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Jede te Me gaßlung zu seisten. Die razzpsen, die sich biese Ves ordnung zunutze machen wollen, müssen sich an die ssen⸗sische Wlederantmachungsämter in Wiesbaden wenden und ihnen alle nonbendigen Angaben mitteilen, damit die bestelten Waren be⸗ schlagnahent und ihnen zur Verfügung gestellt verden konnen Massenausweisungen.

Montag vormittag zwischen 5 und 8 Uhr wurden unter einem großen Aufgebot van der französischen Besatzungsbehörde nicht weniger als 20 Mitglieder der Regierung in Wiesbaden aus ihren Wohnungen geholt und zwangsweise bis an die Grenze des besetzten Gebiets vor Frankfurt geschafft und hier ausgewiesen. In einigen Fällen gingen die Franzosen mit besonderer Härte vor. Es handelt sich um folgende Herren: Regierungsrat Dr. Zaun, Regierungs⸗ umd Gewerberat Dr. Hesse, Oberbaurat Stiehl, Baurat Dr. Neumann, Regie vungsrat Trapp, Gewerbemedlzinalrat Dr. Bethke, die Reglerumgs⸗Obersekretäre Leber, Flick, Lange, Geibel, Ries, Sander Behre, Kusche, Cronhardt, Müller, Kanzlei⸗Inspektor Uhlemann, Kanzlei Sekretär de Marne, aliptkassen⸗Kassierer Battenfeld, Bureaudiätar Opfermann. Ferner wurde der 18jährige Oberprimaner Wey⸗ rauch, der einen Protest wegen der Ausweisung seines Schuldirek⸗ tors mitunterschrieben hatte und deshalb seit drei Wochen in Unter⸗ suchungshaft saß, ausgewiesen. Sämtliche Ausgewiesene trafen mit⸗ tags gegen 11 Uhr in Frankfurt ein.

Neue Zwangsmaßnahmen gegen die Eisenbahner.

In Auswirkung des Befehls, nur der französischen Eisenbahn⸗ regie zu gehorchen, wurde im Bezirk Mainz mit Masfsnausweisungen von Ei kamten begonnen. In den Stationen Wiesbaden, Mainz, Bingen, Bingerbrück, Ganalgesheim und Kreuznach mußten bisher mehr als 50 Eisenbahner die innegehabten Dienstwohnungen sofort wumen und wurden erbarmungslos auf die Straße gesetzt,

Politische Uebersicht.

Konferenz der sozialistischen Parlamentarier.

Die Verhandlungen zwischen den Vertretern der sozia⸗ listischen Parlamentsfraktionen Englands, Frankreichs, Bel⸗ giens und Italiens und des Deutschen Sozialdemokratischen Parteivorstandes wurden am Montag abend abgeschlossen. Mit ihrem Ergebnis wird sich am 29. März die erneut in Paris zusammentretende Konserenz der sozialistischen Parla⸗ mentarier befassen, zu deren Auffassung sodann der deutsche Parteivorstand wiederum Stellung nehmen wird. Die Aus⸗ sprache in Berlin ergab volle Uebereinstimmung: Die sozia⸗ listischen Parteien sind entschlossen, ihre Kräfte darauf zu konzentrieren, dem Ruhrabenteuer ein möglichst schnelles Ende zu bereiten und eine endgültige Lösung der Repa⸗ rationsfrage herbeizuführen, die zur Wiedergutmachung der Kriegszerstörungen führt, der Wahrung des europäischen Friedens dient und der Leistungsfähigkeit Deutschlands Rechnung trägt.

ö 0 Der Kampf gegen den Mädchenhandel.

Die ungeheure Not, unter der weite Kreise des deutschen Volkes leiden, lastet ganz besonders auf dem weiblichen Teil der Bevölkerung.

