Friedberger Intelligenzblatt.
Erſcheint wõ⸗ 2 A 2 7 50 Einrückungege⸗ 0 6 0 Allgemeiner Anzeiger für Oberheſſen, e 1 2 841 12 7.;—— oder deren Raum
Rebe e Amts- und Verkündigungsblatt für den Kreis Friedberg. nee
ſammen 7 kr.
8 zu 96. Freitag, den 7. Dezember. 1855.
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— Den nachſtehenden, aus dem Allgemeinen Polizeianzeiger entnommenen Aufſatz, über Promeſſenſpiel, bringe ich zur J. Lutz Kennt niß des Publicums, damit ſich jeder vor Schaden hüten möge. 8 Friedberg am 3. Dezember 1855. x. Großherzogliches Kreisamt Friedberg Müller.
mit Anlehnslooſen hat— vielleicht in Folge der in d. Bl. erfolgten Veröffentlichungen, wie es ſcheint, in der neueſten Zeit inſofern 0 wenigſtens eine kleine Beſchränkung erfahren, als man es Seiten der Unternehmer nicht mehr wagt, durch beſtellte Agenten jene werthloſen bunten Wiſche in gutes Silber zu verwandeln und durch Agenten das leichtgläubige Publicum zu täuſchen und zu betrügen. Doch iſt der Profit jener ſaubern Unternehmungen zu lockend, als daß eine ſofortige Unterdrückung jener gauneriſchen Induſtrie zu erwarten geweſen wäre, und nur in der Art des Vertriebes iſt ein kleiner Wechſel ein⸗ e getreten. Man kehrt jetzt nämlich zu den urſprünglichen Manövern zurück und verſendet die Promeſſen vom Platze aus 9 1 durch die Poſt mittelſt Kreuzeouverts unter Beifügung des ganzen ſchon früher geſchilderten betrügeriſchen Apparats 1 10 direct an die Privaten, deren Adreſſen man ſich durch Adreßbücher oder ſonſt zu verſchaffen ſucht. Eine der neueſten 21002 dieſer— natürlich gedruckten— Zuſchriften, welche in unſere Händen gelangt iſt, lautet wörtlich folgendermaßen: „Julius Stiebel jun. u. Co., Banquiers in Frankfurt a)M. Unter Garantie und Zuſtimmung der Landſtände hat die Großherzogl. Badiſche Regierung laut Geſetz vom 21. Februar 1843 ein Aulehen von Vierzehn Millionen Gulden in Form einer Lotterie errichtet und die Rückzahlung durch neben angegebene Gewinne feſtgeſetzt. Die Ziehungen ge— 2 ſchehen, wie aus dem angefügten Verzeichniß erſichtlich, vierteljährig unter Beaufſichtigung und Leitung der Großherzogl. 17— Regierung, und da darin ſo bedeutende Preiſe zu erlangen ſind, ſo darf dies Unternehmen in Beziehung auf vollkom⸗ 1
1992 80 Das Promeſſenſpiel 7
menſte Sicherheit und die Gelegenheit, welche darin geboten iſt, ſchnell ein großes Glück zu machen, mit vollſtem Rechte 15— empfohlen werden. Um es nun möglich zu machen, daß ſich Jedermann daran betheiligen kann, iſt die Einrichtung ge— 2 troffen, daß für einzelne Ziehungen Actien zu der geringen Einlage von fl. 1. 45 kr. per Stück ausgegeben werden. 32 Wir erlauben uns, Sie zur Theilnahme hiermit freundlichſt einzuladen, und behändigen im Anſchluſſe 5 Actien nebſt 21207 einer Gratisactie zum Einlagebetrag von nur wenigen fl. 9— oder Thlr. 5, welche Sie uns in baar oder Papiergeld 11 einzuſenden belieben. Ein Verſuch damit kann bei der trefflichen Organiſation des Spieles nur den glänzendſten Erfolg haben. Sollten Sie ſich indeſſen nicht entſchließen können, Fortuna dies kleine Opfer zu bringen und unter Ihren Freunden und Bekannten auch keine Uebernehmer finden, ſo wollen Sie uns die Actien unter Kreuzband franco per Aren Poſt wieder zuſenden. Die kleinen Auslagen werden wir Ihnen auf Verlangen gern erſetzen. Wir verſichern Sie im — Fall der Annahme der größten Reellität und Verſchwiegenheit und zeichnen mit Hochachtung und Ergebenheit, Julius Stiebel jun u. Comp., Banquiers in Frankfurt aM. Büreau: Wollgraben.“ Hiernach wird zuförderſt das aufgeſtellte — Verzeichniß der Firmen, die ſich mit dem Promeſſenſpiel beſchäftigen(in Nr. 24 des Int.⸗Bl. vom l. J. mitgetheilt), durch 3 die obige Firma zu ergänzen ſein. Von ſeinen Promeſſen, ſeinem Apparate, ſeinen Mitteln und ſeinem Zwecke gilt 22 genau daſſelbe, was ich in den Extrabeilagen Nr. 10 u. 11 des Dresdner Allgemeinen Polizeianzeigers auseinanderge— Nütel⸗ ſetzt habe. Daher genügt es auch hier, das Publicum vor dieſer Gaunerei zu warnen, da die veränderte Art und Weiſe 4— des Vertriebes in der Sache keinen Unterſchied macht. Jene Offerten werden nämlich in Unmaſſe zur Poſt gegeben. Biſſen unter 10,000 Perſonen, denen man ſolche Offerten zuſchickt, nur 500 an, die den gegebenen Fingerzeig zu ihrem 1 angeblichen Glück nicht von der Hand weiſen zu duͤrfen glauben, ſo giebt das ſchon den niedlichen Gewinn von 2500 78. Thlrn., der ſich durch Porto und Druckkoſten nur um ein Unbedeutendes verringern dürfte. N Gera, am 12. November 1855.
Der Fürſtl. Reuß. Eriminalrath
K* 5 *——* 8 3 1 25 Bekanntmachungen von Behoͤrden und Privat⸗Anzeigen. 9 f Marien ſchlo ß. eiſerner Oefen, circa 28 Centner wiegend, ſo⸗ 1126 Gulden 9.— N e e e ee[1780] liegen gegen gerichtliche Verſicherung
Gießen den 3. December 1855. in der Kirchenkaſſe zu Ockſtadt zum Ausleihen Großherzogliches Kreisbauamt Gießen bereit.„ a Holzapfel. Kirchenrechner Dei een ſt
11799] Mittwoch den 12. d. M., Vormittags 10 Uhr, ſoll in dem innern Hof des Zucht—
„ hauſes Marienſchloß eine Parthie alter guß⸗


