Ausgabe 
31.3.1923
 
Einzelbild herunterladen

a en on, e ein gut

ammenkunst ndruchs.

eit vielen; dle

sicheigt det rautn stesy

Beamten⸗Amt t. Gießen

llt als 8. 10 147 7

tagen ut endDon ag wird alk bends die 0

m Lahntale 3

Mittwochenn letzte Saß! einmal ein 1 alnons poll

et in bet de Aung der f. 0 wurde unt Jesimeter haf sprich. T

t Neponferk cz st Obechesn war Bech

1er lesser * zum 4 u daß fte

Ana leitung der Demobilmachung hatte Biltz, der seiner Angaben nach im

Kleine Nachrichten. Frankfurt a. M., 28. März. 28 Millionen⸗Raub im D. ⸗IJug. Aus einem Abteil 1. Klasse des D.⸗Zuges Frankfurt⸗ Würzburg wurden in der Nühe von Steinach zwei Handtaschen ge⸗ raubt, die samt ihrem Inholt einen Wert von mindestens 28 Mill. Mark darstellen. Die Bestohlenen sind holländische Staatsangehörige. g 1 Schwerer Unfall.

In Hofheim 1 e pe. 3 der e

i ner zwischen 0 er Reichspost un n he den Sie wurden bewart schwer verletzt, daß der elne Beamte bereits auf dem Wege nach dem Krankenhause verstarb. Der zweite Beamte liegt sehr schwer darnieder.

Entgleisung eines D.⸗Zuges.

Bei der Ausfahrt auf dem Bahnhof Wiesbaden entgleiste am Mittwoch der Pariser D.⸗Zug. Die Maschine stürzte einen hohen AWhang hinunter. Der Führer und der Heizer sind tot. Fahrgäste damen anscheinend nicht zu Schaden. a

Der⸗Tod in der Abortgrube.

Der 15jährige Werlmeisterssohn Bott in Aschaffenburg erlitt bieser Tage einen epfleptischen Anfall und stlürzte dabei in die Abort⸗ grube, in der er einen jämmerlichen Tod fand. Die Leiche wurde erst ö 1 nach einigen Tagen aufgefunden.

Blutiger Streit. In Worms gerteten in der Rosengasse die Bewohner des Hauses Nr. 14, Werle und Lenz, die sich anscheinend schon längere Zeit befehdeten, wiederum in Streitigkeiten, deren Anlaß die alte Ursache bildete. Dem harmlosen Gezänbe folgten

steßlich tätliche Angriffe, bei denen die beiden Mitbewohner Werle ö sich cuf den bereits befährten Hausterer Friedrich Lenz stürzten und ihr Opfer mit Messerstichen übel zurichteten. Die Verletzungen, die dem alten Manne in bestialischer Weise beigebracht wurden, waren derart schwerer Natur, daß Lenz nach seiner Ueberführung mit dem Krankenauto ins städtische Kranbenhaus alsbald seinen Geist aufgab. Die Täter sind festgenommen worden.

Ein Student als Raubmörder. Der unwiderstehliche Hang zum Reisen.

In Berlin wurde der 19 Jahre alte Student Fritz Karl ver⸗ Haftet, der zu Anfang März in Vaduz, im Fürstentum Liechtenstein, ben Schlächtermeister Joseph Wachter ermordet hatte.

In Vaduz hielt sich ein junger Mann auf, der sich für einen aus Innsbruck gebürtigen Maler Karl Seck ausgab. Der Fremde sprach mehrere Einwohner an, ihm eine 500⸗Frank⸗Note zu echfeln. Die Leute wiesen ihn an den 75 Jahre alten Schlächter⸗ meister Franz Joseph WachterSeck sprach dann auch am 4. März

rt vor, traf aber nur die Tochter des Meisters im Laden. Abends um 9 Uhr, als der greise Meister selbst zu Hause war, kam er noch klnmal wieder. Wachter ließ ihn unten allein stehen und ging in seine Wohnung hinauf, um das Wechselgeld zu holen. Als er wieder