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und der dadurch bedingten Unmöglich beit für einen großen Prozentsatz der Frauen, sich zu verheivaten, hat diese Not zu Erscheinungen ge⸗ führt, die sogar die Aufmerksazakelt des Völkerbundes auf sich gelenkt haben. Eine Massenaus wanderung weiblicher Arbeitskräfte aus Deutschland, besonders in dis benachbarten hochvalutarischen Länder, und zahlreiche Fälle von Mädchenhandel, dem gerade deutsche Mädchen in den letzten Jahren zum Opfer follen, hat den Völkerbund zu Er⸗ hebungen über diese raurige Kriegssolgeerscheinung veranlaßt. Dabei hat er u. a. sestgestellt, daß in wenigen Monaten allein über 90 000 funge dcutsche Mädchen in Holland Stellung, meist als Haus⸗ angestellte, angenommen ho en, pfelsach in der Hoffnung, auf Grund des hohen Standes des holländischen Geldes sich Erfparnisse sammeln und die Voraussetzung für eine Verhetratung schaffen zu können. Dabei gab es allerdings viel schwere Enttäuschungen, weil die Be⸗ zahlung der deutschen Mädchen bei dem großen Angebot sehr schlecht ist und die Lebens haltung im Auslande dem Stand der eigenen Währung angepaßt und sehr teuer ist. Viel trauriger ist aber die Tatsache, daß allein in der Zeit vom November 1919 bis zum Mai 1921, also in Jahren, mehr als 3700 deutsche Mädchen in öffent⸗ liche Häuser nicht nur Europas, sondern vor allem auch der neuen Welt, geraten sind. Hier ist es besonders Südamerika, und in Europa 0 es die Balkanstaaten, in denen deutsche Mädchen die Bordelle füllen.

Zur Prüfung und Abstellung dieser bedenklichen Erscheinung der Zunahme des Mäbdchenhandels tritt am 25. März in Genf, dem Sitze des Völkerbundrates, eine besondere Kommission zusammen, die be⸗ reits vor Jahresfrist Fragebogen an alle Länder verschickt hat, um dadurch die Grundlagen für die internationale soziale Fürsorge⸗ und Abwehrtätigkeit auf diesem Gebiete zu bekommen. Im Juni letzten Jahres hatte die Kommission in einer Sitzung beschlossen, auch in Deutschland und Amerika, die Großmächte, die nicht im Völkerbund vertreten sind, das Ersuchen zu richten, einen Vertreter für die Kom⸗ mission zu ernennen. Der Völkerbundsrat ist diesem Beschlusse bei⸗ getreten, und Deutschland wird voraussichtlich als Vertreter den Präsidenten Jung des deutschen Nationalkomitees zur Bekämpfung des Mädchenhandels, ernennen. Die hohen Kosten, die sich zurzeit für einen Aufenthalt von drei Tagen in Genf auf rund eine Million Mark belaufen würden, machen es allerdings der Regierung und dem Na⸗ tional komitee unmöglich, sich schon bei der jetzigen Tagung versönlich vertreten zu lassen. Sachlich wird jedoch Deutschland, entsprechend dem großen Interesse, das die dort behandelten Fragen in der Nach⸗ kriegszeit für das deutsche Volk bekommen haben, mit dieser Kom⸗ mission des Völkerbundes zusammemarbeiten.

Maßnahmen gegen die deutschvölkischen

Wühlereien.

Aus Thüringen wird vom Presseamt mitgeteilt:

Die gleichzeitig mit den preußischen Erhebungen über gegen⸗ revolutioncre Machenschaften der rechtsradikalen Kreise in Thüringen eingeleiteten Untersuchungen haben außerordentlich belastendes Ma⸗ terial ergeben. Danach kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die Deutschvölkische Freiheiispartei in Ziel, Taklik und Organisastion mit der Nationalsozialistischen Arbeiterpartei ohne weiteres identifiziert werden kann.

In Thüringen ist die Nationalsozialistische Arbeiterpartei ver⸗ boten. Sie setzt aber ihre Arbeit unter der Flagge der Deutschvölki⸗ schen Freiehitspartei fort. In einer größeren Zahl von Städten Thüringens sind durch die amtlichen Erhebungen organisierte mili⸗ tärische Kampfeinheiten der Nationalsozialisten festgestellt worden. Auch wurden mehrfach Waffen und nicht geringe Munitionsmengen

beschlagnahmt. Militärische Uebungen, zum Teil unter Leitung von

3 2 1 Offeieren Haben statig funden. Ter engste Zug enhaug Heer Veranstaltungen mit der Hitlerbewegung ist erwiesen. Die Thür. Regierung hat umfangreiches Beweismaterial in ihren Händen über den rein putschistischen Charakter der rechtsradikalen Bewegung, die nicht mur über zahlreiche sestorganisierte Hundertschaften verfügt, son⸗ dern ihre Organssation bereits zu ausgesprochenen militärischen Ver⸗ bänden(Bataillone und Regimenter) durchorgansstert hat. Die Er⸗ mittelungen, die schon jetzt einwandfrei ergeben haben, daß der Rechts rabikalismus auf den Bürgerkrieg und zwar auf nahe Sicht hin⸗ arbeitet, werden mit aller Tatkraft fortgesetzt. *

Wozu?

