Ausgabe 
15.6.1855
 
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Alles mit einem Mal? Und daß die Erdmuthe Handſchuhe verkauft, weiß ich ſelbſt nicht. 5

Ich eben ſo wenig! rief Hedwig lachend und ſchaute zum Fenſter hinaus. Emma verließ das Zimmer.

Der Fabrikherr aber eilte nach der bezeichneten Hand⸗ lung. Daß er keine Handſchuhe fand, ſtörte ihn gar nicht und machte ihn auch durchaus nicht weiter verlegen. Erd muthe war hübſch, und für ein hübſches Geſicht hatte Herr Waidmoſer ſtets einige Aufmerkſamkeiten. Ein unbedeu⸗ tender Spitzenkragen für die Schweſter ward gekauft, und der Beſuch des andern Tages wiederholt, um vielleicht eine eben ſo geringe Kleinigkeit zu kaufen. Genug, Herr Waidmoſer bewarb ſich um die Gunſt der hübſchen Erd muthe, ihn ſtoͤrte es nicht, daß ſeine öfteren Beſuche den guten Namen des Mädchens untergruben; er hatte nur ein Ziel, und die Mittel, zu dieſem Ziel zu gelangen, waren ihm gleichgültig. Er befleckte den guten Namen des Mäd chens, während die Schweſter bei allen Bekannten die Arbeiten der Putzhändlerin in Verruf zu bringen ſuchte.

Und Erdmuthe? Sie blieb ohne Ahnung des heran ziehenden Gewitters. Als die Aufmerkſamkeiten des Fab rikherrn deutlicher wurden und der Grund ſeines Handelns nicht mehr zu verkennen war, zog ſie ſich ernſter, beſtimmter zurück und verließ zuletzt ſogar den eigenen Laden, ſobald

Die leichtſinnig angeregte Neigung war in dem Herzen des Fabrikherrn zu heftiger Leidenſchaft aufgelodert, die durch den Widerſtand keineswegs gemildert wurde. Er wollte zu ſeinem Ziele gelangen.

Erdmuthe aber ſaß daheim, arbeitſam wie ehedem, doch die innere Luſt, der geheime Trieb zur Arbeit fehlten. Ihr Laden war nicht mehr ſo häufig wie ehedem beſucht; einzelne Sachen blieben unverkauft ſtehen, andere mußten unter dem Preiſe losgeſchlagen werden. Der Abſatz war nicht mehr ſo bedeutend wie früher, und die Mode ſchritt unaufhaltſam vorwärts. Konnte ſie da ſo freudig arbeiten wie ſonſt? Ach! ſie ahnte nicht, ſie wußte es nicht, welch eine bittere Feindin ſie ſich durch ihre Liebe erworben, und wie dieſe Feindin nicht müde ward, ihre Arbeiten bei allen Gelegenheiten zu verkleinern und herabzuſetzen. Und nichts in der Welt findet ja leichter Eingang in die Herzen der Menſchen, als Spott, Verdächtigungen oder Verläumdungen. Das Gute, das von einem Nebenmenſchen der Wahrheit gemäß geſprochen wird, geht wie ein Windeshauch, wie einer Blüthe Duft ſchnell, oft unbeachtet vorüber; nur die Engel vernehmen den Laut und tragen ihn zu Gottes Thron; wogegen das böſe Wort, die Verläumdung, ein wohlbeackertes Feld in der Bruſt der Menſchen findet.

er denſelben betrat.

Gortſetzung folgt.)

Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen.

Verſteigerung

bei der Pfand- und Leihanſtalt zu Friedberg. 7981 Montag den 25. Juni d. J. anfangend und die darauf folgenden Tage von Vormittags 9 bis 12 Uhr und Nachmit'ags 2 bis 5 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe die bis zu dieſem Termin die Verfallzeit erreicht habenden und nicht ausgelöſten oͤder renovirten Pfänder, be- ſtehend in Gold, Silber, Kupfer, Zinn, Weiß⸗ zeug, Herren- und Frauenkleidern, öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert.

Die Auslöſung und Renovation der Pfänder findet nur an den hierzu beſtimmten Tagen, Montag, Mittwoch und Samſtag, ſtatt, und wird noch ausdrücklich bemerkt, daß dies nur bis zum 20. Juni d. J. geſchehen kann, da das Pfandlocal vom 21. Juni an bis zum Schluſſe der Verſteigerung geſchloſſen bleibt.

Friedberg am 7. Juni 1855.

In Auftrag der ſtädtiſchen Pfandhaus ⸗Verwaltung: Der Großherzogliche Bürgermeiſterei⸗ Beigeordnete P. Preuſſer.

Heugrasverſteigerung. [8211] Das diesjährige Heugras von nachge⸗ nannten fiscaliſchen Wieſen des hieſigen Rent⸗ amts wird in angemeſſenen Abtheilungen fol⸗ gendermaßen verſteigert:

1) zu Okarben an dem Mineralbrunnen, Mon⸗ tag den 18. Juni d. J., Vormittags 9 Uhr, von der ungefähr 50 Morgen haltenden ſog. Burgwaldswieſe in der Okarber Gemarkung;

2) zu Bauernheim in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Solz, Mittwoch den 20. Juni d. J., Mittags 12 Uhr, von der ungefähr 300 Morgen haltenden ſog. Markwieſe in Oſſen⸗ heimer und Bauernheimer Gemarkungen;

3) zu Lindheim in der Behauſung des Herrn Gaſtwirths Bechtold, Freitag den 22. Juni d. J., Mittags 12 Uhr, von ungefähr 50 Morgen Wieſen in den Lindheimer und Hainchener Gemarkungen.