nterkam, empfing ihn der Fremde mit der Pistole und der rohung:Geld oder das Leben! Der Greis wollte sich wehren, erhielt aber einen Schuß, der ihn tot niederstreckte. Der Mörder entriß ihm das Geld und ergriff die Flucht. Leute, die auf den Lärm herbeieilten, verloren ihn in der Dunkelheit aus den Augen. Die Kpur des angeblichen 1 führte schließlich nach Ber⸗ Un, und hier gelang es der Krlminalpolizei, ihn in der Königgrätzer Straße zu ermitteln, festzunehmen und als einen 19 Jahre alten Studenten Fritz Karl zu entlarven. Der junge Mann, der hier un⸗ angemeldet bei Verwandten wohnte, hatte einen unwiderstehlichen Hang zum Reisen. Weil ihm die Angehörigen die Mittel dazu Verweigerten, so bestahl er sie um Geld und Brillanten, die er aus Schmucksachen herausbrach und machte sich dann auf die Reise. Diese führte ihn auch nach Vaduz und zu dem schweren Verbrechen, das er nach add Lengnen eingestand. Der Verhaftete wurde dem Untersuchungsrichter vorgeführt.

Enthüllungen des Geheimtagebuchs eines Betrügers.

Durch sein Geheimtagebuuch, dts ihm verloren ging und der Kri⸗

izei in die Hände fiel, wurde ein ehemaliger Offizier Her⸗

rt Biltz, ein junger Mann von 22 Fahren, von dem Leiter des Er⸗ tenstes und Schriftfachverständigen, Kriminaloberkommissar . ickert als großer Schieber und Schwindler entlarvt. Nach weiteren Ermittlungen ist der Verhaftete bereits einer großen

h von Schwindeleien überführt und auch geständig. Nach Ein⸗

fünfmal, darunter einmal schwer durch einen Kopfschuß ver⸗ wundet worden war, einen Eisenbahnzug mit Heeresgut nach Frank⸗ d. M. zu führen. Er leitete den Zug nach Hanau und verkaufte

Gut auf Grund gefälschber iere nach Baden. Biltz wurde fest⸗ enommen und nach der Irrenanstalt in Reichenau bei Konstanz ge⸗ racht. Dort entwich er und bei einer neuen Schiebung verkaufte er unter anderem ein Automobil des Großherzogs von Baden. Wieder iffen entsprang er zunächst aus der Psychiatrischen 555 in es⸗

ohne daftir einen Pfennig zu bekommen.

1 In München fälschte er auf die Namen von Offizieren Pfandscheine und verkaufte sie an Juweliere. In Breslau betrieb er unter dem Namen Dr. Heinz Bösler Briefmarbenschwindel im großen. Nach Berlin Übergesiedelt, legte sich Biltz unter dem Namen Berg, Burg, Bock, Block usw. die Nepperez, die ihm in vielen Fällen auch gelang. Zwischendur betrieb er einen Akkienschwindel, der ihn von Berlin fernhtelt. Nach hier zurückgekehrt, belcheb er jetzt den An⸗ und Verkauf von Edel⸗ metallen. Zuletzt sank der ehemalige Offizter zum allergewöhnlichsten Metallhehler heras. 5

Eine Tragz e am Traualtar wird aus Lindau am Bodensee berichtet: Als Leser Tage vor dem Traualtar der Geistliche die junge ungewöhnlich sa öne Braut fragte:Wollen Sie diesen Mann zum Gatten nehmen? rief sie in höchster Erregung:Niemals, Nesn! Ich liebe einen anderen und soll zu dieser Ehe gezwungen werden. Vieber fterben als diesen Mann heiraten! Der Geistliche umberbuach hierauf die Zeremonie. Der neben seiner Brant en iende Bräutigam aber zog einen Revolver aus der Tasche und schoß sich eine Kugel durch den Kopf. Er war auf der Stelle tot.

Arbeitsrecht, Gewerkschastliches, Arbeiterbewegung.

Schlichtungsausschuß der Provinz Oberhessen in Gießen. Sitzung vom 28. März.

