Ausgabe 
20.6.1923
 
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Beilage zur Ober

Gießen, Mittwoch, den 20. Juni 1923.

hessischen Volkszeitung Nr. 138

Gießen und umgebung.

DerStandpunkt des Gießener Anzeigers.

8 Die Meinung aller besonnene d einsichti schen über Sabot 1 135 n ee biet ist einig in ihrer Verurteilung. Schon längst und * hatte die Sozialdemokratie streng geschieden zwischen 0 berechtigten und nützlichen passiven Widerstand und dersinnlosen und törichten Sabotage. Die letzteren Worte sebraucht nun endlich auch die deutsche Reichsregierung in einer offiziösen Meldung des Wolffschen Telegraphen⸗ bureaus. Und selbst eine hohe bayerische Regierungs⸗ in Speyer, hat in einem

3

55 28 1 1 8 Regierung sehr energis vor Sabotageakten gewarnt und N ber den angeblich vaterländischen Motiven der nutte wa stischer Attentäter derenunbegreifliche Kurzsichtigkeit und

5 streng getadelt.

der französischen Brutalität a 1 Schlageter und Genossen und deren e standen, daß Männer, die ihr Leben an Eisenbahnattentate

und dergl. wagen, von starkemvaterländischen Willen er⸗ füllt sind, wie siePatriotismus auffassen. Aber sie über⸗ schätzen maßlos die Wirkung und Nachwirkung solcher en und fügen der unschuldigen Bevölkerung selbst un⸗ säglichen Schaden zu, indem sie die PoincaréscheRache

erst recht stacheln und reizen. Und was die bedeutet, er⸗ fuhren wir eben erst wieder mit Grausen aus Dortmund Kurzum, es sollte jetzt doch allgemeine Ueber⸗ gßzeugung aller vernünftigen Deutschen sein, daß sieHelden wie Schlageter trotz ihrer persönlichen Tapferkeit und ihres freilich irregeleiteten Idealismus als Menschen ansehen, die der Sache ihres Vaterlandes unge⸗ wollt den schwersten Abbruch tun.

ö Welchen Standpunkt bertritt nun der Gießener Anzeiger in dieser so überaus ernsten Sache? Natür⸗ lich auch den einzig vernünftigen, wird selbst der sonst nicht

die politischen Ansichten des Anz. teilende Leser des letzten Wochenrückblicks zunächst zuzugestehen geneigt sein. Erklärt doch auch der Anzeiger klipp und klar:Wir befürworten

keine Propaganda der Gewalt. Liest man nun aber den ganzen Artikel aufmerksam von Anfang bis zu Ende durch,

so ist er, das wird man bald mit Staunen merken, im Grunde genommen eine einzige Lobpreisung der in Betracht kommendenHelden, freilich nach Anzeigermanier nicht in

offenen, deutlichen Worten, sondern verblümt, verschleiert, angedeutet, verklausuliert, damit eben derjenige, der seine politische Ansicht nur aus dem Anzeiger gewinnt, seinem so

vernünftigen Vlatte schließlich zustimmt, daßDeutsche den sopfermütigen Drang solcher Märtyrer der deutschen Sache nicht tadeln oder verfemen, sondern ihnen vielmehr das heiße Gefühl stolzen Dankes zollen sollten, auf daß der Geist des Widerstandes in seiner heroischen Vollendung weiter

lebe und leuchte. 8 1 e

Schön gesprochen: Der Geist des Widerstande

in eee Vollendung! Das stimmt ganz zu dem begeisterten Gedanken der hiesigen Universitäts⸗ kreise, der sonstigen Pächter des Patriotismus, der natio⸗ nalistischen Jugendbünde, der Ludendorffe und all der an⸗ deren politischen Kinder oder Gemeingefährlichen, die den