Friedberg am 8. Juni 1855.

Großherzogliches Rentamt Friedberg Hauſer.

Buͤcher-Verſteigerung. L820] Mittwoch den 20. Juni d. J., von Morgens 10 Uhr an, werden zu Friedberg in dem Rathhauſe die noch vorhandenen Bücher aus dem Nachlaſſe des verſtorbenen Pfarrers Hörle zu Niederrosbach öffentlich an den Meiſt⸗ bietenden verſteigert. Es finden fich darunter viele pädagogiſche Schriften von Dieſterweg, Niemeyer, Dinter, Soldan u. A. Predigten von Rambach, Schenkel, Dietzſch u. ſ. w; la⸗ teiniſche und franzöſiſche Schriften; das Con⸗ verſationslexikon von Brockhaus 8. Auflage, deſſen Converſationslexikon der neueſten Zeit und Literatur, das Zeitungslexikon von Teger und Hübners Zeitungslexikon, Walter Scotts Werke, Göthe, Schiller, Washington, Sewing, Cooper, Kleiſt, Teuthorns Geſchichte von Heſſen u. ſ. w. Aufträge werden durch die Vormün⸗ der, Pfarrer Strack von Oberrosbach und Fried rich Bullmann von Niederrosbach unentgelt⸗ lich beſorgt. Die Cataloge liegen zu Friedberg in den Buchhandlungen von Bindernagel und Scriba zu Jedermanns Einſicht offen.

Bemerkt wird noch, daß die Bücher ſehr gut erhalten ſind Friedberg den 11. Juni 1855. In Auftrag:

Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg.

In Verhinderung des Bürgermeiſters: Der Großherzogliche Beigeordnete M Per eu ſſſ e. x.

Fruchtverſteiger ungen. 8241 Die Reſte der 18541 Fruchtvorräthe des Großherzoglichen Rentamts Nidda kommen: 1) von dem Speicher zu Nidda auf dem Rath⸗

hauſe daſelbſt, Montag den 18. Juni, mit

etwa 86 Malter Korn u. 30 Malter Hafer, 2) von dem Speicher zu Bingenheim bei Gaſt⸗ wirt) Wilhelm Winter daſelbſt, Dienſtag den

19. Juni, mit etwa 16 Malter Waizen, 114

Malter Korn, 71 Malter Gerſte und 28

Malter Hafer, jedesmal Morgens um 10 Uhr, zur öffentlichen Verſteigerung.

Bingenheim den 6. Juni 1855.

Großer een Nidda o b.

Holzverſteigerung. 1823] Montag den 18. d., Vormittags 9 Uhr, 1015 in dem Freih. v. Died'ſchen Kirchwalde ahier:

circa 60 Stecken Buchen⸗Scheitholz und 25,000 Wellen von verſchiedener Holzart und Güte öffentlich an Ort und Stelle an den Meiſtbie⸗ tenden verſteigert werden.. Ziegenberg den 7. Juni 1855. ir hier. Heugras⸗Verſteigerung. 1838] Donnerſtag den 21. Juni d. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, wird in bieſigem Rath⸗ hauſe die diesjährige Heu⸗ und Grummeternte von den ſtädtiſchen Wieſen öffentlich meiſtbietend verſteigert. 1 Friedberg am 14. Juni 1855. Großherzogliche Bürgermeiſterei Friedberg. In Verhinderung des Bürgermeiſters: Der Großherzogliche Beigeordnete NN

Main⸗Weſer⸗ Bahn. 1839] Die Lieferung von 500 Stück eichenen Stoßſchwellen auf eine beliebige Station der Main⸗Weſer⸗Bahn ſoll auf dem Submiſſions⸗ wege in Accord gegeben werden, worüber die Bedingungen bei der unterzeichneten Stelle zur Einſicht offen liegen, an welche die Gebote längſtens bis zum 25. d. M., des Vormittags 9 Uhr, verſchloſſen und mit der Aufſchrift ver⸗ ſehenSchwellenlieferung betreffend einzurei⸗ chen ſind.

Gießen am 11. Juni 1855. Großherzogliche Magazins⸗Commiſſton. In Verhinderung des Vorſitzenden: Daudt, Maſchinenmeiffer.

Acten⸗Verſteigerung. Mittwoch den 20. diefes Monats, Vormittags 10 Uhr,

[840] ſollen in der Regiſtratur des Großher⸗

zoglichen Hofgerichts dahier

Zweihundert und dreißig Centner zum Einſtampfen ausgeſchiedene Acten an den Meiſtbietenden verkauft werden.

Gießen am 6. Juni 1855.

Engelbach, Großherzoglicher Hofgerichts⸗Regiſtrator.

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