Unterm 15. März 1923 hat der Reichsarbeitminfster die Ver⸗ bindlichkeitserklärung des Schiedsspruches vom 29. 2. 1029 über die Löhwe der Metallindustrie in Oberhessen und Lahngebiet für die Zeit vom 15.28. 2. 1923 abgelehnt. Der Arheitgeber⸗ verband 55 darantf, ab 15. 2. die Löhne und Sozbalzulagen der ersten Februarhälfte bel den Arbeitern über 22 Jahren um 25 Proz. und unter 22 Jahren um 20 Proz. zu erhöhen. Der gelernte Ar⸗ beiter über 25 Jahre kommt hiernach auf Mk. 1420. Stundenlohn, der angelernte auf Mk. 1390. umd der ungelernte auf Mk. 1360. statt Mk. 1520., 1490., und 1460. nach dem Schiedsspruch vom 26. 2. 1929. Die Arbeiterverbände beantragten eine Revision dieser Löhne, wenigstens aber eine Zulage ftr die zweite Hälfte des März. Der Schlichtungscutsschuß erklärte aber für die zweite Februar aͤlfbe keinen neiten Schiedsspruch fällen zu können. Jlir den ganzen März schlug er durch Schledsspruch die Weitergeltung der Löhne und Zu⸗ lagen des Beschlusses des Arbeitgeberverbandes vor und für die Wetzlarer optische und mechanische Industrie Erhöhung der Löhne der ersten Februarhälfte in l Verhältnis.

Die Streitteile erhielten Frist zur Erklärung über Annahme ober Ablehnung des Schiodsspruches bis zum 31. März 1923, vor⸗

mittags 11 Uhr. Sitzung vom 20. März 1923:

In der Streitigkeit des Deutschen Metallarbeiterver⸗ bandes und des Arbestgeberverbandes für Lahngau und Ober⸗ 0 über die Akkordarbeit in den Gießener Betrieben Schaff⸗ taedt, nde Bänninger und Schunk& Ebe regelte der Schlichtungsausschuß die Streitpunkte durch einen Schiebsspruch Die Streittetle erhielten Erklärungsfrist.

Sitzung vom 27. März 1923:

17 Baugeschäften in den Kreisen A Lauter⸗ bach und Schotten gab der Schlichtungsausschuß die Zahlung det Löhne des 7. Nachtrags(vom 21. 3. 1920) zun Lohn⸗ und Ar⸗ beitstarif füür das Baugewerbe in der Provinz Hessen⸗Nassau, den Freistaaten Hessen usw. vom 22. 9. 1922 auf, jedoch ohne die Aus⸗ gleichzulagen Er überließ es aber den Parteien, über eine Aus⸗ nahmeregelung für Schlitz zu verhandeln, das der Bezirkstarif in eine höhere Ortsklasse als die Nachbarorte gesetzt hat.

Die Freiherrlich Riedelsche Ziegelei in Angers⸗ bach soll ihren Betrlebsarbeitern über 21 Jahren vom 1. März an 1200 Mk. und vom 15. März an 1320 Mk. Stundenlohn zahlen und die Übrigen Löhne wie bet den Gießener Ziegeleien staffeln.

Die Werkzeug⸗ und Maschinenfabrik Heyligenstaedt u. Cie in Gießen soll ihren Bureauputzfrauen vom 20. März 1923 450 Mark an Stundenlohn zohlen.

Die Kolonialw.⸗Großhandlung Benner, Krumm u. Sauer hat wegen Arbeitsmangels 3 Lage rarbeitern, darunter dem Be⸗ triebsobmann, ohne vorherige Arbeitsstreckung gekündigt. Der Schlichtungsausschuß verwies ste bezüglich des Betrlebsobmanns auf die 88 97 und 98 des Betriebsrätegesetzes und erklärte im übrigen die Künigungen für ungerechtfertigt.

Auch der Quarzitbruchunternehmer Kimm in Rain rob, Kreis Alsfeld hat wegen Arheitsmangels 4 Arbeiter ohne vor⸗ hersge Arheitsstreckung enktlassen. Der Schlichtungsausschuß gab auch ihm die Wiedereimstellung auf.

Zu allen Schiedssyrtichen erhielten die Stvesttefle Erklärungs⸗ frist bis zum 31. März 1923. vormittags 11 Uhr.

Strafkammer Gießen.

Sitzung vom 27. März. Unachtsamkeüt im Dienst. Ein Gefangenenaufseher

München und dann aus dem Gefängnis in Stuttgart. Eine

er Firma betrog er um eine große Menge Siegellack und Klebe⸗ stoff, die er unter verschiedenen Namen bestellte und erhielt, aber nicht bezahlte. Ein Dresdener Fahrradwerk lieferte ihm 14 Fahrräder,

aus der Provinz erhielt eine Geldstrafe von 1000 Mark, weil er

einen Gefangenen bei der Arbelt bewacht

einen Augenvrick so ungen ugend hat, daß bieser die Gelegenheit beniltzte und entfloh. Uebertretung der Bauvorschriften. Ein Maurer- meister von Ober⸗Seemen, ö zrrtiimlich freigesprochen worden war wurde auf die Berufussg der Staatsanwalischaft mit 50 Mark Geldstrase belegt, er hat bei einem Neubau die Wand eines durch die Brandmauer gefi Kamins nur in einer Dicke von 12 statt von 15 Zentimetern ge⸗ echt, weil in dem von der Behhede

Annerod 1. Gr.⸗Linden 1 2:1(0: 1).