Helden Schlageter absolut zum Nationalheros stempeln

und ihm schlechterdings ein Denkmal setzen wollen, und

zwar, um Ludendorff und Hitler zusammen sprechen zu

6 i itäten,ti 5 Ehr⸗ und jesen Autoritäten,tief gesunken durch 1

eit eines Schlageter nicht wert ist. Dieser 1 ebenso kindische und unanständige wie gefährliche 970 0 aller Reaktionäre jeder Culeur nebst ihren gedanken 95 Mitläufern, die selbst aus einerTotenfeier noch 751 1 1 republikanische Demonstration machen müssen, 15 na 125

Wasser auf die Mühle des Anzeigers. Schöne Seelen finden

75 5 ähnte Erklä Wolffschen ssich. n oben erwähnte Erklärung des . eule Regierung habe schon mehrfach zun

Gewalltätigkeiten irgendwelcher

5 0 2 1 1720 27 weck⸗ dfesten Gebiet nicht billige, sondern für uns dat hat unseren Generalanzeiger stark me e ja sozusagen aus dem Häuschen 1 995 e 0 f derun, 0 Orakelwalze wird angedreht. ie Regi Fiihee fl 1 dnis beim Gießener findet keine Gnade und kein Verständni 5 e

5 0 d zu allererst, 5 Stammtichblat, danchf, ligt ist der dahin ging einen

ati Ratschlag erfolgt ist, d n

e 1 machen zwischen Tantssic 1 5 15 Stb der ranzost 45 7 5 e dan feht, der bb eergün ige deen

i 5das rote Tuch auf den Hörner⸗ e a eser Rat von England kommt

Ausdruck gebracht, daß sie

undenglische

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Ratschläge f 19 55 i Es gibt doch noch treu Herzensgemeinschaft haben. det 1 derstand des 8 i ilde i inen diplomatischen Lehr⸗

kes kein Kunstgebilde ist 1 1 b ssi kderstand an Rhein und Ruhr,

. 1 1 gewachsen und bis

ine 0 1 bein J. dec den und muß, seinem Namen,

st erhalten, wi Wesen und seiner Kraft nach, 9 e dee. sigas suggeriert ihm jedoch fern vom

Guillaumonvon hoch zu Roß erschossen word

lassen, sogar unter Beschimpfung des deutschen Volkes, das

träger, schon deshalb, weil 15 dem deutschen Empfinden

Kriegsschauplatz das nationalistische Gießener Blatt?Wir holten es für unmöglich, daß der Reichskanzler in die Wag⸗ schale der Erörterungen um den Ruhrkampf so fragwürdige Beiträge hineinlegt, wie den ihm von der Londoner Stelle angesonnenen. Wenn diese geschraubten und dunkel ge⸗ haltenen Worte noch einen Sinn haben, so heißt es also wiederum: Cuno, nimm etwas Vernünftiges nicht an, weil es von England kommt! Dabei kann derselbe Anzeiger auch wieder so tönen:Wird gelegentlich ein militarisiertes Schienengleise zerstört, so schnappt die feindliche Befehls⸗ gewalt zu den krassesten Willkürakten über. Sehr richtig! Nun also, was empfiehlt denn eigentlich das Orakel der Schulstraße? Das bleibt schließlich in absichtlichem Dunkel schweben. Welchen Standpunkt einsichtige Politiker einnehmen, hat, wie gesagt, sogar eine bayerische Regierung zu erkennen gegeben, indem sie denopfermutigen Drang von Märtyrern, dem der Gieß. Anz.heißen Dank zollt, fürKurzsichtigkeit undverbrecherischen Leüthtsinn er⸗ klärt. Fassen wir also den Standpunkt des Anzeigers in dieser höchst wichtigen und gefährlichen Frage zusammen, gelinde gesagt und mit Nachsicht ausgedrückt: kurz⸗ sichtiges und leichtsinniges Geschwafell