Der Hauptbahnhof Oberhausen, der von Belgiern und Fran⸗ zosen vom 23. Januar bis 16. März besetzt gehalten wurde, befindet sich nach den jetzt vorliegenden amtlichen Feststellungen in einem derartigen Zustand der Zerstörung und Verwüstung, daß der Betrieb vorläufig noch nicht wieder aufgenommen werden kann. Sämtliche Burecuein richtungen, Maschimen usw. sind planmäßig zerstört, alle Akten zerstreut, die Fenster⸗ und Türscheiben eingeschlagen, die Ge⸗ päckstlicke in den Gepäckaufbewahrungsräumen und die Güter in den Eilgüterschuppen ausnahmslos gestohlen, auch die großen Lagerhallen des Glite rbahnhofes find ausgeraubt. Der Schaden kann nur dann eiwigermaßen geschätzt werden, wenn man bedenkt, daß in den Lager⸗ hallen täglich dreihundert Eisenbahnwagen entladen und ebensoviele beladen werden. Was nicht mitgeschleppt wurde, ist zerstört. Bonbons, Waschpulver und Kautabak liegen zentnerweise im Schmutz. Die Eisenbahnwagen eines noch nicht entladenen Zuges wurden fämtlich erbrochen und der Inhalt gestohlen oder zerstört. Neue Fahrräder wurden der Bereifung beraubt und zertrümmert, Nähmaschinen und Harmoniums zerschlagen, Leder, Schuhwaren, Farbwaren und alle möglichen Gegenstände umhergeworfen. Mehrere Wagen Umzugsgut sind ebenfalls übel mitgenommen: Matratzen, Sofas und Wäsche sind zerschnitten, die Möbel zertrümmert und die Familienbilder zer⸗ schlagen. Im ganzen Bahnhof ist keine einzige Fensterscheibe mehr ganz. Die Umiformstücke der Beamten sind zerschmitten und mit Kot beschmiert.

Warum, wozu solche ebenso planmäßigen wie sinnlosen Zer⸗ störungen? Wächst die blinde Vernichtungswut der losgelassenen Soldakeska der französischen Regierung über den Kopf oder ordnet die letztere selbst die Verwüstungen, um ihrHindenburgprogramm am

Dollarstand unverändert: ca. 20 900 Mark.

Versammlungskalender.

Gießen. Freie Turnerschaft. Am Karfrettag: Turn⸗ gang nach dem Stoppelbera bei Wetzlar. Abmarsch 7% Uhr pünkt⸗ lich von der Lahnbrücke.

Alten⸗Buseck. Freie Turnerschaft. Donnerstag, den 29. März abends Uhr Mitglieder⸗Versammlung. Um voll⸗ zähliches Erscheinen sämtlicher Mitglieder wird gebeten. D. V.

Kesfelbach. Wahlverein Samstag, den 31. Mäcz abends 8 Uhr findet unsere Monatsversammklung im Vereinslokal statt. Tagesordnung wird in der Versammlung bekanntgegeben. Alle Genossen müssen erscheinen. Mitgliedsbücher sind mitzubringen.

Geschäftliches.

Im Zeichen der Teuerung steht die Welt. Deshalb muß die Hausfrau wenigstens für ein billiges Familiengetränk sorgen. Legt sie Wert auf Güte und Wohlgeschmack, so fällt ihr die Wahl nicht schwer, zumal viele ihrer Nachbarinnen das vorzügliche Haus⸗ getränk seit Jahrzehnten kennen und schätzen. Es heißt:Kathrei⸗ ers Malgzkaffe.

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Donnerstag, 29. März, abends 8 Uhr im Gewerkschafthaus

Mitglieder⸗Versammlung

Tagesordnung:

Bericht der Landtagsabgeordneten Kiel und

Mann über hessische Angelegenheiten.

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