Die beiden Mannschaften trafen sich am Sonntag in A. zum Austrag eines Gesellschaftsspleles. A, kritt komplett G. mit 10 Mamm und 1 Mann Ersatz an. Um 73 Uhr gibt der Schiedsrichter den Ball fret. A. hat Anstoß. welcher jedoch von G. Verteidigung abgefangen wird. Der darauffolgende Durchbruch von G. endet mit dem ersten Erfolo für G. in der 4. Min. Nun setzt sich G. in A. Spielhälfte fest, es kommt aber bis zur Halbzeit zu kehnem Resultat. Nach der Halbgeit geht A. mehr aus sich heraus, kann aber bis kurz vor Schluß auch Richts erzielen. Endlich gelingt es A. in der 58. und 60. Min. das Resultat auf 2:1 für sich zu stellen. Mit 2:1 flir A. trennen sich die Mannschäften nach schönem fal ren

del. Der Schiedsrichter Hedrich⸗G. war ein korrekter Leitet des Spieles. Das Spiel mußte jedoch mit Rücksicht auf, besondere Um⸗ stände um% Stunde gekürzt werden, womit allerdings beide Mamnschaften vorher einverstanden waren.

Allendorf 1. Wetzlar 1. 2:1(1:1).

Die Mannschaften traten am Sonntag in A. zum Austrag eines Gesellschaftsspiels zusammen. Beide Mannschaften spielten mit je 4 um Ersatz. Um 3 Uhr gab der Schsedsrichter den Ba frei. Der Anstoß W. wird von A. Verteidigung zerstört. Es ent⸗ wickelt sich eim sehr lebhaftes Spiel, wo A. in der 20. Min. den 1. Erfolg erzielen kann. Durch dieses Tor angespornt. gibt W. alles aus sich heraus und kann kurz darauf gleichziehen, mit wel⸗ chem Nefultat es auch zur Pause geht. Nach der Pause setzte so⸗ fort wieder scharfes Tempo ein und nur der guten Hintermaun⸗ schaft kann es W. verdanken daß der Erfolg A. nicht noch größer war. 16 Min. vor Schluß gelang es A. begünstigt durch einen schönen Durchbruch, den 2 Erfolg zu erzielen. Trotz der größten Anstrengung der technisch besseren W. Mannschaft gelingt es ihnen nicht gleichzugiehen. Der Schiedsrichter leitete das Spiel korrekt uind mit dem rtlergrum Frel Heil trennten sich die Mann⸗ schaften.

Großen⸗Linden 1. Heuchelheim 1. Jugend 22(2 21)

Die beiden Mannschaften trafen sich in H. Nach schönem Spiel trennten sich die Mannschaften mit dem Resultat 2: 2.

Geschäftliches.

Sauerstoff⸗Fraß, der gefährlichste Feind der Wüsche! Uner⸗ etzliche Werte birgt gegenwärtig der Wäscheschrank, gebot ist ie Hausfrau sehr besorgt, dessen Bestand so viel wie möglich zu erhalten. Vor allem ist Porsicht geboten beim Einkauf von Wasch⸗ mitteln, denn die sogen.selbsttätigen enthalten Bleich⸗ und Sauerstoffsalze, welche nachgewiesenermaßen die Wäsche auf die Dauer zermürben und Löcher in dieselbe fressen. Zur Reinigung der Wäsche darf man daher nur ein mild wirkendes und

schmutzlösendes Setfenpulver nehmen, welches frei von zersetzenden Bleichmittelr ist; vor allem besitzt das Seifenpulver Schneekönig diese Eigenschaft. Folgende Behandlung wird empfohlen: Die Wäsche über Nacht in eine Lösung von Rotstern⸗Bleichsoda ein⸗ weichen. Andern Tags löse man ein Paket Seifenpulver Schnee⸗ könig in 2 Liter heißem Masser und gieße dann noch etwa einen Eimer lauwarmes Wasser hinzu und wasche die Wäsche in dieser Lösung hernach warm nachwaschen und mit kaltem Wasser

gründlich nachsplllen. N 21 500 Mark.