Gewisse Vorgänge in der Engelapotheke in Gießen bildeten den Grund zu einer Verhandlung vor der Gießener Straf⸗ kammer. Als Angeklagte hatten sich der frühere Besitzer der Apotheker Dr. Haller⸗Munk und sein damaliger Provisor, der jetzige stud. phil. H. zu verantworten. In einer früheren Ver⸗ handlung waren die beiden Angeklagten, freigesprochen worden, denen nach der Anklage zur Last gelegt worden war, in mehreren Fällen in betrügerischer Absicht Rezepte nicht ordnungsmäßig ausgeführt und verabreicht zu haben, sei es dadurch, daß andere minderwertige Medikamente verabreicht wurden, oder daß die verordnete Dosis zu gering, d. h. nicht entsprechend den Rezepten hergestellt, aber zu vollem Preis berechnet wurde. Auch seien an Stelle von Original⸗Präparaten solche verabfolgt worden, die in der Apotheke selbst hergestellt, aber in Originalpackungen verkauft worden seien. Auf Revision der Staatsanwaltschaft hob das Reichsgericht das Urteil in 2 Fällen der Anklage auf und zwar be⸗ züglich des Angeklagten Dr. H.⸗M. Zur Nachprüfung der Frage der verschiedenen Möglichkeiten einer strafbaren Handlung; bezügl. des Angeklagten H. zur Prüfung der Frage, ob er sich nicht selbst eines Betrugs schuldig gemacht habe. Auf Grund der erneuten Hauptverhandlung kam die Strafkammer wiederum zur Frei⸗ sprechung der beiden Angeklagten, in diesen vom Reichsgericht zurückverwiesenen beiden Fällen.

Die Erschießung eines Arbeiters im Büdinger Walde Vor der Gießener Strafkammer wurde am Freitag die Be⸗ leidigungssache gegen den Dr. Marcus ⸗Berlin weiter ver⸗ handelt. Das Gericht lahnte zunächst die vom Verteidiger ge⸗ stellten Beweisanträge als unerheblich ab. Weiter wurde das Urteil dahin verkündet: Der Angeklagte Dr. R. Marcus wird wegen öffentlicher Beleidigung des fürstlichen Forstmeisters Hofmann in Büdingen zu einer Gefängnis⸗ strafe von einem Monat verurteilt. Die Strafkammer sah als erwiesen an, daß Dr M. in der Gelnhaarer Versammlung die nicht erweislich wahre Tatsache behauptet hat, daß der erschossene en sei Die Be⸗ hauptung sei in einer öffentlichen Versammlung die zu einem ganz anderen Zweck von Dr. M. einberufen gewesen sei ohne Einleitung und ohne Veranlassung aufgestellt worden. Mit der Behauptung selbst könne nur die Person des Forstmeisters gemeint gewesen sein, der allein von den in Frage kommenden Forstbe⸗ amten beritten gewesen sei. Von Wahrung berechtigter Interessen könne nach den ganzen Umständen, unter denen die Behauptung aufgestellt worden sei, keine Rede sein. Strafmildernd käme die eitherige Unbestraftheit des Angeklagten, strafexschwerend 0 1 der Beleidigung der Vorwurf des Mordes in

etracht, 5 N

Auf der Strecke Gießen⸗Fulda fährt der Personenzug 551 Gießen⸗Fulda jetzt in Gießen 5.24 vorm. ab, Fulda an 8.22. Rödgen ab 5.34, Gr.⸗Buseck ab 5.39. Reiskirchen ab 5.46, Saasen ab 5.52, Göbelnrod ab 5.58, Grünberg ab 6.04, Mücke ab 6.13, Nieder⸗Ohmen ab 6.19, Burg⸗ und Nd.⸗Gemünden ab 6.27.

Ein Liter Milch 2000 Mark! Von Montag ab iist der Milchpreis für Gießen auf die wahnsinnige Höhe von 2000 Mark festgesetzt worden. Ueber die Treiberei der Bauernführer haben wir im gestrigen Blatte schon einiges gesagt. Man wird es soweit treiben, bis Katastrophen eintreten.

