſen wollte!“
„Zu Befehl, Durchlaucht! er will auf den Pferde handel nach W.“
„Der Filou!“ murmelte der Prinz für ſich;„that geſtern Abend, als ob ihm gar nichts an den Pferden ge— legen ſei! Aber ich habe den Vorſprung und ſchlage ihm ein Schnippchen, Poſtillon! fahr zu,“ rief er dieſem zu, „Du bekommſt doppeltes Trinkgeld.“
Und dahin flog ſeine Droſchke gleich einer leichtbe— ſchwingten Schwalbe; denn was für den Wagen die Schmiere, für die Pferde die Peitſche, für den Rentbeam— ten ein Orden, das iſt für den Schwager das Trinkgeld.
Lieutenant v. Stolzenberg hatte aber die vorüber⸗ fliegende Droſchke wohl bemerkt und auch den Jäger, der neben dem Poſtillon ſaß. a
„Was mag das für eine Droſchke ſein, Bröſecke?“ fragte er ſeinen Burſchen.
„Es iſt die Droſchke des Prinzen von Biron, der bei den Dragonern ſteht,“ erwiderte dieſer.
„Der Teufel! woher weißt Du das, Menſchenkind?“
„Ich ſah ſeinen Jäger auf der Poſt, als er die Pferde nach W. beſtellte.“
„Ha, der Filou!“ ſprach der Lieutenant von Stol⸗ zenberg in ſeinen kohlſchwarzen Bart hinein,„that, als ob ihm nichts an den Pferden gelegen ſei, rühmte ſeine eigenen dürren Klepper des Langen und Breiten und nun fährt er heimlich nach W. Aber die Schnellpoſtpferde ſtehen auf den Stationen ſchon bereit, ſo hoffe ich, daß wir ſchneller umſpannen und ihn doch noch überholen.“
(Fortſetzung folgt.)
Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.
Braunkohlen Lieferung.
[1208 Montag den 20. Auguſt, Morgens um
11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die An⸗
lieferung von 500 Zentner Braunkohlen, für
Rechnung des vereinigten Armenfonds dahier, an den Wenigſtnehmenden verſteigert. Friedberg den 15. Auguſt 1855.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg
Bein ee
Bekanntmachung, [1209] Dienſtag den 21. Auguſt d. J., Vor- mittags 10 Uhr, ſoll der diesjährige Bedarf der hieſigen Saline an eiſernen Nägeln im Geſchäftslokale des Salzamts, unter den im Termine bekannt gemacht werdenden Bedingungen,
Faſelochs⸗Verſteigerung. [1210] Dienſtag den 21. d. M., Vormittags 11 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhaus ein der Gemeinde Nauheim zugehöriger gut gehaltener Faſelochs öffentlich meiſtbietend verkauft wer⸗
an den Mindeftfordernden verakkordirt werden. den wozu Kaufliebhaber einladet Nauheim den 14. Auguſt 1855.
Der Salineninſpector F. Schreiber.
Nauheim am 15. Auguſt 1855.
Der Bürgermeiſter Hartmann.
2½ Uhl,
2 fachen un 9 um 3 Ute Friedberg 0 Großhenel
e Guts as! Dienstag 9 Uhr arſange daher Nehblen bach U. liegen Gut, auf eile! Guben parnle Die Flurſchu hach II., welch iiſſe find, wer bern die nöth Friedberg Großherzo
e Oeffent Lell] Ju der Lorenz und genhain find! Gemar fung f 245⁊˖11, 22070 N/A, 19% 898/ 7, 906K 644/44, 1075/ 937/48, 959/ 1699/47, 33, meiſtbietend ve doch die urkur werb nicht bei halb dioſe off itgend welcher genschaften bin
W denn uner melden und briefe beffatig Mulationsber,
Butzbach Gig
Hofre 1212] Auf! Mulhis Will Auguft, M. Ralhhauſe de freiwilligen 5 geſetz, alo dur. Nr. d.
1
dati a Oklepdber 9
Ora Veh
eute an einwir Friedh,