Dollarstand am Donnertag mittag 12 Uhr;

Versammlungskalender. Kesselbach. Wahl verein Samstag, den 31. März abends 8 Uhr findet unfere Monatsversammlung im Vereinslokal statt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Alle

Genossen müssen erscheinen. Mitgliedsbiicher sind mitzubringen.

Für die Bedräng

Zeichnungsliste liegt in der Geschäftsstelle der

0

Die Menschen sind dumm.

Im Zwiebelfisch(Hans v. Weber, Verlag, München) lesen wir:

Als Stanhopes Vater gestorben war, fand sich im Nachlaß nichts anderes als ein Zettel mit den leidlich lapidaren Worten:Die Menschen sind dumm! Sei geschefter als ste! Stanhope war eigens zur Beerdigung des Alten nach Chicago, gekommen. Die leeren Kassen ernüchterten seinen Jugendrausch sehr. In der Bahn dann quer durch die Staaten fiel ihm der Zettel wieder ein. Er sah nach⸗ denklich auf die Aecker und Farmen und überrechnete so seine arbeits⸗ reiche Zukimft, die er viel lieber als Weltenbummler totgeschlagen hätte.Süß wird ste nicht sein! Apropos süß! Warum bauen die Leute hier keine Zuckerrüben? Stanhope dachte eine Weile recht an⸗ gestrengt nach über die Rübenlosigkeit des Landstriches. Bei der mächsten Station stleg er entschlossen aus. Er kam zu einem Farmer. He old man! Warum baust du keine Zuckerrilben? Der sah ihn etwas mitleidig an.Hat wenig Sinn! Unrentabel hier!Na, meinetwegen. Aber wenn du welche bautest, würdest du dich ver⸗ pflichten, den ganzen Ertrag an mich zu verkaufen? Spleen, dachte der Farmer, aber er war bereit dazu. Man machte einen Vertrag, Mppte einen Whisky, Stanhope zahlte eine Kleinigkeit für die Ab⸗ ng an und ging zum nächsten Farmer. Er ging tagelang zu alte Farmern an dieser Strecke, machte Verträge, kippte einen Whisky, zahlte eine Kleinigkeit an. Das ging solange, bis seine Gelder zu Ende waren. Später, in San Franzisko, ließ Stanhope seine Abmachungen notariell bestätigen, gründete eine Zuckerrüben⸗ Verwertungsgesellschaft, bracht seine Zahllosen Verträge mit den Farmern als Kapital ein. Es wurden Shares ausgegeben(ieder an⸗ ständige Mensch in diesen verkommenen Zeiten hat zu wissen, was Shares sind!), bei der Börse zugelassen; sie kletterten wie Lerchen fröhlich in die Höhe. Dann verkaufte Stanhope seine Anteile. Er war ein gemachter Mann und wurde Globetrotter. Die Shares wer⸗ den heute noch gehandelt, sind sehr angesehen, niemand wagt, sie fallen zu laffen, Man hat schon Millionen an ihnen verdient. Die Gesellschaft hat einen fabelhaften Geschäftspalast, einen weitver⸗ zweigen Apparat, Sitzungen, Klubsessel, sehr vornehme Aktionäre, die alle samt und sonders höchst ehrenwerte Bürger sind, ein nettes,

ten im Ruhrgebiet.

Oberhessischen Volkszeitung auf.

diskretes Alkohollager usw.... Aber gebaut ist auf der ganzen Strecke noch nicht eine einzige Zuckerrübe.

Vom Werdegang der Ruhrkohle.

Viele Jahrmillionen liegen zurück seit der Zeit, da die Kohle wuchs. Damals hatte sich im Herzen Mitleleuropas ein gewaltiges Gebirge aufgetürmt, das sich von Böhmen her quer durch Deutschland nach Frankreich und England zog und in der Gegend des Rheinisch⸗ Westfälischen Schiefergebirges in ein weites Becken überging, die sogenannte Vortiefe, die in stetem Sinken begriffen und meist von einem nicht sehr tiefen Meer bedeckt war. Aus den Bergen im Silden bräczten min die Flüsse Geröll und Sand nach diesem Meer, an dessen Boden sich die Stoffe ablagerten. Ging das Sinken langsamer vor sich als die Auffüllung oder sand eine zeitweilige Hebung statt, dann wurden weite Geblete zu Lund, während durch stärkeres Absinken das Meer weiter nach Süden vordrang. Mit dieser Strandverschiebung, die sich Über das jetzige Ruhrgebiet ausbreitete, ging eine Aenderung in der Zusammensetzung der abgelagerten Schichten Hand in Hand, und so erklärt sich dex stete Wechsel zwischen Sandsteinen, Sandschie fern und Tonschiefern sowie die große Mäch⸗ 5705 der Schichten, die eine etwa 3000 Meter starke Schichtenfolge umfassen.