br. Wieseck. In Ausführung des Reichsmietengesetzes wur⸗ den vom Kreisamt Gießen die neuen Zuschläge zur Grund⸗ miete vom 1. April 1923 ab auf 3310 Prozent festgesetzt, und zwar für Stesgerung der Zinsen 69 Prozent, für Betriebskosten 250 Prozent, für laufende Instandsetzungsarbeiten 3000 Prozent. Ist vertraglich(mündlich oder schriftlich) festgelegt, daß der Mieter seine Wohnung selbst instand hält, ermäßigen sich die vorstehenden Zuschläge um 2400 Prozent. Die Auskunftsstelle des Mssescher vereins(Schulstraße 3) ist jeden Montag, abends ab 8 Uhr, zu erreichen. Daselbst werden auch Neuanmeldungen entgegengenommen.

br. Wieseck. Am nächsten Sonntag vormittag besichtigt der Wahlverein das Oberhessische Museum in Gießen unter Führung des Herrn Dr. Kunkel oder des Herrn Direktors selbst. Treffpunkt zum gemeinsamen Abmarsch ist morgens 9 Uhr bei Gen. Wilh. Bierau. Nachmittags beteiligt sich der Verein am Jugendtag auf dem Schiffenberg. Jugendspiele, Volkstänge und Reigen. Rezitationen und Liedervorträge sorgen für Unterhaltung. In der altehrwürdigen Stiftskirche spricht Genosse Haenisch. Unkosten sind mit der Veranstaltung nicht verbunden, da dieselbe im Freien stattfindet. Die Parteimitglieder wollen sich mit ihren Familien hieran vecht zahlrehich beteiligen. Der Abmarsch ist auf 1 Uhr mittags leventl. mit Musik) vom Lobale des Gen. L. Krieger, Philosophenstraße, aus sestgesetzt.

Daubringen. Gemeinderatssitzung am 15. Juni. Zur Erbauung von Wohnhäusern wurde beschlossen, den drei An⸗ tragstellern den Quadratmeter Baugelände zu 200 Mk. abzugeben. Für den Kubikmeter Sand und Steine sollen zukünftig 300 Mk. für Einwohner und 7000 Mk. für Auswärtige berechnet werden. Der Beitrag zum Kreisziegenzuchtverein von 2000 Mk. jährlich wurde genehmigt. Die Rechnung für das Jahr 1921 wurde genehmigt. Zur Verbilligung von Lernmitteln sollen dem Schulvorstand zunächst für Anschaffung kleinerer Lernmittel Gelder zur Verfügung gestellt werden. Dafür wird ein vorläufiger Betrag von 500 000 Mk.

bereitgestellt. Dem Antrag des Karl Keller, ihm aus dem ver⸗

zinslichen Landesdarlehen Mittel zur Erbauung seines Wohnhauses zu gewähren, wurde unter der Voraussetzung, daß der Antraäg⸗ steller die erforderliche Sicherheit leistet, stattgegeben. Dem Er⸗ suchen des Schulvorstandes um Lieferung von Brezeln und Würst⸗ chen für das diesjährige Jugendfest wurde zugestimmt.

2 N 7 a Kleine Nachrichten. Aus dem Odenwald, 17. Juni. e fällt in diesem Jahr infolge der anhaltenen regnerischen und sonnenarmen Wiukrung sehr kärglich aus. Nur an einigen Stellen kann noch nit einem mittelmäßigen Ertrage gerechnet werden. Die Preise der Beeren sind dementsprechend hoch. In Frankfurt kosteten die ersten Hlibelbeeren das Pfund 4000 Mk. Auch aus den anderen Waldgebirgen der Umgebung lauten die Nachrichten über eine schlechte Heidelbeerernte ähnlich. Gute Blütenanfätze zeigen augenblicklich die Preißelbeeren. 5