An dem Meeresstrand und in den großen Seen, die sich beim Verlanden bildeten, fand die Pflanzenwelt sehr günstige Lebensbe⸗ dingungen, und so entstanden die Steinlohlenwälder, die sich aus merkwürdigen Bäumen mit schuppen⸗ und siegelartigen Narben, aus riesigen Farnen und hohen Cordabäumen zusammensetzten. Diese Moorpflanzen sind in der heutigen Fauna den moosarkigen Kriech⸗ gewächsen verwandt, die man Schlangenmoos nennt, waren aber natlürlich viel gewaltiger. Tierisches Leben scheint in diesen Stein⸗ kohlenwäldern sehr selten gewesen zu sein. Kein Vogel, kein Vier⸗ füßler belebte das düstere Bild; nur ab und zu schwirrten große In⸗ sekten übr die braune Moorflut. Viele Jahrtausende hindurch ragte der Steinkohlenwald gen Himmel, bis Baum auf Baum absterbend in die Fluten sank, auf deren Grunde sich eine immer mächtiger wer⸗

dende Torsschicht, das heutige Flöz, bildete.

Ein stärkeres Absinken führte dann gur Verschlittung des Moores durch Sand und Tonschlick, und dieser Vorgang muß teil weise sehr schnell erfolgt sein, da man oft über den Flözen im Sandstein noch Baumstämme an ihrem alten Standort versteinert vorfindet. Ueber den Resten des alten bildete sich dann ein neues Waldmoor, um wie⸗ der vom Meere begraben zu werden und so sind im Ruhrgebset gegen 100 abbauwilrdige Kohlenflöge übereinander gur Ablagerung ge⸗ kommen. Dann aber änderte sich das Bild mit einem Schlage. Die Gebirge drangen von Süden her über das Vorland und verfielen im ewigen Kampfe mit dem Meer der Verwitterung und Zerklüftung. Die verschültteten Torfmoore zersetzten sich, wurden in immer größere Erdtiefen mit höherer Temperatur und stärkerem Drucke gebracht und wurden so immer gasärmer und kohlenstoffrescher, bildeten sich so zu Steinkohlen, deren reinste Form, das Anthrazit, in den tiefsten Schichten augetroffen wird. Die Kohle, die als grünende Pflanze aus der Kohlensäure der Luft unter Bindung von. Sonnenenergie entstand, hat die Sonnenwärme treulich bewahrt und konzentriert und liefert sich nun als Licht, Kraft und Wärme wleder aus, während ste selbst als Kohlensäure in das Luftmeer entweicht, aus dem sie kam.

(Aus: Heimatblätter der Roten Erde.)

Der tättowierte König.

Der napoleanische Marschall Bernadotte wurde bekanntlich König von Schweden und Norwegen. Als er auf den Tod krank war und einen Aderlaß bekommen sollte, ließ er sich den entschiedenen Vor⸗ stellungen der Aerzte nicht dazu bewegen, einen Arm zu entblößen. Nach seinem Tode fand man auf dem elnen Arme des Königs die Worte:Liberte, Egalite, Fraternite(Freiheit, Gleichheit, Brüder⸗ lichkelt) tätowiert. Bernadotte hatte sich diese Worte in den eiten der großen sranzösischen Revolution eintätowieren lassen und schämte sich ihrer, als er Kronprinz und später König von Schweden und Norwegen geworden war. Glllckliches Deutschland! Kein deutscher Fürst hat sich jemals der Schwärmerei flür Freiheit, Gleschheit und Brüderlichkeit zu schämen brauchen; alle haben stets mit allen Macht⸗ mitteln danach gestrebt, die Garobung jener Worte aus dem Herzen des Volkes auszuätzen.

der vom Schöffengericht D 1