Der Raubmord an dem Kontrollmädchen. Ein mit ganz be⸗ sonderer Scheußlichkeit ausgeführter Raubmord, bei dem nach dem ärztlichen Gutachten das Opfer eine Stunde sich in Todesqualen gewunden haben muß, beschäftigte das Schwurgericht 1 in Berlin. Angeklagt waren der Händler Erich Jädicke und der Arbefter Kurt Bierbach. Am 2. Oktober wurde das Kontrollmädchen Olga Witt, eine ältere Frauensperson, in ihrer Kellerwohnung Waßmann⸗ straße 32, tot aufgefunden. Die Tote war an Händen und Füßen gefesselt, und um den Mund hatten die Mörder ein Halstuch ge⸗ schlungen. Dann hatten sie ihr Opfer noch mit einer starken; Wäscheleine an die Bettpfosten gebunden. In dieser entsetzlichen Stellung ist die Aermste dann langsam erstickt. Sämtliche Sachen der Ermordeten waren geraubt. Schon am nächsten Tage stellte sich Jädicke selbst der Polizei, und auf Grund seiner Angaben wurde dann Bierbach verhaftek. Der 19 Jahre alte Bierbach war im Juni aus der Fürsorgeanstalt entsprungen und nächtigte seitdem unangemeldet in Herbergen und bei Kontrollmädchen. In diesen Kreisen hatte er auch die Witt kennengelernt, und war zu ihr ge⸗ zogen. Bald darauf befreundete er sich mit Jädicke, der ebenfalls ein früherer Fürsorgezögling ist und gerade aus dem Zuchthaus entlassen worden war. Da Jädicke kein Obdach hatte, nächtigte er mit Biedenbach mehrere Tage bei der Witt. Auch am 2. Oktober erschienen beide gegen Morgen in der Wohnung und zahlten, wie verabredet, 20 Mark für die Schlafstelle. Sie hatten sich vorher den Raubplan schon zurechtgelegt, da sie wußten, daß die Witt sich etwas Geld erspart hatte. Bierbach setzte sich zu. der bereits im Bett liegenden Prostituierten, um mit ihr zu plaudern. Plötzlich stürzte er über sie her, packte sie am Hals und würgte sie. Jädicke, der angeblich eine Bluttat vermeiden wollte, will der Ueberfallenen güt⸗ loch zugeredet haben, nicht zu schreien. Es passiere ihr nichts, man wolle nur ihr Geld. Beide Mörder lösten sich daun beim Würgen ihres Opfers ab. Obwohl die Angeklagten über eine Stunde lang alle Behälter durchsuchten, konnten sie das Geld nicht finden. Erst als sie die Witt beiseite schoben, fanden sie unter der Matratze eine Geldtasche mit 1300 Mark. Als die Witt bei dieser Gelegenheit stöhnte und wimmerte, drückte ihr Bierbach Decke und Kopfkissen fest auff das Gesicht, bis sie erstickte. Die Mörder packten dann die Sachen ihres Opfers zusammen und verkauften die Baute 3. T. an unbekannte Händler in der Münzstraße. In der Verhandlung waren die Angeklagten im allgemeinen geständig. Die Ge⸗

schworenen verneinten die Fragen nach Mord und Totschlag, be⸗ nach Raub mit

jahten bei beiden Angeklagten aber die Frage Todeserfolg. Das Gericht verurteilte daraufhin Kurt Bierbach zu 14. Jahren Zuchthaus und Jädicke, bei dem angenommen wurde, daß er infolge seiner unglücklichen Familienverhältnisse leicht be⸗ einflußbar gewesen sei, zu 11 Jahren Zuchthaus, unter Anrechnung der Untersuchungshaft.. 5

Lokale Parteinachrichten.

Der Vorstand der Arbeiterjugend des Unterbezirks Gießen ver⸗

anstaltet in Gemeinschaft mit der Sozialdemokratischen Partei am Sonntag, den 24. Juni, von nachmittags 2% Uhr ab eine Jugendfeier auf dem Schiffenberg.

Die Veranstaltung soll die älteren Parteigenossen und Gesin⸗ nungsfreunde mit dem Ziel und Streben der Arbeiterjugendbeweg⸗ ung vertraut machen. f a 5

Neben den Darbietungen der Arbeiterjugend, wie Jugendspiele, Volkstänze und Reigen, werden Rezitationen und Liedervorträge von Arbeiter⸗Gesangvereinen für abwechselnde Unterhaltung sorgen. Im Mittelpunkt der Feier steht die Festrede, die in der historischen Kirche des Schiffenbergs stattfindet.

Wir laden hiermit alle Ortsvereine der Vereinigt. Sozialdem. Partei mit ihren Familien sowie alle sonstigen auf sozialistischer Weltanschauung stehenden Vereine und Gesinnungsgenossen freund⸗ lichst ein. 5 5 i

Neben dem gemeinsamen Kampf, den wir für das Kulturziel

des Sozialismus führen, soll dieser Tag auch dazu dienen, um alt

und jung einige Stunden in Geselligkeit näher zu bringen und zu⸗ sammenzuführen. 0 5 Die Jugendgruppen des Unterbezirks treffen sich vormittags 10 Uhr am Ludwigsbrunnen am Abhang des Schiffenbergs, dem idyllisch gelegenen Platz gegenüber dem Forstgarten. Nächsten Sonntag jung und alt auf nach dem Schiffenberg! 5 Die Unterbezirksleitung.

Versammlungskalender.

Arbeiter⸗Turn⸗ und Sportbund, 9. Kreis, 3. Bezirk. Sonn⸗ tag, den 24. Juni, vorm. 8 Uhr, findet in Gießen auf dem Sportplatz(am Güterbahnhof) eine Hauptprohe zum Be⸗ zirksturnfest statt, bei ungünstiger Witterung in der Turnhalle

Stadtknabenschule. Keulen sind mitzubringen. Pflicht ist es, daß alle

Wetturner dort antreten. Heinr. Amend, Bezirksturnwart. Daubringen. Wahlverein. Samstag, den 23. Juni, abends

8% Uhr, findet im Lokale von Emil Schäfer, Mitglieder⸗Versamm⸗

lung statt. Erscheinen sämtl. Mitglieder erforderlich.

Asten⸗Buseck. Freie Turnerschaft. Samstag, 23. Juni, abends Uhr Mitgliederversammlung bei Ph. Einhäuser. Tages⸗ ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Beitragserhöhung. 3. Bezirksfest in Großen⸗Linden Wegen der wichtigen Tagesord⸗ nung wird um das Erscheinen eines jeden Mitgliedes gebeten.

Nächste Abfahrten der Hamburg⸗Amerika⸗Linie. Hamburg ⸗Nordamerika. Nach New⸗York: D. Resolute 26. 6., D. Mount Clay 28. 6., D. Albert Ballin 5. 7., D. Reliance 10. 7. Nach Philadelphia, Baltimore, Norfolk: D. Kermit 29. 6. Westküste Nordamerika: D. Sachsen etwa am 20. Juni, ein Dampfer etwa Mitte Juli. Hamburg⸗Cuba⸗Meriko: D. Toledo 11. 8., D. Sachsen⸗ wald 27. 6., D. Schwarzwald 27. 7. Hamburg⸗Westindien:: D. Den⸗ derah 22. 6., D. Antiochia 14. 7., D. Heimat 27. 7. Hamburg⸗Sid⸗ amerika: Nach Montevideo, Buenos Aires und Rosario: D. Keller⸗ wald 27. 6. Nach Pernambuco(evtl. Bahia, Viktoria), Rio de Janeiro und Santos: D. Liguria 6. 7. Nach Rio de Janeiro: und Buenos Aires: D. Galicia 7. 7. Nach Rio de Janeiro, Montevideo, Buenos Aires: D. Württemberg 25. 7. Nach Rio de Janeiro und Buenos Aires: D. Teutonica 16. 8. Hamburg ⸗Ostasien: Engl. D. Lycgon 27. 7., D. Oldenburg 7. 7., Engl. D. Kasama 18. 7., D. Weser 85 05 e durch Hamburg⸗Amerika⸗Linie. Agentur Gießen.

Loeb.

Der Dollarstand hat sich seit Dienstag morgen, da er 165 000

Mark erreichte, etwas gebessert. Vorübergehend 140 000 Mk. Mittags 12 Uhr: 145 000 Mk.

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Die Heidelbeerernte

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